Offene Daten – offene Gesellschaft

Drohnen an der Heimatfront

Von 14. Juni 2012 um 15:34 Uhr

Karte mit militärischen Drohnenstützpunkten in den USA / Quelle: Public Intelligence / Link: http://publicintelligence.net/dod-us-drone-activities-map/

Vor 15 Jahren, im Bosnienkrieg, hat die amerikanische Armee zum ersten Mal Drohnen eingesetzt. Inzwischen sind die unbemannten Fluggeräte alltäglich, nicht nur in Kriegen. Auf zwei Karten ist zu sehen, an wie vielen Orten in den USA inzwischen Drohnen stationiert sind oder geflogen werden. Es sind viele.

Drohnen können mit Raketen bestückt werden. Vor allem aber können Drohnen je nach Bauart unbeobachtet beobachten. Die vergleichsweise kleinen Geräte können aus großer Höhe Städte und Straßen überwachen, ohne gesehen oder gehört zu werden. In Texas wurden sie daher schon eingesetzt, um verdächtige Häuser zu überfliegen.

Armee, Luftwaffe, Grenzpolizei – alle sind an der Technik interessiert, da sie Soldaten und Polizisten schnell einen Überblick über ein Areal verschaffen kann. Wie groß das Interesse ist, zeigt die obere Karte. Die blauen Punkte zeigen die Stützpunkte, die in den kommenden Jahren geplant sind.

Bürgerrechtler besorgt diese Entwicklung. Vor allem, da bereits jetzt sehr viele Organisationen und Polizeibehörden von der Flugaufsicht FAA eine Genehmigung haben, Drohnen zu nutzen, wie die zweite Karte belegt. “Are Drones Watching You?”, fragt die Electronic Frontier Foundation. Sie schreibt: “Mit Drohnen ist eine sehr fortgeschrittene und dauerhafte Überwachung möglich und sie können Unmengen Daten sammeln. Mit verschiedenen Geräten können sie Livevideos übertragen, Infrarotbilder senden, Hitzesensoren und Radar benutzen. Neuere Modelle haben hochauflösende Gigapixel-Kameras, die Menschen und Fahrzeuge aus einer Höhe von 20.000 Fuß (6.000 Meter) beobachten können.”

Karte mit zivilen und Polizei-Organisationen, die eine Zulassung haben, Drohnen innerhalb der USA zu fliegen / Quelle: EFF / Link: https://www.eff.org/deeplinks/2012/04/faa-releases-its-list-drone-certificates-leaves-many-questions-unanswered

Die Daten von der Flugaufsichtsbehörde mussten von der EFF mit Hilfe des Freedom of Information Act eingeklagt werden. Die Daten über die militärischen Stützpunkte stammen aus Veröffentlichungen des Verteidigungsministeriums, aus denen sie zusammengesucht wurden.

Auch in Deutschland gibt es im Übrigen Pläne, den Einsatz von Drohnen im Inland zu regeln und damit zu ermöglichen.

Kategorien: Datenvisualisierung
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Tja, da hatte sich George Orwell wohl nur geringfügig im Jahr vertan.

  2. 2.

    Im Gegensatz zu uns lassen sich das aber etliche US Bürger nicht gefallen und üben schonmal das Drohnen abschiessen.

    • 14. Juni 2012 um 20:18 Uhr
    • SuR_LK
  3. 3.

    1984

    • 14. Juni 2012 um 20:52 Uhr
    • Bashu
  4. 4.

    Ständige Überwachung gehört eben zum Staat 2.0. In 20 Jahren wird es bei uns nicht anders aussehen. Zumindest außerhalb der Villenvierteln oder wo sonst die Eliten Wohnen wird das bald alltäglich sein.

    • 14. Juni 2012 um 21:11 Uhr
    • Obscuro
  5. 5.

    Na wunderbar,
    dann bekommt man die Überwachung erst garnicht mehr mit.
    Deutschland bzw. seine Bürger sollten sehr wachsam sein gegenüber dem Einsatz von Drohnen im Inland – da hier kein Bürgerkrieg herrscht, sind die Dinger eindeutig zur Überwachung bestimmt.

  6. 6.

    Land of the free….oder so !

  7. 7.

    Es war abzusehen,dass mit den neuesten Systemen der Aufklärung, wie diese Vehicle verniedlichend von den “Verantwortung” tragenden “Kreisen” genannt werden, zur Erhaltung der sich in langen Dekaden gebildeten Überlegenheit, sowohl physischer als auch mentaler und monetärer Macht, genutzt werden würde.
    Letztendlich gehen die Bedürfnisse der “oberen Zehntausend” nicht mehr in Richtung Fremdstaatbeherrschung. Viel eher muß man von der Vermutung ausgehen, dass die Macht-, Militär-, u. Kapitalbesitzer die angesprochenen Entwicklungen im Ausspähbereich selbstverständlich für die Erhaltung der Macht und des eigenen Status auch gegen die eigene Bevölkerung in Stellung gebracht werden.
    Die sogenannten “Eliten” sind sich staatsübergreifend darin einig, dass Kriege um Einfluss und Gebietsgewinne auch bei der besten Prognose nicht mehr zu einem sinnvollen Unternehmen werden, wenn die anschließenden negativen Entwicklungen diesen Gewinn zu einem Phyrrussieg werden lassen, und somit die Grundlagen des eigenen Wohlergehens zusehends zerstören.
    Vielmehr führen heute schon in verschiedenen Staaten die von den Bürgern gewählten und an die Macht gekommenen Regierungen auf eigenem Territorium Kriege um Einfluß im eigenen Land zu behalten und die Verhältnisse zumindest nicht eklatant für die eigene Klientel zu verschlechtern.
    Wir werden deshalb, wie schon in jüngster Zeit immer wieder zu beobachten war, Einsätzen solcher ferngesteuerten Mordwaffen vollkommen hilflos ausgesetzt sein. Sehr leicht geht dann das gezielte Töten mit Hilfe eines ortbaren Funktelefons, das der Delinquent praktisch als Zielführungsgerät selbstmarkierend bei sich trägt.
    Selbstredend werden die dafür, im demokratischen Rechtsstaat notwendigen richterlichen Beschlüsse zur Rechtfertigung dieses Tuns vorliegen, und somit kein Anlass entstehen um die Vorgehensweise zu kritisieren.
    Was bei all den Überlegungen bemerkt werden muß, ist die Tatsache, dass man die vorstehend beschriebenen Szenarien nur vermuten darf.
    Beweisen wird man das nie.

    • 14. Juni 2012 um 22:44 Uhr
    • schuckmann
  8. 8.

    Dazu fällt mir nur eins ein: gruselig!

  9. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)