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Eine Karte zeigt, wer gerade mit Bitcoins zockt

 
bitcoin
fiatleak.com visualisiert den Handel mit Bitcoins: Wenn irgendwo jemand Dollar, Euro oder eine von 15 weiteren Währungen in Bitcoin wechselt, wird das auf der Karte angezeigt.

Wie reizvoll kann es sein, in etwas zu investieren, dessen Wert an jedem Tag um mindestens 30 Prozent schwankt? Etwas, das eine traumhafte Rendite ebenso wahrscheinlich macht wie einen furchtbaren Verlust? Offenbar extrem reizvoll. Der Handel mit der virtuellen Währung Bitcoin ist rege, allen Unvorhersehbarkeiten zum Trotz. Wie rege, zeigt die Karte auf fiatleak.com von Andrew Hodel.

Auf ihr wird der globale Handel mit Bitcoins in Echtzeit dargestellt, basierend auf den Daten von sieben Handelsbörsen: Wie viele US-Dollar, Euro, Jen oder Renminbi werden gerade in Bitcoin getauscht?

Bitcoins sind zwar anonym, aber jede einzelne von ihnen trägt einen eindeutigen Code, der Handel damit kann so jederzeit nachverfolgt werden. Handelsbörsen wie Mt.Gox und BTC-E bieten eine API an, über die sich das Handelsvolumen auslesen lässt. Darüber holt sich Hodel die Daten für seine Echtzeit-Karte.

Die verdeutlicht, wo am meisten mit Bitcoin spekuliert wird: in China und in den USA. Insbesondere die Chinesen würden mittlerweile wie wild in Bitcoin investieren, hat Hodel beobachtet.

Das Wall Street Journal schreibt, der Grund dafür sei die Möglichkeit, damit die Devisensperre zu umgehen. Über dem Umweg der Bitcoins könnten Chinesen ihre Renminbi in Dollar tauschen. Der Staat dulde das derzeit als eine Art Experiment, zitiert die Zeitung einen Wirtschaftsinformatiker.

Der Code für die Karte ist open source und bei GitHub einsehbar. Sie zeigt übrigens auch den jeweils aktuellen Wert von Bitcoin in den verschiedenen Währungen an. Nicht sichtbar ist das bisherige Allzeithoch von rund 900 US-Dollar pro Bitcoin, das am vergangenen Dienstag erreicht wurde. Der Spuk war allerdings auch schnell wieder vorbei – 30 Minuten später lag der Wert wieder bei unter 650 Dollar. Den Handel hat das offenbar nicht gebremst. Wer heute fiatleaks.com aufruft, kann beobachten, wie weltweit rund 10.000 Bitcoins in weniger als zwei Stunden gekauft werden.

8 Kommentare

  1.   shtok3

    Danke für die Nutzung des Wortes zocken, dass wie es das Beispiel GBL zeigt (http://www.theregister.co.uk/2013/11/12/bitcoin_gbl_hong_kong_collapse/ trifft und beim Zocken kann man alles verlieren.
    Spannend ist auch die Manipulation des Marktes hier http://newswax.com/2012/10/bitcoin-has-a-kill-switch-and-how-to-disconnect-it/ ein mMn netter Artikel dazu.


  2. „Bitcoins sind zwar anonym, aber jede einzelne von ihnen trägt einen eindeutigen Code, der Handel damit kann so jederzeit nachverfolgt werden.“

    Bitcoins kommen von einer eindeutigen Adresse, aber ansonsten gleicht ein Bitcoin exakt dem anderen. Und der private Schluessel zur Adresse authorisiert den Besitzer die auf der Adresse gutgeschriebenen Bitcoins zu versenden.


  3. „Ein Artikel zeigt, wer gerade mit einem aktuellen Thema zockt.“

    Zur Weltmeisterschaft haben wir 80 Millionen Bundestrainer, und in diesen Tagen steigt scheinbar jeder oberflächlich in das Thema Bitcoin ein, gibt Halbwahrheiten zum besten und steigt kurz danach wieder aus. Ich finde, das ähnelt doch sehr der Spekulation, von der nun überall zu hören ist. Hierbei handelt es sich um keine ernsthafte Beschäftigung seitens Journalisten oder auch Kommentatoren sondern rein um den kurzen Ein- und Ausstieg, um sich schnell profilieren zu können. Sie nehmen einen schnellen Gewinn mit (Klickzahlen). Die stark schwankenden Kurse werden vermutlich aber gerade von Leuten wie Ihnen verursacht, Leuten, die vor ein paar Wochen nichts von Bitcoin wussten, sich heute kurz dafür interessieren, und vielleicht morgen schon einem anderen Trend hinterhereilen. Das sind wiederum die Menschen, die Bitcoin aus Überzeugung besitzen und auch benutzen, längst gewöhnt. Daher halte ich meine Bitcoin, gebe ein paar davon aus, und tausche mich mit ernsthaft interessierten Menschen darüber aus, was diese faszinierende Technologie für die Welt von morgen bedeuten kann.


  4. […] Den Originalbeitrage finden Sie hier: http://blog.zeit.de/open-data/2013/11/20/eine-karte-zeigt-wer-gerade-mit-bitcoins-zockt/ […]


  5. Ein Scheck ist personalisiert, da steht ein Name drauf.
    Münzgeld ist anony, man kann den Vorvorbesitzer nicht nachvollziehen, in manchen Fällen nicht einmal den direkten Vorbesitzer.

    Bitcoins sind keines von beiden.
    Der Name des Besitzers steht nicht drauf, aber die Historie der Vorbesitzer ist unlöschbar gespeichert.

    Der Begriff der meiner Meinung nach am besten passt ist Pseudonymisiert. Man kann den Besitzer nicht direkt ablesen, aber mit Hilfe zusätzlicher Informationen eindeutig identifizieren.


  6. Im Moment sind Bitcoins das, was das Internet Anfang der 1990er Jahre war. Ich vertraue in Bitcoins und halte diese langfristig.
    In 10 Jahren sind sie entweder sehr viel oder gar nichts mehr wert… die Entwicklung des Bitcoin-Ökosystems zu verfolgen macht jedenfalls mehr Spaß als Lotto spielen ;)
    Banken können sich bald warm anziehen, wenn der Bitcoin angestammte Geschäftsmodelle für obsolet erklärt.
    Unter http://bitcoinblogger.de/sofort-mit-bitcoins-loslegen/bitcoins-kaufen gibt es eine empfehlenswerte Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Erwerb von Bitcoins.

  7.   Idur

    Naja, Zocken ist wohl nicht das rechte Wort. Die Karte bzw. der anklickbare Link zeigt welche Regionen das Potential des Bitcoin erkannt haben. Zeigt wer jetzt zugreift und nicht warten bis ein einzelner Bitcoin mehrere Tausende € kosten wird.

    Europa schläft noch. Die Amerikaner sind schon lange munter, die Chinesen wachten Mitte des Jahres auf und kaufen gegenwärtig alles auf was zu bekommen ist. An Bitcoins ist schwer heranzukommen. Hier eine Adresse wo man Bitcoin`s sofort erwerben kann: https://www.bitcoin.de/r/d8xkbm

  8.   Günni

    Naja wer dran glaubt… ich stehe der Sache auch eher skeptisch gegenüber, aber man kann ja auf dem Laufenden bleiben. Habe mir vor kurzem auch die ersten Bitcoins via Bitcoin.de gekauft. Übrigens ein Hinweis an alle Neueinsteiger: Man muss dort jetzt auch direkt seine Handynummer angeben und bestätigen! Steht alles unter http://www.bitcoins-kaufen.org/ mit Screenshots und so.

    Bei anderen Börsen ist es noch extremer, da muss man zum Beispiel eine Stromkostenabrechnung hinschicken (bei Mt Gox der Fall).