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Die Bahn gibt ihre Daten lieber Google statt allen

 

Zweiter Test: Fernverkehr der Deutschen Bahn from Michael Kreil on Vimeo.

Die Deutsche Bahn fährt nach einem Fahrplan, der an jedem Bahnhof aushängt, der auf diversen Websites angezeigt wird und den jeder über die offizielle Bahn-App auf seinem Smartphone einsehen kann. Alles gut, könnte man denken. Doch um wirklich von Nutzen zu sein, wäre es sinnvoll, wenn diese Fahrplandaten in einem maschinenlesbaren Format von jedem heruntergeladen werden könnten.

Dann könnte jeder darüber nachdenken, wie sich vielleicht noch bessere Fahrplan-Anwendungen bauen ließen. So clever die Bahn auch sein mag, in der Masse der Menschen gibt es garantiert immer noch einen, der noch cleverer ist. Und der etwas erdenkt, was vielen Bahnkunden nützten könnte.

Dieses Prinzip – open data genannt – haben viele Institutionen längst verinnerlicht. Die Bundesregierung beispielsweise testet deswegen ein Portal für viele, viele statistische Daten und Regierungsinformationen.

Die Deutsche Bahn jedoch mag diesen Vorteil nicht erkennen. Sie gibt ihre Daten nicht an Jedermann. Man wolle sich aussuchen, mit wem man zusammenarbeite, zitiert Spiegel Online einen Sprecher des Unternehmens. Sonst leide womöglich die Qualität.

Das Unternehmen, dem die Bahn vertraut, ist Google. Google Transit heißt das Produkt, das der Konzern aus solchen Kooperationen baut. Außerdem sind die Fahrpläne nun in die Anwendung Google Maps integriert.

Nach Meinung erster Tester beispielsweise bei Basic Thinking ist das aber nicht besonders gut gelungen. Zitat: „Nicht enthalten sind allerdings eben jene Daten des Nahverkehrs: U-Bahn, Straßenbahn und Bus. Google Transit schickt euch im Innenstadtbereich deswegen nur von Bahnhof zu Bahnhof und lässt euch kilometerweit zu Fuß laufen.“

Würden die Daten jedem zur Verfügung stehen, hätte Google sie trotzdem in sein Produkt einbauen und damit Geld verdienen können. Gleichzeitig aber wären sie für freie Entwickler eine Quelle gewesen, um eigene Ideen und vielleicht Produkte zu verwirklichen. Nicht umsonst gelten offene Daten als wirtschaftlicher Faktor.

Und solche freien Entwickler gibt es viele. Michael Kreil (der unter anderem an der Grafik über Vorratsdaten bei ZEIT ONLINE beteiligt war), hat mit dem Zugmonitor bewiesen, dass sich aus Fahrplandaten interessante und nützliche Anwendungen bauen lassen. Er glaubt ganz offensichtlich an die kreative Macht der Masse und hat die Fahrplandaten der Bahn von deren Websites geklaubt und auf einem eigenen Portal veröffentlicht, wo jeder sie herunterladen kann.

Damit dürfte bald ein Vergleich möglich sein, wer die besseren Anwendungen baut, die Bahn, Google oder irgendein freier Entwickler.

Die eigentliche Frage aber bleibt: Warum gibt die Bahn die Daten Google, statt sie jedem zugänglich zu machen? Warum nutzt der staatseigene Konzern nicht die Chance, offene Daten zu fördern? Um Geld soll es nicht gegangen sein, schreibt Spiegel Online. Worum dann? Angst vor der Kreativität anderer?

Bei Heise wird ein Sprecher mit den Worten zitiert, man wisse ja nicht, wie alt die Daten seien, die dann verwendet würden. Nun, das lässt sich wohl leicht beheben. Genau wie Google haben auch andere Entwickler von Diensten ein reges Interesse, ihren Kunden stets aktuelle Daten zu bieten. Solange die Bahn ihre eigenen Datensätze auf dem neusten Stand hält, dürfte es also kaum Probleme geben.

32 Kommentare

  1.   Kunde

    BAHNCARD 25 von der DB IST DAS ALLER SCHLECHTESTE WAS MIR JE PASSIERT IST!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Die schlechteste Wahl in meinem Leben. Ich BEDAUERE SEHR, dass ich uberhaupt mit denen ein Vertrag unterschrieben habe. Ich finde die sollten bestraft werden, die alle die dafur verantwortlich sind. Die Leisstungen, die allen Verspaetungen den Zuegen, Zugs-Ausfaelle, permenente Preiserhoehungen sind sowas von unzureichend mit dem wieviel Geld man fuer die angeblich gute Bahncard zahlt. Ich finde das frech und rafiniert wie die DB mit seinen Kunden das macht. Mich als Kunde haben die entgultig verloren und Menschen von meinem Umfeld auch!!!

  2.   Kunde

    BAHNCARD 25 von der DB IST DAS ALLER SCHLECHTESTE WAS MIR JE PASSIERT IST!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Die schlechteste Wahl in meinem Leben. Ich BEDAUERE SEHR, dass ich uberhaupt mit denen ein Vertrag unterschrieben habe. Ich finde die sollten bestraft werden, die alle die dafur verantwortlich sind. Die Leisstungen, die allen Verspaetungen den Zuegen, Zugs-Ausfaelle, Preiserhoehungen sind sowas von unzureichend mit dem wieviel Geld man fuer die angeblich gute Bahncard zahlt. Ich finde das frech und rafiniert wie die DB mit seinen Kunden das macht. Mich als Kunde haben die entgultig verloren und Menschen von meinem Umfeld auch!!!

  3.   Markus Trullus

    Dabei wäre ja das Ziel ein sehr positives: Eine App, die mir den besten Weg über alle Verkehrsträger zu einem Ziel aufzeigt, womöglich mit den Attributen: Schönster Weg, schnellster Weg, preisgünstigster Weg, und sicher mit der Steigerung unseres Bürgeralters auch: barrierefreier Weg. Da wäre vielen gedient. Und da muss nicht Google, sondern viele anderen ihre Dienste anbieten dürfen.
    Aber Open Sorce stößt an eine Betonmauer: Jedes Unternehmen möchte die Monopolstellung, wenn nicht, dann die Oligopolstellung erreichen. Nur dann lässt sich der Kunde (wir) locker abcashen und für die Wallstreet bestens verdienen!


  4. Achja? MIt freizugänglichen Daten lässt sich Geld generieren? Da hätte ich doch gerne mal eine Anleitung zu. Dann kann ich mich ja vielleicht bald zur Ruhe setzen.
    Die Daten sind doch längst frei zugänglich im Internet auf der Homepage der deutschen Bahn veröffentlicht. Wie wollen sie jetzt irgendjemanden davon überzeugen dafür Geld zu zahlen?
    Außerdem wenn Google die Daten in ihre Kartenanwendung einbinden kann und daraus ein gutes Produkt herstellt sage ich nur, immer her damit!
    Mal abgesehen davon, dass die Bahn schon eine ähnliche App ohne Karten hat. Ich habe also demnächst die Wahl oder kann beides gleichzeitig nutzen.

    An welcher Stelle ich als Kunde jetzt hier verarscht wurde und der Dumme bin, müssen sie mir noch einmal erklären.
    Oder war das nur eine leere Floskel von Ihnen um Unmut abzulassen und hatte überhaupt keine Daseinsberechtigung? Frei nach dem Motto, ich weiß es besser, denn ich zeige auf wie der arme kleine Mann auf der Straße hintergangen und mit Füßen getreten wird. Denn das ganze ist ja eh nur ein Plan der Großen um uns als „Dumme darzustellen“. Nicht wahr?!
    Wittern sie eigentlich hinter allem eine große Verschwörung?


  5. […] eineinhalb Wochen hatte das Unternehmen eine Kooperation mit Google vorgestellt. Der US-Konzern erhält exklusiven Zugriff auf die Fahrplandaten und integriert sie in […]

  6.   Plissee

    Mit Sicherheit hat die Bahn über dieses Thema diskutiert und Vor- und Nachteile abgewogen. Für den Kunden wäre es sicher besser auch andere Plattformen und „Innovationen“ nutzen zu können. Vielleicht könnte ja eine bessere Integration unterschiedlicher Verkehrsmittel erfolgen…


  7. @15
    „Es bliebe zum Beispiel zu klären welches Interesse man haben könnte diese Daten Dritten einfach nicht weiterzureichen. Hier hätte der Kommentar zum Informationsgewinn beitragen können – leider nicht geschehen.“

    Zum Beispiel ein juristisches Interesse. Nur weil ein Verkehrsbetrieb seine Fahrplandaten von der DB für ihre Dienste auswerten lässt, heißt das noch lange nicht, dass die DB berechtigt ist, diese Fahrplandaten, welche ihr nicht gehören, an Google oder andere weiterzugeben.

    Andererseits: Warum sollte es Aufgabe der DB AG sein, für einen Dienst wie Google die Fahrplandaten anderer Verkehrsnternehmen aufzubereiten? Gemäß der Logik von OpenData stünden solche Verkehrsunternehmen selbst in der Pflicht, die Daten frei zugänglich zu machen und/oder für Partner entsprechend aufzubereiten.


  8. […] Kai Biermann im Data Blog von Zeit Online über die Weitergabe der Zugverbindungsdaten der Deutschen Bahn an Google: Warum gibt die Bahn die Daten Google, statt sie jedem zugänglich zu machen? Warum nutzt der staatseigene Konzern nicht die Chance, offene Daten zu fördern? Um Geld soll es nicht gegangen sein, schreibt Spiegel Online. Worum dann? Angst vor der Kreativität anderer? […]

  9.   Thomas Radkov

    Die Bahn gibt also die Fahrplandaten nur an Google und nicht an andere? Ich bin kein Jurist, aber fuer mich klingt das nach Ausnutzen einer marktbeherrschenden Stellung. Vielleicht sollten sich ein paar Verwegene zusammentun und die DB verklagen. Die SNCF hat in Frankreich ein aehnliches Verfahren verloren.

  10.   elba

    Die DB-Daten in Google sind wohl eher ein Rückschritt.

    Während im DB-eigenen Auskunftssystem auch Züge anderer Bahnunternehmen vorkommen (ebenso Busse und Straßenbahnen) ist das in der Google-Maps-Version nicht mehr der Fall. Das ist eigentlich ziemlich bestürzend – zumal es einen Direktlink zur DB-Buchungsmaske gibt, die dann auch die unvollständigen Daten übernimmt. Damit bucht der Kunde mal eben eine langsamere oder teuere Verbindung als notwendig, und ihm wird eventuell eine unnötige Taxifahrt oder ein zu langer Fußweg empfohlen.

    Beispiele findet man u.a. beim Fahrgastverband PRO BAHN (pro-bahn.de) unter dem Link „Aktuelles“ (Eintrag vom 17.9.12).

    Es gehört schon ziemlich viel Dummheit bei der DB AG dazu, das System Bahn auf diese Weise schlecht dastehen zu lassen, nur weil man der Konkurrenz nicht gönnt, dass der Kunde auch einige Kilometer mit Zügen und Bussen unterwegs ist, die nicht zu DB gehören. Damit werden sicher viele potentielle Kunden zur eigentlichen Konkurrenz abwandern: auf die Autobahn.

    Und Google kann sich mit diesen unvollständigen Daten doch auch keinen Gefallen tun. Die Aussage ist doch: Meidet Google Transit! Zumindest, wenn man in Deutschland mit der Bahn unterwegs ist.