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Racial Profiling in St. Louis

 
Karte von St. Louis, die Farben zeigen die Ethnie der Bewohner, Weiße in blau, Schwarze in grün. Der eingekreiste Bezirk Ferguson wird von beiden bewohnt. Quelle: US-Zensusdaten, Racial Dot Map
Karte von St. Louis, die Farben zeigen die Ethnie der Bewohner, Weiße in blau, Schwarze in grün. Der eingekreiste Bezirk Ferguson wird von beiden bewohnt. Quelle: US-Zensusdaten, Racial Dot Map

Im Bezirk Ferguson der Stadt St. Louis gibt es seit Tagen Unruhen, ein schwarzer Jugendlicher wurde von einem Polizisten erschossen. Der Vorwurf lautet, dass die Polizei rassistische Vorurteile hegt. In dem Bezirk leben Schwarze und Weiße nebeneinander – ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Vierteln der Stadt. Doch werden beide Bevölkerungsgruppen von der Polizei nicht gleich behandelt. Das zeigen Daten des Generalstaatsanwalts des Bundesstaates Missouri, in dem St. Louis liegt.

Seit dem Jahr 2000 gibt es in Missouri ein Gesetz, das von der Polizei fordert, bei jeder Verkehrskontrolle auch die Hautfarbe des Fahrers oder der Fahrerin zu registrieren. Die Daten werden erhoben, um das sogenannte racial profiling zu verhindern, die Ungleichbehandlung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe. Besonders gut funktioniert das nicht, wie die Daten zeigen, die der Attorney General veröffentlicht hat: Schwarze und Hispanics werden in Missouri häufiger von der Polizei angehalten, häufiger durchsucht und dabei häufiger festgenommen als es ihrem Anteil in der Gesamtbevölkerung entspräche. Gleichzeitig findet die Polizei bei diesen Kontrollen bei ihnen weniger illegale Gegenstände.

Ergänzung: Die Einzeldaten der Bezirke wie Ferguson, die in der Grafik zu sehen sind, finden sich hier.

 

Wen die Polizei in Missouri im Jahr 2013 wie oft bei Verkehrskontrollen anhielt und durchsuchte. Quelle: Missouri Attorney General http://ago.mo.gov/VehicleStops/2013/. Grafik: ZON/Leslie Young
Wen die Polizei in Missouri im Jahr 2013 wie oft bei Verkehrskontrollen anhielt und durchsuchte. Quelle: Missouri Attorney General http://ago.mo.gov/VehicleStops/2013/. Grafik: ZON/Leslie Young

(via St. Louis Post-Dispatch)

35 Kommentare


  1. […] Fakt ist: Schwarze und Weiße werden in den USA von der Polizei häufig nicht gleich behandelt. So gibt es in Missouri etwa ein Gesetz, nach dem bei jeder Verkehrskontrolle neben den üblichen Personalien auch die Hautfarbe der Fahrer registriert werden soll. Aktuelle Zahlen belegen, dass Schwarze und Hispanics in Mossouri häufiger angehalten, durchsucht und festgenommen werden als…. […]

  2.   gargravarr

    /Gelöscht. Debatte beendet. /

    Kai Biermann

  3.   krampfadler

    /Gelöscht/

    Kai Biermann


  4. […] Version zu glauben. Und das aus gutem Grund: Allein die Ereignisse der vergangenen Wochen zeigen einen tief verwurzelten institutionellen Rassismus der amerikanischen […]

  5.   Kai Biermann

    Ich beende die Debatte hiermit. Erstens finde ich die Zahlen eindeutig und die Versuche, sie umzudeuten oder anzuzweifeln langsam anstrengend. Zweitens habe ich Wochenende. Alle weiteren Kommentare werde ich löschen.

    Beste Grüße
    Kai Biermann

  6.   Kai Biermann

    Für die Bundespolizei und ihre „anlasslosen Kontrollen“ ist es klar erwiesen, dass sie vor allem allein Reisende anhalten, die eine andere Hautfarbe als weiß haben. Dazu gibt es auch Gerichtsurteile, die das kritisieren. Sonst fällt mir zu Statistik noch die PKS ein, die polizeiliche Kriminalstatistik. Aber auch das Bundesamt für Statistik hat Daten, die helfen können, beispielsweise hier die Aufschlüsselung der deutschen Strafgefangenen nach Staatsangehörigkeit: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Rechtspflege/StrafverfolgungVollzug/Strafvollzug2100410137004.pdf?__blob=publicationFile


  7. Interessieren würden mich mal ähnliche Statistiken aus Deutschland. Hierzulande bekommt man nämlich auch oft den Eindruck, dass bestimmte Gruppen im öffentlichen Raum Narrenfreiheit haben, während andere strikt nach dem Buchstaben des Gesetzes beurteilt werden.


  8. Offensichtlich sind hier schon einige mit simpler Basisstatistik überfordert.

    Wenn bei einem Bevölkerungsverhältnis von 2:1 sieben mal so oft Schwarze kontrolliert werden dann ist das ein Mißverhältnis.

    Und wenn bei den Durchsuchungen anlässlich der Verkehrskontrollen pro Kontrolle(!) doppelt so viele Schwarze wie Weisse durchsucht werden, dann heißt das, dass auf die Gesamtzahl der Kontrollen 7 x 2= 14 mal so viele Schwarze pro Tag durchsucht werden wie Weisse. Und das ist ein noch größeres Mißverhältnis bei 2:1 Bevölkerungsanteil.

    Und wenn auch bei den Festnahmen 14 mal so viele Schwarze festgenommen werden wie Weisse (5:10% bei siebenfacher Kontrollhäufigkeit), obwohl jeder 3. Weisse und nur jeder 5. Schwarze illegale Gegenstände bei sich führt – dann ist das ein ein eklatantes Mißverhältnis.

  9.   b4w3f

    Für alle die Statsitiken nicht lesen können:

    340 sind weiß, 660 sind schwarz.

    121 Weiße werden kontrolliert und 879 Schwarze.

    Davon werden 8 Weiße und 103 Schwarze durchsucht.

    Illegale Dinge wurden bei 3 Weißen und 22 Schwarzen entdeckt.

    Am Ende werden 6 Weiße und 92 Schwarze festgenommen.

    von 1000 Kontrollierten.

  10.   Kai Biermann

    Hier nochmal die Daten von Ferguson, die in der Tabelle zu sehen sind, sie stehen im verlinkten PDF auf S. 358 ff..

    Der Disparity Index, den die Polizei angibt und der das Verhältnis von “Stops” zum “Anteil in der Bevölkerung” angibt. liegt bei Weißen bei 0,38 und damit weit unter dem 1:1-Verhältnis und bei Schwarzen bei 1,37 und damit über dem 1:1-Verhältnis. Schwarze werden also überproportional häufig angehalten.

    Zu den Gründen.
    Bei Weißen ist es vor allem die “Fahrweise/moving”, 469 Stops von insgesamt 686 entfallen auf diesen Grund.

    Bei den Schwarzen ist “moving” nur 1983 von 4632 Mal, also weniger als die Hälfte. So viel zur These der schnelleren Fahrweise.

    Zur Altersstruktur:
    Bei Schwarzen ist die größte Gruppe die der 18-29jährigen.
    Bei Weißen sind es die 40jährige und älter, kurz danach kommen erst die Jugendlichen

    Beste Grüße
    Kai Biermann