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Wie lange kann Zschäpe noch schweigen? – Das Medienlog vom Montag, 27. April 2015

 

Seit zwei Jahren macht Beate Zschäpe von ihrem Recht Gebrauch, vor Gericht zu den Anklagevorwürfen zu schweigen. Das fällt ihr jedoch zunehmend schwerer, wie aus dem Schreiben eines Gerichtsgutachters hervorgeht, aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitiert. Sei ihr das Schweigen zu Beginn noch leicht gefallen, so empfinde sie es nun als „belastend“.

Der Zustand könnte in Zusammenhang mit ihrer Persönlichkeit stehen, legt die Expertise nahe – der Psychiater bezeichnet Zschäpe darin als „narzisstisch“. Das Gutachten könnte erklären, warum Zschäpe sich vor Gericht so nervös verhalte, sobald dort private Dinge über sie besprochen werden, heißt es in der dpa-Meldung.

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Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 28. April 2015.

5 Kommentare


  1. „Der Zustand könnte in Zusammenhang mit ihrer Persönlichkeit stehen, legt die Expertise nahe – der Psychiater bezeichnet Zschäpe darin als „narzisstisch“. Das Gutachten könnte erklären, warum Zschäpe sich vor Gericht so nervös verhalte, sobald dort private Dinge über sie besprochen werden, heißt es in der dpa-Meldung.“
    Das war mal wieder ein Riesenschritt in Richtung Aufklärung der Mordserie, für die der sogenannte NSU verantwortlich gemacht wird. Wo bleibt eigentlich die Sachaufklärung?! Zschäpe wird also nervös, sobald im Gericht private Dinge über sie geäußert und besprochen werden. Das ist echt ein Ding. Da wird über privateste Angelegenheiten von Frau Zschäpe gesprochen, oft nur vom Hörensagen, sie hat für sich beschloßen zu Schweigen und wird dann nervös. Völlig klar, hier muss eine narzisstische Perönlichkeitsstörung vorliegen…
    Apropos Gerichtsgutachter, ich dachte Zschäpe wollte Schweigen. Mich würde schon einmal interessieren, wie das mit dem Gutachten und der Schweigepflicht eines Arztes oder Gutachters bei angekündigtem Schweigen der Beschuldigten (Zschäpe hat ja schon einmal ein psychiatrisches Gutachten im Prozess abgelehnt!) gelaufen ist. Das klingt ein bißchen merkwürdig und geht auf den ersten Blick auch nicht so richtig zusammen?!

  2.   Chris Spe

    Da Frau Zschäpe offensichtlich wirklich diejenige Person ist, welche auf zahlreichen Fotos zusammen mit den beiden Uwes zu sehen ist, wäre es für sie sicherlich vorteilhaft, einmal reinen Tisch zu machen. Warum gab sie sich mit denen ab? Was bewog sie zum Mittun? Welchen Vorteil bietet Schweigen gegenüber verteidigender Rede? Steht sie nach wie vor zur Ideologie des NSU? Wenn ja, warum diese dann nicht verteidigen, sie, für die man jahrelang ein freies Leben entbehrte? Ihr, Zschäpes, Verhalten ist nicht dazu geeignet, Theorien auszuräumen, man übe Druck aus.
    ___________________________
    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Verschwörungstheorien.

  3.   tacheles

    Ein Beschuldigter nutzt sein GrundGesetzlich verbrieftes Schweigerecht z.B. weil sein ihm nach unseren Gesetzen zustehender Verteidiger dazu rät?
    Oder weil er gute Gründe hat zu Schweigen?
    Z.B weil der Angeklagte in dem verhandeltem Fall unschuldig aber für eine nicht bekanntgewordene Straftat verantwortlich ist
    „Druck auszuüben“ auf Beschuldigte ist nach unseren Gesetzen eine Straftat!
    Siehe den Fall GÄFFGEN!
    Was verstehen Sie unter „Mittun“ und wobei soll Frau Ihrer Meinung nach „mitgetan“ haben?
    Woher wissen Sie ob es in diesem speziellem Strafprocedere für die Angeklagte vorteilhaft wäre ihr Schweigen zu brechen?
    Denn wir wissen nicht welche Strategie die 3 Strafverteidiger verfolgen!
    Da die Existenz einer Dreierverschwörergruppe bislang nocht nicht einmal in Ansätzen bewiesen wurde ist ihre Frage nach dem Festhalten der Angeklagten an einer in ihrer Existenz nicht sicher nachweisbaren Idiologie nicht zu beantworten!
    Anscheinend lebte die Angeklagte ja etliche Jahre unbehelligt ein „freies Leben“ und brauchte ein solches nicht zu entbehren?
    Welche Theorien möchten Sie ausgeräumt haben?
    Es ist keinesfalls in unserem demokratischem Rechtssystem die Aufgabe von Angeklagten „Theorien auszuräumen“!
    Auch darf das zugebilligte Schweigen nicht als Schuldanerkenntnis gewertet werden!
    Theorien über die Schuld der Angeklagten zu verifizieren ist die Aufgabe der Anklagebehörde und das auch nur in Bezug zu den strafbewehrten Vorwürfen!
    Die Aufgabe des erkennenden Gerichtes im Strafprozess ist es dann über die Schuld der Angeklagten unparteiisch zu urteilen und eine angemessene Strafe zu verkünden.

  4.   Grau

    „wäre es für sie sicherlich vorteilhaft, einmal reinen Tisch zu machen.“
    Warum?
    Um die Neugier der Öffentlichkeit zu befriedigen?

  5.   tacheles

    4 @
    Es existiert in unserem demokratischen System keine „Pflicht“ des Beschuldigten bei der Aufklärung der Vorwürfe mitzuwirken!
    Es ist die Aufgabe der Anklagebehörde unwiderlegbare Beweise für die Tatvorwürfe dem erkennendem Gericht vorzutragen!
    Deshalb hat der Gesetzgeber mit Bedacht hohe Hürden VOR der Aufnahme eines Strafprozesses aufgerichtet.
    Dadurch sollen willkürliche Beschuldigungen und fadenscheinige Anklagen ausgeschlossen werden.
    Deshalb prüft das erkennende Gericht auch so sorgfältig ob eine Anklage überhaupt seriös begründet ist.
    Und verwirft haltlose Beschuldigungen.
    Deshalb werden die Bilder der Beschuldigten und die Namen unkenntlich gemacht.
    Und man stelle sich vor ein Unschuldiger steht vor den Schranken des Gerichts?
    Ungeübt in den Spitzfindigkeiten der Strafgesetze?
    Wie leicht kann er sich in Widersprüchlichkeiten verstricken?
    Deshalb wird einem mittellosem Angeklagten mindesten ein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt!
    Und deshalb gilt für JEDEN der NICHT letztendlich verurteilt ist die UNSCHULDSVERMUTUNG!
    DAS ist es was unser demokratische Rechtssystem von willkürlichen „Rechtssystemen“ unterscheidet!
    Die unseligen Zeiten des sog. „Volksgerichtshofes“ unter dem „Vorsitzenden“ ROLAND FREISSLER und dem dort vorherrschendem „Gesinnungsstrafrecht“ haben die Gründer der BRD bewogen mittels eines demokratischen und einem nach den „Allgemein anerkannten Menschenrechten“ ausgerichtetem Gesetzeswerk solches Unrecht auf ewig zu verhindern!