Offene Daten – offene Gesellschaft

Grassroots in Wuppertal – Offene Verwaltungen auf Landes- und Kommunalebene

Von 27. Oktober 2011 um 14:59 Uhr

In Sachen Open Data gibt es mittlerweile einige spannende Projekte in Deutschland. Zuletzt ging das Open Data Portal Berlin an den Start. Aber wie steht es eigentlich um die Umsetzung der ambitionierten Open-Government-Ideen der vergangenen Jahre? Gerade auf Landes- und Kommunalebene? Am Samstag, 12. November 2011, findet dazu in Wuppertal-Barmen eine regionale Tagung statt. Offene Verwaltung, Open Data, Bürgerbeteiligung und Bürgerhaushalt sind die Themen.

Dass die Veranstaltung in NRW und dort in Wuppertal realisiert wird, ist kein Zufall. Die rot-grüne Minderheitsregierung hat Open Government explizit zu einem ihrer wichtigsten Themen in Sachen Transparenz und digitale Demokratie gemacht. Das Kompetenznetz Bürgerhaushalt in Wuppertal fordert zudem seit Längerem eine aktivere Einbindung der Bürger in kommunale Haushaltsfragen. Hier noch Details aus der Einladung:

Die Nutzung des Internets hat bei der Gestaltung des Wandels einen zentralen Stellenwert. Soziale Medien wie Wikipedia, Twitter oder Blogs beruhen ursprünglich auf simplen Technologien. Das Innovative an diesen Technologien ist die Art und Weise, wie Menschen mit ihnen umgehen: Sie erstellen gemeinsam Texte, Ideen, Konzepte. Sie diskutieren, verwerfen, holen Rat ein und das alles unter den Augen einer Öffentlichkeit, die zu fast jedem Spezialgebiet Experten bereit hält. Mit dieser Methodik kann man jedes beliebige Problem gemeinsam mit vielen anderen bearbeiten. Diese neue Kultur bedeutet eine soziale Innovation, die Politik und Gesellschaft grundlegend verändert.

Die nordrhein-westfälische Landesregierung verheißt für ihre neue Open-Government-Offensive nicht weniger als Offenheit, Information und Partizipation. Auf der Wuppertaler Tagung werden Bürgerinnen und Bürger, politisch Verantwortliche und Verwaltungsmitarbeiter ihre Vorstellungen einer offenen Verwaltung präsentieren und disktuieren.

Diese und viele andere Fragen werden auf der Veranstaltung in zahlreichen kleinen Runden diskutiert, in denen jeder zu Wort kommen kann. Die Mischung macht den Reiz der Veranstaltung aus. Laien tauschen sich mit anderen Laien, mit Experten und mit Politikern über gemeinsame Interessensgebiete aus. Jeder kann von jedem lernen. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Was will uns denn die Politik immer diesen Bürgerhaushalt aufschwatzen? Der Bürger weiß doch kaum was das ist und steigt schon gar nicht durch 500 Seiten Papier durch. Das versteht ja kaum ein Politiker. Versteht doch endlich, dass wir Bürger das ganze Jahr Probleme mit Entscheidungen haben und uns 12 Monate in die Stadtentwicklung einbringen möchten.

    Stuttgart21 hätte es im übrigen auch mit Bürgerhaushalt gegeben.

    Diese Bürgerhaushalte sind doch reine Placebosysteme. Kaum etwas davon wird umgesetzt und diskutiert wird über die Inhalte schon gar nicht. Da gibts Null Feedback und Erklärungen von Politik. Die sehr niedrigen Beteiligungszahlen zeigen ja, das diese Beteiligungskonzepte kaum taugen.

    • 28. Oktober 2011 um 15:28 Uhr
    • Sabine Sauer
  2. 2.

    An den derzeit praktizierten Bürgerhaushaltsverfahren gibt es eine ganze Menge zu kritisieren. Das Kompetenznetz Bürgerhaushalt hat sich intensiv damit beschäftigt: http://zumlink.de/der_emanzipatorische_Buergerhaushalt Es ist ganz und gar kein Zufall, dass der Bürgerhaushalt Wuppertal den Untertitel “Bürgerhaushalt in Bürgerhand” trägt. Das Kompetenznetz Bürgerhaushalt, das dieses weiterentwickelte Bürgerhaushaltsmodell in Wuppertal vorantreibt, verfolgt nicht die Ökonomisierung aller Lebensbereiche, sondern initiiert die Eröffnung von Möglichkeitsräumen zur Entwicklung und Umsetzung neuer kreativer Problemlösungen, d.h. vor allem auch die Erfindung von Wegen zur Umsetzung via Open Innovation. Die Zivilgesellschaft ist hierbei Innovationstreiber und aktiver Gestalter. Im Mittelpunkt stehen die Interessen der Menschen im Gemeinwesen. http://zumlink.de/Buergerhaushalt_der_naechsten_Generation

    • 29. Oktober 2011 um 22:44 Uhr
    • Dieter Hofmann
  3. 3.

    [...] in Diskussionsrunden diese Konzepte entwickelt. Am kommenden Samstag wieder in Wuppertal, wie DIE ZEIT berichtet. Konzepte, die eine neue Grundlage für die Lösung unserer dringenden Probleme bilden können. [...]

  4. Kommentar zum Thema

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