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Zschäpe bekommt keinen fünften Pflichtverteidiger – Das Medienlog vom Montag, 8. Februar 2016

 

Der Münchner Anwalt Hermann Borchert ist Beate Zschäpes Wahlverteidiger – und wird es auch weiter bleiben. Das Gericht lehnte Zschäpes Antrag ab, Borchert zu ihrem fünften Pflichtverteidiger zu machen. Das bedeutet auch, dass der Jurist nicht aus der Staatskasse bezahlt wird. Ergebnis der Ablehnung wird ein neuer Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Manfred Götzl sein: „Es ist unwahrscheinlich, dass sich Zschäpe mit dieser Entscheidung zufrieden gibt“, kommentiert Annette Ramelsberger von der Süddeutschen Zeitung.

In der Verfügung des Gerichts heißt es, Zschäpe werde „sachgerecht und entsprechend den Erfordernissen an ein faires Strafverfahren verteidigt“, was durch die vier bisherigen Pflichtverteidiger Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl, Anja Sturm und Mathias Grasel bewerkstelligt werde. Unklar ist allerdings, woher das Honorar für Borchert kommt, weil Zschäpe als mittellos gilt. „Ich arbeite nicht umsonst“, sagte Borchert gegenüber Spiegel Online. Er bestätigte auch, dass Zschäpe erneut das Gericht ablehnen wolle.

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Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 9. Februar 2016.


1 Kommentar

  1.   Oliver

    4 vom Steuerzahler finanzierte Pflichtverteidiger sollten wohl reichen. Wenn sich Zschaerpe dennoch nicht genug verteidigt sieht, liegt es vielleicht daran, dass sich ihre Position kaum verteidigen laesst. Daran koennen aber 10 weitere Verteidiger auch nichts mehr aendern.