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Tag 5: Lage in Reaktor 4 besonders kritisch

 

Von Domenika Ahlrichs (dah), Wolfgang Blau (wb), Fabian Mohr (fm), Sebastian Horn (sh), Philip Faigle (pfa), Frida Thurm (ft), Kai Biermann (kb), Hauke Friedrichs (hf), Felix Zwinzscher (fz), Daniel Erk (de) und Karin Geil (kg)

01:30 Für heute beenden wir das News-Blog. Wenn in den nächsten Stunden etwas Wichtiges passiert, informieren wir Sie via Twitter. (fm)

01:20 Die wichtigsten Entwicklungen des Tages im Überblick:

* Besonders prekär ist die Situation im Reaktor 4 des Atomkraftwerks Fukushima. Ein erneutes Feuer hat vermutlich die Kontrolleinheit der Kühlanlage erfasst. In dem Reaktor lagern abgebrannte Brennstäbe, die ohne ausreichende Kühlung ähnlich gefährlich wie aktive Brennstäbe sind. Im selben Bereich des Reaktors 4 hatte es bereits am Dienstag ein Feuer gegeben. Das Dach des Gebäudes ist schwer beschädigt, mehrere Arbeiter werden vermisst.

* Erstmals im Verlauf der Katastrophe von Fukushima wurde auch der innere Schutzmantel eines Reaktors beschädigt, als es in Reaktor 2 zu einer Explosion kam. Der AKW-Betreiber Tepco sprach von einer “sehr schlimmen” Lage. Die Strahlungswerte stiegen zwischenzeitlich so extrem an, dass alle bis auf 50 Arbeiter von den Reaktoren abgezogen werden mussten.

* In Tokyo wurden deutlich erhöhte Strahlenwerte gemessen. Die Belastung sei um das 22-Fache höher als normal, berichtete der Fernsehsender NHK. Im Ballungsraum Tokyo leben etwa 35 Millionen Menschen. Viele haben sich auf den Weg in den weiter entfernten Süden des Landes gemacht, um der Strahlengefahr zu entgehen.

* Nach dem schweren Erdbeben und darauf folgenden Tsunami hat sich die Zahl der bestätigten Todesopfer erneut erhöht. 3.373 Menschen kamen ums Leben. 6.746 werden noch vermisst.

* Das Technische Hilfswerk (THW) hat seinen Einsatz im japanischen Katastrophengebiet abgebrochen. Rund 100 Stunden nach dem Beben und dem Tsunami gebe es praktisch keine Chance mehr, noch Überlebende zu finden.

* Der Unglückregion steht kaltes Wetter bevor, heute kam es zu starken Schneefällen. Für die ohnehin angespannte humanitäre Lage in Japans Nordosten bedeutet dies eine weitere Verschärfung. (fm)

00:15 Ausreichend vorhandene Internetbandbreite ist für die Organisation der Rettungseinsätze in Japan wichtig. Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten haben sich deshalb entschieden, innerhalb ihres Netzwerkes in Japan den Zugriff auf alle besonders bandbreiten-intensiven Websites zu sperren. Die Sperre gilt nur für Angehörige der US-Streitkräfte, die über Zugänge des US-Militärs online gehen. Zu den insgesamt 13 vorübergehend gesperrten Sites gehören nach Angaben von CNN Youtube, der Musikstream-Service Pandora.com, der Sportsender ESPN.go.com, MTV.com, aber auch Amazon.com. Facebook bleibt offen. (wb)

23:30 In Reaktor 4 des AKW Fukushima ist erneut ein Feuer ausgebrochen. Schon einmal hatte es in dem Reaktorgebäude heute gebrannt, das erste Feuer war nach kurzer Zeit gelöscht worden. Vor nicht einmal einer Stunde war bekannt geworden, dass das Dach von Reaktor 4 gebrochen ist. (fm)

23:05 CNN-Korrespondent Gary Tuchman twittert aus Japan: “Gerade starker Schneesturm in der Tsunami-Zone. Für obdachlos gewordene Menschen und die Rettungskräfte hätte der Schnee zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt kommen können.” Mehr Informationen: Wetterbericht für die japanische Stadt Sendai (wb)

22:55 Im Atomkraftwerk Fukushima hat sich die Lage im Reaktor 4 offenbar erneut verschärft. Ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde sagte, das Dach des Reaktorgebäudes sei gebrochen. Außerdem werden zwei Mitarbeiter vermisst, die sich zuletzt in der Nähe des Turbinenhauses aufgehalten hatten. (fm)

22:15 Der Aktienhandel an der Börse in Tokio (TSE) soll am Mittwoch wie gewohnt starten. Es gebe keine Sonderpläne, sagte ein Sprecher der TSE. An der Wall Street war spekuliert worden, die Börse in Tokio könne wegen einer drohenden Zuspitzung der Atomkatastrophe geschlossen bleiben. Der Nikkei-Index war am Dienstag um mehr als zehn Prozent eingebrochen, am Vortag um gut sechs Prozent. An beiden Handelstagen wurde ein Marktwert von umgerechnet rund 620 Milliarden Dollar vernichtet. (fm)

21:30 Für alle von Ihnen, die vielleicht erst jetzt am Abend dazu kommen, die Ereignisse in Japan nachzulesen und viele Fragen haben – wir haben ein ausführliches FAQ zu den wichtigsten Punkten zusammengestellt, z.B. was Millisievert und Microsievert bedeuten oder zur Frage, warum eigentlich schon abgeschaltete Reaktoren dennoch ein Risiko darstellen können. (fm)

20:10 Die US-Regierung sieht keinen Grund, ihre Atompolitik wegen der Katastrophe von Fukushima zu überdenken. Energieminister Steven Chu bezeichnete die Reaktoren in den USA als “sicher” und so konstruiert, dass sie auch einem schweren Erdbeben standhalten würden. Den Bau neuer Atomkraftwerke werde man wie geplant angehen. 1979 waren die USA nur knapp einer Atomkatastrophe entgangen, als es im AKW Three Mile Island durch einen Störfall zu einer teilweisen Kernschmelze kam. (fm)

19.27 Die Welt blickt auf den Atomkomplex in Fukushima, der von mittlerweile drei Explosionen erschüttert wurde. Hier eine kurze Zusammenfassung, wie groß die Schäden dort sind:
– Die Reaktoren 1 bis 4 sind erheblich beschädigt, in Reaktor 2 wohl auch die innere Schutzhülle.
– In der Außenwand von Reaktor 4 klaffen zwei Löcher mit einer Größe von jeweils acht Quadratmetern. Ein Feuer in einem Lagerbecken für abgebrannte Brennstäbe setzt Radioaktivität frei.
– Probleme auch in den Reaktoren 5 und 6: Die Techniker haben Schwierigkeiten, die noch heißen Brennelemente ausreichend zu kühlen.
– Immer mehr deutet daraufhin, dass mindestens in einem Reaktor eine Kernschmelze begonnen hat.
– Der AKW-Betreiber Tepco sprach von einer “sehr schlimmen” Lage, die IAEA nannte die Situation “beunruhigend”. (kg)

18.52 Von der großen Gelassenheit der Japaner war in den vergangenen Tagen die Rede, von ihrer großen Ruhe und Besonnenheit. Dies fiel vor allem in Tokyo auf, wo die Menschen scheinbar ungerührt ihrem Alltag nachgingen. Dies ändert sich offenbar: Nach den Ausländern fliehen nun auch die Hauptstädter Richtung Süden – möglichst weit weg von der radioaktiven Gefahr aus Fukushima. “An Kinder und Koffer geklammert, hoffen sie, der Megacity entfliehen zu können”, schreibt die Neue Zürcher Zeitung. (kg)

Höchst diszipliniert warten diese Tokyoter auf die Abfahrt eines Zuges
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18.44 Handelspartner der japanischen Nahrungsmittelindustrie sind in Sorge: Wie Al Jazeera berichtet, wollen die indischen Behörden künftig entsprechende Importe auf Radioaktivität prüfen. Thailand, Südkorea, Hongkong, Singapur und die Philippinen hatten zuvor ebenfalls solche Testreihen angekündigt. Nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums gibt es keine Erkenntnisse zu radioaktiv belasteten Lebens- oder Futtermittel aus Japan in Deutschland. (kg)

18.24 Die labile Lage in Japan beeinflusst auch den Routenplan der Lufthansa: Bis einschließlich Sonntag wird die größte deutsche Fluggesellschaft den Flughafen in Tokyo nicht mehr anfliegen. Die Flüge von Frankfurt werden stattdessen nach Nagoya umgeleitet, die Maschinen aus München landen in Osaka. Alle Maschinen, die von Japan wieder deutschen Boden erreichen, sollen auch künftig als “vorsorglich umgesetzte Maßnahme” auf Strahlung überprüft werden. (kg)

18.21 Stresstests kannten wir bislang nur aus der Welt der Banken. Nun soll es diese auch für Atomkraftwerke in der EU geben. Geprüft werden soll deren Belastbarkeit bei Gefahren wie Stromausfällen und Terrorangriffen. Dazu Energiekommissar Günther Oettinger: “Es geht um eine Neubewertung aller Risiken.” Mit Blick auf die Ereignisse in Japan sprach er von einer “Apokalypse”. (kg)

17.49 Fährt man vom beschädigten AKW Fukushima 300 Kilometer Richtung Norden, gelangt man zu den beiden Stützpunkten der US-Marines in Yokosuka und Atsugi. Auch dort wurde nach Berichten von US-Fernsehsendern leicht erhöhte Strahlung gemessen. Die Soldaten und ihre Familien würden ihre Aktivitäten im Freien einschränken – eine reine Vorsichtsmaßnahme, denn Gesundheitsrisiken bestünden derzeit nicht. (kg)

17.05 Der Sicherheitsbehälter eines der Reaktoren im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA möglicherweise beschädigt. Die Wasserstoffexplosion im zweiten Reaktorblock am Dienstag könnte den Schaden hervorgerufen haben, teilte die UN-Organisation in Wien mit. Diese innere Schutzhülle, die den Reaktormantel umschließt, soll eigentlich den Austritt von gefährlicher Strahlung an die Umwelt verhindern. Unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco hatte die Nachrichtenagentur Kyodo schon in der Nacht zum Dienstag berichtet, dass bei einer Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima auch der Reaktorbehälter beschädigt worden sei. (de/dpa)

16.26 Auch in den USA reagieren die Anleger verunsichert: Am Morgen verlor der Dow Jones zwischenzeitlich rund zwei Prozent, ebenso wie der Technologieindex Nasdaq. Auch der Preis für Öl und andere Rohstoffe sank. Die Anleger rechnen offenbar damit, dass die Nachfrage in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt in den kommenden Monaten schwach ausfallen wird. Auch die Renditen für Staatsanleihen sinken; offenbar flüchten sich einige Händler von Aktien in Staatspapiere. Die New York Times zitiert einen Händler mit den Worten: “Die Investoren bewegen sich zu den Außenlinien. Sie verkaufen die Dinge, die sie vorher gekauft haben und kaufen die Dinge, die sie verkauft haben, wie den Dollar”. (pfa)

16.23 Eine ganzes japanisches Dorf verschwand in den Fluten: Der Fischerort Otsuchi wurde komplett “ausradiert”, berichten die Reporter der Deutschen Welle. “Mit den Elementen hatte der kleine Ort direkt am Wasser immer zu kämpfen: in der Vergangenheit waren regelmäßig Waldbrände ausgebrochen, Erdbeben ließen die Wellen ansteigen. Doch heute ist von dem 17.000 Einwohner-Städtchen nichts mehr übrig.” (hf)

16.12 Solidarität aus den USA: Das amerikanische Rote Kreuz überweist der japanischen Schwesterorganisation 10 Millionen Euro für Hilfsmaßnahmen. Das Rote Kreuz in Japan bereitet sich derweil auf Rettungsaktionen im Fall eines GAUs vor. (hf)

16.12 Laut BBC denkt der Betreiber des AKW Fukushima, Tepco, darüber nach den Reaktor 4 zu kühlen indem man Wasser aus Hubschraubern auf ihn schüttet. (fz)

16.05 Die Informationspolitik der japanischen Regierung ist gelegentlich etwas seltsam. So gibt es zwar eine Seite des japanischen Wissenschaftsministeriums, auf der die Radioaktivität in der Luft in Echtzeit dargestellt wird. Auf dieser sind all jene japanischen Präfekturen gelistet, in denen Atomanlagen stehen. Auch die Daten kommen regelmäßig alle zehn Minuten und sind aktuell. Allerdings fehlt eine Präfektur dabei: Fukushima, wo das Kraftwerk explodierte. Bei dieser steht in den Spalten lediglich “under survey – unter Beobachtung”. Da hilft es leider auch nichts, dass im Internet ein Google Spreadsheet gebastelt wurde, um die Daten archivieren und eventuelle Anstiege der Radioaktivität beobachten zu können. (kb)

16.00 Es ist nun Mitternacht in Japan. Die Arbeiten an den Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima gehen weiter, aber solange es keine dramatischen Verschlimmerungen oder – wider Erwarten – keine deutliche Verbesserung der aktuellen Situation gibt, wird der Strom der Neuigkeiten in den kommenden Stunden vermutlich geringer werden. (de)

15.55 Warum steigen auch die Temperaturen in den abgeschalteten Reaktorblöcken 4, 5 und 6, obwohl schon vor dem Erdbeben am 11. März diese Reaktoren heruntergefahren wurden? “Das Problem ist, dass in den Blöcken zumindest noch die letzte Kernbeladung liegt”, sagt Christoph Pistner, Nuklearexperte am Öko-Institut in Darmstadt. “Die Brennstäbe sind natürlich noch sehr heiß und müssen dauerhaft gekühlt werden”, sagt Pistner. Ein Ausfall der Wasser- oder einer Luftkühlung könnte also die Ursache für den Anstieg der Temperaturen in den Blöcken sein. (de)

Lesen Sie dazu auch unseren ständig aktualisierten Beitrag “Fragen und Antworten: Wie ernst ist die Atomgefahr in Japan?”

15.50 Unter Berufung auf die internationale Atombehörde (IAEA) berichtet BBC News, dass eine Flugverbotszone von 30 Kilometern um Fukushima errichtet wurde. (fz)

15.20 In der Präfektur Shizouka, südlich von Tokyo, hat es ein starkes Nachbeben gegeben. Auf der japanischen Shindoskala, die Erschütterungen an der Erdoberfläche als Maßstab nimmt, erreichte das Beben einen Wert von 6+. Bei einem solchen Wert bewegt sich die Erde so heftig, dass sich Menschen in der Regel nur noch kriechend fortbewegen können. Nicht speziell für Erdbeben gerüstete Gebäude stürzen ein.
In den vergangenen Tagen war es immer wieder zu Nachbeben gekommen – dieses aber gehört zu den stärkeren. Auch in Tokyo wackelten Gebäude, berichtete Reuters. Die japanische Meteorologiebehörde berichtete außerdem von mehreren Nachbeben in den Präfekturen Iwate, Miyagi, Ibaraki und Fukushima, wo sich auch das havarierte Atomkraftwerk befindet. Sie hatten eine Stärke von bis zu sieben auf der Richterskala. (kb)

14.55 “Fukushima strahlt in unseren Köpfen” ist die Überschrift des geschriebenen und gezeichneten Tagebuches der in Tokyo lebenden Illustratorin und Werbefilmerin Yuko Ichimura im Blog des SZ Magazins. Dort berichtet Yuko Ichimura, wie ihr Leben zwischen Erdbeben und Atom-Katastrophe aussieht. (de)

14.40 CNN berichtet, die offizielle Zahl der Opfer von Tsunami und Erdbeben werde derzeit von der japanischen Polizei mit 3.373 Toten angegeben. 6.746 Menschen werden weiterhin vermisst. Laut der japanischen Rundfunkgesellschaft Nippon Hōsō Kyōkai (NHK) wurden derweil zwei ältere Menschen nach 90 Stunden aus den Trümmern gerettet. Ein Lichtblick, immerhin. (fz)

14.35 Pressekonferenz der TepcoPhotocredit: Jiji Press/AFP/Getty Images

Die Agentur Kyodo berichtet von der Pressekonferenz des Kraftwerksbeitreibers Tepco: Es sei im Moment nicht möglich, Wasser in das Abklingbecken von Reaktor 4 in Fukushima zu leiten, zitiert die Agentur die Tokyo Electric Power Company (Tepco). Verschiedene Quellen berichten außerdem, das Becken sei inzwischen leer. Das würde bedeuten, dass kein Kühlwasser mehr die Zerfallsreaktion der dort gelagerten Brennstäbe verlangsamt. Den genauen Wasserstand kann Tepco derzeit nicht angeben. Außerdem erklärte Regierungssprecher Edano, in den Becken der Reaktoren fünf und sechs steige ebenfalls die Temperatur. (kb)

14.32 China hat angekündigt, seine Bürger im Nordosten Japans in Sicherheit bringen zu wollen, berichtet CNBC. Die chinesische Botschaft in Tokyo gab demnach über ihre Website bekannt, die betroffenen Personen sollten mit Bussen aus den Prefekturen Miyagi, Fukushima, Ibaraki and Iwate abgeholt werden. Grund für die Evakuierung sei der Ernst der Lage rund um das Atomkraftwerk Fukushima. Wieviele Personen genau von der Maßnahme betroffen sind, ist unklar. Eine chinesische Zeitung berichtete, es könnten bis zu 30.000 Chinesen betroffen sein. (sh)

14.30 Die BBC berichtet, die österreichische Botschaft ziehe aus Sorge um die Unberechenbarkeit der momentanen Situation von Tokyo nach Osaka um. Die BBC bezieht sich dabei auf das Außenministerium Österreichs. (fz)

14.24 Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) der Vereinten Nationen äußert sich zur in Fukushima freigesetzten Strahlung:
“Am 15 März um 0:00 Uhr UTC wurde eine Dosis von 11,9 Millisievert (mSv) pro Stunde festgestellt. Sechs Stunden später, um 06:00 UTC am 15. März wurde eine Dosis von 0,6 Millisievert (mSv) pro Stunde festgestellt. Diese Beobachtungen deuten auf darauf hin, dass das Level der Radioaktivität vor Ort gesunken ist.” (de/eigene Übersetzung)

Lesen Sie dazu auch unseren ständig aktualisierten Beitrag “Fragen und Antworten: Wie ernst ist die Atomgefahr in Japan?”

13.09 Die Tokyo Electric Power Company (Tepco) gibt in diesen Momenten offenbar eine Pressekonferenz. Der Betreiber des AKW in Fukushima sagt, man könne die Situation im Lagerbecken in Reaktor 4 derzeit nicht überprüfen, weil man nicht in die Nähe des Beckens könne. Kyodo News meldet, die Strahlung in den Kontrollräumen des AKW sei zu hoch, als dass Tepco-Mitarbeiter sich dort aufhalten könnten. (de)

12.43 Der Unfall in dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima hat nach Einschätzung der Französischen Atomsicherheitsbehörde (ASN) die zweithöchste Stufe in der Internationalen Bewertungsskala (INES). Das Geschehen sei mit Stufe 6 von 7 zu bewerten, teilte der Präsident der Behörde, André-Claude Lacoste, in Paris mit. Die Katastrophe von Tschernobyl hatte die Stufe 7 auf der INES-Skala. (de/afp)

12.25 Al Jazeera zeigt Amateur-Aufnahmen der Tsunami-Welle letzte Woche. Wie die Wassermassen ganze Wohnviertel einfach abtragen, wie die Betroffenen sich gegenseitig unter Lebensgefahr helfen – eindrucksvoll (de):

12.20 Durch den Ausfall der betroffenen Reaktoren wird Energie in Japan knapp. Rund 20 Prozent der atomaren Energieproduktion ist zerstört, schätzen Experten. In Tokyo wird bereits seit Tagen Energie rationiert; nun weitet die Regierung die Maßnahme auch auf den Nordosten des Landes aus, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Ab Mittwoch sollen die neuen Regeln gelten. (pfa)

12.12 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich mit den Ländern darauf verständigt, die sieben vor 1980 gebauten Kernkraftwerke vorübergehend abzuschalten. Dies betreffe die drei Monate, in denen die Laufzeitverlängerung ausgesetzt wird, sagte Merkel nach einem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder mit Atomkraftwerken. (de)

11.53 Vor der japanischen Ostküste auf Höhe der Präfektur Fukushima hat sich ein weiteres schweres Nachbeben der Stärke 6,3 ereignet. Das teilte Japans Meteorologischer Dienst am Dienstagabend (Ortszeit) mit. In Fukushima steht der Atomkomplex, in dessen Reaktorblöcken es während der vergangenen Tage Explosionen gab, meldet die dpa. Erdbeben dieser Stärke werden gemeinhin als “starke Erdbeben” klassifiziert und können Zerstörung im Umkreis bis zu 70 km zur Folge haben. (de)

11.30 Auch das Fotoblog “The Big Picture” des Boston Globe zeigt Bilder der Zerstörung – hervorgerufen durch Tsunami und Erdbeben. (pfa)

10.51 Nun gibt es auch Probleme im Reaktor 4 des Kraftwerks Fukushima. Dieser war während des Bebens nicht am Netz und enthält lediglich abgebrannte Brennstäbe, keine neuen. Trotzdem wird nun auch dort die Lage kritisch. “Einige fremde Objekte” seien in den Reaktor gefallen und hätten den Brand ausgelöst, sagte Staatsminister Yukio Edano. Es handle sich möglicherweise um Teile, sagte der Minister weiter, die aufgrund der Explosion herabgefallen seien. Denn auch in ihm gab es eine Wasserstoffexplosion. Zwei Löcher sollen dabei in die Außenhülle des Gebäudes gerissen worden sein, meldet Reuters.

FLASH: Japan nuclear safety agency: Two 8-metre holes in wall of Fukushima No.4 outer building after blastless than a minute ago via web

Der Brand ist zwar gelöscht, doch inzwischen haben die Mitarbeiter Mühe, das Abklingbecken zu kühlen. Das Wasser darin koche und verdampfe, twittert die Japan Times unter Berufung auf die Agentur Kyodo. Dadurch sinke der Wasserspiegel – was die Probleme noch verschärfen dürfte. Dass das Wasser kocht, bedeutet, dass die Kühlpumpen nicht mehr arbeiten.

Der AKW-Betreiber Tepco hat inzwischen eine Grafik veröffentlicht, auf der die Strahlung am Haupttor der Anlage Fukushima Daiichi abgebildet ist. Um neun Uhr Ortszeit stieg sie demnach auf 12.000 Mikrosievert pro Stunde oder 12 Millisievert pro Stunde an und fiel nach ungefähr drei Stunden auf 2000 Mikrosievert. Der Anstieg fällt zeitlich zusammen mit dem Brand in Reaktor 4, was dafür spricht, dass bei der Explosion Löcher in das Gebäude gerissen wurden und radioaktiver Dampf entwich. (kb)

10.44 Der japanische Sender NHK versorgt die Welt mit englischsprachigen Informationen aus dem Katastrophengebiet. Das staatliche Programm wird mit Gebühren finanziert und unterhält einen eigenen Auslandsdienst. Der Satellitenbetreiber Eutelsat hat Al Jazeera nun sogar gegen NHK getauscht, damit der Sender besser zu empfangen ist, berichtet Meedia. (hf)

10.43 Die Kollegen des New Yorker haben Videos von der Katastrophe zusammengestellt. Bilder der Zerstörung, die sich ins Gedächtnis brennen. (pfa)

10.39 Die Türkei ist einer der am stärksten von Erdbeben betroffenen Staaten der Welt. Dennoch will das Land mit russischer Hilfe weitere Kraftwerke bauen. Trotz dem befürchteten GAU in Japan hält der türkische Energieminister Taner Yildiz an den Plänen fest, sein Land werde „die neueste Technologie“ einsetzen, während die in Japan betroffenen Anlagen aus den frühen siebziger Jahren stammten, zitiert ihn die Frankfurter Allgemeine Zeitung. “Wir sind entschlossen, unsere Atomkraftwerksprojekte in der Türkei fortzusetzen.” (hf)

10.20 Das ZDF zeigt in seiner Mediathek eine kurze, aber eindrucksvolle Erläuterung: “Was passiert bei einer Kernschmelze?” Darin unter anderem auch: Welche Strahlung den Körper wie schädigt. Sehr sehenswert. (via @netzpolitik) (de)

10.15 “Should I stay or should I go”, fragt sich Matt Alt in seinem Blog. Alt ist Autor und Übersetzer in Tokyo und überlegt wie alle Ausländer, ob er das Land nun verlassen soll. Er hat sich im Moment für Nein entschieden. Nach allen bekannten Fakten sei Tokyo derzeit sicher. Die Situation könne sich ständig ändern, derzeit aber scheine es, als seien alle Menschen außerhalb der Evakuierungszone nicht akut gefährdet. (kb)

10.13 In Japan dreht der Wind vorübergehend auf Nord und droht, radioaktive Partikel aus den havarierten Reaktoren Richtung Tokyo zu wehen, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes. In Höhen von über 1000 Metern bleibe es aber bei der kräftigen Westströmung von der japanische Küste auf den Pazifik. Am Dienstagabend soll auch in tieferen Lagen der Wind wieder auf West drehen. Schadstoffe würden dann wieder auf das offene Meer geweht, meldet dpa. (de)

09.50 Die Website Couch Surfing hat eine Gruppe eingerichtet, um Unterbringungen für die von der Katastrophe betroffenen Menschen zu organisieren. “Falls Ihr eine Unterkunft habt, die ihr jemandem anbieten könnt, der durch die Katastrophe obdachlos geworden ist, dann lasst es uns bitte hier wissen”, schreiben die Organisatoren auf Englisch und Japanisch. (sh)

09.39 Der Brand im Reaktor 4 von Fukushima-1 entstand in einem Becken mit gebrauchtem Brennstoff, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mitteilt. (dah)

09.30 Die Kühlung in den Reaktoren 1 und 3 des AKW Fukushima-1 ist nach Angaben der Regierungssprechers Edano stabil. Ob Kühlwasser auch in Reaktor 2 eingeleitet werden könne, bleibe abzuwarten. (ft)

09.10 1000 Microsievert sind 1 Millisievert. Unsere Wissen-Redaktion hat Fragen und Antworten zur Strahlungsbelastung und Gefahr in Fukushima zusammengestellt. (ft)

08.55 Wie viel wert ist eigentlich ein “worst-case scenario”, wenn es den schlimmsten Fall nicht einbezieht, fragt die USA Today.

08.30 Dieses Video des Wall Street Journals zeigt Bilder von einem Supermarkt in Shiroishi. Die Stadt liegt in einer Region, die besonders stark vom Erdbeben und dem Tsunami verwüstet wurde. Hunderte Mensche stehen vor dem Supermarkt Schlange, der die wenigen Waren verkauft, die nicht während der Katastrophe vernichtet wurden. Die Zugangsstraßen in die Region sind immer noch unbefahrbar, sodass die Lieferung neuer Waren kaum möglich ist. (sh)

08.10 Die Kollegen der taz widmen sich in einem Artikel über den radioaktiven Saurier Godzilla dem Thema “Atomare Katastrophen und der Kampf zwischen Mensch und Natur”. Die, so die Beobachtung, spielen in der japanischen Popkultur schon lange eine große Rolle. (dah)

07.20 Aus der Entfernung von rund 9000 Kilometern zu Tokyo wirkt die Situation dort sehr Besorgnis erregend. Da muten E-Mails von japanischen Freunden mitunter wie Botschaften aus einer anderen Welt an: “I must say that my personal experience ist not too exciting”, schreibt etwa Yosuke Oshima, Banker aus Tokyo. Er habe sich jetzt angewöhnt, zu Fuß zur Arbeit zu gehen, weil der Öffentliche Nahverkehr gestört sei. “We are still holding on tight” – Wir halten uns wacker, sagt Oshima. (dah)

07.10 Noch heißt es, die Werte seien nicht so hoch, dass die Gesundheit in Gefahr sei. Doch viele Menschen in Tokyo sind in Unruhe: Die radioaktive Strahlung steigt nun auch in der japanischen Hauptstadt an.

07.00 Der Luftraum über dem havarierten AKW Fukushima-1 ist gesperrt. (dah)

06.20 “Unser Auftrag, nach Überlebenden zu suchen und diese zu retten, ist beendet”, sagt der Teamleiter des Technischen Hilfswerks (THW), Ulf Langemeier, in Japan der dpa. Das THW sehe keine Chance mehr, rund 100 Stunden nach dem verheerenden Beben in Japan im Katastrophengebiet noch Überlebende zu finden. (dah)

06.06 Nachdem der Nikkei-Index um 5 Uhr deutscher Zeit um mehr als 14 Prozent gefallen war, hat er eine Stunde später einen minimalen Teil der Verluste wieder gutgemacht: Im japanischen Nachmittagshandel lag er bei Minus 12 Prozent. (dah)

04.57 Der japanische Sender NHK rät den Menschen im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern um das AKW Fukushima-1, in ihren Häusern zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. Auch Klimaanlagen sollten abgeschaltet werden. Wer jetzt noch von draußen hereinkomme, solle seine Haare, Kleidung und Schuhe vor Betreten des Hauses reinigen oder abklopfen. Wäsche, die im Freien auf Wäscheleinen hänge, solle nicht mehr ins Haus gebracht werden, empfiehlt NHK. (wb)

04.03 Das Feuer in Reaktor 4 konnte gelöscht werden. Diese Mitteilung des AKW-Betreibers Tepco ist nun auch von der japanischen Atomsicherheitsbehörde bestätigt worden. (wb)

04.03 Japans Premierminister Kan hielt um 3 Uhr deutscher Zeit eine kurze Ansprache und rief das japanische Volk auf, nun trotz der sehr ernsten Lage ruhig und besonnen zu bleiben. Er teilte mit, dass Menschen, die zwischen 20 und 30 Kilometer vom AKW Fukushima-1 entfernt wohnen, ab sofort in ihren Häusern bleiben sollten, um sich zu schützen. Regierungssprecher Edano schilderte anschließend die Situation in dem AKW: In den Reaktoren 1, 2 und 3 ist es zu Explosionen gekommen. Im Reaktor 4 brennt es. Reaktor 4 war zum Zeitpunkt des Erdbebens nicht in Betrieb, im Reaktorgebäude sind aber ausgebrannte Brennstäbe, die immer noch Wärme abgeben. Reaktorgebäude 4 sei auch durch die Explosion benachbarter Reaktoren beschädigt worden. Edano geht davon aus, dass die radioaktiven Emissionen aus Reaktor 4 stammen. Edano berichtete, in der Nähe des Reaktors 3 seien sehr hohe Strahlenbelastungen von bis zu 400 Millisievert (Milli, nicht Micro) pro Stunde gemessen worden. Von den etwa 800 Mitarbeitern des AKW seien 50 in der Anlage zurückgeblieben, um weiterhin Meerwasser zur Kühlung in die Reaktoren 1, 2 und 3 zu pumpen. (wb)

03.01 Nach der Explosion in Reaktor 2 des AKW Fukushima-1 sind einem Medienbericht zufolge südlich des Kraftwerks erhöhte Strahlenwerte gemessen worden. In der Präfektur Ibaraki zwischen Fukushima und der Hauptstadt Tokyo gebe es eine höhere Belastung als normalerweise, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Widersprüchliche Meldungen gab es über eine mögliche Beschädigung des Schutzmantels des Reaktors: Während die Regierung erklärte, es habe offenbar Schäden am unteren Teil der Hülle gegeben, teilte die Behörde für Atomsicherheit wenig später mit, anscheinend gebe es keine Löcher. Ein Sprecher der Atombehörde sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Akw-Betreiber Tepco nehme nun an, dass es keine Schäden im Schutzmantel des Reaktors gebe. Dabei stützt Tepco sich auf die “Tatsache, dass die Strahlenwerte nicht sprunghaft gestiegen” seien. Zuvor hatte die Behörde noch erklärt, es sei von dem AKW-Betreiber über eine erhöhte Radioaktivität in der Präfektur Ibaraki informiert worden. Das derzeitige Niveau bedeute jedoch “keine Gesundheitsgefährdung” für die Bevölkerung. (wb)

02.46 Der amerikanische Schriftsteller Matt Alt twittert gerade aus Tokyo (frei übersetzt): “Die Stimmung auf der Straße in Tokyo ist verhangen und nervös. Aber man hat das Gefühl, dass gerade alles menschenmögliche versucht wird. Kopf hoch!” (wb)

01.35 Die japanische Atomenergiebehörde teilte mit, die Explosion in Reaktor 2 sei – wie auch schon die Explosionen in den Reaktoren 1 und 3 – eine Wasserstoff-Explosion gewesen. Der Betreiber TEPCO hatte zuvor mitgeteilt, es bestehe die Möglichkeit, dass bei der jüngsten Explosion der sogenannte Supression Pool unter dem Reaktor 2 beschädigt worden sei. Dies muss nicht bedeuten, dass die innerste Reaktorkammer ebenfalls beschädigt wurde. Der Supression Pool spielt aber eine wichtige Rolle bei der Kühlung des Reaktors. Die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk Fukushima-1 steigt nach Angaben des Betreibers nach der erneuten Explosion auf 8217 Mikrosievert pro Stunde. (wb)

51 Kommentare


  1. […] die Bevölkerung im Umkreis von 30 km wurde aufgefordert, in den Häusern zu bleiben. Laut Zeit Online Ticker stieg die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk auf über 8200 […]

  2.   der hahn

    Mein tiefstes Mitgefühl für die japanische Bevölkerung. Ich hoffe, dass die betroffenen Menschen diese Katastrophe möglichst ohne schwerwiegende Folgen überleben werden.
    Dieser News-Blog dokumentiert wie in Zeitlupe die Eskalation einer bisher nicht vorstellbaren Kettenreaktion, die in einer alles relativierenden Bedrohung zu enden scheint. Die bisher verfügbaren Fakten und gewonnenen Erkenntnisse sind mehr als ausreichend, um ohne wenn und aber den sofortigen, technisch und wirtschaftlich möglichen, forcierten Ausstieg aus dieser unverantwortlichen, nicht zu kontrollierenden Energieerzeugung mit Nachdruck einzufordern und ohne Verzögerungsszenarien umzusetzen!

  3.   Daniel

    Wie viel wert ist eigentlich ein “worst-case scenario”, wenn es den schlimmsten Fall nicht einbezieht, fragt die USA Today.

    Was für eine Frage. Wäre der schlimmste Fall einbezogen worden, hätte man nie angefangen AKWs zu bauen. Und im übrigen ist ein Super-GAU definitionsgemss nichts anderes als ein schlimmerer als der am am schlimmsten angenommene Fall.
    Wikipedia schreibt dazu: “Mit „Super“ wird angedeutet, dass die Folgen des GAU übertroffen werden. Dabei wird die Vorsilbe super- in der ursprünglichen lateinischen Bedeutung ‚über‘, ‚darüber hinaus‘ verwendet. In Fach- und Verwaltungssprache wird dafür der Begriff Auslegungsüberschreitender Störfall verwendet.”

  4.   nicko

    Alle, die wir Atomanlagen in unseren Ländern haben, sind an den Opfern in Japan mit Schuld. So wie die Strahlungswolke an Grenzen nicht halt macht, so kann man sich nicht durch bessere Sicherungssysteme im eigenen Land heraus reden. Das Wort von der Globalisierung, das wir gerne zu unserer eigenen Grösse und Selbstüberschätzung in den Mund nehmen, hat auch eine Kehrseite. Wenn wir das nicht anerkennen wollen, dann werden wir die Folgen auch am eigenen Leibe spüren. Die schockierte Welt schielt jetzt auf Atomländer wie Deutschland. Polen will sein erstes Atomkraftwerk am Meer bauen. Berlin wäre da nahe dran, näher als Tokio an Fukushima. Was in Deutschland passiert, ist für für andere Länder nicht gleichgültig.

  5.   alimia

    In den Häusern zu bleiben?

    Komisch, vor ein paar Tagen habe ich bereits gelesen, dass die Bevölkerung im Umkreis von 20 km bereits evakuiert worden sei. Und jetzt heißt es, alle um Umkreis von 30 km zum Reaktor wohnenden Menschen sollen in ihren Häusern bleiben? Was denn nun? Und hilfts? Ich habe da große Zweifel.

    Angesichts der Tragödie, die sich abspielt, bewundere ich die Disziplin der Japaner. Drei, bzw. vier (mit Vulkanaktivität) Katastrophen aushalten zu müssen, ist kaum noch fassbar. Erdbeben und Tsunami und Vulkanausbruch sind dramatisch genug, aber nach ihnen lässt sich ein Land wieder aufbauen.
    Nach einem GAU ist das nicht der Fall. Verstrahlte Erde (und Menschen) auf unendlich lange Zeit. Und dann spielen die Atom-Betreiber offensichtlich nach wie vor Katz und Maus mit der Bevölkerung (vielleicht sogar auch mit der Regierung). Zur Offenheit zwingen kann man sie wohl nur, wenn man sie, die Manager und Vorstände statt der noch verbliebenen 50 Mitarbeiter in diese Hölle schickt. Ich weiß, das ist zynisch, aber vielleicht die einzige abschreckende Wirkung weltweit hinsichtlich der nach wie vor großen Atomlobby.


  6. Das eigentlich Unmögliche trotzdem versuchen – Fukushima positiv gesehen

    So gut wie alle Kommentare zu den Geschehnissen im Kernkraftwerk Fukushima sprechen von fast völliger Hilflosigkeit der dort Agierenden, von Ausweglosigkeit und einer verantwortungslos beschwichtigenden Informationspolitik der Regierung. Trotzt der katastrophalen Lage scheint es mir überlegenswert, statt der durchweg negativen Bewertungen der dortigen Geschehnisse einmal einen ganz anderen und in letzter Konsequenz durchaus positiven Denkansatz für das Krisenmanagement in Fukushima zu machen.

    Angenommen, die durch Erdbeben und Tsunami beim Kernkraftwerk waren so unerwartet und undenkbar schwer, dass nach allem menschlichen Wissen über die Kerntechnik und ihre Risiken und Gefahren und über bisherige Störfälle eigentlich davon ausgegangen werden musste, dass in einem oder mehreren Reaktoren wegen unlösbarer Kühlungsprobleme binnen kürzester Zeit eine Kernschmelze eintreten und die Reaktoren unkontrollierbar „durchgehen“ würden.

    Doch statt sich diesem unausweichlichen Schicksal zu ergeben, versucht ungeachtet der Ausweglosigkeit der Lage und die jederzeit mögliche Katastrophe stets im Blick ein Team mutiger und sehr kompetenter Ingenieure, auf völlig unkonventionellen Wegen wie Meerwasserkühlung und Druckablassen unter Inkaufnahme schwerer Zerstörungen durch Explosionen und unvermeidbarem Entweichen von noch vertretbarer Radioaktivität die unbeherrschbar gewordenen Systeme so weit herunterzufahren und schließlich zu kühlen, dass das Allerschlimmste vermieden wird.

    Das ist so, als wenn ich ein wegen ausgefallener Bremsen auf einer Gefällstrecke unkontrollierbar beschleunigendes Auto bewusst und gezielt so an Leitplanken und Felswände setze, dass es dabei zwar weitestgehend zerstört wird, aber letztendlich zum Stehen kommt.

    Ein solcher Ansatz erscheint mir angesichts der für uns unvorstellbaren Diszipliniertheit der Japaner und dem Zwang, auf jeden Fall eine Panik unter den Millionen durch eine mögliche Verstrahlung bedrohten Menschen vermeiden zu müssen, ein durchaus mögliches Szenario. Und das wäre geeignet, sowohl die Geschehnisse im Kraftwerk als auch die damit verbundene Informationspolitik als letzten Versuch eines verantwortungsbewussten Handelns in einer eigentlich nicht mehr beherrschbaren Situation zu erklären.

  7.   Marius Thoms

    Dadurch lernt man dazu,man müsste verbieten in Japan Atomkraftwerke zu bauen. es ist zwar sehr billig aber auch sehr Risikoreich.Ihr müsst die anderen ausschalten,damit nicht noch mehr Radioaktive Stoffe in die Luft geblasen werden.

  8.   Muz

    Die Angaben zur Strahlung varieeren sehr stark von Land zu Land.
    Der französische Figaro gibt an, dass um das AKW eine Strahlung von 30 bis 400 Millisievert gemessen worden sei, Quelle der Angaben sei die japanische Regierung und die internationale Atomaufsichtsbehörde.

  9.   hausmeister hempel

    @ivdberlin
    Danke, Sie haben es auf den Punkt gebracht!
    Im Kraftwerk arbeiten Leute, die si[ch] aufopfern….

    Rechtschreibfehler korrigiert. Die Redaktion/sh

  10.   Chris

    An meinen vorposter, im umkreis von 20km wird evakuiert und was bis 30 km im umkreis liegt soll dann halt diese maßnahmen befolgen.
    Man muss aber auch mal im Auge behalten das sie nicht halt nur diese katastrophe haben. Was hat der eine sprecher von deren regierung noch gesagt er hat erst durch die nachrichten erfahren das es eine 3. explosion gab. Daran kann man doch auch erkennen das die kommunikation fast komplett zusammengebrochen ist, was ja nicht grade bei der lösung hilft.

    Kann mich aber trotzdem anschließen…. die dinger in japan haben ca das 10x an brennstoff als chernobyl und man sieh sich an wo das überall zu merken war.
    Es ist doch noch immerso das die falschen büßen müssen, nicht nur in japan, aber dort denke ich ist es immoment am anschaulichsten, wie es doch eigentlich immer ist. Die die auch die kohle damit machen, bekommen einen *räusper* von der strahlung. nur der arme bürger der für sein geld noch was tut, kann sich drauf einstellen mit den risiken bzw mit den folgen zu leben.
    vorallem stellt sich doch immer die frage, wer das zu verantworten hat. Nur wenn es darum geht schiebt der eine gekonnter als der andere den ball zum nächsten. Sehe hier auch einen emensen handlungsbedarf für die zukunft.