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US-Wahlen 2010

 

Von Hauke Friederichs (hf), Markus Horeld (mh) und Wolfgang Blau (wb).

06.36: Liebe Leser, an dieser Stelle schließen wir unser Live-Blog zu den Wahlen in den USA. US-Präsident Obama hat die erwartete Niederlage einstecken müssen, seine Demokraten verloren die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Knapp konnten sie aber ihre Mehrheit im Senat halten. Eine Übersicht über die Ergebnisse finden sie hier. Im Laufe des Vormittages werden wir die midterms selbstverständlich analysieren und kommentieren. (mh)

05.57: O-Ton aus einer Diskussion demokratischer Experten im Sender DemocracyNow: „Die Tea Party setzt die Republikaner unter massiven Druck und gibt ihnen zu verstehen, dass sie jetzt unter Beobachtung stehen. Wir müssen das auch machen. Wir müssen denselben Druck auf die Demokraten ausüben und Obama vermitteln, dass er jetzt endlich demokratische Politik umsetzen muss. Wir sind die Coffee Party.“ (wb)

05.50: Im neuen US-Senat werden aller Wahrscheinlichkeit keine Afro-Amerikaner vertreten sein. Alle drei afro-amerikanischen Senats-Kandidaten werden voraussichtlich nicht gewinnen, der einzige afro-amerikanische Inhaber eines Senatssitzes, der Demokrat Roland Burris aus Illinois, geht in Rente. (wb)

05.40: Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, hat seinen Sitz bei der Wahl in Nevada verteidigt, meldet CNN. Damit könnte die Senatsmehrheit für die Demokraten  stehen. (mh)

05.27: Interessante Gegenüberstellung der Wahlkampfausgaben von Meg Whitman (Rep.) und Jerry Brown (Dem.) im Duell um Kaliforniens Gouverneursposten. Whitman gab insgesamt 160 Millionen Dollar aus, davon allein 106,9 Millionen für TV-Spots.  Der Wahlsieger Jerry Brown investierte insgesamt 24,8 Millionen für seinen Wahlkampf. (wb)

05.07: … und Google hat sich doch nicht als die bessere Wahlprognose entpuppt. 😉 (mh)

05.03: Irgendwie auch tröstlich, dass selbst eine private Wahlkampfkasse von 141 Millionen Dollar nicht ausreicht, um Gouverneurswahlen zu gewinnen. Für die ehemalige eBay-Chefin Meg Whitman ist dies eine schmerzhafte Niederlage. In Kalifornien sind damit gleich zwei Legenden der IT-Branche, Meg Whitman und auch die ehemalige HP-Chefin Carly Fiorina bei dem Versuch gescheitert, politische Karrieren zu beginnen. Fiorina war im Präsidentschaftswahlkampf 2008 sogar noch als mögliche Vize-Kandidatin neben John McCain im Gespräch. McCain entschied sich dann bekanntlich für eine andere. (wb)

04.59: CNN geht nun davon aus, dass die Demokraten ihre Mehrheit im Senat behalten. Gerade steht es 49 zu 44 für die Demokraten. 7 Sitze fehlen noch. (mh)

04.57: Die Los Angeles Times sieht den Demokraten Jerry Brown als neuen Gouverneur Kaliforniens. Brown, 72, hatte das Amt schon einmal inne. Bei seiner ersten Wahl war er 36 Jahre alt. (wb)

04.54: Die ehemalige Hewlett-Packard-Chefin Carly Fiorina hat es nicht geschafft, der Demokratin Barbara Boxer den Senatssitz für Kalifornien zu entreißen, meldet BBC gerade. (wb)

04.53: Erstmals wird New Mexico künftig von einer Frau mit lateinamerikanischen Wurzeln regiert: Die Republikanerin Susana Martinez setzte sich gegen Diane Denish durch. (mh)

04.23: Die Selbstverständlichkeit, mit der amerikanische TV-Kommentatoren in dieser Wahlnacht von Sarah Palin als möglicher Präsidentschaftskandidatin sprechen, wirkt auf uns wie lauwarmer Redaktions-Kaffee. Man wird wach und fühlt sich trotzdem mies. (wb)

04:18: Zwischenstand im Senat laut MSNBC: 48 Sitze für die Demokraten, 44 für die Republikaner. 51 Sitze sind für die einfache Mehrheit nötig, 60 für die wichtige Dreifünftelmehrheit (die die Demokraten allerdings schon im Januar verloren hatten). (mh)

04.11: Die Republikanerin Nikki Haley hat die Gouverneurswahlen in South Carolina gewonnen. Sie ist neben Louisianas Gouverneur Bobby Jindal die zweite indisch-amerikanische Politikerin, die es auf einen Gouverneursposten schaffte. Haley wurde im Wahlkampf von Sarah Palin unterstützt. (wb)

04.09: Vielleicht noch als Ergänzung zum vorherigen Post: Keineswegs ausgeschlossen ist, dass es innerhalb der kommenden zwei Jahren zu größeren Zerwürfnissen zwischen Tea-Party- und „alteingesessenen“ Abgeordneten der Republikaner kommt. Sogar eine Spaltung scheint möglich – zumindest dann, wenn die „etablierten“ Republikaner die teilweise radikalen Vorstellungen der Tea-Party-Leute nicht mittragen. Es gibt sogar ein paar wenige Beobachter, die es für möglich halten, dass die Tea Party 2012 als eigene Partei antritt. (mh)

03.55: Als die Republikaner 1994 das letzte Mal die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurückeroberten, galt das noch als Revolution. Vierzig Jahre lang, von 1954 bis 1994, hatte dort eine demokratische Mehrheit das Sagen gehabt. Aber schon zwölf Jahre später, in der Endphase der unseligen Ära Bush, eroberten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus zurück. Und nun, gerade einmal vier Jahre danach, fällt die Macht schon wieder an die Republikaner. Die USA verwandeln sich in ein großes Ohio, einen riesigen Swing State. Die Republikaner werden in den nächsten Tagen zwar alles daran setzen, ihren Wahlsieg erneut als Revolution, als Erdrutsch oder als Gezeitenwechsel in der Größenordnung des Triumphes von 1994 zu verbrämen, die alten Füchse in der Partei wissen aber: Die Stabilität der alten Tage ist dahin. Auch die Tea Party, die ihnen gestern noch die Steigbügel gehalten hat, ist mehr „Mood“ als „Movement“. Sie ist eine Stimmungswelle, die sich bei den Präsidentschaftswahlen 2012 auch gegen die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus richten kann. Der Zorn der Tea Party auf das Establishment wird auch die republikanischen Abgeordneten treffen. Die Zeit der einfachen Wahrheiten ist vorbei, die Republikaner sind wieder in der Verantwortung. (wb)

03.51: Interessante Umfrageergebnisse auf CNN eben: 56 Prozent einer USA-weiten Befragung gaben an, die Tea Party sei kein entscheidender Faktor bei ihrer Wahlentscheidung gewesen. Ein weiteres Erbebnis: Je jünger die Wähler, desto geringer die Sympathie für die Tea Party. (mh)

03.11: Neuer Stand im Senat: 47 Sitze haben die Demokraten, 41 die Republikaner. Zwölf Sitze stehen noch aus. Das Rennen wird immer knapper. (hf)

03.10: Die Kollegen vom Guardian empören sich über Christine O’Donnell und ihre Rede vor den enttäuschten Anhängern. Und einer weiterer Kandidat der Tea-Party-Bewegung, Marco Rubio, habe gleich seine Bewerbungsrede für die Präsidentenwahl 2012, 2016 oder 2020 gehalten. (hf)

02.51: Im Senats wird’s wirklich sehr, sehr knapp: 47 zu 39 steht es gerade laut MSNBC für die Demokraten. 14 Sitze fehlen noch. Sollte Obamas Partei tatsächlich auch die Mehrheit in dieser Kammer verlieren, wird es schwer für den Präsidenten. Seine Pläne für schärfere Klimaschutz-Regelungen und ein Aufenthaltsrecht für Immigranten, die schon lange in den USA leben, wird er wohl nicht weiter verfolgen können. (mh)

02.46: Der Demokrat Andrew Cuomo hat die Gouverneurswahlen in New York gewonnen, meldet die New York Times. Damit geht der Tea-Party-Kandidat und Hetzer Carl Paladino leer aus. Der Republikaner Rick Perry gewinnt indes die Gouverneurswahl in Texas – zum dritten Mal. (mh)

02.42: Was bedeutet die Mehrheit der Opposition im Repräsentantenhaus für Obama? Er wird künftig viele Kompromisse schließen müssen. Die Republikaner können sich der Zusammenarbeit nicht völlig entziehen, da sie sonst als Blockierer dastehen. Obama kündigte am Dienstag in Interviews bereits an, nun auf die Republikaner zugehen zu wollen. Diese haben wiederum vor der Wahl versprochen, die Gesundheitsreform zu beenden. Der Präsident kann aber gegen Gesetzesinitiativen des Repräsentantenhauses ein Veto einlegen. Fest steht: Die Politik in den USA wird sicherlich nicht langweiliger nach diesem 2. November. (hf)

02.37: Die Republikaner kommen nach Berechnungen des TV-Senders NBC auf 237 Sitze im Abgeordnetenhaus. Das wäre ein Zugewinn von 59 Mandaten. 218 Sitze reichen für die Mehrheit. (hf)

02.27: Der sich abzeichnende Erfolg der Tea-Party-Bewegung illustriert, dass besonders in Zeiten der Krise eine verständliche, in der Regel aber in die Irre führende Sehnsucht nach einfachen Wahrheiten aufkeimt. Im Soziologendeutsch: Eine Sehnsucht nach Komplexitätsreduktion. Werner A. Perger hat hier vor wenigen Tagen eindrucksvoll beschrieben, dass ein transatlantisches Bündnis der „Wutpolitiker“ nur noch eine Frage der Zeit ist. (wb)

02.22: Rand Paul, der neue Senator von Kentucky, hält seine Siegesrede. Sie strotzt vor Abneigung, fast Hass gegenüber dem politischen Betrieb in Washington. Und Paul sagt: „Heute Nacht wird es eine Tea-Party-Flutwelle geben“. Für die Wahl zum Repräsentantenhaus könnte das durchaus zutreffen. (mh)

02.20: Die Kollegen bei Politico.com diskutieren die ersten Wahlergebnisse in einem Video-Livestream. (wb)

02.18: CNN und andere TV-Sender gehen nun fest davon aus, dass die Demokraten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren werden. (mh)

02.17: Einer der größten Widersacher von Präsident Obama – der Republikaner John Boehner – hat seine Wahl in Ohio nach Prognosen souverän gewonnen. Boehner ist Oppositionsführer im Abgeordnetenhaus und laut CNN künftig dessen Sprecher. (hf)

02.08: Vor zwei Stunden sah die Welt für Christine O’Donnell noch rosig aus. Auf Twitter lud sie ihre Anhänger zur Siegesfeier ein. Daraus wird jetzt wohl nichts. Delaware bleibt bei den Demokraten. (hf)

01.58: Heute Nacht geht es in den USA nicht nur um Sitze im Kongress. Die Wähler entscheiden auch über zahlreiche Gesetzesinitiativen. In Kalifornien geht es etwa um ein Klimagesetz und die Legalisierung von Marihuana. Zu letzterem Thema hat die Nachrichtenagentur Reuters ein interessantes Video veröffentlicht. (hf)

01.46: Die linksliberale Huffington Post schreibt trotzig: ‚NO SIGNS OF TSUNAMI… YET‘. Für die Hochrechnungen zur Senatswahl stimmt das derzeit in der Tat. Einen Sitz haben die Republikaner (nach aktuellem Stand) hinzugewonnen, nämlich Indiana mit dem ehemaligen US-Botschafter in Deutschland, Daniel Coats. Außerdem sind zwei Tea-Party-Kandidaten ziemlich sicher durch – Rand Paul in Kentucky und Marco Rubio in Florida -, eine fiel wie erwartet krachend durch (Christine O’Donnell in Delaware) (mh)

01.38: Die Karte mit den Wahlergebnissen der New York Times verfärbt sich zunehmend rot –  die Farbe der Republikaner. (hf)

01.26: Was sind die Ursachen für die mutmaßlich hohen Verluste für die Demokraten? Meistens heißt es: die Wirtschaftslage. Doch gleichzeitig gibt die Mehrheit der Amerikaner die Hauptschuld an der Wirtschaftslage nicht Obama oder den Demokraten, sondern – in dieser Reihenfolge – Immobilien-Finanzierern,  Wall-Street-Bankern und George W. Bush. (mh)

01.24: Die bedenklichste Zahl aus den bisherigen Exit Polls von Edison Research: Vier von zehn Wählern sagen, sie unterstützten die Tea Party. (wb)

01.17: Ein sehr schönes Projekt der New York Times, um Stimmungen am Wahltag zu visualisieren: Election Wordtrain. (wb)

01.15: CNN und Washington Post melden, dass Chris Coons von den Demokraten nach ersten Hochrechnungen die erzkonservative Tea-Party-Republikanerin Christine O’Donnell geschlagen und den Senatssitz für die Demokraten verteidigt hat. Die Kandidatin der Republikaner wurde intensiv von der Tea Party unterstützt und inszenierte sich in den Medien als die „Neue“, die nicht an einer Elite-Universität studiert habe und in Washington die Interessen der einfachen Leute vertreten wolle. John Carney von den Demokraten soll zudem einen Sitz im Abgeordnetenhaus errungen haben. (hf)

01.02: Mehrere TV-Sender sehen in Florida den Republikaner Marco Rubio als Sieger der Senatswahl. Der 39-Jährige liegt in den Hochrechnungen vor Charlie Crist, dem ehemaligen Republikaner, der seiner Partei im Groll den Rücken gekehrt hatte. Noch weniger Stimmen bekam demnach der Demokrat Kendrick Meek. (mh)

00.59: Es gehört zur journalistischen Folklore amerikanischer Wahltags-Berichterstattung, mindestens eine Geschichte zu produzieren, in der es um wählende Astronauten geht. Beliebt sind auch Artikel über den ältesten Wähler einer Stadt. Bei Präsidentschaftswahlen gibt es dann noch die dankbare Zusatzgeschichte von den Hawaianern und Alaskanern, die tapfer in ihrer Zeitzone wählen, während an der fernen Ostküste schon längst die Sieger und Verlierer verkündet werden. (wb)

00.49: Die Repräsentantenhaus-Wahlergebnisse laufen ein, wie die Demoskopen es vorausgesagt haben: Die Republikaner führen deutlich: 20:3 bei der Washington Post und 17:2 bei der New York Times. In fast keinem Wahlkreis sind aber mehr als die Hälfte der Stimmen ausgezählt. (hf)

00.39: Swing-State Ohio entschieden? CNN sieht Rob Portman von den Republikanern bei der Senatswahl deutlich vor Lee Fischer von den Demokraten, auch wenn es immer noch Umfragen in den Wahllokalen sind, die der TV-Sender für Hochrechnungen benutzt. (hf)

00.34: Auszug aus der Pizza-Rechnung von eben (mh):

00.29: Es gehört offenbar längst zum Instrumentarium von Online-Wahlkämpfen, die Zahl der Sympathisanten eines Kandidaten auf Twitter künstlich aufzublähen. Data-Mining-Experten der Indiana University haben beobachtet, dass die Twitter-Accounts @PeaceKaren_25 and @HopeMarie_25 mehr als 20.000 ähnliche Tweets veröffentlicht haben. Die meisten davon verlinken zur Website von John Boehner, dem republikanischen Fraktionsvorsitzenden im Repräsentantenhaus. Die Forscher entdeckten zehn weitere Accounts, die Tausende sehr ähnlicher aber nicht identischer Tweets veröffentlicht hatten, die allesamt auf die konservative Website Freedomist.com verlinken. Ziel dieser Form des Spammings ist, die Trending Topics bei Twitter und vereinzelt auch die Echtzeitsuche von Google zu beeinflussen. (wb)

00.28: Das Wahl-Tool der New York Times bringt kuriose Ergebnisse zu Stande: In New Hampshire führt John Lynch bei der Gouverneurs-Wahl mit 75 Prozent der Stimmen. Allerdings hat der Politiker erst neun Stimmen erhalten. Er führt vor John Stephen (drei Stimmen = 25 Prozent) und John Babiarz (0 Stimmen). Tatsächlich ist das Rennen der drei Johns noch keineswegs entschieden…. (hf)

Screenshot des NYT-Wahltools
Screenshot des NYT-Wahltools

00.04: CNN beginnt mit Prognosen für die Senatswahl. In Kentucky sieht der Sender Rand Paul (Republikaner) vorn, in Indiana Dan Coats (Republikaner), in Vermont den Demokraten Patrick Leahy und in South Carolina den Republikaner Jim Demint. (hf)

23.59: Don’t cry for me…. Das Magazin Newsweek rät den Verlierern, sich mit einer großen Rede von den Wählern zu verabschieden und präsentiert gelungene historische Beispiele. Die Fotostrecke beginnt mit John McCain im Jahr 2008. (hf)

23.47: Wählen im Neuschnee: In Alaska kämpfen Wähler und Kandidaten mit Dunkelheit und Schnee, berichtet die Los Angeles Times aus dem warmen Kalifornien. (hf)

23.42: Während in zwei Staaten schon gezählt und vielen anderen noch gewählt wird, haben wir Gelegenheit, auf dieses schöne Interview mit dem demokratischen Senats-Kandidaten Alvin Greene aus South Carolina zu schauen – zum besseren Verständnis: der erwähnte Jim DeMint ist sein Gegner. (mh)

23.22: 3:0 für die Republikaner. Die ersten drei neuen Mitglieder des Repräsentantenhauses stehen so gut wie fest. Sie gehören den Republikanern an. (hf)

23.18: In Kentucky und Indiana wird inzwischen ausgezählt: in beiden Staaten führen die Republikaner. (mh)

23.00: Facebook stellt die für Europäer ohnehin schon verwirrende politische Farbenlehre der USA auf den Kopf. Demokratisch dominierte Staaten gelten in den USA als „blue states“, republikanisch dominierte als „red states“. Facebook dagegen ist für sein einfarbig blaues Design bekannt, politisch in diesem Wahlkampf aber eher rot: Republikaner dominieren dort.  Nach Angaben der Site Allfacebook.com kommen die republikanischen Kandidaten und Abgeordneten dort auf insgesamt 3,4 Millionen Fans, ihre demokratischen Konkurrenten nur auf rund 1,4 Millionen Fans.  Besonders deutlich ist der Abstand zum Beispiel im kalifornischen Gouverneurswahlkampf zwischen dem Demokraten Jerry Brown mit 97.000 Fans auf Facebook und der republikanischen Kandidatin und ehemaligen eBay-Chefin Meg Whitman mit 207.000 Fans. (wb)

22.51: Der 44. Präsident der Vereinigten Staaten ist da schon emotionaler auf Youtube unterwegs. (hf)

22.42: „Vote or die“, schreit ein Rapper auf Youtube dem Zuschauer entgegen. Andere Hobbyfilmer zeigen in einer Vorher-Nachher-Show, das Wählen gar nicht weh tut. (hf)

22.26: Besonders umkämpft ist einmal mehr der Swing-State Ohio. Wer hier gewinnt, heißt es in den USA, der gewinnt die Wahl. Der frühere Präsident Bill Clinton versuchte in Radio-Interviews in Ohio, die Wähler der Demokraten zu mobilisieren. (hf)

22.16: Mancher Kandidat posierte mit Sturmgewehr, andere zeigten voranstürmende Soldaten in TV-Spots – Tom Perriello von den Demokraten streifte sich Boxhandschuhe über. Ob solche Gesten tatsächlich die Wähler überzeugen? (hf)

22.05: Die Hoffnung auf einen Sieg der Republikaner treibt die Börsenkurse an der Wall Street: Die wichtigsten US-Aktienindizes sind am Dienstag mit Gewinnen aus dem Handel gegangen, meldet die Nachrichtenagentur dpa. (hf)

21.59: Erneuter Appell vom Präsidenten: Dein Stimme kann den Unterschied machen. Obamas Team twittert munter weiter. (hf)

21.55: „It’s the economy, stupid“ – wenn dieser vielzitierte Spruch je gestimmt hat, denn in diesem Jahr in Amerika. William Bradley schreibt in der Huffington Post über Obamas größten Fehler. (hf)

21.41: „218“ sei die Zahl des Tages, heißt es auf CNN.com. (435 Sitze gibt’s Repräsentantenhaus, 218 braucht eine Partei für die Mehrheit). Die viel entscheidendere Zahl aber ist die 51: Das ist die Mehrheit im Senat. Denn dass die Republikaner das Repräsentantenhaus gewinnen gilt als so gut wie sicher. Im Senat wird’s dagegen richtig spannend. (mh)

21.35: „Das wird heute ein großer Tag“, prophezeite John Boehner von den Republikanern, nachdem er in West Chester im Staat Ohio gewählt hatte. Sollten die Prognosen stimmen (Reuters sagt voraus, dass die Republikaner 231 Sitze im Repräsentantenhaus erzielen werden), dann wir er Sprecher des Abgeordnetenhauses und damit ein wichtiger Ansprechpartner von Obamas Beratern, wenn diese Mehrheiten organisieren müssen. (hf)

21.30: Ein Reporter in jedem Wahlleiterbüro im ganzen Land: Die Nachrichtenagentur AP berichtet, wie sie in der Wahlnacht berichtet. (hf)

21.24: Alle sprechen von der Niederlage für die Demokraten. Was bedeutet das für Obama? Bill Clinton schaffte es, nach einer Niederlage bei den Halbzeitwahlen, die Präsidentenwahl zwei Jahre später erneut zu gewinnen. Ein anderer Demokrat hingegen scheiterte beim Versuch, das Weiße Haus zu verteidigen: Jimmys Carters erste Amtszeit war auch seine letzte. Obama bleiben noch zwei Jahre Zeit, die Stimmung zu drehen. (hf)

21.21: Die Wahlnacht hat noch gar nicht richtig begonnen, doch das Gebrüll von CNN-Reporter Richard Quest geht mir jetzt schon gehörig auf die Nerven. (mh)

21.06: Nicht nur Obama könnte morgen als Verlierer dastehen. Auch Nancy Pelosi, noch Sprecherin des Repräsentantenhauses, dürfte nervös auf die ersten Prognosen warten. Sehr wahrscheinlich wird sie bald von dem Republikaner John Boehner abgelöst. Ein Grund zur Freude bleibt Pelosi jedoch: Ihr Team, die San Francisco Giants, haben die Baseball-World-Series gewonnen. (hf)

20.45: Facebook als Wahlanfeuerer? Rob Pegoraro von der Washington Post über „I-vote-Buttons“, die heute mehr als drei Millionen Profile schmücken, und ein Tool, das bei der Wahllokal-Suche hilft (hf).

20.40: Ein schönes Spielzeug auf MSNBC: Wie beliebt waren die jeweiligen Präsidenten bei den Midterms? Demnach sieht es für Obama gar nicht so furchtbar schlimm aus. Nur schlimm. (mh)

20.30:Teilen Sie uns ihre Erfahrung beim Wählen mit“, fordert die New York Times ihre Online-Leser auf. Die Redaktion sucht so nach Problemen in Wahllokalen. Tom B beschwert sich etwa, dass die Wahlhelfer so dicht bei ihm standen, dass sie seine Markierung sehen konnten. (hf)

20.16: Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, kämpft um sein politisches Überleben. Er tritt in Nevada gegen eine Vertreterin der Tea-Party-Bewegung an – der Ausgang ist ungewiss. Und viele weitere Demokraten fürchten um ihre Ämter. Die Washington Post präsentiert in ihrer Online-Edition bereits möglich Newcomer – die künftigen Superstars des amerikanischen Politikbetriebes. (hf)

20.10: Pathos, Pathos, Pathos: Sarah Palin verkündete am Montag auf Facebook: Tomorrow Is Freedom Day! Heute, an diesem Freiheitstag, ist das Gesicht der Tea Party jedoch ziemlich still. (hf)

20.08: Die Huffington Post macht den Demokraten (und ihren Lesern) Hoffnung: Bislang sei die Wahlbeteiligung in städtischen Gebieten höher als erwartet. Das könne den Demokraten helfen. (mh)

20.02: Das Wall Street Journal zeigt in einer Grafik, wo in den USA wann die Wahllokale schließen. Alaska und Hawaii stellen alle deutschen Wahlbeobachter vor eine Herausforderung. Um 5 Uhr MEZ  schließen im hohen Norden und auf den Pazifik-Inseln die Wahllokale. (hf)

19.53: „Warum gehen Sie wählen?“ hat die New York Times ihre Leser gefragt. Ryan Arnold (19) sagt: „Damit Marihuana legalisiert wird.“ Das hat zwar nichts mit der Kongresswahl zu tun, dafür aber mit „Prop 19„, über den in Kalifornien heute abgestimmt wird. (mh)

19.51: TIME präsentiert 25 verrückte Momente einer verrückten Wahlkampagne: Der Aufstieg der Tea-Party-Kandidatin Christine O’Donnell (O-Ton: „Ich bin keine Hexe“) und einigen peinlichen TV-Patzern anderer Kandidaten. (hf)

19.40: Eben entdeckt: Barack Obama folgt Claudia Roth bei Twitter. Ob das an den stetig steigenden Umfragenwerten der Grünen liegt? (hf)

19.35: Per Twitter fordert Barack Obama seine Anhänger auf, auch per Facebook zum Wählen aufzufordern. (hf)

19.29: Die Washington Post schreibt: Wer glaube, dass dieser Wahlkampf teuer war, der solle auf das Jahr 2012 warten. Dann wird Barack Obama versuchen, das Weiße Haus gegen seinen Herausforderer von den Republikanern zu verteidigen – oder gegen eine Herausforderin? Sarah Palin soll in den Startlöchern stehen und mit ihr die Tea Party…. (hf)

19.23: Die Demokraten stemmten sich am Wahltag noch mit aller Kraft gegen eine Niederlage. „Die andere Seite sagt, dass sie beide Kammern erobern werden“, sagte der Vorsitzende des Nationalen Komitees der Demokraten, Tim Kaine, dem Sender MSNBC. „Ich sage, dass wir beide Kammern behalten.“ Allein Präsident Obama gab heute vier Radio-Interviews. In der Radioshow von Ryan Seacrest rief er Jungwähler auf, die Chance nicht zu verpassen, die Politik der nächsten Jahre mitzubestimmen: „Das ist eine so wichtige Wahl.“ (hf)

19.10: Auf Twitter läuft der Wahlkampf. Tausende verkünden #ivote und rufen ihre Follower auf, ebenfalls wählen zu gehen. (hf)

Dienstag, 2. November: Sein Einzug ins Weiße Haus wurde bejubelt. Die Parole „Yes, we can“ begeisterte Hunderttausende. Doch nach zwei Jahren als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika steht Barack Obama vor einer schmerzhaften Niederlage. Die Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent im September und das schwache Wirtschaftswachstum haben dem Ruf des Reformers geschadet. Jeder siebte Amerikaner lebt in Armut, jeder vierte hat weniger als 500 Euro auf dem Sparbuch.

Experten erwarten, dass vor allem die Kandidaten der rechtspopulistischen Tea-Party-Bewegung, die den Republikanern nah steht, vom Frust der Wähler profitieren.

Die Amerikaner wählen heute  nicht nur den Kongress, also den Senat und das Abgeordnetenhaus. In 37 Bundesstaaten werden zusätzlich Gouverneure bestimmt. Außerdem stimmen sie in vielen Regionen über Volksentscheide ab. Präsident Obama steht in diesen Midterm-Elections nicht direkt zur Wahl. Die Wähler entscheiden aber auch über seine Politik: Demoskopen erwarten einen Denkzettel für die Demokraten.

49 Prozent der Befragten einer am Montag veröffentlichten Umfrage von Wall Street Journal und NBC begrüßten eine Mehrheit der Republikaner im Kongress. Gewählt werden nicht nur alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses, sondern auch mehr als ein Drittel der 100 Senatoren. Glaubt man den Demoskopen, haben die Demokraten ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus bereits eingebüßt. Das Rennen um den Senat bleibt aber spannend.

Entscheidend sind die Wechselwähler, die Unentschlossenen, die ihre Stimme noch nicht vergeben haben. Prominente Politiker beider Lager riefen in E-Mails und über Social-Networks dazu auf, Wählen zu gehen. Obama profitierte vor zwei Jahren von den Stimmen zigtausender Erstwähler. Sie machten ihn zum 44. Präsidenten der USA. Wenn diese Wählergruppe diesmal zu Hause bleibt, scheint die Niederlage der Demokraten besiegelt zu sein.

Gelingt es den Republikanern, 39 Sitze hinzuzugewinnen, haben sie im Repräsentantenhaus künftig das Sagen. Dann könnte Obama wohl zentrale Bestandteile seines Reformpakets nicht mehr umsetzen: Das Klima- und das Energiegesetz, das Einwanderungsgesetz oder die Steuerreform.

Politiker der Republikaner räumten in Interviews ein, dass ein möglicher Sieg nicht allein auf die Begeisterung der Bevölkerung für ihre Politik zurückzuführen sei. „Das amerikanische Volk sagt nicht: ‚Republikaner, wie lieben euch'“, sagte Haley Barbour, Vorsitzender der Gouverneurs-Vereinigung der Oppositionspartei und selbst Gouverneur von Mississippi. „Das amerikanische Volk sagt: ‚Republikaner, wir geben euch noch eine Chance.'“

Um 5 Uhr Ortszeit (10 Uhr MEZ) öffneten im Ostküsten-Staat Vermont die ersten Wahllokale. Gegen 19 Uhr werden erste Prognosen erwartet, also um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit. Bis dahin wird im Weißen Haus gezittert.

CNN berichtet, dass diese Midterm-Elections die teuersten in der Geschichte der USA sind. Das Oberste Gericht kippte im Januar die Obergrenze für Wahlkampfspenden. Industrie und Lobbygruppen investierten hohe Millionenbeträge für Wahlkampfspenden und Fernsehspots – insgesamt sollen die Kampagnen für die verschiedenen Wahlen insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar gekostet haben. Selbst deutsche Unternehmen wie Bayer, Siemens und BASF unterstützten die Republikaner mit großen Beträgen. Die US-Handelskammer gab allein 75 Millionen für Wahlwerbung für die Republikaner aus. (hf)

(Mit Material von dpa, Reuters und AFP)


49 Kommentare

  1.   mahrko

    Das ist doch recht interessant „Selbst deutsche Unternehmen unterstützten die Republikaner mit großen Beträgen.“

    Könnt ihr die Unternehmen mal beim Namen nennen?

    lg

  2.   Walter Schmidt

    Jetzt scheinen viele Amerikaner zu merken, daß sie statt Obama vor nunmehr zwei Jahren genauso gut einen Teleprompter hätten wählen können.
    Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit und eine naive Annäherungspolitik an die islamische Welt mit null Gegenleistung von der anderen Seite, Appeasement gegenüber dem Iran sowie eine mangelnde Unterstützung Israels im Nahen Osten.
    Es ist höchste Zeit für einen Wechsel in den USA!

  3.   Nachrichtenredaktion

    Welt.de hat eine Grafik mit deutschen Unternehmen veröffentlicht. Zu finden unter: http://www.welt.de/wirtschaft/article10454960/Deutsche-Firmen-finanzieren-US-Wahlkampf.html

  4.   Ulrike Metz

    Die Frage, welches diese deutschen Unternehmen sind, die die Republikaner unterstützen, würde mich auch brennend interessieren.

  5.   chamsi

    Bayer, Siemens, BASF steht doch im Artikel

  6.   Thomas P.

    Walter Schmidt, wir Amerikanern kuemmern uns nicht gerade jetzt um Ihre sogenannte „Appeasement.“ Das Hauptproblem ist die Oekonomie, und daran sind die Republikaner schuldig, wie Sie wissen sollten.

  7.   Nachrichtenredaktion

    @chamsi: Das haben wir auf Wunsch von mahrko nachträglich eingefügt.

    Markus Horeld
    ZEIT ONLINE

  8.   Wumpus

    Sie meinen wohl eher 2012…

  9.   Nachrichtenredaktion

    @ Wumpus: Da haben Sie völlig Recht. Haben wir schnell korrigiert! Danke. Die Redaktion


  10. Wählen sie zwischen Schnitzel mit Bratkartoffeln und Bratkartoffeln und Schnitzel.

    Das Land in Händen von Milliardären und Lobbyisten und kann sich aus eigenen Kräften nicht mehr reformieren. Was bleibt ist eine Sezession, Revolution oder ein Putsch vom Putsch.