Über den Autor

 

Tom Sundermann

Tom Sundermann ist freier Mitarbeiter für ZEIT ONLINE. Seit 2013 verfolgt er den NSU-Prozess in München und verbringt mehr Zeit im Sitzungssaal als am Schreibtisch. Der studierte Wirtschaftsjournalist berichtet von den Prozesstagen und sichtet im NSU-Blog die Stimmen der Weltpresse.

6 Kommentare

  1.   chafi

    Deutschland hat anscheinend kein Interesse die die mitgemacht (Verfassungsschutz Polizei BkA BND und die Liste ist lange) haben zu verurteilen.
    Frau Merkel versprach hoch und eilig alles transparent zu verarbeiten…
    Wenn es nicht so schmerzhaft wäre für all diese Opfer würde ich schmunzle!!
    Die versprochene Aufklärung war , dass eine Menge Akten sehr schnell verschreddert wurden, . 2006 Weltmeisterschaft in Deutschland ah ah ah die Medien und die Behörde und die Politik halten schön zusammen … es sollte nichts raus kommen. Auch wenn man schon zu diesem Zeitpunkte viel wussten
    Frau Merkel ist feige übrigens Kohl war es auch als er die Morde in Solingen einfach als asoziale Handlungen abgetan hatte , da hatte auch nur der Bundespräsident Haltung gezeigt Herr von Weizsäcker. Übrigens i der jetzige Bundespräsident Herr Gauch hat auch Haltung gezeigt. Ich bin selber Ausländerin und lebe seit 1989 in Deutschland und die Politik hier hat zu lange gewartet und sogar mitgeholfen (Roland Koch CDU Kampagne gegen Ausländer, die unglaubliche Ignoranz der Polizei , der Rassismus in der Reihe der Verfassungsschützer da muss sehr viel aufgearbeitet werden, die Überheblichkeit der Staatsanwälte und die der Richter die nie sehen wollen wenn Rechtsradikale am Werk sind also eine Menge!!!) Die Ereignisse in Rostock, Hoyerswerda und und und….. Es macht mich traurig dass es schon solange so geht und es erschreckt mich wie oft in der deutsche Geschichte soviel vergessen wird. All die gute Arbeit für nichts, denn die NSU ist kein Märchen es ist noch da. Mit freundlichen Grüssen farida Chafi

  2.   Bussler

    Hallo, ja Kommentar Number three gefällt mir richtig gut. Wir sind ja noch ein Rechtsstaat. Schuld muss festgestellt werden. Das Verhalten von Angeklagten eventuell Beteiligten wird sicher auch durch die Hilfe von Anwälten in Hinsicht auf die Strafmaßminderung, optimiert. Darüber kann man sich aufregen, doch so ist das nun einmal. Alles andere wäre auch sehr verwunderlich. Und Ja „unsere“ Journalljie hat seine wichtigste Aufgabe, zu informieren, aus den Augen verloren. Verkaufszahlen orientiertes Infotainment halte ich einfach nur für über und dann flüssig. Die Abwägung ist, was bringt mehr Umsatz? Gute Informationen oder das da oben?

    Ich halte den Prozess im Ganzen für eine Farce. Man arbeitet sich an einer Mitreisenden ab. Nachdem man beim Fassen der Täter, der Schuldigen komplett versagt hat. Wirklich erbärmlich.

  3.   Georg Kliba

    Eine unendliche Geschichte?

    Der vermeintliche Kern der NSU, genannt das Trio (bestehend aus Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe) befand sich 13 Jahre im Untergrund. 10 Morde, die dem Trio angelastet werden, geschahen in diesem Zeitraum,  plus die zwei Selbstmorde, nämlich die von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt plus  26 Verletzte durch eine Nagelbombe in Köln.  Danach 2 Jahre intensive Ermittlungsarbeit der Bundesstaatsanwaltschaft. Nun ein Mammut-Prozess (5 Angeklagte, 11 Verteidiger, 8 Richter, 4 Bundesstaatsanwälte, ca. 80 Nebenkläger vertreten durch ca. 60 Anwälte) der seit gut einem halben Jahr im Gange ist und noch für ein weiteres Jahr Verhandlungstage vorsieht und dessen Ende nicht wirklich in Sicht ist – drüber hinaus ist es bisher ein Indizienprozess.

    Schwierige Materie: Terroristenprozess

    Es ist ein extrem schwerwiegender Fall und womöglich der bedeutendste  Terror Prozess unserer Nachkriegsgeschichte – zusammen mit den RAF Prozessen  in den 70er Jahren – der dringend und vor Allem gründlich aufgearbeitet werden muss. Somit sollten hohe Kosten nicht gar so kritisch gesehen werden – eine ordentliche und sorgfältige Aufklärung sind wir unserer Nation schuldig und dem Ausland ebenso.

    Der Rechtsstaat erlebt eine Belastungsprobe

    Unser Rechtsstaat wird massiv strapaziert. Es scheint, das Spielfeld ist der Gerichtssaal, die Spielregeln stehen in der Strafprozessordnung. Es wird geschwiegen, Anträge gestellt, nach Verfahrensfehlern gesucht, … sicher alles rechtens und dies ist auch gut so, denn jeder Mensch sollte ein Recht auf seine Verteidigung haben, egal wie schlimm sein Vergehen, das man ihm vorwirft, gewesen sein soll.
    Andererseits hat die radikale rechte Szene nicht viel mit dem gegenwärtigen Rechtsstaat am Hut, ähnlich wie die RAF, die ja ganz offensichtlich  Krieg gegen den Staat führte. Dennoch wurde die RAF mit Mitteln des Rechtsstaates bekämpft (Stammheimer Prozesse) und beim NSU Prozess muss der Rechtsstaat dies ebenfalls stemmen.  Unser Rechtsstaat kann  daran wachsen und gestärkt daraus hervorgehen. Eine Militärgerichtsbarkeit gibt es in der BRD seit 1945 nicht mehr, und dies ist auch gut so – man bedenke, dass dies in anderen Länder, wie z. Bsp den USA, nicht ganz so ist.

    Das Problem Wiedervereinigung

    Viele Angeklagte (und auch Zeugen) wurden in der DDR sozialisiert und erlebten mit der Wende eine Zäsur. Wie wir wissen, war für die existentiellen und materialistischen Bedürfnisse weitgehend gesorgt. Für Wohnung, Arbeitsplatz, Ausbildung und festes Einkommen war, je nach Intensität der Treue zum Regime, gesorgt und vorgegeben. Man mußte sich um solche Dinger nicht in der Art kümmern, wie wir es im kapitalistischen System kennen. Nationale Gesinnung passte auch nicht zur sozialistischen Doktrin der „internationalen Solidarität“ und somit kann sich eine nicht gelebtes, durchaus gesundes Bewusstsein zu einer Nation oder Volk ins Gegenteil wandeln, nämlich in eine ungesunde, sprich gewalttätige  Einstellung die im Terrorismus mündet. Man mag an dieser Stelle mal nachdenken, wie es sein könnte, wenn sich von heute auf morgen das gesellschaftliche System um 180 Grad dreht. Manche schaffen diesen Umbruch, viele aber können nicht damit umgehen.

    Aber wie sollte sich das auflösen?

    Man mache es sich mal klar, was wirklich geschah. Es wurden 10 Menschen auf niederträchtigste Art und Weise umgebracht. Die Morde (und auch das Nagelbombenattentat) an unseren ausländischen Mitbürgern waren höchst wahrscheinlich genau geplant, gezielt und kaltschnäuzig ausgeführt.

    Es würde sich für die Angeklagten gebieten, sich der Sache zu stellen und die Wahrheit über ihre Person zu offenbaren. Es würde reichen, nur über sich selbst die Wahrheit Preis zu geben. In diesem heftigen Fall sollte man soviel Charakter besitzen, die Sache aufzuklären und somit mittels einer eigenen, persönlichen  Entscheidung ein würdiges Ende des Prozesses herbeizuführen.
    Dies fordert einerseits der Respekt vor unserem Rechtsstaat (obwohl von den Angeklagten bekämpft aber trotzdem bedient man sich ihm) und vor Allem der Respekt vor dem Leben. Vor dem Leben der Opfer, deren Hinterbliebenen und letztendlich vor dem eigenen Leben. Taktische Juristenscharmützel und -spitzfindigkeiten (möglicherweise bringt dies nur Strafmilderung) entwürdigen Opfer und deren Hinterbliebenen.

    Von meinem iPad gesendet

  4.   Andreas Achenbach, Berlin

    Eigenartig, daß sich nahezu alle Medien – auch die Zeit – auf dem Niveau „bizarrester“ oder ähnlicher Bewertungen bewegen. Ein Fernglas am Fenster einer Dachwohnung wird wichtiger als die Präzision, mit der sich die Zeugin erinnert. Über die Motivlagen einer „Sozialistin“, in deren Vergangenheit gestochert wurde, wird spekuliert. Soll ich jetzt spekulieren, ob die Zeit-Autorin Mirjam Schmitt früher nicht vielleicht Maria Schmitt hieß und was eine eventuelle Umbenennung im Zuge von Islamstudien für ihre Motivlage bedeutet? Wohin führt sowas?
    Ich wünschte mir mehr Informationen, weniger Tendenz. Meine Meinung über Glaubwürdigkeiten oder Unglaubwürdigkeiten von Medien, Polizei, Staatsanwaltschaften, Zeugen … kann ich mir anhand der öffentlichen Versäumnisse, der Fakten- und Skandallage im Fall NSU ganz gut selber bilden. Also bitte Informationen; Kommentare an anderer Stelle.
    Zur Zeugin: Können Sie sich vorstellen, was für eine Freiberuflerin eine solche Aussage in einem solchen Prozess bedeuten kann? Können Sie sich angesichts der verbreiteten Neonazigewaltbereitschaft auch vorstellen, daß man schlicht Angst haben kann?

  5.   Susi

    „Moral ist keine Gesetzesangelegenheit sondern ein Prinzip – aber Prinzipien scheinen unserer Gesellschaft mehr und mehr abhanden zu kommen …“

    Vielleicht liegt der Fehler darin, dass man sich mit unserer Gesellschaft nicht mehr so gerne identifiziert oder identifizieren kann?

  6.   Markus Hutzel

    Mich „plagen“, abgesehen von dem ganzen mehr als unrühmlichen Hickhack – angefangen von den Ermittlungsfehlern, über die schlichtweg lächerliche Prozeßvorbereitung, bis hin zu den derzeitigen juristischen „Grabenkämpfen“, welche nach meiner Meinung in erster Linie pekuniär motiviert sind und zwar seitens der Verteidigung zwecks „Erschließung zusätzlicher Einnahmequellen, respektive zusätzlicher Einkommen – ganz andere Gedanken bzw. Probleme:

    Wer kommt eigentlich für die (Gesamt)Prozeßkosten auf + wer, bzw. aus welchem Topf werden eigentlich die Verteidiger der Angeklagten bezahlt?

    Komme mir jetzt keiner, das bekommem letztendlich die Angeklagten „aufgebrummt“ und dann, wenn nicht beitreibbar wird’s eben in ’ne Haftstrafe umgewandelt!

    Fakt ist, daß alle beteiligten Organe u. Einrichtungen sicherlich nicht für ’nen warmen Händedruck tätig sein werden, sondern daß hierfür sicherlich irgend ein staatlicher Fond angezapft wird – kurzum, daß sich also auch hier wieder der „alternativlose“ Steuerzahler geradestehen (… oder krummlegen …) darf, isn’t it?

    Eingangs angerissene Verzögerungstaktik der Verteidigung nach meiner Meinung nicht zuletzt auch deshalb, weil unnötigt kostentreibend, nicht nur total verwerflich, sondern auch extremst (!!!) unmoralisch!

    Darf man solchen (Un)Rechtsanwälten neben vorgenannter „Veruntreuung von Staatseigentum“ eigentlich auch noch Gewissenslosigkeit und darüber hinaus auch noch mangelndes Fingerspitzengefühl unterstellen?

    Meiner Meinung nach, ja man darf!

    Man stelle sich nur mal folgendes Szenario vor: Da bringen so ’ne handvoll „braune Hanswurste“ unsägliches Leid über unbescholtene Mitbürger, zuständige Ermittlungsbehörden glänzen auf der ganzen Strecke durch bornierte (… oder gar geplante / gesteuerte …) Unfähigkeit und „belästigen“ anstatt die Täter noch jahrelang die Hinterbliebenen – und dann müssen eben diese Hinterbliebenen noch zur Kenntniss nehmen, daß selbst gute, gesetzesloyale deutsche Juristen die ganze Sache noch pekuniär ausschlachten und damit die Allgemeinheit belasten, zu welcher ja auch die Opfer gehörten und die Hinterbliebenen zumin. größtenteils sicher auch noch gehören …

    Hm, eingentlich müsste einem hierzu nichts mehr einfallen – abschließend jedoch nur soviel:

    Recht wird schnell zu Unrecht, wenn bei so ’ner Sache die Moral auf der Strecke bleibt!

    Und komme mir jetzt keiner, es sei gesetzeskonform, respektive das Gesetz regle solche Sachverhalte nicht …

    > Moral ist keine Gesetzesangelegenheit sondern ein Prinzip – aber Prinzipien scheinen unserer Gesellschaft mehr und mehr abhanden zu kommen …

    Fazit: Armes Deutschland!