Aktuelle Ereignisse im Live-Blog

Tag 7: Japan hofft auf funktionierendes Kühlsystem

Von 17. März 2011 um 23:05 Uhr

Von Domenika Ahlrichs (dah), Christian Bangel (cb), Kai Biermann (kb), Wolfgang Blau (wb), Jessica Braun (jb), Alexandra Endres (ae), Roy Fabian (rf), Philip Faigle (pfa), Karin Geil (kg), Tina Groll (tgr), Tina Klopp (tik), Nicole Koegler (nk), Alina Schadwinkel (asc), Tilman Steffen (tst), Frida Thurm (ft) und Sascha Venohr (sv)

Für heute beenden wir das News-Blog. Wenn in den nächsten Stunden etwas Wichtiges passiert, informieren wir Sie hier via Twitter. (asc)

22.47 Für weitere Berichte während der Nacht hier der englischsprachige Livestream des japanischen TV-Senders NHK. Alternativ finden Sie den NHK-Livestream auch hier. (wb)
Live TV by Ustream

22:43 Japan klammert sich in der Atomkrise an jede kleine Hoffnung: Technikern gelang es, ein Stromkabel zum teilweise zerstörten Reaktor 2 zu legen. Damit könnte die reguläre Kühlung möglicherweise wieder in Gang kommen. Die nächsten Tage könnten entscheidend sein. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo könnte der Strom am Freitag oder Samstag im Reaktor 2 angeschaltet werden. Es ist aber unklar, ob das Kühlsystem des Reaktors noch so intakt ist, dass es wieder in Gang gesetzt werden kann. (dpa/asc)

22:18 Auch die USA wollen die Sicherheit ihrer Reaktoren noch einmal “umfassend” überprüfen. Das sagte Präsident Obama im Rosengarten des Weißen Hauses. Zwar sei dies schon in der Vergangenheit “intensiv” geschehen, für alle möglichen “extremen” Fälle, aber “wenn wir eine Krise wie die in Japan sehen, haben wir eine Verpflichtung, aus diesem Ereignis zu lernen.” Zuvor hatte Obama den Japanern sein Mitgefühl ausgedrückt. Die Katastrophe sei eine “enormen Tragödie”, die den Amerikanern “das Herz zerreißt”, kondolierte er in der japanischen Botschaft in Washington. (dpa/rf)

21:48 “Wir demonstrieren gegen die Kan-Regierung, die Menschen in Nordjapan umbringt” – solch offen anklagende Sätze hört man in Japan selten. Hunderte japanische Protestler waren am Donnerstag auf die Straße gegangen, um gegen die Kan-Regierung zu demonstrieren. Sie machen ihren Ministerpräsidenten für die Atomkrise verantwortlich (siehe Video). (Reuters/asc)

21:22 Die Wasserzufuhr am AKW Fukushima Daiichi zeigt eine erste Wirkung – das zumindest hat ein Sprecher der Tokyo Electric Power Company in einer Pressekonferenz am frühen Freitagmorgen (Ortszeit Japan) behauptet. Am Westtor des AKWs sei die radioaktive Stahlenbelastung um 20 Mikrosievert auf 289 Mikrosievert pro Stunde gesunken, berichtet NHK World. Ein am Donnerstag veröffentlichtes Foto (s.u.) liefert jedoch weiter Grund zur Sorge: Der von Reaktorblock 3 aufsteigende Rauch deutet zwar darauf hin, dass eine gewisse Kühlung eingetreten ist, das Gebäude ist allerdings stark beschädigt. (asc)

© Reuters/Ho New

20:54 Auf der Website belongingsfinder.org können Überlebende des Tsunamis in Japan melden, wenn sie bestimmte Habseligkeiten vermissen. Umgekehrt können sich auch Finder melden und Fotos der gefundenen Gegenstände hochladen. (dpa/asc)

20:38 CBS News berichtet, dass Reisende aus Japan den Alarm von Radioaktivitätsmeldern auf Chicagos Flughafen O’Hare ausgelöst hätten. Die Strahlenbelastung sei aber äußerst niedrig gewesen. Genaue Werte liegen nicht vor. (asc)

19.58 Die Satelliten-Aufnahme zeigt deutlich die drei beschädigten Reaktorblöcke des japanischen AKW Fukushima-1 (asc):

© Digital Globe Handout/Reuters

19.32 Beamte des Deutschen Zolls prüfen seit dieser Woche angesichts der Atomkatastrophe in Fukushima Pakete und Fracht aus Japan stichprobenhaft auf “radioaktive Oberflächenkontamination”. Es sind reine Vorsorgemaßnahmen. (asc)

19.21 Eine interessante Karte zur Dimension des von Erdbeben- und Tsunami betroffenen Gebiets im Vergleich zu Deutschland (sv):© Zeit Online

19.11 China will Japan elf Millionen Liter Benzin und dieselbe Menge Diesel liefern, weil Treibstoffmangel die Rettungsarbeiten im Katastrophengebiet behindern, berichtet das japanische Fernsehen. Drei Firmen aus Südkorea wollen laut dem Bericht bis Anfang April sogar 200 Millionen Liter Öl liefern. (tst)

19.04 Die Hilfe für das Katastrophengebiet gerate angesichts der Angst vor radioaktiver Strahlung ins Stocken, meldet die Organisation Save the Children. Da es an Benzin fehle, könnten dringend benötigte Hilfsgüter gar nicht oder nicht schnell genug geliefert werden. Lebensmittel, Wasser und Heizmaterial würden knapp. Zugleich sei die Zahl der zu versorgenden Menschen durch die Ausweitung der Evakuierungszone um Fukushima gestiegen. Mitarbeiter von Save the Children beschreiben die Lage nördlich von Sendai: “Wir sind zehn Stunden durch Schneematsch und Regen gefahren. Von einigen Orten, zum Beispiel Onagawa, ist praktisch nichts mehr übrig. In Ishinomaki trafen wir Kinder, die sich um eine einzige Kerosinlampe im Evakuierungszentrum drängten, um sich etwas zu wärmen.” (ae)

18.00 Dass Sushi und Fischstäbchen aus Japan bislang ungefährlich sind, bestätigt nun auch Verbraucherministerin Ilse Aigner: “Unsere Erkenntnisse sind, dass momentan keine Lebensmittel kontaminiert sind.” Zudem exportiere Japan wegen der Katastrophe derzeit kaum Lebensmittel: “Alle Handelswege sind praktisch zusammengebrochen.” (kg)

17.35 Neue Einschätzung aus Wien: Nach Angaben der IAEA hat sich die Strahlung in der Evakuierungszone in Fukushima deutlich erhöht, liegt aber unverändert unter einem nicht gesundheitsschädlichen Wert. Die Lage im AKW Fukushima ist demnach immer noch “sehr ernst”: In den Reaktoren 1 und 3 sind die Brennstäbe nur halb mit Wasser bedeckt, im Reaktor 2 steht das Wasser etwas über der Mitte der Brennstäbe. (kg)

17.24 Die Telekom bietet Telefonate nach Japan vorerst kostenlos an. Das Angebot gilt für alle Privatkunden noch bis zum 9. April. Wer seit dem 10. März Anschlüsse in dem asiatischen Land angerufen hat, kann sich die Gebühren dafür im Nachhinein erstatten lassen. Ein Anruf bei der Servicehotline genügt. (kg)

Kontaminierungsteams testen Flüchtlinge aus Fukushima auf Radioaktivität

Kontaminierungsteams testen Flüchtlinge aus Fukushima auf Radioaktivität

17.10 Eine japanische Mitarbeiterin der Firma Tepco, die die Atomanlagen in Fukushima betreibt, hatte in einem Blog von dem verzweifelten Kampf der an den Reaktoren verbliebenden Arbeiter erzählt. Sie beschreibt wie sie und ihre Kollegen unter Einsatz des eigenen Lebens versuchen, eine noch größere Katastrophe zu verhindern. Wie die in Singapur ansässige Nachrichtenplattform The Straits Times Online berichtet, wurde ihr Blog inzwischen abgeschaltet. (kg)

17:01 The Telegraph berichtet über die “Fukushima 50″. Das sind die im Kraftwerk verbliebenen 50 Arbeiter, die derzeit im Dreischicht-System versuchen, die Reaktoren unter Kontrolle zu bringen. “Ich kann es nicht anders sagen, aber sie sind wie Kamikaze-Flieger im Krieg”, sagt Keiichi Nakagawa, Radiologieexperte an der Tokyoter Universität über diese Arbeiter. (tst)

16:56 Die deutsche Botschaft in Tokyo hat ihren Dienstbetrieb vorübergehend nach Osaka-Kobe verlagert. Die Botschaft ist dort unter der Telefonnummer +81-6-6440-5070 erreichbar. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen “aus der Region um die Atomkraftwerke Fukushima und dem Großraum Tokyo/Yokohama vorübergehend nach Osaka oder über Osaka ins Ausland auszuweichen.” (jb)

16:45 Auf der Suche nach einer trockenen, warmen Unterkunft haben einige Japaner Zuflucht in einem Museum in Minamisanriku gefunden. (tik)

Foto: Paula Bronstein/Getty Images

16:42 Die japanische Atomsicherheitsbehörde Nisa beschreibt in einer Mitteilung die derzeitige Situation an den verschiedenen AKW. (tst)

16:32 Die japanische Währung Yen hat heute zeitweise den höchsten Wert seit Ende des Zweiten Weltkrieges erreicht. Das macht es für die ohnehin geschwächte japanische Exportindustrie schwieriger, ihre Waren im Ausland zu verkaufen. Ein Dollar war zwischenzeitlich nur noch 76,36 Yen wert, womit die japanische Währung so viel kostete wie seit 66 Jahren nicht mehr. (dpa/tst)

16:25 Ein Video von Tepco, mit Aufnahmen aus seinem Helikopter, der über Fukushima-1 fliegt. Sehr nahe, wenn auch teils verwackelte Aufnahmen. (nk)

16:17 Das japanische Gesundheitsministerium hat Grenzwerte für Lebensmittel und Trinkwasser veröffentlicht. Sie legen fest, wie viel radioaktives Jod, Uran oder Cäsium sie enthalten dürfen. Die Erklärung (hier auf englisch) verlangt, dass alle Nahrung getestet werden muss, um zu verhindern, dass kontaminierte Lebensmittel verteilt oder verkauft werden. Die Grenzwerte sind in Becquerel pro Kilogramm angegeben und teilweise strenger als jene, die in der EU gelten. (kb)

16:05 Die Lufthansa leitet ihre Tokyo-Flüge noch eine weitere Woche nach Osaka und Nagoya im Süden Japans um. Vorerst sollten alle in die japanische Hauptstadt geplanten Flüge bis Montag, den 28. März umgelenkt werden, teilte die Fluggesellschaft mit. Aus Frankfurt fliegt die Lufthansa einmal täglich nach Nagoya und Osaka, ab München einmal täglich nach Osaka. (tgr)

16:00 Die Polizei hat die Zahl der Todesopfer erneut nach oben korrigiert. 5692 sind durch Erdbeben und Tsunami gestorben, mehr als 9500 Menschen werden vermisst, berichtet das japanische Fernsehen. (tst)

15:35 Tokyo heute Nacht, viel dunkler als sonst. Die meiste Leuchtreklame ist ausgeschaltet, um Strom zu sparen. (tik)

Foto: Adam Pretty/Getty Images

15:30 Nun beginnen auch die USA, ihre Bürger aus Japan auszufliegen. Nach Angaben des Fernsehsenders CNN werden zunächst die Familien der Diplomaten sowie Kranke zurück in die Vereinigten Staaten gebracht, berichtet der Sender unter Berufung auf Informationen aus dem State Department. Auch andere US-Bürger könnten sich melden. (tgr)

15:28 Wie groß ist das Interesse am Unglück von Fukushima? Die Deutschen suchen dieser Tage bei Google viel öfter als Franzosen oder Amerikaner nach dem Wort “Fukushima”, wie folgende Grafik zeigt. (pfa)

15:18 Der Betreiber des AKW Tepco versucht nach eigenen Angaben eine neue Starkstromleitung zum Atomkraftwerk zu legen. Die Leitung soll das Kühlsystem wieder mit ausreichend Strom versorgen. Allerdings komme der Bau aufgrund der Strahlung langsamer voran als erhofft, sagte ein Vertreter von Tepco im Sender NHK. Frühestens Freitag werde die Leitung fertig sein. Sie soll am Reaktor 2 anschließen, der bislang am wenigstens zerstört wurde. Auf NHK äußerte sich ein Experte skeptisch, ob die Maßnahme reiche, um die Kühlpumpen wieder in Gang zu setzen. Immerhin seien erhebliche Teile der Anlage inzwischen zerstört. (kb)

14:15 Ein Blogger aus Tokyo beschreibt, wie er seine Stadt gerade wahrnimmt: “In Tokyo ist das Licht langsam aus den Straßen verschwunden. Man hat die großen Bildschirme und Leuchtreklamen ausgeschaltet. (…) Mit weniger Strom sieht Tokyo aus, wie wir es uns zuvor schwer hätten vorstellen können. Diese Krise hat den Technologiengiganten Japan verwundet. Es fühlt sich an wie der Moment, in dem die Titanic den Eisberg gerammt hat und nun voll Wasser läuft.” (nk)

13:30 Rückkehr ins zerstörte Gebiet: Ein Japaner nimmt die Lage in seinem Heimatort Kensennuma in Augenschein. Der Ort liegt an der Ostküste Japans und ist schwer getroffen von dem Erdbeben. (tik)

Foto: Chris McGrath/Getty Images

13:30 Der Fernsehsender NHK hat die heutigen Kühlversuche am Reaktor 3 im Kraftwerk Fukushima-1 ausführlicher erklärt. Der erste Versuch war mit Transporthubschraubern der Armee am Nachmittag (Ortszeit) unternommen worden. Knapp 40 Minuten lang schleppten sie jeweils 7,5 Tonnen Wasser zum Kraftwerk und warfen es über dem am stärksten zerstörten der vier Reaktorgebäude ab. Der Versuch müsse jedoch als gescheitert angesehen werden, teilte NHK mit. Die Strahlung lag vor und nach der Aktion nahezu gleich hoch. Am frühen Abend dann versuchte die Polizei mit Wasserwerfern die Ruine zu kühlen, um zu verhindern, dass die Brennstäbe schmelzen, die in einem Abklingbecken gelagert werden. Die Wasserwerfer aber mussten die Aktion nach kurzer Zeit abbrechen. Der Wasserdruck reichte nicht aus, um den Reaktor zumindest aus halbwegs sicherer Entfernung mit ihrem Strahl zu erreichen. Den dritten Versuch hat daraufhin die Armee unternommen. Um 19 Uhr 45 Ortszeit näherte sie sich dem Reaktor mit insgesamt fünf Löschfahrzeugen der Feuerwehr. Eines nach dem anderen habe seine Wasserladung auf das Reaktorgebäude abgefeuert und insgesamt 30 Tonnen Wasser versprüht. Das dauerte an die zwanzig Minuten. Ob es etwas gebracht hätte, sei noch unklar, berichtete NHK, da noch keine neuen Daten zur Strahlung vorlägen. (kb)

13:20 Ein Forscher der japanischen Atomenergiebehörde hat soeben getwittert, dass die japanische Regierung die Grenze für den absoluten Strahlenwert erhöht habe, bis zu der Arbeiter am AKW Fukushima-1 arbeiten dürfen. Zuvor lag diese Grenze bei 100mSv, nun bei 250mSv. Diese Maßnahme ist vermutlich nötig gewesen, damit die Arbeiter weiterhin legal dort eingesetzt werden können, obwohl sie gesundheitliche Schäden davon tragen werden. (sh)

13:01 Schon erstaunlich, mit welcher Schamlosigkeit einzelne Menschen jetzt versuchen, aus der Katastrophe in Fukushima ein schnelles Geschäft zu machen. Soeben erreicht uns eine E-Mail, in der die Domain www.fukushima2011.com meistbietend zum Verkauf angeboten wird. Ein Herr Lungauer aus Deutschland schreibt: “Ergreifen Sie noch heute diese einmalige Möglichkeit, eine eigene Domain für dieses besondere Thema zu besitzen. Ein Thema, welches die Menschheit, weltweit, noch Wochen, Monate und Jahre, beschäftigen wird.” Der Herr wünscht sich für die Domain 250.000 Euro und hat sein Angebot an viele deutsche Medienunternehmen geschickt. (wb)

12:40 Die amerikanische Regierung hat eine ihrer Global-Hawk-Drohnen über das zerstörte Atomkraftwerk fliegen lassen. Die Bilder habe man der japanischen Regierung zur Verfügung gestellt, berichtet NHK. Die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt, die Drohne sei von der US-Basis in Guam gestartet und zitiert Lieutenant General Herbert Carlisle mit den Worten, es sei nicht der erste Einsatz dort gewesen und werde auch nicht der letzte sein. Die amerikanische Armee hat bereits vor einigen Tagen eine Operation namens Tomodachi (Freundschaft) gestartet, um bei der Versorgung der verwüsteten Landstriche und bei der Sicherung des Reaktors zu helfen. (kb)

12:31 “Die Leute hier sehen keine Bilder aus dem Fernsehen. Sie müssen nur rausgehen und sehen den weißen Rauch”, berichtet ein BBC Reporter live aus Yamagata, gut 100 Kilometer vom Atomkraftwerk in Fukushima entfernt. Er steht in einer Turnhalle, in der Menschen seit Tagen ausharren. In der Halle ist es dunkel und ruhig. Beklemmende Vorstellung, wie nah diese Menschen auch in dieser Nacht dem Kraftwerk sein werden. (nk)

12:20 In Japan sind die Google-Suchanfragen nach Begriffen wie “Radiation” und “Iodine“, aber auch nach “Electricity” steil angestiegen. Das ist verständlich. Dass aber auch in Deutschland die Google-Suchanfragen nach “Jodtabletten” dramatisch angestiegen sind, ist eher ein Indiz für eine gewisse Hysterie hierzulande. (wb)

12:05 Nach dem Versuch, den Reaktor 3 mit Wasserwerfern der Polizei und mit Hubschraubern zu kühlen, probiert es nun die Armee vom Boden aus mit Hochdruckwasserkanonen. Der Fernsehsender NHK meldet, japanische Soldaten würden Wasser in das Reaktorgebäude sprühen, um das Becken zu kühlen, in dem sich die Brennstäbe befinden. (kb)

11:49 Nun ist es landesweit in Japan zu einem Geldautomaten-Ausfall bei der Großbank Mizuho gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Probleme an den rund 5600 Geräten seien aufgetreten, als es in einigen der mehr als 400 Filialen zu einer Häufung an Abhebungen gekommen sei. Auch das Online-Banking sei zwei Mal ausgefallen. Der Grund für die Fehlfunktionen sei noch unklar. Mit den Stromausfällen in dieser Woche oder anderen Folgen des Erdbebens am Freitag habe dies aber wohl nichts zu tun. (tgr)

11:39 Das Besprühen des Reaktors 3 mit Wasserwerfern wurde eingestellt. Der Druck in den Werfern sei nicht hoch genug gewesen, um den Reaktor aus sicherer Distanz zu erreichen, berichtet der japanische Fernsehsender NHK. Näher kommen die Wasserwerfer nicht heran, dafür sei die Radioaktivität zu hoch. (kb)

11:39 Die Europäische Weltraumbehörde (ESA) hat Satellitenbilder von der veränderten Topografie Japans veröffentlicht. Die Bilder helfen, das Ausmaß der Katastrophe zu bestimmen und die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Auch das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt Aufnahmen aus der Luft. In einer interaktiven Karte kann der Nutzer Satellitenbilder vor und nach dem Beben vergleichen. (ska)

11:33 Sechs Tage nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe ist die Zahl der Toten und Vermissten auf 14.650 angestiegen. Bislang seien 5321 Todesopfer bestätigt worden, teilte die Polizei mit. 9329 Menschen würden noch vermisst. Außerdem seien bei der Katastrophe am Freitag vergangener Woche knapp 2400 Menschen verletzt worden. Wenige Stunden zuvor hatte die Polizei noch von fast 5200 Toten und gut 8600 Vermissten gesprochen. (tgr)

11:20 Nach den Zwischenfällen in den japanischen Atommeilern sind in Frankfurt bislang keine verstrahlten Flugzeuge angekommen. Der Flughafenbetreiber Fraport lasse alle Maschinen aus Japan auf erhöhte Werte überprüfen, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Bislang sei dabei keine höhere Radioaktivität festgestellt worden. Pro Tag kommen sieben Maschinen aus Japan in Frankfurt an – dabei fünf Passagierflieger und zwei Frachtmaschinen. (Reuters/tgr)

11:20 Unter “Write for Tohoku” hat sich eine Gruppe japanischer Autoren zusammengetan. Sie wollen in den nächsten zehn Tagen Kurzgeschichten für ein eBook sammeln. Dafür suchen sie noch weitere Autoren, Fotografen und Übersetzer. Alle Einnahmen aus dem Verkauf wollen sie an das Rote Kreuz Japan spenden. Das Buch soll den Lesern auch die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Japaner näher bringen. Eine nette Aktion der Selbsthilfe, finde ich. Jeder hilft mit den Mitteln, die er hat. (nk)

11:15 In China stehen Menschen vor einem Stand, der Salz verkauft. Es droht langsam auszugehen. Die Menschen fürchten, die nächsten Lieferungen aus Japan könnten mit Strahlen belastet sein.

Foto: dpa

Foto: dpa

10:47 Japans Regierungssprecher Yukio Edano hat bestritten, dass die Behörden Informationen über die Situation rund um die Atomanlagen zurückhielten, meldet die BBC. “Die Informationen, die wir auf der japanischen Seite sammeln, geben wir natürlich an die Behörden der Vereinigten Staaten weiter. Aber es gibt Verzögerungen, bis die Informationen bereitgestellt werden können”, sagte Edano. (nk)

10:30 Shioyama twittert aus Tokyo: Wir haben seit Tagen die Heizung aus. Inzwischen dürfte es fast Null Grad sein. Die Hände sind kalt, Tippen ist schwierig. (ft)


we’ve had the heating off for days, but until now the weather hasn’t been too cold. now it must be almost zero. hands cold, hard to type.less than a minute ago via web

10:20 Grafik der Strahlungswerte im AKW Fukushima-1 in den vergangenen Tagen. Insgesamt gehen sie nach oben, in der Spitze wurden 11.000 bis 12.000 Mikrosievert pro Stunde gemessen. (kb)

Strahlenwerte in Fukushima-1

10:00 Der Kraftwerksbetreiber Tepco hat die Bahngesellschaften im Großraum Tokyo gebeten, in der abendlichen Stoßzeit zehn Prozent weniger Züge einzusetzen. So hofft Tepco, einen Totalausfall der Stromversorgung der Großstand verhindern zu können. (kb)

09:46 Tumult im Bundestag: Während Angela Merkels Regierungserklärung zum Thema Atom-Moratorium macht die Opposition immer wieder durch lautstarke Zwischenrufe ihrem Unmut Luft. Es sei scheinheilig, dass die Kanzlerin und ihre Regierung sich nun als atomkritisch präsentieren. (dah)

08:43 Die Atomkrise hat offenbar auch in China Sichtweisen verändert. China – es will in den nächsten Jahren 27 Atomkraftwerke bauen – hat nach einem BBC-Bericht angekündigt, seine Atomstrategie zu korrigieren. Die Sicherheitsstandards müssten überarbeitet werden, bevor neue Atomkraftwerke ans Netz gehen. Sogar die Arbeiten an Kraftwerken, in denen bereits Bauvorbereitungen getroffen seien, würden bis dahin eingestellt. Gleichzeitig fordert die Regierung, Japan müsse die Welt “schnell und genau” über die Lage am gefährdeten Reaktor informieren. (cb)

08:30 Die Angst vor einer Strahlenwolke aus Japan hat im vergleichsweise nahe gelegenen Südchina zu einem Engpass an Speisesalz geführt. Speisesalz? Die besorgten Käufer hoffen offenbar, dass das darin enthaltene Jod vor Strahlenfolgen schützen könne, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Eine Mitarbeiterin eines Supermarktes in der südchinesischen Stadt Guangzhou sagte, die Nachfrage nach Salz sei derart gestiegen, dass die Filiale es nun rationiere. “Viele Leute stehen für jodiertes Salz an, wir müssen das kontrollieren. Jeder Kunde darf nur zwei Packungen kaufen.” Das darin enthaltene Jod ist jedoch in der Menge zu gering, als dass es im Notfall tatsächlich helfen könnte. (dah)

07.50 Dem Großraum Tokyo droht ein großflächiger Stromausfall. Handelsminister Banri Kaieda sagte, dies könne geschehen, wenn die Stromnachfrage weiter steige. (cb)

07.05 Den Arbeitern, die sich um das AKW Fukushima-1 bemühen, wird weltweit großer Respekt gezollt. Sie nehmen das Risiko auf sich, lebensgefährlicher radioaktiver Strahlung ausgesetzt zu werden. Nun sieht es so aus, als könne die Zahl von Einsatzkräften direkt im Zentrum der drohenden Atomkatastrophe erhöht werden. Freiwillige wollen die Arbeiter unterstützen, meldet die britische BBC. Darunter seien Angestellte des AKW-Betreibers Tepco sowie anderer Firmen. Sie wollten die eskalierende Lage unter Kontrolle bringen. Unter Berufung auf die Agentur Jiji Press meldete BBC weiter, dass einer der Freiwilligen ein 59 Jahre alter Mann sei, der bereits vier Jahrzehnte in Atomkraftwerken gearbeitet habe und eigentlich in sechs Monaten in Ruhestand wollte. (dah)

06.30 Die offiziell bestätigte Zahl der Opfer von Beben und Tsunami liegt jetzt bei 5198. (dah)

06.20 US-Präsident Barack Obama hat Japan volle Unterstützung beim Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami zugesagt. Obama habe mit Japans Ministerpräsident Naoto Kan telefoniert und ihn über mögliche Hilfsmaßnahmen der USA informiert, teilte das US-Präsidialamt am Mittwoch mit. (dah)

06.06 Die Situation im havarierten AKW Fukushima-1 ist auch nach dem Einsatz von Hubschraubern, die Kühlwasser brachten, unverändert bedrohlich. Die Intensität der radioaktiven Strahlung sei nicht verändert worden. Die Dosis sei gleich geblieben, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco. Der Fernsehsender NHK berichtete ebenfalls von unveränderten Werten. (dah)

05.40 Tonnenweise Wasser haben Hubschrauber zur Kühlung zum AKW Fukushima-1 getragen und auf Reaktor 3 abgeworfen. Die Helikopter seien mit Bleiplatten von unten gegen Radioaktivität geschützt, hieß es vom japanischen Fernsehen. Dennoch sei es nicht möglich, sich länger im Luftraum über dem Kraftwerk aufzuhalten. Das Wasser sei im Vorbeifliegen abgeworfen worden. (dah)

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    @ The Fukunauts 50: There´s an old myth about to be reborn. Where are the Homers to set it in words? Maximum respect to all the technokrats who sacrifice their lives to the Big Maschine…

    • 17. März 2011 um 07:37 Uhr
    • Daniel Schumann
  2. 2.

    Tonnenweise Wasser? Seit wann werden denn Wassermengen in Tonnen und nicht mehr Liter angegeben? Moechte die ZEIT hier das Gefuehl vermitteln, es werde ganz GROSS was getan, TONNENWEISE Rettung sozusagen?

    Man moege sich doch die Bilder anschauen, wie die Fingerhuete von Wasser bei Auftreffen auf die gluehenden Reaktoren verdampfen

    tonnenweise bulls*#t

  3. 3.

    Ein wirklich unheimliches Szenario – all diese Aktionen sind echte Verzweiflungstaten, denen man dennoch so sehr Erfolg wünschen möchte.
    In meinen Augen stellt es übrigens nachträglich der enormen sowjetischen Mobilisierung zur Unterdrückung des Tschernobyl-Desasters ein Ehrenzeugnis aus, ich bedauere sehr, dass man bisher keine ukrainischen und russischen Experten hinzugezogen hat, da dort die einzigen Spezialisten sitzen, die jemals INES 7 und INES 6-Katastrophen mit einiger Wirksamkeit bekämpft haben.
    Leider ist der Hochmut der japanischen Bürokraten, das völlig eigene Scheitern einzugestehen, wohl noch zu stark.
    Zum anderen müsste man eigentlich erwarten, dass die enorme internationale Gemeinschaft der Nuklearapologeten, die Atomkraft immer als sicher angepriesen hat, sich nun wirklich freiwillig meldet und bereit ist, aus ihren Überzeugungen die Konsequenzen zu ziehen. Jetzt müssten sie beweisen, dass sie den Mut haben, die Katastrophe ohne Rücksicht auf eigene Verluste niederzukämpfen – oder in Zukunft für immer schweigen.

    • 17. März 2011 um 08:37 Uhr
    • Atan
  4. 4.

    @Doctrange,

    In Sachen Wissenschaft und Technik wird Wasser oft in Tonnen angegeben, vor allem, wenn das Gewicht von größerer Relevanz ist als das Volumen. Darüber hinaus ist die numerisch kleinste Einheit meist die beste, und es gibt weder kilo- noch megaliter. Sie scheinen mir wenig Ahnung von der Materie zu haben; jedoch meinen Sie, Kuhscheisse zu identifizieren. Ich habe auch zweifel an den Nachrichten, hänge dies aber nicht an tonnenweise Unsinn auf.

    Das Verdampfen ist genau Sinn der Sache. Wenn Wasser verdampft, kühlt es die Umgebungstemperatur !

    • 17. März 2011 um 09:46 Uhr
    • c0mmanderKeen
  5. 5.

    Nicht alle haben in Bezug auf die Katastrophe die gleichen Sorgen. Dresdens Marketingchefin z. B. scheint eher die Frage zu quälen, welche Auswirkungen die Katastrophe auf den Tourismus in Dresden hat. Sie verkündet in Bezug auf ein nun mögliches Ausbleiben japanischer Touristen in Dresden: „Wenn sich die Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis auf die bisher betroffenen Gebiete beschränken, gehen wir davon aus, dass es keine großen Ausfälle gibt“ (Quelle: http://www.dnn-online.de/nachrichten/sachsen/japanische-touristen-halten-an-reiseplaenen-nach-dresden-und-leipzig-fest/r-sachsen-a-22634.html).

    Diese Äußerung von Dresdens Marketingchefin ist komplett daneben, extrem peinlich und unhaltbar – und das sind noch sehr diplomatische und zurückhaltende Bewertungen, angesichts der Kette von Katastrophen, die Japan aktuell erlebt.

    Tausende Menschen werden vermisst, tausende Leichen schwimmen im Meer, die Auswirkungen der Folgekatastrophe in Fukushima sind unabsehbar. Versteht man Bunge richtig: Sofern oder da es sich bei den Obdachlosen, Vermissten, Strahlenopfern und Leichen nicht um potenzielle Dresden-Touristen handelt, muss Dresden nicht mit nennenswerten „Ausfällen“ rechnen – folglich muss sich die Stadt auch keine Sorgen machen, dass die Anzahl von 40.532 japanischen Touristen (2010) im laufenden Jahr 2011 entscheidend unterschritten wird?

    Frau Bunge spricht als Chefin des städtischen Unternehmens Dresden Marketing GmbH und damit offiziell und im Namen der Stadt – das ist den Verantwortlichen in Dresden hoffentlich bewusst.

    Man kann im Sinne von Dresden wirklich nur hoffen, dass die unsägliche Bemerkung der städtischen Marketingbeauftragten personelle Konsequenzen hat. Andernfalls besteht die ernst zu nehmende Gefahr, dass sich die Angelegenheit zu einem handfesten, politischen Skandal ausweitet! Der amtierende Dresdner Bürgermeister und DMG-Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Hilbert ist jetzt wohl gefordert, rasch zu handeln!

    • 17. März 2011 um 09:56 Uhr
    • Marc Nölle
  6. 6.

    In dieser Kategorie kann die Menge auch gut in Tonnen angegeben werden. Würde es doch fast sensationeller klingen, wenn man sagt es wurden 50.000 Liter Wasser abgeworfen. Was ca 10 Anflüge entsprechen dürfte.

    • 17. März 2011 um 10:02 Uhr
    • jetstar
  7. 7.

    @ Hr. Nölle – der Link funkioniert nicht.

    • 17. März 2011 um 10:18 Uhr
    • densen
  8. 8.

    Für Deutschland muß man sich in diesen Tagen schämen. Vor wenigen Wochen war das Land selbst von Schneefällen lahmgelegt und für Tag in Hilflosigkeit erstarrt. Der miserable Zustand der Infrastruktur wurde offensichtlich. Fast wären Menschen im Zug oder auf der Autobahn erfroren. Die Zustände am Frankfurter Flughafen waren teilweise nur noch peinlich.
    Jetzt schaut das Land am Fernseher zu, wie die Menschen in Japan in Notunterkünften frieren. Als wären die Bilder aus Japan Teil eines Videospiels. Die Politiker und politisch angehauchten Bürgerinitiativen nehmen ihre Endlosdiskussionen wieder auf. Man wünscht den Leuten einen Zahnarzt, der ihnen erstmal einen mehrstündigen Lehrvortrag über gesunde Ernährung hält, bevor er sich dem tobenden Zahnnerv widmet.

  9. 9.

    Es muss was getan werden im rheinland (was erdbeben gebiet ist) steht auch ein AKW Merkel ist mal wieder vor der Atomlobby eingebrochen es wird zeit die Lobbyisten Regierung abzusetzen “!

    • 17. März 2011 um 10:28 Uhr
    • gUEVARA jÜNGLING
  10. 10.

    Der vielfache Reaktorunfall in Japan wird, so glaube ich, den Bau vieler neuer, moderner und vor allem zusätzlicher Reaktoren auslösen.

    Wenn man der Berichterstattung glauben darf, so könnte die wichtigste Ursache für die nukleare Katastrophe der Unwille der Kraftwerksbetreiber gewesen sein, einen Wellenbrecher zu bauen der 10 Meter hohe Wellen zurückhalten kann. Ausserdem scheint das Katastrophenmanagement nicht generalstabsmässig organisiert zu sein (siehe Kommentar von Atan am 17. März 2011 um 08:37 Uhr). Es sind “handwerkliche” Dinge die, so schient es zumindest, schiefgelaufen sind und wenig mit der prinzipiellen Sicherheit der Atomenergie zu tun haben. Nur ein Atomkraftwerk von Vielen hat fast das Zerstörerischste, was die Natur zu bieten hat, nicht überstanden. Der Gedanke liegt nahe, dass die Atomkraft sehr sicher genutzt werden kann solange man die Dinge, die in Fukushima falsch gelaufen sind, in Zukunft besser macht.

    • 17. März 2011 um 10:31 Uhr
    • from
  11. 11.

    Kann das mit dem Salz in China nur bestätigen. Ich bin momentan in Zhenjiang, etwa anderthalb Stunden westlich von Shanghai und war gerade, rein aus Interesse, in einem Supermarkt – kein Salz. Auch kleinste Supermärkte in der Nachbarschaft haben kein Salz mehr.

    • 17. März 2011 um 10:33 Uhr
    • piacevole
  12. 12.

    ja! es wäre für einen CDU-sieg bei der LTW am 27. märz in BW sehr hilfreich, wenn sich MP mappus sofort freiwillig für sicherungsarbeiten im akw fukushima melden würde.

    • 17. März 2011 um 10:37 Uhr
    • chingling
  13. 13.

    freiwillige helfer im AKW fukushima.
    es wäre für die wahl am 27. märz in BW sicher sehr sehr hilfreich, wenn sich MP mappus sofort für sicherungsarbeiten melden würde.

    • 17. März 2011 um 10:40 Uhr
    • chingling
  14. 14.

    1Liter Wasser = 1 Kilo Wasser scheiss egal wie mans schreibt helgen wirds sowieso nichts. Wer soo Blöd ist Akw’s direkt an die Küste zu bauen wird irgendwann die Konsequenzen tragen …

    • 17. März 2011 um 11:02 Uhr
    • mike
  15. 15.

    Solidarität gebietet es, Nahrungsmittel nach Japan zu senden.
    Umgekehrt wäre es spannend zu erfahren, ob und wie noch Nahrungsmittel und Rohstoffe von Japan geliefert werden.

    Grade Bioketten mit ihrem japanischen und mikrobiotischen Spezialitäten (Tofu, Miso, Reis, Soyasoße, Tamari, Seealgen) dürfen jetzt gern proaktiv werden und von ihren Zulieferern komplette Offenlegung der Herkunft der Rohstoffe anfordern, und diese Info in den Läden auslegen. Bioläden müssem mit leuchtendem und nicht strahlendem Beispiel vorangehen.

    Findet die Tintentante

    • 17. März 2011 um 11:31 Uhr
    • Tintentante
  16. 16.

    Da Wasser eine Dichte von 1 hat, ist es völlig egal, ob die Menge in Volumen oder in Masse angegeben wird. 1 Tonne = 1.000 Liter = 1 Kubikmeter.

    • 17. März 2011 um 11:55 Uhr
    • Aldara
  17. 17.

    Ich bitte die Zeit dringend um Stellungnahme zum Tschernobyl-Bericht des UNSCEAR.

    Der Bericht: http://www.unscear.org/unscear/en/chernobyl.html

    Wikipedia zu UNSCEAR: “These works are very highly regarded as sources of authoritative information and are used throughout the world as scientific basis for evaluation of radiation risk.”

    Einige fuer die aktuelle Diskussion relevante Zitate:

    „There is no scientific evidence of increases in overall cancer incidence or mortality rates or in rates of non-malignant disorders that could be related to radiation exposure. ”

    „Average effective doses to those persons most affected by the accident were assessed to be about 120 mSv for 530,000 recovery operation workers, 30 mSv for 115,000 evacuated persons and 9 mSv during the first two decades after the accident to those who continued to reside in contaminated areas. (For comparison, the typical dose from a single computed tomography scan is 9 mSv).”

    “However, there were widespread psychological reactions to the accident, which were due to fear of the radiation, not to the actual radiation doses.”

    “Lives have been seriously disrupted by the Chernobyl accident, but from the radiological point of view, generally positive prospects for the future health of most individuals should prevail.”

    Die Zeit traegt die Verantwortung fuer alle wirtschaftlichen und psychischen Konsequenzen, die aus ihrer derzeitigen Berichterstattung fuer die deutsche Bevoelkerung resultieren.

  18. 18.

    Hello Commander,
    hier geht es doch um den Ton und Tenor der Nachrichten, immer wieder beschwichtigende Ueberschriften wie “schwerer Unfall” als es schon um GAU ging, “Probleme” wenn die Brennstaebe freiliegen etc.

    Die “Tonnenweise Wasser” sind da nur ein weiteres Beispiel fuer Glorifizierung der Rettungsaktion und Vernebeln der Gefahr, auch wenn es den Begriff besonders im Englischen umgangssprachlich gibt.

    Was den Sinn des Wassers angeht muss ich Ihrer in anderen Bereichen durchaus zutreffenden Erklaerung widersprechen:
    Die Brennstaebe sollen unter Wasser sein um erstens effektiver gekuehlt zu werden und zweitens weniger Radioaktivitaet abzugeben.

    Bleibt uns allen zu hoffen dass die verzweifelten Rettungsaktionen ausreichen um noch Schlimmeres verhindern – selbst die Amis sprechen von 24-48 Stunden, die noch verbleiben um die komplette Kernschmelzen zu verhindern (wenn sie nicht schon eingetreten sind).

  19. 19.

    Wolfgang Blau schreibt:

    Dass aber auch in Deutschland die Google-Suchanfragen nach “Jodtabletten” dramatisch angestiegen sind, ist eher ein Indiz für eine gewisse Hysterie hierzulande. (wb)

    Beim Lesen solcher Bemerkungen wünschte ich mir schon, mit Wolfgang Blau mal ein Bier zusammen zu trinken. ;-)

    Herzlichst Crest

    • 17. März 2011 um 12:27 Uhr
    • Crest
  20. 20.

    du hast doch sicherlich ein gehirn !
    oder ?
    dann schalte es bitte ein!

    • 17. März 2011 um 13:06 Uhr
    • curtis chip
  21. 21.

    Bezgl. des UNSECAR-assesments:
    Es gibt allgemein anerkannte Grundsätze der Strahlenbiologie, dabei gilt das es ungefährliche Strahlung nicht gibt. Als Faustregel würde man also sagen, dass bei 530.000 Menschen mit einer zusätzlichen 100mS Exposition etwa 5300 Menschen zusätzlich an Krebs sterben. Sollten die Auswertung von UNSCEAR das überhaupt nicht hergeben, würde ich ich ja erstmal schlicht die von der weissrussischen Regierung zur Verfügung gestellte epidemologischen Basisdaten infrage stellen, bevor ich eine neue Strahlenbiologie konstruiere. Ständig kritisiert man die dortige Regierung, keinerlei Meinungsfreiheit zu dulden oder die Unglaubwürdigkeit ihrer Verlautbarungen, aber den Daten des Krebsregisters wird prompt ein ideal offenes und wissenschaftlich kooperative Regime unterstellt.
    Nicht umsonst sind daher die “offiziellen” Berichte zu Tschernobyl kritisiert worden, und es ist vielleicht ratsam, die zahllosen Berichte von in Weissrussland und der Ukraine tätigen Vereinen zur Kenntnis zu nehmen, die eben auch zahlreiche erschütternde Fälle aus vielen kleinen Orten dokumentiert und über lokal ungewöhnliche Häufungen berichteten. Das ergibt zwar keine statistisch valide Basis für einen Epidemologen, aber auch keinen Grund, ausgerechnet die Regierung von Belarus für einen verläßlich-grundehrlichen Datenquell zu halten.

    In Bezug auf Japan heißt das: Japaner sind im persönlichen Leben äusserst sicherheitsorientiert, wer will ihnen klarmachen, dass sie ihre Kinder fortan eben einer kleinen statistischen Erhöhung des Krebsrisikos auszusetzen haben, weil ihre politische und wirtschaftliche Elite eine ausreichende sicherheitstechnische Auslegung des Energiesystem zu teuer war und man leider nicht genug Land für eine Umsiedlung von Millionen hat?

    • 17. März 2011 um 13:15 Uhr
    • Atan
  22. 22.

    Herr Lungauer sollte die “einmalige Möglichkeit” nutzen und sich in Grund und Boden schämen…

    • 17. März 2011 um 13:20 Uhr
    • Nico Paschütte
  23. 23.

    Zum Herrn Lungauer: So sehr ich seinen unternehmerischen Weitblick auch bewundere, seine mangelnde Ethik verabscheue ich auf jeden Fall mehr. Warum nicht die Domain sinnvoll nutzen um gemeinsam mit Hilfsorganisationen Spenden zu sammeln und Hilfe zu koordinieren. Statt unangenehmer Anrufe und Emails würde das ein gutes Gefühl bringen.

    Aber eine sehr nette Idee, hier direkt auf den Whois Eintrag zu verweisen. Ich hoffe doch, dass es viele gibt, die dem Drang nachgeben, den Herrn mal anzurufen oder ihm ein paar nette Worte zu schreiben.

    • 17. März 2011 um 13:22 Uhr
    • Boris
  24. 24.

    @ 13:30: “Die Strahlung lag vor und nach der Aktion nahezu gleich hoch bei 3700 Millisievert.”

    Millisievert pro was? Pro Stunde? Ohne zeitliche Angabe ist der Wert leider nutzlos.

    Außerdem bitte den Wert an sich nochmal überprüfen. Sind es wirklich MILLIsievert? 3700mSv(/h?) wären 3,7Sv(/?), ein extrem hoher Wert. Edano hat bereits gestern einmal Milli- und Mikrosievert verwechselt und die Strahlenbelastung damit aus Versehen vertausendfacht.

    • 17. März 2011 um 13:41 Uhr
    • Gerd Ruhlauf
    • 17. März 2011 um 13:48 Uhr
    • Marc Nölle
  25. 26.

    Rechnen wir mal kurz. Reaktor 3 und 4 haben jeweils eine Nettoleistung von 760 MW. Bei einem Wirkungsgrad von rund 30% ergibt sich eine thermische Leistung von etwa 2500 MW. Wenn eine Nachzerfallswärme von 7% weggekühlt werden muss, dann müssten pro Stunde etwa 175 MWh Wärme weggekühlt werden. Wenn der Ozean 20°C hat und das Wasser nicht heißer als 70°C werden soll, dann braucht man zur Kühlung pro Stunde 3.000.000 Liter Wasser (spezifische Wärmekapazität von Wasser 1,16 Wh/kg*K).

    Eine Hubschrauberladung Wasser fasst etwa 5.000 bis 7.000 Liter. Davon kommen bestenfalls 20% am Reaktor an. Und man hat mehr als einen Reaktor zu kühlen. Das ist nicht mal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Egal wie sehr man sich anstrengt, man wird mit Hubschraubern nicht mal 1% der benötigten Kühlleistung realisieren können.

    Man ist kein Atomexperte, kennt nicht die Schäden vor Ort und kann sich kaum ein Urteil anmaßen. Aber es ist nur schwer zu begreifen, dass man innerhalb von 5 Tagen – und insbesondere in den ersten Tagen – keine Kühlung hinbekommt. Pumpkapazitäten für 3.000.000 Liter Wasser pro Stunde halten größere THW-Standorte in Deutschland vor. Auch ggf. dafür notwendige Stromerzeugungskapazitäten.

    Hat der Betreiber vielleicht zu lange versucht, die Probleme ohne externe Hilfe unter Kontrolle zu bekommen? Durch die immer weiter eskalierende Situation wird es nun natürlich immer schwerer, noch eine Kühlkette zu bauen. Es steht die unmenschliche Frage an, ob man 100, 200, 300 Menschen vor Ort opfert oder ggf. Strahlenschäden bei Millionen Menschen in Kauf nimmt.

    • 17. März 2011 um 13:51 Uhr
    • Guido3
  26. 27.

    So hysterisch ist das vielleicht gar nicht.
    In Deutschland wuerde eine schnelle und flaechendeckende Versorgung mit Jodtabletten im Ernstfall nicht funktionieren.
    Behoerden, Schulen und Kindergaerten in der Naehe von deutschen KKW haben ueberhaupt keine Vorraete an Jodtabletten – dass diese bitternoetig werden koennten, tritt jetzt ins Bewusstsein der Bevoelkerung.

    Davon abgesehen waere es natuerlich falsch, die Jodtabletten hier und heute einzunehmen.

    • 17. März 2011 um 14:04 Uhr
    • iawdw
  27. 28.

    jetzt hab ich auch mal ein paar prinzipielle fragen.
    wie groß ist denn so ein abklingbecken?
    machen da 30m³ wasser wirklich sinn? soviel m³ hat doch ein eigenheimler in seinem pool.
    das klingt alles so als würden ameisen einen elefanten würgen.
    leider habe ich mir so einen reaktor noch nie live angesehen und kann die dimmensionen der anlagen gar nicht vorstellen.
    in lubmin bei greiufswald soll wohl noch ein unbenutzter reaktor zu besuchen und besichtigen sein.
    beste grüße

    • 17. März 2011 um 14:12 Uhr
    • ronleh
  28. 29.

    Bei 13:30 sollten Sie die Einheit überprüfen. Es handelt sich doch wohl um 3700 uSv/h = 3.7 mSv/h und nicht um die tödliche Dosis von 3700 mSv/h = 3.7 Sv/h.

  29. 30.

    Wer immer der Herr Lungauer (Newesblog 13:01 h) sein mag – er ist ein erbärmlicher Dr.cksack.

    • 17. März 2011 um 14:32 Uhr
    • FOXEL
  30. 31.

    Hallo,

    bitte, bitte liebe Zeit-Redaktion achtet doch auf die Einheiten µSv sind nicht mSv. Da sind Fehler in Eurem Artikel mit dem Faktor 1000!
    Zum Thema Jod-Tabletten bleibt anzumerken, dass in den USA bereits beide Hersteller bereits verkündet haben wegen der gro0en Nachfrage erst in 2 Wochen wieder liefern zu können – bleibt zu überlegen, ob die Menschen in Japan die Tabletten nicht evtl doch nötiger gebrauchen könnten, und ob es nicht bessere Behandlungsmethoden gegen Panikataken geben könnte…

    lg, jo

    • 17. März 2011 um 14:34 Uhr
    • Jogohama
  31. 32.

    Danke,

    jetzt stimmts mit den Einheiten wieder!

    lg, jo

    • 17. März 2011 um 14:36 Uhr
    • Jogohama
  32. 33.

    In der Grafik sind 12 mSv/h das Maximum für eine kurze Zeit. Um 13:30 schreiben sie von konstanten 3700 mSv (pro Stunde?). An welcher Stelle wurde das gemessen? Oder war der unterschied zwischen mikro- und milli- mal wieder, wie so oft im deutschend Journalismus der letzten Tage, nicht so wichtig?

    • 17. März 2011 um 14:38 Uhr
    • kaivalya
  33. 34.

    “Die Strahlung lag vor und nach der Aktion nahezu gleich hoch bei 3700 Millisievert.” Ist da eine 0 zu viel oder handelt es sich ernsthaft um eine Strahlung von 3,7 Sievert ? Oo

    • 17. März 2011 um 14:42 Uhr
    • Lukas
  34. 35.

    Welche Strahlendosen gelten denn nun? Könnte die Zeit da nicht einmal weiterführende Angaben zu machen statt nur mit den Werten um sich zu werfen, wie in den Medien beobachtet.
    Um 13.30 Uhr heißt es: “Die Strahlung lag vor und nach der Aktion nahezu gleich hoch bei 3700 Millisievert.”
    13.25 Uhr: “Zuvor lag diese Grenze bei 100mSv, nun bei 250mSv” Nach meiner Auffassung steht “m” für “Milli-” . Gut, vielleicht befinden sich die Arbeiter am Boden einer geringeren Strahlung ausgesetzt, trotzdem stellt sich mir die Frage nach der Schlussfolgerung? Fallen die Arbeiter jeden Moment um, oder wie?
    Um 10.20 Uhr heißt es: “Grafik der Strahlungswerte im AKW Fukushima-1 in den vergangenen Tagen. Insgesamt gehen sie nach oben, in der Spitze wurden 11.000 bis 12.000 Mikrosievert pro Stunde gemessen. ” 11.000 Mikrosievert macht nach Adam Riese 11 Millisievert bzw. 11mSv .
    Kann man mir mal kurz erklären, wie diese Werte zustande kommen oder wird nach Belieben mit Mikro- und Milli-Vorsilben umhergeworfen?

    Interessierten Gruß,
    Rob

    • 17. März 2011 um 14:56 Uhr
    • Rob
  35. 36.

    Das ist ja wie in der Schule hier… Jetzt gibt es um 13.30 Uhr gar keine Angabe zur Strahlungsdosis mehr? Also wenn ich eh alles selbst recherchieren muss, stellt sich die Frage des Zwecks eines solchen Newsblogs

    • 17. März 2011 um 15:19 Uhr
    • Rob
  36. 37.

    @ ronleh:

    laut spon fasst ein Reaktorkuehlbecken 2000t Wasser.
    Aber man muss bedenken, dass im Normalfall noch ein paar Meter zwischen dem Reaktor und der Wasseroberflaeche bleiben.
    Trotzdem sind 30t bestimmt nicht viel.

    • 17. März 2011 um 15:31 Uhr
    • iawdw
  37. 38.

    3700mSv – Die Zahl kam von NHK, da wir sie aber nicht mehr verifizieren konnten, haben wir sie gestrichen.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

    • 17. März 2011 um 16:10 Uhr
    • Nachrichtenredaktion
  38. Kommentar zum Thema

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