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Prozessprotokolle verfilmt – Das Medienlog vom Donnerstag, 2. Januar 2014

 

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung verarbeitet den Prozess in einem Multimediaprojekt: Die Redaktion veröffentlicht Auszüge aus den täglichen Mitschriften der Reporter und ließ ausgewählte Szenen für Videos nachsprechen.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Auf der Website des freitags erscheinenden SZ-Magazins ist das Projekt in einem Artikel angekündigt, der auch ein wenig über Schauspieler und Entstehung erzählt. Das Blog Publikative.org zitiert vorab Passagen aus den Protokollen, die dem Magazin besonders denkwürdig erschienen – etwa den Geschäftspartner des NSU-Opfers Theodoros Boulgarides, der die Ermittlungen nach dem Mord als “die totale Zerstörung” beschreibt. Viele Zeugen, schreibt der Autor, seien empathielos und uneinsichtig – das gelte besonders für die Ermittler. “Immer wieder wird aus den Protokollen deutlich, dass die gesellschaftliche Dimension der Mordserie vor Gericht eben nicht zur Verhandlung – und damit auch nicht zur Debatte – steht.”

Voraussichtlich am 16. Januar wird sich der Münchner Staatsschutzsenat mit dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter befassen, die im April 2007 auf einem Parkplatz in Heilbronn erschossen wurde. Die Wochenzeitung Kontext thematisiert, dass der baden-württembergische Fall von allen NSU-Morden bisher nur wenig verhandelt wurde: Sie zitiert den Vizelandesvorsitzenden der baden-württembergischen FDP, Hartfrid Wolff: “Beim Mord in Heilbronn sind wir seit dem 4. November 2011 keinen Schritt weiter.” Ein Grünen-Politiker bezeichnet den Fall als “weißesten Fleck”.

Keine Berichte in englischsprachigen Onlinemedien.

Das nächste Medienlog erscheint am Freitag, 3. Januar 2014.

1 Kommentar

  1.   Anne Angermueller

    Der Prozess ist mir ein Rätsel. Habe die Mitschrift in der Süddeutschen gelesen und bin erstaunt über die wenigen konsequenten Nachfragen des Richters Götzl.
    Die Vorgehensweise kommt mir lustlos und wenig erhellend zu den Tathergängen vor.
    Die meisten Zeugen bleiben vage und das geht ganz einfach durch auch, wenn sie sich offensichtlich innerhalb ihrer eigenen Aussagen widersprechen. Dass der Richter das nicht mal konstatiert, finde ich mehr als merkwürdig.
    Die Agehörigen der Opfer tun mir unendlich leid!