Offene Daten – offene Gesellschaft

Anspruch und Wirklichkeit − deutsche Medaillenerfolge nach Sportarten

Von 13. August 2012 um 14:14 Uhr

Die deutsche Olympiamannschaft kehrt mit einer durchwachsenen Bilanz aus London zurück. Auch wenn die Zahl der gewonnenen Medaillen (44) die der Spiele in Peking um drei übertrifft, enttäuschten einige erfolgsverwöhnte Sportarten. Wir haben die deutschen Medaillengewinne der Sommerspiele von 1952 bis 2012 für die einzelnen Sportarten ausgewertet. Dabei weisen wir die von DDR-Sportlern errungenen Erfolge gesondert aus.

Zum Abschluss der Spiele in London sorgten die Medaillenziele, die zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund und den Fachverbänden ausgehandelt wurden, für Aufsehen. Die Veröffentlichung wurde durch juristischen Druck erzwungen. Die für London 2012 genannten Leistungsziele wirken im historischen aber auch aktuellen Kontext sehr unrealistisch. Die 86 anvisierten Medaillen wurden noch nicht einmal 1992 bei den Spielen in Barcelona erreicht. Damals profitierte die gesamtdeutsche Mannschaft bei 82 gewonnen Medaillen neben der Wiedervereinigungseuphorie auch noch vom frischen Erbe der Kaderschmieden des DDR-Sports.

Die Sportarten sind in der Reihenfolge der seit 1952 gewonnen Medaillen visualisiert.

Grundlage für die historischen Daten ist die Wikipedialiste mit allen bisherigen deutschen Medaillengewinnern sowie die Datenbank des Internationalen Olympischen Komitees. Da beide Quellen jeweils einzelne Athleten aufführen, mussten die Daten der Teamdisziplinen medaillenspiegel-konform normalisiert werden (z.B. der erfolgreiche Ruderachter umfasst neun Sportlernamen, die dann zu einer gewonnen Medaille zusammengefasst wurden). Die 2012er Ergebnisse wurden der offiziellen Website der Spiele in London entnommen.

Die verwendeten Daten haben wir hier in diesem GoogleDoc zusammengefasst.

Leser-Kommentare
  1. 33.

    NRW holt über 30 Medaillen, Bayern nur 2. Ein Beleg für den funktionierenden Länderfinanzausgleich?

  2. 34.

    Bei Olympia in China war China Gewinner des Medaillenwettkampfs, in London schnitt GB Sport so gut wie nie ab. Dieser nicht zu vernachlässigende Effekt auf die Motivation der Sportler und in erstre Linie des Verbands lässt eine Zielvereinbarung offenbar ausser Acht. Dennoch ist die Zeilvereinbarung sinnvoll weil sonst jedes Ergebnis nicht beurteilt werden kann. 2012: die Ballsportarten fielen reihenweise aus, Schwimmen und erstaunlicherweise die technischen Sportarten Schiessen, Fechten, Ringen, Boxen. Ein Hinweis, dass aus den anderen aussereuropäischen Ländern nicht mehr nur gelegentlich Ausnahmetalente kommen, sondern die komplette Trainingslehre und Infrastruktur aus Weltklasseniveau aufgebaut wurde: ein Zeichen der Zeit.

  3. 35.

    [...] 00:35:15 Anspruch und Wirklichkeit − deutsche Medaillenerfolge nach Sportarten – http://blog.zeit.de/open-data/2012/08/13/medaillenspiegel_sportarten_olympia_historisch/ 00:37:00 Datenjournalist.de: Olympia versus Datenjournalismus – [...]

  4. 36.

    Ich stimme XKing voll und ganz zu.
    Zu DDR-Zeiten wurde dies nämlich noch gemacht.

    • 13. September 2012 um 16:39 Uhr
    • Biene
  5. 37.

    Irgendwie bin ich irritiert: Wieso hängt Sportförderung mit Medaillien zusammen. Eine Olympiamedaillie ist eine individuelle Leistung. Keine Leistung eines Vereins oder Nation. Individuelle Leistungen in nationale Leistungen umzudeuten, erscheint mir irgendwie eine weitverbreitete Selbstverständlichkeit zu sein, aber für mich total unverständlich.
    Die Förderung des Spitzensports ist deshalb auch für mich unverständlich, weil dieser mit der dringend notwendigen Förderung des Breitensports, um die Volksgesundheit zu fördern, nichts zu tun hat.
    Die Förderung des Spitzensports wird häufig damit begründet, dass damit auch der Breitensport gefördert wird. Das ist in meinen Augen ein Vorwand, um damit das nationale Image aufzuwerten. Ich möchte aber nicht, dass Steuergelder für Imagewerbung ausgegeben werden. Meinetwegen sollen “Sportbegeiserte” dafür Geld geben, aber eben nicht von meinen Steuergeldern.

    • 2. Dezember 2012 um 09:09 Uhr
    • Joachim von Kienitz
  6. Kommentar zum Thema

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