Das Wachsen der Daten-Netze

Damit Daten um die Welt reisen können, braucht es eine Infrastruktur. Die besteht vor allem aus Kabeln, die am Meeresboden verlegt sind und die Kontinente miteinander verbinden. Eine aktuelle Karte dieser Verbindungen bietet die interaktive Submarine-Cablemap.

Ausschnitt aus der Submarine Cablemap mit Datenkabeln zwischen Amerika, Afrika und Europa Quelle: http://www.submarinecablemap.com/

Das Unternehmen, das die Grafik erstellt, verkauft sie als Poster für 250 Dollar. Die Daten zum Erzeugen der Karte jedoch sind frei zugänglich und können bei Github abgerufen werden.

Jede einzelne der fast 190 Verbindungen kann angeklickt werden. Angezeigt werden dann die Länge des Kabels, der Eigentümer und die „landing points“, also wo sie aufs Festland trifft.

Das Unternehmen TeleGeography erstellt solche Karten seit mehreren Jahren, trotzdem ist ein historischer Vergleich leider nicht möglich. Der wäre sicher interessant, ließe sich doch an der Zahl und der Kapazität der Kabel das Wachsen des Internets beobachten. Beziehungsweise das der Fernkommunikation. Denn schon 1901 verband die Kontinente ein dichtes Netz von Telefonkabeln.

Karte von Untersee-Telefonkabeln aus dem Jahr 1901 Quelle: Wkipedia / A.B.C. Telegraphic Code 5th Edition

Mehr zur Geschichte der Seekabel gibt es hier.

 

Bilder des Raumfahrtzentrums DLR „befreit“

Die Zerstörungen im Hafen von Sendai nach dem Tsunami – Die TerraSAR-X-Aufnahme vom 12. März 2011 zeigt, dass der Hafen der japanischen Stadt Sendai stark von den Tsunami-Wellen verwüstet worden ist. Die magentafarbenen Flächen zeigen den Grad der Zerstörung in Form von Geröll und Schuttablagerungen an, die blauen Flächen die überschwemmten Gebiete. Quelle: DLR (CC-BY 3.0)

Die Bilder der Nasa können schon seit Jahren frei von jedem verwendet werden. Nun hat sich auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) dazu entschlossen, seine Bilder zu „befreien“. Für die Idee, dass öffentlich finanzierte Daten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen sollten, ist das ein großer Fortschritt.

Alle Fotos und Videos, die vom DLR gemacht werden, stehen ab sofort unter einer Creative-Commons-Lizenz. Sie können somit unter bestimmten Bedingungen von jedem genutzt werden, um eigene Projekte zu bebildern. Vor allem die Onlineenzyklopädie Wikipedia profitiert davon.

Sie war es auch, die den Anstoß zu der „Befreiung“ der Bilder gab. Beziehungsweise Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V., also der Verein, der sich hierzulande um Belange rund um die Wikipedia kümmert. Im Mai 2009 hatte Mathias Schindler von Wikimedia Deutschland beim DLR gefragt, ob man die Bilder nicht im Rahmen der Wikipedia nutzen könne. Es hat letztlich mehr als zwei Jahre gedauert, dafür aber ist die Erkenntnis beim DLR offensichtlich angekommen. Das DLR schreibt dazu in seinem Blog:

„Nicht nur, dass uns infolge von Mathias Schindlers Anfrage auffiel, dass wir Wikipedia hier sehr gerne unterstützen wollten – uns fiel auch auf, dass wir als Wissenschafts- und Technologiekommunikatoren das Teilen und damit die Verbreitung bzw. Multiplikation unserer Inhalte durch die allgemeine Öffentlichkeit und Medien unnötig erschwerten und dass wir bei genauer rechtlicher Auslegung unserer Nutzungsbedingungen auch den Medien genau das nicht eindeutig erlaubten, da die entsprechenden Verlage bzw. Unternehmen in den meisten Fällen kommerziell arbeitende Wirtschaftsunternehmen sind.“

Der Nachrichtenagentur dpa sagte DLR-Sprecher Marco Trovatello außerdem:

„Wir sind zu sehr großen Teilen aus Steuermitteln finanziert. Was wir machen, hat der Steuerzahler schon bezahlt. Wir geben die Ergebnisse jetzt dem Steuerzahler zurück.“

Die nun verwendete Lizenz ist die CC-BY 3.0. Sie verlangt lediglich, dass bei Verwendung der Bilder der Name des Urhebers korrekt genannt wird. Gleichzeitig muss eben diese Lizenz und ihre Bedingung mitgeteilt werden. Das heißt, wer ein solches Bild nutzt, kann es nicht exklusiv für sich nutzen, andere dürfen es auch weiterverbreiten.

Das DLR will damit aber nicht nur die Öffentlichkeit und die Wikipedia unterstützen, Zitat:

„Bei der Verwendung von CC-Inhalten geht es uns nicht nur um die gewünschte höhere Reichtweite der DLR-Inhalte, sondern auch um die Unterstützung der Vision von Creative Commons.“

Beim Wikimedia Deutschland ist man dementsprechend begeistert. Angesichts des Erfolges für die Idee „Open Data“ rief man die Öffentlichkeit dazu auf, „sich bei Behörden, Archiven und Ministerien Gehör zu verschaffen und für eine freie Lizenzierung von öffentlich finanzierten Werken einzutreten“.

Übrigens eine Forderung, die auch im Zusammenhang mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk erhoben wird. Auch die von ARD und ZDF produzierten Inhalte wurden durch die Öffentlichkeit finanziert. Daher gibt es nicht wenige Menschen, die fordern, sie müssten auch allen zur Verfügung stehen. Allerdings haben private Verlage genau das Gegenteil durchgesetzt. Laut Rundfunkstaatsvertrag verschwinden die Inhalte nach derzeit meistens sieben Tagen aus den Archiven der öffentlich-rechtlichen Sender und sind damit für niemanden mehr nutzbar.