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236. Prozesstag – Die Pläne des NSU

 

Update: Weil erneut der Antrag der Anwälte des Mitangeklagten Ralf Wohlleben verhandelt wurde, werden die Zeugen auf einen anderen Termin umgeladen.

Eins der Beweismittel, das Ermittler im niedergebrannten Haus des NSU in Zwickau zuhauf fanden, waren Stadtpläne. Für etliche deutsche Städte hatte das Trio Landkarten besorgt, auf denen Markierungen eingetragen waren. Sehr wahrscheinlich wertete der NSU so lohnende Ziele für Anschläge und Banküberfälle aus. Erstmals beschäftigt sich das Gericht heute systematisch mit der Planung mittels Stadtplänen. Dazu sind vier Ermittler geladen.

Ausgewertet werden Pläne von Nürnberg, wo der Imbissbetreiber Ismail Yasar ermordet wurde, von Kiel, von Dortmund, wo der der Kioskinhaber Mehmet Kubasik starb und von anderen Städten. Zudem geht es um Ermittlungen zu Autos, die der NSU gemietet hatte.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

14 Kommentare

  1.   bx16v

    Sehr vorteilhaft wenn die Ermittler „haufenweise Beweise“ unversehrt im Brandschutt vorfinden?
    Waren die Stadtpläne feuerfest?
    Und wie „sehr wahrscheinlich“ ist es das die Stadtpläne der Verbrechensvorbereitung dienten?

  2.   Klares Feld

    @bx16v:
    Frau Zschäpe hat vier Verteidiger. Wenn nicht einmal die vermuten, daß der Tatort präpariert sein könnte, dann erübrigt sich das Debattieren über entsprechende Verschwörungstheorien.

  3.   izquierd

    @Klares Feld

    „Frau Zschäpe hat vier Verteidiger. Wenn nicht einmal die vermuten, daß der Tatort präpariert sein könnte, dann erübrigt sich das Debattieren über entsprechende Verschwörungstheorien.“

    Soso, Verschwörungstheorien. Okay, die vier Verteidiger haben bisher in ihrer Verteidigung nichts bzgl. möglicher Tatortpräparationen durch Dritte angeführt. Aber das heißt zunächst einmal rein gar nichts, dies sagt zunächst lediglich etwas über die Verteidigungsstratgie der Anwälte aus. Ich würde hier vermuten, dass die Differenzen zwischen Zschäpe und ihren Anwälten genau aus diesen Strategiefragen resultieren.
    Aber Sie haben den Knackpunkt des gesamten Prozesses bereits angesprochen. Dies sind eben die möglichen Tatortpräparationen durch Dritte. Nichts bringt bisher direkt das Trio mit den Taten bzw. Tatorten in Verbindung, außer die wie auf dem Präsentierteller augetauchten Funde im Wohnmobil und in der Wohnung Zschäpes, welche entweder für einen ausgeprägten Sammelfetisch an (belastbaren) Material ihrer Straftaten sprechen, oder aber für eine leergeräumte Asservatenkammer in irgendeiner Behörde. Und es gibt Hinweise für Tatortmanipulationen. Ich kann Ihnen hier u.a. die 3sat-Doku „Kampf um die Wahrheit“ empfehlen, die auch diesen Fragen nachgeht: https://www.youtube.com/watch?v=I4viFr6g6-U
    Wenn Sie zu den möglichen Tatortmanipulationen noch mer Details möchten, dann empfehle ich ihnen den Abschlussbericht des PUA in Thüringen zum NSU, auf den sich jaauch die Doku bezog (Quelle: http://www.thueringer-landtag.de/imperia/md/content/landtag/aktuell/2014/drs58080.pdf, so ab Seite 1568 kommt der relevante Teil). Diese ganzen Ungereimtheiten in den Ermittlungen und an den Tatorten inkl. wahrscheinlicher (möglicher) Tatortmanipulationen haben ja dann auch dazu geführt, dass es jetzt in Thüringen einen weiteren Untersuchungsauschuss gibt, der genau diesen Fragen nachgehen soll. Auch hier gibt es schon erste Ergebnisse: http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/NSU-Sollte-das-Wohnmobil-in-Eisenach-explodieren-762586426
    Sie sehen, es spricht einiges für die These, dass die Tatorte möglicherweise manipuliert wurden. Zumindest muss und sollte man dieser These ernsthaft nachgehen. Der PUA in Thüringen hat dies gemacht und macht dies noch. Aber schon klar, dass sind dann wohl auch alles Verschwörungstheoretiker…

  4.   Fliegenklatsche

    Warum aber wirklich warum wird immer wieder an das manipulieren der Tatorte geglaubt?
    Reichen die Beweise nicht?
    Die Ziele haben alle einen hintergrund und wenn man den kennt erkennt man auch schnell das Muster des NSU und ihr Ziel.
    Das Trophähen Sammeln lag darin das sich damit geschmückt werden sollte und das was die beiden da getan haben auch wirklich ihnen zugeordnet werden kann und niemanden anderen, schon ein gewisser Eitel den die Täter da verfolgten.

    Das sie bis zu schluss unterstützer hatten ist fast klar, nur schwer belegbar und ob die von ihren taten wussten genauso unklar.

  5.   bx16v

    Klares Feld #
    Gut das Sie diesen wichtigen Punkt ansprechen!
    Anscheinend ist nicht nur mir die seltsame „Untätigkeit“ der 3 bisherigen Verteidiger aufgefallen?
    Die trotz der zahlreichen im Laufe des Procederes vor Gericht aufgetauchten Widersprüche, Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten nicht adäquat intervenieren!
    Es handelt sich übrigens m.E. nicht um „Verschwörungstheorien“!
    Sondern um den Versuch sich einen Reim auf „Zufälle“ und „Unerklärbares“ zu machen.
    Der vierte neu hinzugekommene Verteidiger scheint eine Art „Vertrauensperson“ der Angeklagten zu sein und muss sich verständlicherweise erst einmal in diesen Mammutprozess einarbeiten bevor er begründet insistieren kann.

  6.   bx16v

    Fliegenklatsche#
    Ich darf Sie auf die Widersprüchlichkeit Ihres Denkansatzes aufmerksam machen?
    Einerseits soll es sich um dumpfe rechtsradikal verwirrte Mörder gehandelt haben?
    Andererseits um „Eiskalte“ alles in Erwägung ziehende Profikiller?
    Profikiller hinterlassen aber NIEMALS irgendwelche Zeugen, Spuren oder Beweismittel!
    Und NIEMALS schleppen solche „Mordexperten“ verräterisches Beweismaterial mit sich herum.
    Und es ist bisher kein Fall bekannt wo sich solche kaltblütigen und schwer bewaffneten und noch dazu in Deckung befindlichen Profikiller beim Anblick von 2 nahenden Streifenpolizisten ad hoc gegenseitig niederschießen!
    Dazu werden diesen beiden Verdächtigen auch noch brutale Banküberfälle vorgeworfen.
    Wo die Möglichkeit des frühen Auftauchens von Polizeikräften immer gegeben ist.
    Glauben Sie das sich in einem solchen Falle die beiden Beschuldigten auch sofort gegenseitig geselbstmordet hätten?
    So etwas gibt’s nur in Krimipersiflagen!

  7.   fliegenklatsche

    @bx16v
    es waren zwei Täter die völlig unterschiedlicher natir waren, der eine eher dreist und fast schon dumm der andere er gebildet und ziemlich schlau, was aber beide gemeinsam hatten war der spaß daran sich gegen größere macht ausübende zu profilieren weil sie bei ihnen nicht anerkannt waren.
    Der eine hat es nur geduldet das er erschosen wurde, seine ausichten waren wohl zu schlecht für ihn das er hätte sich stellen wollen.
    Die Trophäen kammen sicer nur auf wunsch eines der beiden Mitglieder der andere duldete es weil er ihn zu seinem vorhaben brauchte.

    Sagen Sie niemals nie!

    Vielleicht haben sie aus ihrer sicht keine Zeugen Spuren oder Beweismittel wie man ja bei der ehemaligen Wohung sieht hinterlassen.

    Das die ganze Sache wie eine Krimipersiflage auf manche Menschen wirkt kann ich nachvollziehen. Soetwas gab es wohl noch nie, aber man muss auch mal die Umstände genauer beleuchten aus denen es entstanden ist wie sich Menschen aus dem Umfeld in ihrer Situation sehen und was sie empfinden.
    Wie bei den RAF Anschlägen kann es gut möglich sein das sich nicht alle Taten aufklären lassen, das kann wenn auch daran liegen das vieles zu lange her ist und zu wenig Zegen sich nach so vielen Jahren noch an irgendetwas erinnern können.
    Oder sie zu Mittätern gemacht wurden ohen etwas davon zu ahnen und heute deswegen als Zeugen schweigen weil sie sich ja ab da an selbstbelasten würden und warum soll sich ein Mensch das antun wenn er unschludig st es aber eigentlich nicht beweisen kann?
    Es würde an den Tatsachen nichts mehr ändern.

  8.   bx16v

    fliegenklatsche#
    Nur wenn man felsenfest von einer Täterschaft der beiden bereit verstorbenen Beschuldigten ausgeht gelingt es das Konstrukt eines bestiimtenTatherganges an den Verdacht „anzupassen“.
    Ermittler müssen allerdings ergebnisoffen an die Aufklärung von Verbrechen herangehen.
    Da bisher keine gerichtsfesten Strengbeweise im Prozess vorgelegt wurden bleibt die Täterschaft für die sog. „Dönermorde“ bislang ungeklärt.
    Es ist schwer vorstellbar das die von Ihnen vermutete Täterkonstellation solange erfolgreich bzw. unentdeckt geblieben wäre?
    Die Erfahrung lehrt das ein „dummes“ Bandenmitglied sehr schnell zur Entdeckung und Verhaftung einer ganzen Bande beiträgt.
    Denn solche „Schwachstellen“ in einer kriminellen Vereinigung neigen dazu großsprecherisch und angeberisch mit ihren „Taten“ zu prahelen oder sich anderweitig durch Unvorsichtigkeit zu verraten.
    Auch sind solche „Risikofälle“ in einer Verschwörergruppe kaum in der Lage bei den beabsichtigten Terrorakten „Effektiv“ mitzuwirken.

  9.   arkaim

    fliegenklatsche#
    OK, Sie glauben es fleißig, dass diese „erfahrene Killer“, als sie die Polizisten gesehen haben, sofort ihre Hosen voll gehabt haben, und zwar so voll, dass Sie sich gleich erschoßen haben.
    Sagen Sie aber bitte, warum sollten dann sie sich samt Wohnmobil verbrennen?
    ….
    Mir fällt nur das ein: das waren sehr „verfassungsschutzfreundliche“ Killer, sie haben sich freundlicherweise erschossen, weil gegen Toten keinen Prozess möglich ist (heißt: die Toten können sich juristisch nicht verteidigen, folglich, man kann sie so beschuldigen wie man will).
    Dann verbrennen sie auch WoMo. Um die Indizien zu vernichten. Welche? Gegen wen? Wenn sie tot sind, können sie auch die Beweise gegen sich nicht interessieren: der Prozess gegen Toten ist sowieso unmöglich! Gegen wen Indizien wollten sie vernichten? Na gegen Falsifikatoren, natürlich!

  10.   bx16v

    arkaim#
    Aber obwohl gegen Tote kein Prozess eröffnet werden kann
    können diese doch anscheinend für schuldig erklärt werden?
    Und daraus resultierend „Beihelfer“ angeklagt werden?
    Ich hätte erwartet das die Verteidiger der beklagten Z. ganz dezidiert auf diesen Umstand hinweisen würden?
    Und stringent behaupten würden das die beiden in dem WoMo zu Tode Gekommenen „unschuldig“ seien.
    Könnte das Gericht solche Einwände beiseite wischen?
    Oder müßte es die Schuld der Toten dann nachweisen?
    Jede Begründung für eine Nichtbeachtung derartiger Unschuldsvermutungen wäre sicherlich höchst interessant?
    Wobei sich die Frage aufdrängt ob für Verstorbene die Unschuldvermutung gleichfalls gilt?
    Oder ob nach Belieben solchen Toten Schuld aufgeladen werden darf?
    Können eigentlich die Angehörigen von unter dubiosen Umständen Verstorbene Anzeige gegen Unbekannt stellen und Aufklärung verlangen?