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Tag 7: Japan hofft auf funktionierendes Kühlsystem

 

Von Domenika Ahlrichs (dah), Christian Bangel (cb), Kai Biermann (kb), Wolfgang Blau (wb), Jessica Braun (jb), Alexandra Endres (ae), Roy Fabian (rf), Philip Faigle (pfa), Karin Geil (kg), Tina Groll (tgr), Tina Klopp (tik), Nicole Koegler (nk), Alina Schadwinkel (asc), Tilman Steffen (tst), Frida Thurm (ft) und Sascha Venohr (sv)

Für heute beenden wir das News-Blog. Wenn in den nächsten Stunden etwas Wichtiges passiert, informieren wir Sie hier via Twitter. (asc)

22.47 Für weitere Berichte während der Nacht hier der englischsprachige Livestream des japanischen TV-Senders NHK. Alternativ finden Sie den NHK-Livestream auch hier. (wb)
Live TV by Ustream

22:43 Japan klammert sich in der Atomkrise an jede kleine Hoffnung: Technikern gelang es, ein Stromkabel zum teilweise zerstörten Reaktor 2 zu legen. Damit könnte die reguläre Kühlung möglicherweise wieder in Gang kommen. Die nächsten Tage könnten entscheidend sein. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo könnte der Strom am Freitag oder Samstag im Reaktor 2 angeschaltet werden. Es ist aber unklar, ob das Kühlsystem des Reaktors noch so intakt ist, dass es wieder in Gang gesetzt werden kann. (dpa/asc)

22:18 Auch die USA wollen die Sicherheit ihrer Reaktoren noch einmal „umfassend“ überprüfen. Das sagte Präsident Obama im Rosengarten des Weißen Hauses. Zwar sei dies schon in der Vergangenheit „intensiv“ geschehen, für alle möglichen „extremen“ Fälle, aber „wenn wir eine Krise wie die in Japan sehen, haben wir eine Verpflichtung, aus diesem Ereignis zu lernen.“ Zuvor hatte Obama den Japanern sein Mitgefühl ausgedrückt. Die Katastrophe sei eine „enormen Tragödie“, die den Amerikanern „das Herz zerreißt“, kondolierte er in der japanischen Botschaft in Washington. (dpa/rf)

21:48 „Wir demonstrieren gegen die Kan-Regierung, die Menschen in Nordjapan umbringt“ – solch offen anklagende Sätze hört man in Japan selten. Hunderte japanische Protestler waren am Donnerstag auf die Straße gegangen, um gegen die Kan-Regierung zu demonstrieren. Sie machen ihren Ministerpräsidenten für die Atomkrise verantwortlich (siehe Video). (Reuters/asc)

21:22 Die Wasserzufuhr am AKW Fukushima Daiichi zeigt eine erste Wirkung – das zumindest hat ein Sprecher der Tokyo Electric Power Company in einer Pressekonferenz am frühen Freitagmorgen (Ortszeit Japan) behauptet. Am Westtor des AKWs sei die radioaktive Stahlenbelastung um 20 Mikrosievert auf 289 Mikrosievert pro Stunde gesunken, berichtet NHK World. Ein am Donnerstag veröffentlichtes Foto (s.u.) liefert jedoch weiter Grund zur Sorge: Der von Reaktorblock 3 aufsteigende Rauch deutet zwar darauf hin, dass eine gewisse Kühlung eingetreten ist, das Gebäude ist allerdings stark beschädigt. (asc)

© Reuters/Ho New

20:54 Auf der Website belongingsfinder.org können Überlebende des Tsunamis in Japan melden, wenn sie bestimmte Habseligkeiten vermissen. Umgekehrt können sich auch Finder melden und Fotos der gefundenen Gegenstände hochladen. (dpa/asc)

20:38 CBS News berichtet, dass Reisende aus Japan den Alarm von Radioaktivitätsmeldern auf Chicagos Flughafen O’Hare ausgelöst hätten. Die Strahlenbelastung sei aber äußerst niedrig gewesen. Genaue Werte liegen nicht vor. (asc)

19.58 Die Satelliten-Aufnahme zeigt deutlich die drei beschädigten Reaktorblöcke des japanischen AKW Fukushima-1 (asc):

© Digital Globe Handout/Reuters

19.32 Beamte des Deutschen Zolls prüfen seit dieser Woche angesichts der Atomkatastrophe in Fukushima Pakete und Fracht aus Japan stichprobenhaft auf „radioaktive Oberflächenkontamination“. Es sind reine Vorsorgemaßnahmen. (asc)

19.21 Eine interessante Karte zur Dimension des von Erdbeben- und Tsunami betroffenen Gebiets im Vergleich zu Deutschland (sv):© Zeit Online

19.11 China will Japan elf Millionen Liter Benzin und dieselbe Menge Diesel liefern, weil Treibstoffmangel die Rettungsarbeiten im Katastrophengebiet behindern, berichtet das japanische Fernsehen. Drei Firmen aus Südkorea wollen laut dem Bericht bis Anfang April sogar 200 Millionen Liter Öl liefern. (tst)

19.04 Die Hilfe für das Katastrophengebiet gerate angesichts der Angst vor radioaktiver Strahlung ins Stocken, meldet die Organisation Save the Children. Da es an Benzin fehle, könnten dringend benötigte Hilfsgüter gar nicht oder nicht schnell genug geliefert werden. Lebensmittel, Wasser und Heizmaterial würden knapp. Zugleich sei die Zahl der zu versorgenden Menschen durch die Ausweitung der Evakuierungszone um Fukushima gestiegen. Mitarbeiter von Save the Children beschreiben die Lage nördlich von Sendai: „Wir sind zehn Stunden durch Schneematsch und Regen gefahren. Von einigen Orten, zum Beispiel Onagawa, ist praktisch nichts mehr übrig. In Ishinomaki trafen wir Kinder, die sich um eine einzige Kerosinlampe im Evakuierungszentrum drängten, um sich etwas zu wärmen.“ (ae)

18.00 Dass Sushi und Fischstäbchen aus Japan bislang ungefährlich sind, bestätigt nun auch Verbraucherministerin Ilse Aigner: „Unsere Erkenntnisse sind, dass momentan keine Lebensmittel kontaminiert sind.“ Zudem exportiere Japan wegen der Katastrophe derzeit kaum Lebensmittel: „Alle Handelswege sind praktisch zusammengebrochen.“ (kg)

17.35 Neue Einschätzung aus Wien: Nach Angaben der IAEA hat sich die Strahlung in der Evakuierungszone in Fukushima deutlich erhöht, liegt aber unverändert unter einem nicht gesundheitsschädlichen Wert. Die Lage im AKW Fukushima ist demnach immer noch „sehr ernst“: In den Reaktoren 1 und 3 sind die Brennstäbe nur halb mit Wasser bedeckt, im Reaktor 2 steht das Wasser etwas über der Mitte der Brennstäbe. (kg)

17.24 Die Telekom bietet Telefonate nach Japan vorerst kostenlos an. Das Angebot gilt für alle Privatkunden noch bis zum 9. April. Wer seit dem 10. März Anschlüsse in dem asiatischen Land angerufen hat, kann sich die Gebühren dafür im Nachhinein erstatten lassen. Ein Anruf bei der Servicehotline genügt. (kg)

Kontaminierungsteams testen Flüchtlinge aus Fukushima auf Radioaktivität
Kontaminierungsteams testen Flüchtlinge aus Fukushima auf Radioaktivität

17.10 Eine japanische Mitarbeiterin der Firma Tepco, die die Atomanlagen in Fukushima betreibt, hatte in einem Blog von dem verzweifelten Kampf der an den Reaktoren verbliebenden Arbeiter erzählt. Sie beschreibt wie sie und ihre Kollegen unter Einsatz des eigenen Lebens versuchen, eine noch größere Katastrophe zu verhindern. Wie die in Singapur ansässige Nachrichtenplattform The Straits Times Online berichtet, wurde ihr Blog inzwischen abgeschaltet. (kg)

17:01 The Telegraph berichtet über die „Fukushima 50“. Das sind die im Kraftwerk verbliebenen 50 Arbeiter, die derzeit im Dreischicht-System versuchen, die Reaktoren unter Kontrolle zu bringen. „Ich kann es nicht anders sagen, aber sie sind wie Kamikaze-Flieger im Krieg“, sagt Keiichi Nakagawa, Radiologieexperte an der Tokyoter Universität über diese Arbeiter. (tst)

16:56 Die deutsche Botschaft in Tokyo hat ihren Dienstbetrieb vorübergehend nach Osaka-Kobe verlagert. Die Botschaft ist dort unter der Telefonnummer +81-6-6440-5070 erreichbar. Das Auswärtige Amt empfiehlt allen Deutschen „aus der Region um die Atomkraftwerke Fukushima und dem Großraum Tokyo/Yokohama vorübergehend nach Osaka oder über Osaka ins Ausland auszuweichen.“ (jb)

16:45 Auf der Suche nach einer trockenen, warmen Unterkunft haben einige Japaner Zuflucht in einem Museum in Minamisanriku gefunden. (tik)

Foto: Paula Bronstein/Getty Images

16:42 Die japanische Atomsicherheitsbehörde Nisa beschreibt in einer Mitteilung die derzeitige Situation an den verschiedenen AKW. (tst)

16:32 Die japanische Währung Yen hat heute zeitweise den höchsten Wert seit Ende des Zweiten Weltkrieges erreicht. Das macht es für die ohnehin geschwächte japanische Exportindustrie schwieriger, ihre Waren im Ausland zu verkaufen. Ein Dollar war zwischenzeitlich nur noch 76,36 Yen wert, womit die japanische Währung so viel kostete wie seit 66 Jahren nicht mehr. (dpa/tst)

16:25 Ein Video von Tepco, mit Aufnahmen aus seinem Helikopter, der über Fukushima-1 fliegt. Sehr nahe, wenn auch teils verwackelte Aufnahmen. (nk)

16:17 Das japanische Gesundheitsministerium hat Grenzwerte für Lebensmittel und Trinkwasser veröffentlicht. Sie legen fest, wie viel radioaktives Jod, Uran oder Cäsium sie enthalten dürfen. Die Erklärung (hier auf englisch) verlangt, dass alle Nahrung getestet werden muss, um zu verhindern, dass kontaminierte Lebensmittel verteilt oder verkauft werden. Die Grenzwerte sind in Becquerel pro Kilogramm angegeben und teilweise strenger als jene, die in der EU gelten. (kb)

16:05 Die Lufthansa leitet ihre Tokyo-Flüge noch eine weitere Woche nach Osaka und Nagoya im Süden Japans um. Vorerst sollten alle in die japanische Hauptstadt geplanten Flüge bis Montag, den 28. März umgelenkt werden, teilte die Fluggesellschaft mit. Aus Frankfurt fliegt die Lufthansa einmal täglich nach Nagoya und Osaka, ab München einmal täglich nach Osaka. (tgr)

16:00 Die Polizei hat die Zahl der Todesopfer erneut nach oben korrigiert. 5692 sind durch Erdbeben und Tsunami gestorben, mehr als 9500 Menschen werden vermisst, berichtet das japanische Fernsehen. (tst)

15:35 Tokyo heute Nacht, viel dunkler als sonst. Die meiste Leuchtreklame ist ausgeschaltet, um Strom zu sparen. (tik)

Foto: Adam Pretty/Getty Images

15:30 Nun beginnen auch die USA, ihre Bürger aus Japan auszufliegen. Nach Angaben des Fernsehsenders CNN werden zunächst die Familien der Diplomaten sowie Kranke zurück in die Vereinigten Staaten gebracht, berichtet der Sender unter Berufung auf Informationen aus dem State Department. Auch andere US-Bürger könnten sich melden. (tgr)

15:28 Wie groß ist das Interesse am Unglück von Fukushima? Die Deutschen suchen dieser Tage bei Google viel öfter als Franzosen oder Amerikaner nach dem Wort „Fukushima“, wie folgende Grafik zeigt. (pfa)

15:18 Der Betreiber des AKW Tepco versucht nach eigenen Angaben eine neue Starkstromleitung zum Atomkraftwerk zu legen. Die Leitung soll das Kühlsystem wieder mit ausreichend Strom versorgen. Allerdings komme der Bau aufgrund der Strahlung langsamer voran als erhofft, sagte ein Vertreter von Tepco im Sender NHK. Frühestens Freitag werde die Leitung fertig sein. Sie soll am Reaktor 2 anschließen, der bislang am wenigstens zerstört wurde. Auf NHK äußerte sich ein Experte skeptisch, ob die Maßnahme reiche, um die Kühlpumpen wieder in Gang zu setzen. Immerhin seien erhebliche Teile der Anlage inzwischen zerstört. (kb)

14:15 Ein Blogger aus Tokyo beschreibt, wie er seine Stadt gerade wahrnimmt: „In Tokyo ist das Licht langsam aus den Straßen verschwunden. Man hat die großen Bildschirme und Leuchtreklamen ausgeschaltet. (…) Mit weniger Strom sieht Tokyo aus, wie wir es uns zuvor schwer hätten vorstellen können. Diese Krise hat den Technologiengiganten Japan verwundet. Es fühlt sich an wie der Moment, in dem die Titanic den Eisberg gerammt hat und nun voll Wasser läuft.“ (nk)

13:30 Rückkehr ins zerstörte Gebiet: Ein Japaner nimmt die Lage in seinem Heimatort Kensennuma in Augenschein. Der Ort liegt an der Ostküste Japans und ist schwer getroffen von dem Erdbeben. (tik)

Foto: Chris McGrath/Getty Images

13:30 Der Fernsehsender NHK hat die heutigen Kühlversuche am Reaktor 3 im Kraftwerk Fukushima-1 ausführlicher erklärt. Der erste Versuch war mit Transporthubschraubern der Armee am Nachmittag (Ortszeit) unternommen worden. Knapp 40 Minuten lang schleppten sie jeweils 7,5 Tonnen Wasser zum Kraftwerk und warfen es über dem am stärksten zerstörten der vier Reaktorgebäude ab. Der Versuch müsse jedoch als gescheitert angesehen werden, teilte NHK mit. Die Strahlung lag vor und nach der Aktion nahezu gleich hoch. Am frühen Abend dann versuchte die Polizei mit Wasserwerfern die Ruine zu kühlen, um zu verhindern, dass die Brennstäbe schmelzen, die in einem Abklingbecken gelagert werden. Die Wasserwerfer aber mussten die Aktion nach kurzer Zeit abbrechen. Der Wasserdruck reichte nicht aus, um den Reaktor zumindest aus halbwegs sicherer Entfernung mit ihrem Strahl zu erreichen. Den dritten Versuch hat daraufhin die Armee unternommen. Um 19 Uhr 45 Ortszeit näherte sie sich dem Reaktor mit insgesamt fünf Löschfahrzeugen der Feuerwehr. Eines nach dem anderen habe seine Wasserladung auf das Reaktorgebäude abgefeuert und insgesamt 30 Tonnen Wasser versprüht. Das dauerte an die zwanzig Minuten. Ob es etwas gebracht hätte, sei noch unklar, berichtete NHK, da noch keine neuen Daten zur Strahlung vorlägen. (kb)

13:20 Ein Forscher der japanischen Atomenergiebehörde hat soeben getwittert, dass die japanische Regierung die Grenze für den absoluten Strahlenwert erhöht habe, bis zu der Arbeiter am AKW Fukushima-1 arbeiten dürfen. Zuvor lag diese Grenze bei 100mSv, nun bei 250mSv. Diese Maßnahme ist vermutlich nötig gewesen, damit die Arbeiter weiterhin legal dort eingesetzt werden können, obwohl sie gesundheitliche Schäden davon tragen werden. (sh)

13:01 Schon erstaunlich, mit welcher Schamlosigkeit einzelne Menschen jetzt versuchen, aus der Katastrophe in Fukushima ein schnelles Geschäft zu machen. Soeben erreicht uns eine E-Mail, in der die Domain www.fukushima2011.com meistbietend zum Verkauf angeboten wird. Ein Herr Lungauer aus Deutschland schreibt: „Ergreifen Sie noch heute diese einmalige Möglichkeit, eine eigene Domain für dieses besondere Thema zu besitzen. Ein Thema, welches die Menschheit, weltweit, noch Wochen, Monate und Jahre, beschäftigen wird.“ Der Herr wünscht sich für die Domain 250.000 Euro und hat sein Angebot an viele deutsche Medienunternehmen geschickt. (wb)

12:40 Die amerikanische Regierung hat eine ihrer Global-Hawk-Drohnen über das zerstörte Atomkraftwerk fliegen lassen. Die Bilder habe man der japanischen Regierung zur Verfügung gestellt, berichtet NHK. Die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt, die Drohne sei von der US-Basis in Guam gestartet und zitiert Lieutenant General Herbert Carlisle mit den Worten, es sei nicht der erste Einsatz dort gewesen und werde auch nicht der letzte sein. Die amerikanische Armee hat bereits vor einigen Tagen eine Operation namens Tomodachi (Freundschaft) gestartet, um bei der Versorgung der verwüsteten Landstriche und bei der Sicherung des Reaktors zu helfen. (kb)

12:31 „Die Leute hier sehen keine Bilder aus dem Fernsehen. Sie müssen nur rausgehen und sehen den weißen Rauch“, berichtet ein BBC Reporter live aus Yamagata, gut 100 Kilometer vom Atomkraftwerk in Fukushima entfernt. Er steht in einer Turnhalle, in der Menschen seit Tagen ausharren. In der Halle ist es dunkel und ruhig. Beklemmende Vorstellung, wie nah diese Menschen auch in dieser Nacht dem Kraftwerk sein werden. (nk)

12:20 In Japan sind die Google-Suchanfragen nach Begriffen wie „Radiation“ und „Iodine„, aber auch nach „Electricity“ steil angestiegen. Das ist verständlich. Dass aber auch in Deutschland die Google-Suchanfragen nach „Jodtabletten“ dramatisch angestiegen sind, ist eher ein Indiz für eine gewisse Hysterie hierzulande. (wb)

12:05 Nach dem Versuch, den Reaktor 3 mit Wasserwerfern der Polizei und mit Hubschraubern zu kühlen, probiert es nun die Armee vom Boden aus mit Hochdruckwasserkanonen. Der Fernsehsender NHK meldet, japanische Soldaten würden Wasser in das Reaktorgebäude sprühen, um das Becken zu kühlen, in dem sich die Brennstäbe befinden. (kb)

11:49 Nun ist es landesweit in Japan zu einem Geldautomaten-Ausfall bei der Großbank Mizuho gekommen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Probleme an den rund 5600 Geräten seien aufgetreten, als es in einigen der mehr als 400 Filialen zu einer Häufung an Abhebungen gekommen sei. Auch das Online-Banking sei zwei Mal ausgefallen. Der Grund für die Fehlfunktionen sei noch unklar. Mit den Stromausfällen in dieser Woche oder anderen Folgen des Erdbebens am Freitag habe dies aber wohl nichts zu tun. (tgr)

11:39 Das Besprühen des Reaktors 3 mit Wasserwerfern wurde eingestellt. Der Druck in den Werfern sei nicht hoch genug gewesen, um den Reaktor aus sicherer Distanz zu erreichen, berichtet der japanische Fernsehsender NHK. Näher kommen die Wasserwerfer nicht heran, dafür sei die Radioaktivität zu hoch. (kb)

11:39 Die Europäische Weltraumbehörde (ESA) hat Satellitenbilder von der veränderten Topografie Japans veröffentlicht. Die Bilder helfen, das Ausmaß der Katastrophe zu bestimmen und die Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Auch das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt Aufnahmen aus der Luft. In einer interaktiven Karte kann der Nutzer Satellitenbilder vor und nach dem Beben vergleichen. (ska)

11:33 Sechs Tage nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe ist die Zahl der Toten und Vermissten auf 14.650 angestiegen. Bislang seien 5321 Todesopfer bestätigt worden, teilte die Polizei mit. 9329 Menschen würden noch vermisst. Außerdem seien bei der Katastrophe am Freitag vergangener Woche knapp 2400 Menschen verletzt worden. Wenige Stunden zuvor hatte die Polizei noch von fast 5200 Toten und gut 8600 Vermissten gesprochen. (tgr)

11:20 Nach den Zwischenfällen in den japanischen Atommeilern sind in Frankfurt bislang keine verstrahlten Flugzeuge angekommen. Der Flughafenbetreiber Fraport lasse alle Maschinen aus Japan auf erhöhte Werte überprüfen, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Bislang sei dabei keine höhere Radioaktivität festgestellt worden. Pro Tag kommen sieben Maschinen aus Japan in Frankfurt an – dabei fünf Passagierflieger und zwei Frachtmaschinen. (Reuters/tgr)

11:20 Unter „Write for Tohoku“ hat sich eine Gruppe japanischer Autoren zusammengetan. Sie wollen in den nächsten zehn Tagen Kurzgeschichten für ein eBook sammeln. Dafür suchen sie noch weitere Autoren, Fotografen und Übersetzer. Alle Einnahmen aus dem Verkauf wollen sie an das Rote Kreuz Japan spenden. Das Buch soll den Lesern auch die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Japaner näher bringen. Eine nette Aktion der Selbsthilfe, finde ich. Jeder hilft mit den Mitteln, die er hat. (nk)

11:15 In China stehen Menschen vor einem Stand, der Salz verkauft. Es droht langsam auszugehen. Die Menschen fürchten, die nächsten Lieferungen aus Japan könnten mit Strahlen belastet sein.

Foto: dpa
Foto: dpa

10:47 Japans Regierungssprecher Yukio Edano hat bestritten, dass die Behörden Informationen über die Situation rund um die Atomanlagen zurückhielten, meldet die BBC. „Die Informationen, die wir auf der japanischen Seite sammeln, geben wir natürlich an die Behörden der Vereinigten Staaten weiter. Aber es gibt Verzögerungen, bis die Informationen bereitgestellt werden können“, sagte Edano. (nk)

10:30 Shioyama twittert aus Tokyo: Wir haben seit Tagen die Heizung aus. Inzwischen dürfte es fast Null Grad sein. Die Hände sind kalt, Tippen ist schwierig. (ft)


we’ve had the heating off for days, but until now the weather hasn’t been too cold. now it must be almost zero. hands cold, hard to type.less than a minute ago via web

10:20 Grafik der Strahlungswerte im AKW Fukushima-1 in den vergangenen Tagen. Insgesamt gehen sie nach oben, in der Spitze wurden 11.000 bis 12.000 Mikrosievert pro Stunde gemessen. (kb)

Strahlenwerte in Fukushima-1

10:00 Der Kraftwerksbetreiber Tepco hat die Bahngesellschaften im Großraum Tokyo gebeten, in der abendlichen Stoßzeit zehn Prozent weniger Züge einzusetzen. So hofft Tepco, einen Totalausfall der Stromversorgung der Großstand verhindern zu können. (kb)

09:46 Tumult im Bundestag: Während Angela Merkels Regierungserklärung zum Thema Atom-Moratorium macht die Opposition immer wieder durch lautstarke Zwischenrufe ihrem Unmut Luft. Es sei scheinheilig, dass die Kanzlerin und ihre Regierung sich nun als atomkritisch präsentieren. (dah)

08:43 Die Atomkrise hat offenbar auch in China Sichtweisen verändert. China – es will in den nächsten Jahren 27 Atomkraftwerke bauen – hat nach einem BBC-Bericht angekündigt, seine Atomstrategie zu korrigieren. Die Sicherheitsstandards müssten überarbeitet werden, bevor neue Atomkraftwerke ans Netz gehen. Sogar die Arbeiten an Kraftwerken, in denen bereits Bauvorbereitungen getroffen seien, würden bis dahin eingestellt. Gleichzeitig fordert die Regierung, Japan müsse die Welt „schnell und genau“ über die Lage am gefährdeten Reaktor informieren. (cb)

08:30 Die Angst vor einer Strahlenwolke aus Japan hat im vergleichsweise nahe gelegenen Südchina zu einem Engpass an Speisesalz geführt. Speisesalz? Die besorgten Käufer hoffen offenbar, dass das darin enthaltene Jod vor Strahlenfolgen schützen könne, meldet die Nachrichtenagentur AFP. Eine Mitarbeiterin eines Supermarktes in der südchinesischen Stadt Guangzhou sagte, die Nachfrage nach Salz sei derart gestiegen, dass die Filiale es nun rationiere. „Viele Leute stehen für jodiertes Salz an, wir müssen das kontrollieren. Jeder Kunde darf nur zwei Packungen kaufen.“ Das darin enthaltene Jod ist jedoch in der Menge zu gering, als dass es im Notfall tatsächlich helfen könnte. (dah)

07.50 Dem Großraum Tokyo droht ein großflächiger Stromausfall. Handelsminister Banri Kaieda sagte, dies könne geschehen, wenn die Stromnachfrage weiter steige. (cb)

07.05 Den Arbeitern, die sich um das AKW Fukushima-1 bemühen, wird weltweit großer Respekt gezollt. Sie nehmen das Risiko auf sich, lebensgefährlicher radioaktiver Strahlung ausgesetzt zu werden. Nun sieht es so aus, als könne die Zahl von Einsatzkräften direkt im Zentrum der drohenden Atomkatastrophe erhöht werden. Freiwillige wollen die Arbeiter unterstützen, meldet die britische BBC. Darunter seien Angestellte des AKW-Betreibers Tepco sowie anderer Firmen. Sie wollten die eskalierende Lage unter Kontrolle bringen. Unter Berufung auf die Agentur Jiji Press meldete BBC weiter, dass einer der Freiwilligen ein 59 Jahre alter Mann sei, der bereits vier Jahrzehnte in Atomkraftwerken gearbeitet habe und eigentlich in sechs Monaten in Ruhestand wollte. (dah)

06.30 Die offiziell bestätigte Zahl der Opfer von Beben und Tsunami liegt jetzt bei 5198. (dah)

06.20 US-Präsident Barack Obama hat Japan volle Unterstützung beim Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami zugesagt. Obama habe mit Japans Ministerpräsident Naoto Kan telefoniert und ihn über mögliche Hilfsmaßnahmen der USA informiert, teilte das US-Präsidialamt am Mittwoch mit. (dah)

06.06 Die Situation im havarierten AKW Fukushima-1 ist auch nach dem Einsatz von Hubschraubern, die Kühlwasser brachten, unverändert bedrohlich. Die Intensität der radioaktiven Strahlung sei nicht verändert worden. Die Dosis sei gleich geblieben, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den AKW-Betreiber Tepco. Der Fernsehsender NHK berichtete ebenfalls von unveränderten Werten. (dah)

05.40 Tonnenweise Wasser haben Hubschrauber zur Kühlung zum AKW Fukushima-1 getragen und auf Reaktor 3 abgeworfen. Die Helikopter seien mit Bleiplatten von unten gegen Radioaktivität geschützt, hieß es vom japanischen Fernsehen. Dennoch sei es nicht möglich, sich länger im Luftraum über dem Kraftwerk aufzuhalten. Das Wasser sei im Vorbeifliegen abgeworfen worden. (dah)

38 Kommentare

  1.   Daniel Schumann

    @ The Fukunauts 50: There´s an old myth about to be reborn. Where are the Homers to set it in words? Maximum respect to all the technokrats who sacrifice their lives to the Big Maschine…


  2. Tonnenweise Wasser? Seit wann werden denn Wassermengen in Tonnen und nicht mehr Liter angegeben? Moechte die ZEIT hier das Gefuehl vermitteln, es werde ganz GROSS was getan, TONNENWEISE Rettung sozusagen?

    Man moege sich doch die Bilder anschauen, wie die Fingerhuete von Wasser bei Auftreffen auf die gluehenden Reaktoren verdampfen

    tonnenweise bulls*#t

  3.   Atan

    Ein wirklich unheimliches Szenario – all diese Aktionen sind echte Verzweiflungstaten, denen man dennoch so sehr Erfolg wünschen möchte.
    In meinen Augen stellt es übrigens nachträglich der enormen sowjetischen Mobilisierung zur Unterdrückung des Tschernobyl-Desasters ein Ehrenzeugnis aus, ich bedauere sehr, dass man bisher keine ukrainischen und russischen Experten hinzugezogen hat, da dort die einzigen Spezialisten sitzen, die jemals INES 7 und INES 6-Katastrophen mit einiger Wirksamkeit bekämpft haben.
    Leider ist der Hochmut der japanischen Bürokraten, das völlig eigene Scheitern einzugestehen, wohl noch zu stark.
    Zum anderen müsste man eigentlich erwarten, dass die enorme internationale Gemeinschaft der Nuklearapologeten, die Atomkraft immer als sicher angepriesen hat, sich nun wirklich freiwillig meldet und bereit ist, aus ihren Überzeugungen die Konsequenzen zu ziehen. Jetzt müssten sie beweisen, dass sie den Mut haben, die Katastrophe ohne Rücksicht auf eigene Verluste niederzukämpfen – oder in Zukunft für immer schweigen.

  4.   c0mmanderKeen

    @Doctrange,

    In Sachen Wissenschaft und Technik wird Wasser oft in Tonnen angegeben, vor allem, wenn das Gewicht von größerer Relevanz ist als das Volumen. Darüber hinaus ist die numerisch kleinste Einheit meist die beste, und es gibt weder kilo- noch megaliter. Sie scheinen mir wenig Ahnung von der Materie zu haben; jedoch meinen Sie, Kuhscheisse zu identifizieren. Ich habe auch zweifel an den Nachrichten, hänge dies aber nicht an tonnenweise Unsinn auf.

    Das Verdampfen ist genau Sinn der Sache. Wenn Wasser verdampft, kühlt es die Umgebungstemperatur !

  5.   Marc Nölle

    Nicht alle haben in Bezug auf die Katastrophe die gleichen Sorgen. Dresdens Marketingchefin z. B. scheint eher die Frage zu quälen, welche Auswirkungen die Katastrophe auf den Tourismus in Dresden hat. Sie verkündet in Bezug auf ein nun mögliches Ausbleiben japanischer Touristen in Dresden: „Wenn sich die Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis auf die bisher betroffenen Gebiete beschränken, gehen wir davon aus, dass es keine großen Ausfälle gibt“ (Quelle: http://www.dnn-online.de/nachrichten/sachsen/japanische-touristen-halten-an-reiseplaenen-nach-dresden-und-leipzig-fest/r-sachsen-a-22634.html).

    Diese Äußerung von Dresdens Marketingchefin ist komplett daneben, extrem peinlich und unhaltbar – und das sind noch sehr diplomatische und zurückhaltende Bewertungen, angesichts der Kette von Katastrophen, die Japan aktuell erlebt.

    Tausende Menschen werden vermisst, tausende Leichen schwimmen im Meer, die Auswirkungen der Folgekatastrophe in Fukushima sind unabsehbar. Versteht man Bunge richtig: Sofern oder da es sich bei den Obdachlosen, Vermissten, Strahlenopfern und Leichen nicht um potenzielle Dresden-Touristen handelt, muss Dresden nicht mit nennenswerten „Ausfällen“ rechnen – folglich muss sich die Stadt auch keine Sorgen machen, dass die Anzahl von 40.532 japanischen Touristen (2010) im laufenden Jahr 2011 entscheidend unterschritten wird?

    Frau Bunge spricht als Chefin des städtischen Unternehmens Dresden Marketing GmbH und damit offiziell und im Namen der Stadt – das ist den Verantwortlichen in Dresden hoffentlich bewusst.

    Man kann im Sinne von Dresden wirklich nur hoffen, dass die unsägliche Bemerkung der städtischen Marketingbeauftragten personelle Konsequenzen hat. Andernfalls besteht die ernst zu nehmende Gefahr, dass sich die Angelegenheit zu einem handfesten, politischen Skandal ausweitet! Der amtierende Dresdner Bürgermeister und DMG-Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Hilbert ist jetzt wohl gefordert, rasch zu handeln!

  6.   jetstar

    In dieser Kategorie kann die Menge auch gut in Tonnen angegeben werden. Würde es doch fast sensationeller klingen, wenn man sagt es wurden 50.000 Liter Wasser abgeworfen. Was ca 10 Anflüge entsprechen dürfte.

  7.   densen

    @ Hr. Nölle – der Link funkioniert nicht.


  8. Für Deutschland muß man sich in diesen Tagen schämen. Vor wenigen Wochen war das Land selbst von Schneefällen lahmgelegt und für Tag in Hilflosigkeit erstarrt. Der miserable Zustand der Infrastruktur wurde offensichtlich. Fast wären Menschen im Zug oder auf der Autobahn erfroren. Die Zustände am Frankfurter Flughafen waren teilweise nur noch peinlich.
    Jetzt schaut das Land am Fernseher zu, wie die Menschen in Japan in Notunterkünften frieren. Als wären die Bilder aus Japan Teil eines Videospiels. Die Politiker und politisch angehauchten Bürgerinitiativen nehmen ihre Endlosdiskussionen wieder auf. Man wünscht den Leuten einen Zahnarzt, der ihnen erstmal einen mehrstündigen Lehrvortrag über gesunde Ernährung hält, bevor er sich dem tobenden Zahnnerv widmet.

  9.   gUEVARA jÜNGLING

    Es muss was getan werden im rheinland (was erdbeben gebiet ist) steht auch ein AKW Merkel ist mal wieder vor der Atomlobby eingebrochen es wird zeit die Lobbyisten Regierung abzusetzen „!

  10.   from

    Der vielfache Reaktorunfall in Japan wird, so glaube ich, den Bau vieler neuer, moderner und vor allem zusätzlicher Reaktoren auslösen.

    Wenn man der Berichterstattung glauben darf, so könnte die wichtigste Ursache für die nukleare Katastrophe der Unwille der Kraftwerksbetreiber gewesen sein, einen Wellenbrecher zu bauen der 10 Meter hohe Wellen zurückhalten kann. Ausserdem scheint das Katastrophenmanagement nicht generalstabsmässig organisiert zu sein (siehe Kommentar von Atan am 17. März 2011 um 08:37 Uhr). Es sind „handwerkliche“ Dinge die, so schient es zumindest, schiefgelaufen sind und wenig mit der prinzipiellen Sicherheit der Atomenergie zu tun haben. Nur ein Atomkraftwerk von Vielen hat fast das Zerstörerischste, was die Natur zu bieten hat, nicht überstanden. Der Gedanke liegt nahe, dass die Atomkraft sehr sicher genutzt werden kann solange man die Dinge, die in Fukushima falsch gelaufen sind, in Zukunft besser macht.