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Ein Prozess wie ein Kaugummi – Das Medienlog vom Montag, 22. Februar 2016

 

Gegen die Richter im NSU-Prozess hagelt es derzeit Befangenheitsanträge – wohl nicht zufällig kurz vor dem Ende der Beweisaufnahme. „Das Verfahren zieht sich damit wie ein ausgelutschter Kaugummi – fader Beigeschmack inklusive“, schreibt Iris Marx vom Onlinemagazin Vice. Das liege allerdings auch an der umfassenden Prüfung der Beweislage, denn „die obligatorische ’smoking gun‘ in der Hand von Beate Zschäpe gibt es nicht“. Auf diese Akribie hätten die Angeklagten in einem fairen Verfahren einen Anspruch.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

„Bis zum Sommer, so ist zu hören, würde das Gericht den NSU-Prozess gern beenden. Aber nur wenige glauben noch, dass das gelingt“, heißt es in einem dpa-Beitrag. Die Verteidiger von Zschäpe und dem Mitangeklagten Ralf Wohlleben zeigten sich derzeit „immer streitlustiger“ und kämpften angesichts drohender hoher Strafen um jedes Jahr Gefängnis weniger.

Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 23. Februar 2016.

3 Kommentare

  1.   Lignite

    „Die Beweislage ist schwierig,“

    Nein, sie ist nicht schwierig. Sie ist nicht vorhanden.

    Die Generalstaatsanwaltschaft fusst auf Konstruktionen und m.E. auf Beweisfälschungen. Den Tod der zwei Uwes kann man nur Deppen als Selbstmord verkaufen. Von „Beweisen“ kann man dabei doch überhaupt nicht reden. Das „Geständnis“ der Zschäpe nach 3 1/2 Jahren Haft und Prozessdauer deutet auf einen Deal.
    ___________________________
    Editiert. Bitte belegen Sie Behauptungen mit einer Quelle.

  2.   Wolf Polzin

    Die andere, vor der Öffentlichkeit verborgene Seite des NSU-Komplexes besteht in der Vertuschung der Behördenmitwirkung an den Verbrechen und deren Aufklärung. In diesem Zusammenhang berichtet ‚Die Welt‘ über jenes
    mysteriöse Zeugensterben, das von den Ermittlungsbehörden verdächtig schnell unter natürliche Tode oder Suizide einsortiert wird.
    Dieses Schweigekartell, das von den Medien viel zu wenig beleuchtet wird, bildet die eigentliche Brisanz der NSU-Morde.

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article152527660/Warum-sterben-so-viele-NSU-Zeugen-auf-dubiose-Art.html

  3.   Oliver

    ?? Es gibt keine Beweise und nur Konstruktionen der Staatsanwaltschaft? Da ist wohl jemand im falschen Film.
    Die Beweislage ist so erdrueckend, dass Zschaerpe sich nicht traut zu sprechen und lieber stundenlang an schriftlichen Antworten feilt. Was fehlt ist einzig der direkte Beweis ihrerTeilnahme am Morden. Ansonsten ist die Schuldfrage geklaert.