Ostdeutschland ist anders. Wir schreiben drüber.

Unsere Heimat

Von 29. Oktober 2012 um 14:00 Uhr

Seit einiger Zeit sind für meine zwei Jahre alte Tochter Schlaf- und Beruhigungslieder wichtig. Also summe ich ihr, da es singend oft holpert, Melodien vor, die ich selbst noch aus Kindertagen kenne. Und weil ich ein nicht mehr so ganz junger Ossi bin, sind dabei auch Lieder, die heute etwas verdächtig wirken: Lieder aus dem DDR-Musikunterricht. Ja, auch so ein Pionierlied. Mein nur halb bewusstes musikalisches Gedächtnis hat damit offenbar kein Problem. Seine getragene Melodie ist ein gutes Schlaflied, und ehrlich: Es gefällt mir heute besser als damals. "Unsere Heimat" heißt es. Wer es nicht kennt, sollte kurz reinhören. Der Text geht so:

Uns're Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
Uns're Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
Uns're Heimat ist das Gras auf der Wiese, Korn auf dem Feld
Und die Vögel in der Luft und die Tiere der Erde
Und die Fische im Fluss sind die Heimat.

Und wir lieben die Heimat, die schöne.
Und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört,
Weil sie unserem Volke gehört.

Zum Text später. Zuerst geht es ja nur um Töne, die besseres verdient hätten. Doch schon da habe ich mich gefragt, ob ich meine musikalisch noch wehrlose Tochter, damit behelligen darf. Dafür spricht wohl, dass das Lied nicht ganz anspruchslos ist und schon früher nur geübten Chören so richtig gelang. Frei also nach Helge Schneider und Max Hansen: Was können die Töne denn dafür, dass sie so gut sind?!

Doch was ist mit dem Text? Geht der noch? Darf ich ihn meiner Tochter vorsingen und ihr das Lied so nach und nach eintrichtern?

Laut Wikipedia geht es in dem Lied um das “Verständnis des Begriffs Heimat der Freien Deutschen Jugend” und “dessen Bedeutung innerhalb des Kommunismus und des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus”. Das dürfte wohl etwas übertrieben sein. Wikipedia meint aber auch, das Lied sei 1974 entstanden, obwohl es vermutlich aus den 1950er-Jahren stammt. Und der Text, denke ich, hatte eher eine den DDR-Organisatoren genehme Vorstellung von Heimat und Natur als Volkseigentum im Sinn.

Lässt man diesen Kontext aber mal weg, erinnert er heute doch vor allem daran, dass wir nicht nur in Städten leben und dass Natur schützenswert ist. Wo wäre da das Problem? Weil fraglich ist, ob die Natur eines Landes einem Volk gehört oder sie nur darum schützenswert wäre? Und dann Volk und Heimat! Auch wenn ich selbst kein Problem damit habe: Ich weiß wohl, dass die Begriffe mehr Missbrauch erleben als alle Melodien der Welt. Nicht umsonst passt das Lied ja auch halb und ganz rechten Volkstümlern super in den Kram. Kürlich tauchte eine adaptierte Version im YouTube-Clip einer Demo gegen Moschee-Bauten in Berlin auf (findet man bei YouTube auch allein). Aber als zwingend erscheint mir ein Verständnis als DDR-Lied heute jedenfalls nicht mehr.

Sollte man solche Lieder also beschützen oder sogar rekultivieren? Man stelle sich nur vor, “Volk” durch “Menschen” oder “Schöpfung” zu ersetzen. Dann käme “Unsere Heimat” auch auf einem ländlichen Grünen-Parteitag oder in der Kirche ganz nett. Aber ok! Ich spinne mal nur ein bisschen… Vorsummen werde ich es meiner Kleinen aber weiter. Mit Singen klappt es ja doch nicht. Vielleicht fragt sie dann eines Tages ja doch mal, was das für ein Lied war. Das fände ich viel interessanter, als ihr erklären zu müssen, was aus aktuellen Luftnummern wie Lena kommt.

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ich finde den Text komplett unverfänglich….. und insofern sollte das Lied keine Bedrohung für die geistig-moralische Entwicklung einer 2-jährigen bedeuten.

    • 29. Oktober 2012 um 19:01 Uhr
    • sauce
  2. 2.

    Einfach vorsingen, aber bitte in der Orginalversion…..entweder man singt ein Lied richtig oder gar nicht aber nicht verstümmelt.

    • 29. Oktober 2012 um 19:02 Uhr
    • Acaloth
  3. 3.

    Frau koennte ja auch einfach dem eigenen Kind ein bisschen vertrauen, vielleicht kann es das Lied frueher oder spaeter ja selbst in den Kontext setzen. Wir haben doch auch eine reflektierte Perspektive ueber die eigene Kindheit. Vielleicht muss man nicht alles auf die Goldwage legen. Solange da jetzt nicht ‚Der heimliche Aufmarsch‘ zum Einschlafen ertoent ist das doch im Rahmen…

    Ich persoenlich bin auch ausm Osten, meine Eltern haben mich von solchen Liedern ferngehalten, sie waren in der DDR Oppositionsbewegung aktiv. Ich habe mir die Lieder alle spaeter selbst auf youtube angehoert. Nicht, weil ich Kommunist bin oder Ostalgiker oder sonstwas sondern weil mich interessiert was in den 37 Jahren vor meiner Geburt in meiner Heimat so loswar und die Gesellschaft (Schule, Medien, Politik) schweigt darueber ja beharrlich.

    • 29. Oktober 2012 um 19:10 Uhr
    • Peter Pan
  4. 4.

    Nun, also rein vom Text her kann ich nichts daran finden dass die DDR Diktatur, die Menschen systematisch unterdrückt hat, verherrlicht.

    Das vermittelt eine Wertschätzung der Natur.

    Wer sich da fragt, ob das Lied negative Auswirkungen haben könnte, der lebt meiner Meinung nach in einer anderen Welt oder kann sich keine eigene Meinung bilden. ;-)

    Als Vater würde ich noch andere Kinderlieder lernen und vorsingen. Oder selbst welche erstellen.

    • 29. Oktober 2012 um 19:20 Uhr
    • Kelsi
  5. 5.

    Als „ultrabrutaler Wessie“ schreibe ich ein eindeutiges Ja !
    Nichts verwerfliches ist daran und erklären,wenn überhaupt nötig,das kann später geschehen.
    Immerhin gab es sowohl zu DDR-Zeiten ein Heimatgefühl,wie seinerzeit im Westen auch.
    Bitte nicht sich von westlicher Arroganz einvernehmen lassen,denn der „gemeine Wessie“ hat auch nicht den tiefen Teller erfunden !

    • 29. Oktober 2012 um 19:24 Uhr
    • Wolfgang
  6. 6.

    der Sozialismus kommt doch gar nicht vor im Text! das man denkt einem gehoeren die Voegel ist vielleicht ein wenig schraeg, aber wenns noetig ist um Verantwortung zu empfinden, warum nicht?
    aber was ist mit Migranten? gehoeren denen auch Voegel, Fische und Baeume hier? war wohl kein Problem in der DDR weil keiner freiwillig dahin wollte, heutzutage geht aber nichts mehr ohne globale Verantwortung im Naturschutz

    • 29. Oktober 2012 um 19:27 Uhr
    • Rosa Koch
  7. 7.

    An den Schulen wird generell nicht mehr gesungen. Als Weihnachtslied geht nur noch „Rudolph the Rednosed Raindeer“. Zuviel Heimat oder Religion im Lied.

    • 29. Oktober 2012 um 19:30 Uhr
    • viola
  8. 8.

    Keine Sorge. In Kindergarten und Schule werden viel bedenklichere Lieder gesungen. Ich erinnere mich, dass wir in der Grundschule z.B. dieses Lied gesungen haben: http://www.volksliederarchiv.de/text620.html

    Dagegen find ich das von ihnen erwähnte Lied völlig harmlos.

    • 29. Oktober 2012 um 19:35 Uhr
    • Max Murks
  9. 9.

    Lieber Herr Schulze,

    Kopf aus, Herz an dann und die „guten Töne“ so gut es geht treffen. :o)
    Das Lied ist sehr schön und hat Substanz.

  10. 10.

    Mach doch einfach.

    • 29. Oktober 2012 um 19:40 Uhr
    • Karin
  11. 11.

    Dieses Lied ist einfach ein wunderschönes Volkslied.

    • 29. Oktober 2012 um 19:44 Uhr
    • Katrin Korritter
  12. 12.

    Natürlich „geht“ so ein Lied noch, aus den üblichen Gründen: es singt sich gut, der Text ist nicht negativ und vor allem: der Autor kann es singen.

    Alles darüber hinaus ist doch intellektuelle Clownerei. Beschützen? Rekultivieren? Gar einen geV dafür gründen?

    Wie wäre es mit einfach mal singen und nicht irgendwelchen Blödsinn auf Wikipedia recherchieren oder vermeintlich harmlosere Varianten erwägen? Ah, dann könnte man keinen Blogeintrag erstellen, stimmt. Ausserdem müsste man am Ende selbst entscheiden, ob man jetzt einfach mal die Internationale oder die russische Nationalhymne pfeift, weil sie im Kopf ist und nicht, weil man den Text analysiert hat …

    • 29. Oktober 2012 um 19:47 Uhr
    • Krischan
  13. 13.

    Ein Wessi macht sich doch auch keine Gedanken darum, ob das Lied, das er seinem Kinde vorsingt oder vorbrummt, gesellschaftskonform ist!
    Nun seien’se mal bisschen selbstbewusst.
    Im Westen (und nunmehr im wessifizierten Alt-DDR-Deutschland) werden die Kinder auch angehalten, ihre Heimat zu lieben (und die ach so tollen Westprodukte).
    Wenn Sie ein heimatloses Kind haben wollen, ziehen’se zwanzig Mal im Jahr um und schaffen so Unruhe und keine Heimat in und bei Ihrem Kinde.

  14. 14.

    „Aber schon gut, ich spinne nur ein bisschen…“

    Ein bisschen? Mann, du hast doch’n Rad ab!

    Geh zum Klo und spül dich runter!

    • 29. Oktober 2012 um 19:52 Uhr
    • Hain Maat
  15. 15.

    Ein Wessi macht sich doch auch keine Gedanken darum, ob das Lied, das er seinem Kinde vorsingt oder vorbrummt, gesellschaftskonform ist!
    Nun seien’se mal bisschen selbstbewusst.
    Im Westen (und nunmehr im wessifizierten Alt-DDR-Deutschland) werden die Kinder auch angehalten, ihre Heimat zu lieben (und die ach so tollen Westprodukte).
    Wenn Sie ein heimatloses Kind haben wollen, ziehen’se zwanzig Mal im Jahr um und schaffen so Unruhe und keine Heimat in und bei Ihrem Kinde.

  16. 16.

    @zeit:
    Gibt’s hier eigentlich auch ein West-Blog „Westdeutschland ist anders“?

    • 29. Oktober 2012 um 19:56 Uhr
    • Karin
  17. 17.

    Ist doch ein schöner Text. und Ich bin ein Ex Wessi(hihi).
    Ich würde die letzten 2 Endungen:weil sie dem Volke gehört…
    durch: damit es sie noch morgen gibt.. ersetzen. Ist zeitgemäßer und prägt schon mal auf Umweltschutz.

    • 29. Oktober 2012 um 20:05 Uhr
    • Nicole B.
  18. 18.

    sings ihr einfach vor.
    nuff said.

    • 29. Oktober 2012 um 20:09 Uhr
    • mcharlie
  19. 19.

    Mein Großvater hatte sich immer mit ehemaligen „Kameraden“ bei uns im Keller getroffen. Nach ein paar Bier kamen dann die alten Lanzer-Lieder. Wir Kinder haben das natürlich gehört (und auch lustig gefunden).

    Na ja, 30 Jahre später: ich habe noch nie konservativ gewählt, Zivildienst gemacht (mein Großvater war da sehr glücklich drüber: „Bua, geh nia, nia zum Barras. Mach liaba was gscheid’s.“) und eine Ausländerin geheiratet.

    Also ganz locker bleiben

    • 29. Oktober 2012 um 20:19 Uhr
    • Stefan
  20. 20.

    Es ist schon traurig, wie sehr es ein tabu in Deutschland ist, Deutschland anzusprechen. Was ist falsch mit euch, Leute? Jedes Land hat solche Lieder, es ist doch nicht alles „rechts“ was auf Deutsch gesagt wird.

    • 29. Oktober 2012 um 20:21 Uhr
    • bleicher
  21. 21.

    Was für ein Krampf.

  22. 22.

    Na dann doch lieber: „Deutschland, Deutschland über alles!“. Das klingt zwar deutlich nach Drittem Reich, mag vielleicht auch nicht ganz für Kinderohren geschrieben worden sein, aber es hat einen großen Vorteil: In der heutigen Zeit, wo ständig Steuern erhoben werden und es der Mehrheit ständig schlechter geht sowie das Grundgesetz durch den Staat gebrochen wird (z.B. Art.2(2) – GG-Bruch durch Erlaubnis, Kinder zu beschneiden oder Art26: GG-Bruch seit dem Jahr 1998, wo wir wieder kräftig wieder mit Kriege führen), wird man dann defintiv nicht verdächtig, sich zu erinnern, daß eben nicht alles schlecht war in der DDR, ob es die Außenpolitik war oder eben ein nun wirklich in allem belanglosem Kinderlied. Und es hat noch einen Vorteil – man kann sich selber viel leichter einreden, wir leben in der besten Gesellschaft, die es gibt, weil alles andere viel schlimmer ist und war!

    • 29. Oktober 2012 um 20:30 Uhr
    • laherma
  23. 23.

    Was ich mich schon lange und an dieser Stelle wieder einmal frage: Wer entscheidet eigentlich bei der Zeit, welche Beiträge von welcher inhaltlichen Qualität veröffentlicht werden dürfen?
    Unglaublich!

    • 29. Oktober 2012 um 20:33 Uhr
    • laherma
  24. 24.

    Mein Gott, wo sind wir den hier angekommen. Ist es schon soweit sich seiner Jugend und seiner gelernten Lieder zu schämen. Ich find die Lieder gut gut. Sie gehören weiter verbreitet. Es muss doch nicht immer dieser westliche Schrott sein. Viele Dinge heute sind einfach nur scheußlich, aber es gibt auch noch ein paar Ausnahmen.

    • 29. Oktober 2012 um 20:45 Uhr
    • Ossi
  25. 25.

    Mir geht es da wie ihnen. Allein die Wörter „wir lieben die Heimat“ erzeugen schon das Gefühl etwas Verbotenes zu tun.
    Sowas kann man Denken aber jeder der sowas Singt macht sich Verdächtig.
    Wenn ich mir in Erinnerung rufe was eine Ruderin Nadja Drygalla über sich ergehen lassen musste weil sie einen Ex Nazi als Freund hatte. Sollte es man sich 2 mal überlegen ob man seinem Kind etwas vorsingt oder auch nur Summt was schnell als Rechts oder Links Radikal ausgelegt werden kann.
    Stellen sie sich vor ein Kind würde im Kindergarten Singen oder Summen was ein Erzieher als nicht, nennen wir es Zeitgemäß, identifiziert.
    Die Bild würde daraus die Schlagzeile formen „Links bzw Rechtsradikale indoktrinieren ihre Kinder“

    Das Kind und die Familie wären erledigt. Diese „Wahrheit“ wäre den Rest des Lebens nur einen Klick entfernt.

    • 29. Oktober 2012 um 20:46 Uhr
    • Obscuro
  26. 26.

    Lieder sind zum singen da

    • 29. Oktober 2012 um 20:51 Uhr
    • onuk
  27. 27.

    Sonst haben Sie keine Probleme?
    Was ist schlecht an dem Wort Volk? Es ist immerhin Bestandteil des Amtseides unserer Minister und der Bundeskanzlerin. Ich finde, es ist eine Kapitulation vor Diktaturen jeder Art, die das Wort Volk in ihrem Sinn misbraucht haben, wenn man danach Skrupel hat dies zu verwenden.

    Der Rest des Liedtextes entspricht dem üblichen Musikantenstadl-Niveau. Daran mag man sich stören, okay, aber ein Grund für Zensur ist es nicht.

    • 29. Oktober 2012 um 20:53 Uhr
    • mcdoof
  28. 28.

    is schon blöd wenn einem nur ein Lied einfällt.

    • 29. Oktober 2012 um 21:01 Uhr
    • Fireman
  29. 29.

    Ihre Sorgen möcht man haben… *kopfschüttel*

  30. 30.

    Zustimmung zu #1. Man kann auch unnötig herumpolitisieren. Dem Kind ist es höchstwahrscheinlich egal.

    • 29. Oktober 2012 um 21:09 Uhr
    • porph
  31. 31.

    Gefechtsalarm! Sofort den Verfassungsschutz alarmieren. Nachhilfestunde in Demokratie ist hier angezeigt.

    • 29. Oktober 2012 um 21:37 Uhr
    • winfried
  32. 32.

    Sie dürfen! Nur beim Horst-Wessel-Lied würde es kritisch.

  33. 33.

    Singen/summen Sie, wenn´s von Herzen kommt unbeirrt weiter – und lesen Sie später Ihrer verständigen Tochter diesen überflüssig-besorgten Leser-Artikel vor. Damit vermitteln Sie ihr auch zugleich noch persönlich erlebte Zeitgeschichte.

  34. 34.

    Die Hauptsache: harmlos und unkritisch

  35. 35.

    Hi,

    also der Sozialismus kommt schon vor in diesem Text,
    allerdings, zugegeben, eher unterschwellig.

    > Und wir lieben die Heimat, die schöne.
    > Und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört

    ist aber okay :-)

  36. 36.

    Es stimmt mich traurig, dass die (hier auch noch selbst in Betracht gezogene!) Verleugnung der eigenen DDR-Biografie nun auch vor so einem vergleichsweise harmlosen Lied nicht halt macht. Natürlich gibt es auch ältere Kinderlieder, die nicht politisch in Ost / West differenziert werden können und die man daher unbeschadet singen kann. Aber was ist schlimm daran, dem Kind auch ein Stück der eigenen biografischen Prägung mitzugeben und ganz selbstverständlich dazu zu stehen? Das ist nun mal ein Teil der eigenen Kindheit / Jugend gewesen. DDR-Biografien mit ihren hier kulturellen Besonderheiten wurden und werden gesamtdeutsch oft genug missachtet oder ignoriert, da sollte man nicht noch selbst anfangen, sich zu zensieren…

    • 29. Oktober 2012 um 22:00 Uhr
    • Sarange
  37. 37.

    Auch ich habe dieses Lied meinem Kind vorgesungen.
    Der studiert jetzt – Jura – westdeutsche Gesetze. Na und?

    Es gibt einfach Trigger, die wirken. Die wurden gepflanzt in der Kindheit, in der Jugend, die triggern. Ob das „Unsere Heimat“ ist oder „Jugendliebe“ oder eben, auf der anderen Seite, „Tausendmal beruehrt“ und „Hast Du etwas Zeit fuer mich“ – und fuer viele, die ihre Ohren nicht nur in eine Richtung aufsperrten, wie fuer mich, sind die Trigger nicht immer nach Ost und West zu trennen.

  38. 38.

    Habs meinen Kindern auch vorgesungen. Ich habe es damals im Heimatkundeunterricht gelernt und ich verbinde es mit unseren Wanderungen durch die Heimat.
    Daran kann ich nichts Schlechtes finden.

  39. 39.

    ja, bloß die Kinder nicht auf die Idee bringen, dass irgendwas nicht einem Einzelnen gehoeren koennte… :-)

  40. 40.

    Ich hoffe der Artikel ist ironisch gemeint. Das hoffe ich sehr.

    • 29. Oktober 2012 um 22:23 Uhr
    • Eulenspiegel
  41. 41.

    in dem Moment in dem ich wie sie darüber nachdenken müßte ob würde ich es nicht singen-
    zudem haz erst kürzlich eine Lehrerin aus Potsdam im rbb „Brandenburg Aktuell“ als Rechtfertigung für die mehrfach nachweisliche unterlassene Richtigstellung von Fragen aus der DDR ( Ausschußergebnis der Landesregierung)als Begründung geäussert, öffentlich und im TV und ohne Konsequenzen, sie müsse die Propagandalügen der DDR Zeit weiter so berichten da sonst die Eltern der Kinder die sie unterichtet sie selbst für unglaubwürdig hielten da sie das ja damals so gemacht hat und die Eltern das wüßten.

    Und in einer aktuellen Umfrage des Senders konnten sich in Brandenburg 41% der Befragten die Mauer so wie es war wieder vorstellen.

    Da bereue ich meinen Soli.

    • 29. Oktober 2012 um 22:32 Uhr
    • tolerant
  42. 42.

    Irgendwie sah ich schon als Kind bei den Zeilen „und wir schützen sie, weil unserem Volke gehört“ NVA Soldaten vor meinen Augen. Zu Zeiten des „Kalten Krieges“ war diese Interpretation wohl auch nicht abwegig. Also auf die Idee das Lied meinen Kindern vorzusummen oder gar singen, käm ich im Leben nicht, auch wenn die Melodie was von einem „Ohrwurm“ hat.

    • 29. Oktober 2012 um 22:34 Uhr
    • Hundert
  43. 43.

    Ich finde das auch ein wenig paranoid. Wenn dieses Lied schon ein Problem darstellen soll, kann man sich auch gleich fragen, ob man seine Kinder das Sandmännchen ansehen lassen sollte.
    Die meisten Sandmännchen-Intros sind meiner Meinung nach auch noch zeimlich von der DDR eingefärbt. Es kommt aber niemand auf die Idee, sich darüber aufzuregen. Warum? Den Kindern ist es egal. Solange die vermittelten Werte eines Mediums anerkannte Werte sind, sollte es egal sein, aus welchem Regime es stammt.

  44. 44.

    Besteht da ein ernsthaftes Interesse nach nem „passenden“ Lied?
    Gegen Knoten im Hirn hilft eine Suchmaschine -> Schlaflieder -> zich Treffer inklusive Melodie, Text etc.

    • 29. Oktober 2012 um 22:45 Uhr
    • B.dacht
  45. 45.

    Natürlich kann man das Lied einer zweijährigen vorsingen. Beim Vorsingen geht es doch hauptsächlich um das Singen und die Melodie, nicht um den Text. Mir ist beim Vorsingen irgendwann auch ein Lied aus meiner Kindheit eingefallen „Maikäfer flieg, der Vater ist im Krieg, die Mutter ist in Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer flieg“ (Melodie von Schlaf Kindlein, schlaf) Kennt das jemand? Das ist doch irgendwie bizarr, oder?

    • 29. Oktober 2012 um 22:57 Uhr
    • Petra Moosmann
  46. 46.

    Ist es heute nicht so, dass man vorher bei der GEMA anfragen muss, ob man darf oder nicht darf. Die benennt dann auch möglicherweise die Gebühren, die man entrichten muss, bevor man singt.

    • 29. Oktober 2012 um 23:09 Uhr
    • ztc77
  47. 47.

    Ich brauch andere Weihnachtslieder, weil Heimat, eben nicht immer nur Heimat sein kan, auf dauer. Deshalb gabs, und gibt es immer wieder die kleine Völkerwanderung, zwischen unter den Eliten, oder zumindest den leuten, die nie langeweile, in sich hineinduseln. Wie das flescherhandwerk, es entwickelt immer wieder neue Räucherkompositionen, um zu Zeigen was sie drauf haben. Andere wollen eben andere Kompositionen, im rahmen einer innerlichen , im hergang auch zu prozentualen beteiligten äußeren Veränderung mit Wechseln von gemein gut ihrer selbst verwirklichen. Bei mir sinds andere Weihnachtslieder geworden. Die fleischerkunst der DDR, also auch sicher der Osten von Polen mit einzuberechnen, ist Welt weit spitze, und ich denke zur Zeit, das non plus ultra an lebenskultur Export Ware from Germany!

    • 29. Oktober 2012 um 23:39 Uhr
    • meergerunten
  48. 48.

    das Lied ist meiner Meinung nach eine Art Liebeserklärung des Deutschen (egal ob Ost oder West), -evtl. besser: Menschen- zur Natur in seiner Heimat. Seinem Kind Bewußtsein für und Liebe zur Natur nahezubringen ist, gerade in Zeiten elektronischer Massenmedien, die fast jeden Lebensbereich bestimmen IMMER der richtige Weg. Dass diese Natur von den Herrschenden der DDR quasi als „Volkseigentum“ deklariert wurde, sollte hier nicht weiter ins Gewicht fallen. Soll ich mit meinem 16 Monate alten Sohn deswegen nicht mehr den Sandmann im Fernsehen schauen, nur weil dieser ein Produkt des DDR-Staatsfernsehens ist? Lieber Autor, deine (ich duze einfach mal) Bedenken sind meiner bescheidenen Meinumg nach nicht unnütz, aber dennoch ein wenig übertrieben.

    mit freundlichen grüssen
    f.

  49. 49.

    ich habe diesen Beitrag wohl zufällig überlesen, aber er geht genau in die selbe Richtung, die ich meinte.

  50. 50.

    Uns’re Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
    Uns’re Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
    Uns’re Heimat ist das Gras auf der Wiese, Korn auf dem Feld
    Und die Vögel in der Luft und die Tiere der Erde
    Und die Fische im Fluss sind die Heimat.

    Und wir lieben die Heimat, die schöne.
    Und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört,
    Weil sie unserem Volke gehört.

    Diesen Text sollte jeder Abgeordnete(BRD) vor seiner Rede singen !!!

    • 29. Oktober 2012 um 23:56 Uhr
    • Bela Chicha
  51. 51.

    Ich habe mit manchen Schlafliedern meine probleme, aber ich singe sie Trotzdem meinen Kindern vor, wenn sie schön sind: „Kein schöner Land in unserer Zeit“? Was für eine Behauptung, aber dennoch ein schönes Lied. Oder wenn man sich mal die ganzen christlichen Inhalte bei „Der Mond ist aufgegangen“ und Co ansieht, das entspricht auch nicht meinen Überzeugungen. Dennoch, eines Tages werde ich meinen Kindern das auch erklären und sie werden es nachvollziehen.
    Was DDR-Musik angeht: Ich bin eher gespannt, was meine Kids sagen, wenn sie meine liebsten Punk-Hymnen aus der Zeit mal hören: Ausschlag!

    • 30. Oktober 2012 um 00:29 Uhr
    • Bodo der Frohe
  52. 52.

    Ist doch im eigentlichen ganz egal wenn ma sich immer so nen Kopf über das gesagte machen würde käme man zu dem Entschluss auf immer schweigen zu müssen und dasn harmloses Lied da gibts ganz andere.

    • 30. Oktober 2012 um 00:30 Uhr
    • Spetzi
  53. 53.

    Die Probleme möchte ich mal haben

  54. 54.

    Ach was.

    Meine Oma, bei Kriegsbeginn 6 Jahre alt, hatte das Horst-Wessel-Lied häufig auf den Lippen. Leider kam sie nie über die erste Zeile hinweg, weil gleich sämtliche Mundverbieter aus den Löchern kamen und sie gescholten haben. Fand ich als Kind schlimmer als dem Lied zuzuhören.

    Weder bin ich Nazi geworden noch sonst einer, der zuhören musste.

    Das Verbot ist insofern auch etwas weltfremd, weil schlicht niemand weiß, was genau nun verboten ist und sich dann besonders interessiert.

    • 30. Oktober 2012 um 00:39 Uhr
    • Adventus
  55. 55.

    Eigentlich wurde alles wichtige schon gesagt. Als Argument für die relative Harmlosigkeit dieses Liedes dient aber vielleicht auch das Beispiel anderer literarischer Texte, mit denen Kindern aufwachsen. Denken Sie mal an die ganzen blutrünstigen Märchen. Die machen Kinder schließlich auch nicht zu Monstern.

  56. 56.

    Ihr Kommentar ist das eigentlich verfängliche – nicht das Lied !

    • 30. Oktober 2012 um 01:20 Uhr
    • Gerd
  57. 57.

    ich singe dieses lied meiner natur hier unten im süden frankreichs des öfteren vor.das kommt einfach so raus,wenn ich hier rumlaufe und ich freue mich,dass ich den text noch kann von damals.wir haben das lied immer im programm gehabt im schulchor und den gewerkschaftsurlaubern in ihren heimen vorgetragen.ich mag es sehr,dieses lied.

  58. 58.

    […] DDR-Kindheit ein, das der schönen Heimat huldigt. Was tun?, fragt sich Blogger Kristian Schulze. mehr lesen © zeit.de (RSS)   If you enjoyed this article, please consider sharing […]

  59. 59.

    Ich bin dafür, so bald wie möglich die pränatale political correctness (ppc) einzuführen, durch mikroinvasiven Eingriff in das Hirn der Schwangeren, später durch Einbauen eines entsprechenden Chips bei den Babys.
    Mal im Ernst: Man kann es wirklich übertreiben! Ich werde meinem Enkel noch vor dem ersten Schuljahr die Internationale (Text und Melodie) beibringen! Wenn er den Ohrenstöpsel dann noch mal raus nimmt.

  60. 60.

    Nein, das ist nicht bizarr, sondern historisch.

  61. 61.

    Ja, es gibt sogar noch ein uraltes Kinderlied aus dem 30jaehrigen Krieg und das wurde mir vorgesungen:

    SCHLAF, KINDCHEN SCHLAF
    DIE MUTTER HUET DIE SCHAF
    DEIN VATER IST IN POMMERLAND
    UND POMMERLAND IST ABGEBRANNT.
    SCHLAF KINDCHEN SCHLAF …

    Und das Heimatlied ist total unpolitisch.

    Schauen Sie einmal in ein altes Liederbuch.Was gab es da fuer
    schoene romatische Texte.

    • 30. Oktober 2012 um 05:16 Uhr
    • kotakinabalu
  62. 62.

    Wo ist das Problem, was ist schlimm an „Heimat“? Da sind schon bessere Wörter schlimmer mißbraucht worden. Nicht mal das „weil sie dem Volke gehört“ ist zu beanstanden, GG Art. 20 (2) „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“, das könnte sogar der Verfassungsschutz mitsingen… bzw. müßte, eigentlich.

    • 30. Oktober 2012 um 05:59 Uhr
    • Hans-Jürgen Fischer
  63. 63.

    Der Text ist zwar an sich recht harmlos aber das Lied war ein Pionierlied. Es gibt wohl viele andere schöne Schlaflieder?

    • 30. Oktober 2012 um 07:37 Uhr
    • karin krohn
  64. 64.

    sehr schöner artikel!

    • 30. Oktober 2012 um 07:40 Uhr
    • doraemon
  65. 65.

    Meine Enkeltochter ist 10 und möchte Oma’s Pionierkleidung für die Schule anziehen. Kommt es dann zu einer strafrechtlichen Ahndung für mich? Oder sollte ich riskieren?

    • 30. Oktober 2012 um 07:51 Uhr
    • APGKFT
  66. 66.

    Unverfänglich?
    Ähem…

    „Und wir lieben die Heimat, die schöne.
    Und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört,
    Weil sie unserem Volke gehört.“

    Da hör ich geradezu die NVA marschieren und die Selbstschussanlagen an der Grenze ballern dazu im Hintergrund.

    Unverfänglich.

  67. 67.

    „Darf ich..“ finde ich schon eine seltsame Frage.

  68. 68.

    Ich habe meinem Sohn immer mal wieder die Internationale vorgesungen und anschließend „Die Gedanken sind frei“. Ich singe auch „Maria durch ein Dornwald ging“ oder „Es ist ein Ros entsprungen“ etc. und es würde mir nicht im Traum einfallen, mich zu fragen, ob ich das darf (von wegen religiöser Indoktrination oder so).

    Ich finde es ehrlich gesagt bestürzend, wie beim Autor dieses Artikels die Zensurschere im Kopf wirkt.

    Darf ich dieses, darf ich jenes? Sind Sie ein freier Bürger oder nicht? Sich hier die Absolution holen zu wollen für ein privat gesungenes Lied ist für mich als „Wessi“ wesentlich DDR-typischer als das angesprochene Lied – sorry.

    • 30. Oktober 2012 um 09:00 Uhr
    • Andrea
  69. 69.

    Sing ihr doch einen Werbesong vor.

    • 30. Oktober 2012 um 09:17 Uhr
    • fyp
  70. 70.

    Wieviele Selbstzweifel, wie wenig Selbstbewußtsein muss ein Mensch haben, der einen solchen Artikel schreibt. Nein – Ich schäme mich nicht im Osten geboren und in der DDR gelebt, geliebt, gelacht und auch gesungen zu haben. Aber da unterscheide ich mich wohl von all jenen, die erst im Herbst 1989 aus dem Koma erwacht sind oder hinter jeder Straßenecke einen Stasispitzel gesehen haben. Mir sind diese Leute nicht über den Weg gelaufen und wenn doch, hatten sie kein Messer zwischen den Zähnen sondern waren meistens Menschen wie du und ich. Natürlich kann man seinem Kind ein solches Lied vorsingen. Vielleicht sollte man die letzten 3 Zeilen wie folgt modifizieren:

    …und wir lieben die Heimat, die schöne,
    und ich wünschte, dass sie dem Volke gehört,
    dass sie unserem Volke gehört.

    Und zwar dann, wenn man begriffen hat, daß längst Finanzkapital und Großindustrie von ihr Besitz ergriffen haben.

    Einen schönen Tag

    • 30. Oktober 2012 um 09:33 Uhr
    • Frohsinn
  71. 71.

    Herzlichen Glückwunsch,
    jetzt ist die political correctness also auch in den ostdeutschen
    Kinderzimmern angekommen.
    Hier im Westen könnte es bei dem Lied von den „10 kleinen Negerlein
    Probleme geben“.
    Ansonsten gilt Zivilcourage und Goethe:“Drum singe wem Gesang gegeben“.

    Schöne Grüße
    vom Landmädchen

  72. 72.

    Mein Sohn wurde 1989 geboren. Der wollte jeden Abend, dass ich ihm vorsinge. Natürlich sind mir vor allem DDR-Lieder eingefallen. Besonders gern hat er das Lied vom „Kleinen Trompeter“ gehört – nochmal singen, nochmal! Ihm hat`s nicht geschadet, über meine manchmal aufkommende DDR-Sentimentalität lacht er.
    „Unsere Heimat“ ist ein besonders schönes Lied, wer da Soldatenstiefel hört …

    • 30. Oktober 2012 um 09:39 Uhr
    • Oberlausitzerin
  73. 73.

    die ganze welt singt solche lieder :-)

    • 30. Oktober 2012 um 10:02 Uhr
    • mitch
  74. 74.

    Ojé, ich bon Ossi und lebe im Westen. Was mach ich nur? Kleine Kinder habe ich nicht mehr, alle fünf sind aus dem Haus.

    Und dennoch fällt mir dieses Lied hin und wieder mal ein und ich summe (brumme) es mir selber vor. Warum nur? Hab ich einen Knacks weg und bin unbelehrbarer Ostalgiker? Es ist wie mit dem Lied: „Der Herbst steht auf der Leiter und malt die Blätter an“.
    Jeden Herbst sehe ich die bunte Welt der Natur und jedes jahr brummt dieses Herbstlied in meinem Kopf.

    Gefällt mir das Lied? Gefallen mir viele andere Lieder die mir gelegentlich in den Sinn kommen? JAAAA!.
    Denn sie erinnern mich an etwas.

    Und wenn ihr Kind eines Tages ein Lied summt, brummt oder jubilierend daher zwitschert, dann hat es sich an etwas erinnert.

    An seine Kindheit, an die Eltern und an ein sorgloses Dasein in Kindertagen.

    Ja, man könnte manchmal zweifeln ob unser Liedgut in Deutschland Meinungskonform ist, aber einen inneren Konflikt löst es bei den meisten Menschen nicht aus. Man muss nicht alles auf die Goldwage legen. Machen wir uns dorch nichts vor: „Die Interpretation eines Liedtextes basiert auf dem persönlichen Kontxt den man sich selbst auferlegt“.
    Der Sänger Heino hat „Schwarz- Braun ist die Haselnuss“ gesungen. Er verdiente damit Geld.

    Der Gedanke dieser Fragestellung ist aber sehr amüsant für mich gewesen und hat mir deutlich gemacht, dass ich bin wie ich bin und wie bisher nicht bereit sein werde meine Vergangenheit für eine opportune Geisteshaltung in der Gesellschaft aufzugeben.

  75. 75.

    Hoffentlich ist das nicht so ganz ernst gemeint. Wichtig ist, dass Ihr Kind singen mag und dann vilelicht selbst dran Spass hat. Machen Sie halt aus Volk Menschen und gut is. Wegen mir können sie Volk auch lassen. Und lassen Sie sich bitte nicht von denen beeinflussen, die das Volkslied gleich bei Neonazi und Volkstümelei verorten.

    Mit „Nena“ das doch nichts zu tun. Muss doch nicht gleich pädagogisch werden. Wird es beruhigt durch einen ruhigen John Lee Hooker Blues, singen Sie eben den.

    • 30. Oktober 2012 um 10:31 Uhr
    • TDU
  76. 76.

    „Dafür spricht wohl, dass das Lied nicht ganz anspruchslos ist und schon früher nur geübten Chören so richtig gelang.“

    Das wäre das einzige Argument was dagegen spricht. Warum kompliziert wenn es auch Einfaches gibt. Und Misstöne Ihrerseits beruhignen auch nicht. Einfache Tonleitern sind die Grundlage jedes Musik- und Taktgefühls.

    Im übrigen sind die Naturschönhete ia noch da, und was das Volk ist und will wird immer diskutiert werden. Hoffentlich.

    • 30. Oktober 2012 um 10:40 Uhr
    • TDU
  77. 77.

    Als Schulkind kam ich nicht an das Lied heran, weil die Melodie mir schwerfiel und vielleicht auch weil es so ideologisch eingettet war.

    Heute liebe ich das Lied und spiele es auch gern auf dem Instrument.
    Und wenn ich in dem Lied bin, überströmt mich eine Gewißheit, eine Unmittelbarkeit mit der mich umgebenden Welt, die ich bei kaum einen andern Lied empfinde
    – es ist ein wunderbares Lied .

    • 30. Oktober 2012 um 12:36 Uhr
    • doris-helga
  78. 78.

    Lieder sind zum singen da.

    • 30. Oktober 2012 um 14:50 Uhr
    • onuk
  79. 79.

    Es gibt viele deutsche Kinderlieder, die wesentlich älter und schöner sind als dieses DDR-Lied. Die sollte man singen. Mehr Tiefgang.

    • 30. Oktober 2012 um 17:11 Uhr
    • viola
  80. 80.

    Ich hab mal gehört, das so gar in England, Stars wie Keira Knightley, gerne ihren Kindern Ostliedergut vorsingen würden, zumal sie auch Gitarre spielen könnte dazu. Ihr müsst mal mehr die Englischen Blogs abforsten, dann wisst ihr was in der Welt so loß ist, mit der Ossikultur.

    • 30. Oktober 2012 um 17:47 Uhr
    • meergerunten
  81. 81.

    Ach ja, und die Bilderstrecke, von den Norwegischen Fjorden, einfach Wunderbar, danke Zeit für diesen Romantischen Wink mit dem Balserholz. Da weiß man mal, wo man so in seinen Träumen, mit dem Segelgroßboot, so hinschippern könnte, in Europa.

    • 30. Oktober 2012 um 17:51 Uhr
    • meergerunten
  82. 82.

    Dies ist ein freies Land. Sie dürfen Ihrer Tochter auch das Horst-Wessel-Lied vorsingen, das übrigens eine schöne Melodie hat. Aber es gibt so viele geeignetere schöne Gute-Nacht-Lieder, aus dem Gesangbuch, oder mit Eichendorff-Texten oder Brahms Wiegenlied.

  83. 83.

    Was altes, gegen was neues. Philosophie beschrieb schon immer, was tiefgang verständlich machte. Du hast was neues, und wolltest nicht mehr das alte, oder du hattest das alte und wolltest das neu besser erklärt haben, oder du hast was neues, willst aber auch was altes besser erklärt bekommen. Philosophie. Ich halte mich daran, das ich das alte mir selbst schmackhaft mache, weil das neue, eigentlich geheim ist, und ich mit den bröckchen die mir zu geworfen werden nicht umgehen kann, weil das neue eigentlich viel neuer sein müsste, wie dieser schnipzel. Da ich nicht die schnipzel Jagen will, ich aber manchmal auf dem Kopf gefallen bin, lasse ich es bei den einfachen gehabe , mir das Alte gut zu machen, und das neue, dafür zu benutzen, das ich das alte, besser benutzen kann. Also wie son Zinshebel, nur fürs ware leben. Dazu gehört natürlich, die einschätzung des neuen und des alten, sehr genau natürlich. Also ne replizierte Wurst aus den Fluxmicrowellchen, ist gar nicht so schlecht, wenn man die energie davür verwenden würde, 5 Bäume zu fällen, und die Wurst einfach nicht garen sondern Braten übern Feuer. Das heist gesparte energie, auch beim Singen, also ich mag die Flüster lieder der DDR ganz besonders, kann wo anders Energie frei setzen, meinet wegen bei der kettensäge, oder der Stromsäge. Versteht ihr das? Ok, anders. Ich gehe nicht zum rockkonzert, mit meine Kinder das sie sich das gebrülle reinziehen, in der hoffnung sie schlafen dann gut, nein, ich singe ihnen gar nichts vor, spare mir energie, und kaufe ihnen dafür ne CD, weil das Rockkonzert das gleiche kostet, wie Kuschelrock kinderlied DVD. Was war jetzt alt, und was war jetzt neu? Naja ich versteh das eigentlich selber nicht, aber son wenig, Gitarre, brauch ich schon, im perfekten zweispruch, wenns um Lieder geht für die ewigkeit.

    • 30. Oktober 2012 um 20:28 Uhr
    • meergerunten
  84. 84.

    Wer den Text noch kennt, der weiß auch, daß man außerhalb der Wohnung nicht immer alles zu erzählen braucht.
    Also weitersingen, sich freuen und nicht drüber reden. So sind alle zufrieden und man fühlt keinen Rechtfertigungszwang.

    • 30. Oktober 2012 um 20:46 Uhr
    • alpacino
  85. 85.

    Mir fallen dazu noch „Immer lebe die Sonne“ und. „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ ein. Lieber diskutiere ich mit meiner Tochter diese Texte als sinnfreie Texte. anderer „Kinderlieder“

    • 31. Oktober 2012 um 01:01 Uhr
    • Rainer
  86. 86.

    Mir geht es auch so, manchmal kommt mir „Unsere Heimat“ in den Sinn, und angesichts der leuchtenden Kastanienblüten im Frühjahr alljährlich „Der Frühling zündet die Kerzen an …“ – und ich finde es überhaupt nicht schlimm. Immerhin haben diese Lieder meine ganze Kindheit in der DDR begleitet und sind einfach ein Stück von mir, von meiner Vergangenheit. Sich heute darüber zu mokieren ist (jedenfalls für Ossis) ähnlich heuchlerisch, wie über die Mode der 80er zu lästern, die doch damals jeder trug, gell?!

    Am wichtigsten finde ich aber, daß das Lied dem Kind gefällt und es davon ruhiger, zufriedener, schlafiger wird. Ist doch schließlich das Ziel ;-)

    • 31. Oktober 2012 um 09:15 Uhr
    • Bekennender Ossi
  87. 87.

    Natürlich, kann ich als „Antisozialistischer dekantender Wessi“ in diesem Liedchen eine „staatsfeindliche antidemokratische Propaganda“ erkennen. Nur habe ich verdammt wenig Lust mich an solch einer blödsinnigen Suche zu Beteiligen. Wenn im „einzigwahren Westen“, jenseits des Tales nach einer „schwarzbraunen Haselnuss“ gesucht werden kann, so bin ich überzeugt dass, das Kind dieses Lied ohne Schaden an seiner Verfassungstreue überstehen wird.

  88. 88.

    Auch mir wurde das Lied vorgesungen, deshalb habe ich den dreißigjährigen Krieg auch nicht verlängert.

  89. 89.

    Was für eine kranke Frage als Titelzeile!

    • 1. November 2012 um 17:13 Uhr
    • octavian
  90. 90.

    Willst du alles verhindern oder alles zu lassen. Die Entwicklung des Menschen ist umgehend beschrieben. Ich würde jetzt gerne, egal wo auf der Welt, spontan fällt mir der Kreidefelsen von Rügen eine, und der Königsstuhl, aber auch LaGomera, mit Dirk mein moment fassen können. Für mich lag schon immer, in der natur, alleine, sich an Orte auf dem/unserem Globus wohl zu fühlen. Mich ha timmer gewundert , warum soviele Menschen um mich rum, nie gerne Fliegen wollten, um ihr zuHause die Erde wirklich zu erkunden. Es kostet ja nicht mel mehr viel, ein klein wenig Euro, und Freiheit, Demokratie, sich wenigstens alles anzuschauen. Meine Kraft ist es, dies auch sehr gerne alleine machen zu wollen, wenn ich die finaziellen mittel dafür hätte. Der gegenkontrast ist, wenn du zu viel hast von mitteln, macht es einfach kein spass. Ich bin eben nicht zu kaufen, ich bin nur auf der suche , und da minnimiere ich ja schon extrem, nach meiner freiheit, in einfachkeit, und nicht mehr auf der suche nach liebe. Das hat sich wirklich geändert, die letzten wochen.Ich muß mir aussuchen, will ich mit hilfsmittel leben, oder mit meiner selbstanatomieversorgung, und an Tagen, wo ich genau das wieder spüre, die selbstversorgung, und ich bin experte im spüren meiner selbst, gibt mir das kraft, für meine entscheidung was ich möchte. Eine Art Ost-Blog Zeitverzerrung der 2. Dimension, für mich, weil ich mir heute mal wieder Terminator erklären musste, naja, so schwer war es nicht, kannte ja noch ein viertel vom Film. Aber schon sehr lange nicht mehr gesehen. Zum glück auf mein lieblingssender RTL 2. RTL 2 ohne dich hätte ich keine Wörter mehr, zum überfahren.

  91. 91.

    Zu gefatter GDR Zeiten, war es immer noch so, daß man nicht ne schlauere Frau als Mann haben will, nur ne andere oder anderen, wie man selbst ist. Weil die Schlaflieder die du nicht singen kontest, waren für frauchen oder den Singer kein problem. Was soll ich mit ner Frau/Mann, die mich komplett kopiert. Mutproben sind ebenfalls, unangebracht, schau mal was ich kann, was andere nicht können. Man verliert wirklich in der Inflation des Lebens, soweit gehts warscheinlich noch, könnte man auch zunehmende Depressieve massenaufnahme nennen, die Lust zu lieben. Zum glück geht die nie in die Inflation, sondern verschwindet im niemansland, von Alice, oder Däumeling im land der Riesen.

  92. 92.

    Also ich muß annehmen, das ich hier mit den Schlausten Tiefenphsychologen der Unerwelt zu tun hab, in sachen, was richten Ost lieder an, wenn sie heute noch gesungen werden. Was ich nicht verstehe, warum ich scheinbar, gegen diesen Elektrizierten superbezahlten, Stromgitarren, der Neuzeit, so dermaßen an Boden verliere, wo ich nur ganz alleine jeden tag mit nachhaltigkeit meine Lieder singe, die so einfach sind, das jeder mitsingen kann. Warum schafft ihr es immer wieder, anderen Leuten Lieder zu verbieten, in diesen extrem gewordenen maße.

  93. 93.

    Tolle Frage hier, in einem Kommentar wo anders. Hat man wennman Ostdeutsche Lieder sing besseren Sex, wie die heutzutage? Nein, weil wenn man Ja sagen würde, oder so gar das Denken würde, hätte man, nicht nur ein Hunde auf dem Hals, sondern, auch noch die ganzen Deutschen, die vielschneller denken können wie die Britischen schnellen Jungs. Nein wir jungen tollen Frauen aus UK, sind schnell im Deutschen wie auch im englischen. Diese Schule und ausbildung in den jungen Jahren hat sich gelohnt. Mein Mann weis das zu schätzen. Ich mag den Osten Deutschlands, aber hingezogen fühle ich mich nicht mehr so recht, weil viel neues gibs da nicht mehr, außer dem HeleneSee, da bade ich nächstes Jahr auf jeden fall drin, der hat mir dies Jahr schon gefallen. Leider bin ich nach der Scheidung, wieder zurück sofort nach UK, und heul mir die Augen aus mein Drehbuch köpfchen. Vielleicht komm ich ja noch mal wieder ran, Zeit hatte ich genug, um Ost.Germany zu verstehen. Ein sehr schönes Land, mit paar spinner. Dirk, bitte sende mir mal meine neue Telefonnumer.

  94. 94.

    Kein Mensch will sehen, wie ich mit KBT Jeans und nassem blauem Teeshirt, meinen Kindern ein Lied vortrellern tue. Aber wenn Papa, ne Konzertgitarre zückt, und leise in nur Schlüpfern und weißem trockenem Teeshirt, langsam, am Lagerfeuer, am benachbarten Zelt, seine Kinder noch zur ruhe bekommt, dann finden alle schön. Warum ist das so?

  95. 95.

    Also es kommt drauf an wer das Ossi Lied singt, nicht warum, und nicht wieso, und auch nicht weshalb. auch nicht wann.

  96. 96.

    Ich war mal in Sibirien, in Novosibirsk zu Sowjetzeiten, mit einer Jugendreisegruppe, vorwiegend mit Mitgliedern der FDJ. An der dortigen Musikhochschule spielten uns Studenten aus dem asiatischen Teil der Sowjetunion Musik von deutschen Komponisten vor und ein Tenor trällerte deutsche Volkslieder. Voller Freude und Stolz forderten sie uns auf, auch ein deutsches Volkslied zu singen.

    Die FDJ-Reisegruppe aus der DDR konnte es nicht.

    • 6. November 2012 um 08:15 Uhr
    • Siegfried Wittenburg
  97. 97.

    Ich, als Schwedin, finde das Lied absolut unmöglich. Es gibt doch tausende von anderen schönen deutschen Liedern, die nicht diee Geschichte haben.

    • 7. November 2012 um 15:38 Uhr
    • karin krohn
  98. 98.

    Uns’re Heimat, das sind nicht nur die Städte und Dörfer,
    Uns’re Heimat sind auch all die Bäume im Wald.
    Uns’re Heimat ist das Gras auf der Wiese, Korn auf dem Feld
    Und die Vögel in der Luft und die Tiere der Erde
    Und die Fische im Fluss sind die Heimat.

    demnach kann heimat also überall sein, wo es nicht nur städte und dörfer sondern auch wald, bäume, wiesen, gras, getriedefelder, vögel, landtiere und fische gibt. so ziemlich überall eben.
    ist nicht heimat der ort, wo ich mich zuhause fühle, aus welchen gründen immer?

    Und wir lieben die Heimat, die schöne.
    Und wir schützen sie, weil sie dem Volke gehört,
    Weil sie unserem Volke gehört.

    ernsthaft? wer ist denn wir? und wieso lieben wir unserer heimat? was ist mit dem, der lieber seine frau liebt (um einmal an gustav heinemann zu erinnern). warum schützern wir unsere heimat und wie tun wir das?

    und vor allem: wer ist dieses unser volk, dem diese unsere heimat gehört? und warum gehört sie diesem volk?

    harmlos? harmlos ist an diesem schalflied gar nichts.

    • 15. November 2012 um 09:01 Uhr
    • teilnehmender beobachter
  99. 99.

    Ich vermute, es ist das Wörtchen „uns“ das den Text dieses Liedes so zweifeln lässt. Kann man nicht besser sagen: Es ist „meine“ Heimat?

    Wenn jemand in „meine“ Heimat einwandert und sagt, dass „seine“ Heimat woanders liegt, er aber gern mit mir in „meiner“ Heimat leben möchte, was ist es dann?

    „Unsere Heimat“ klingt so begrenzt, von Mauern und Wachtürmen umstellt. Es könnte auch eine Schrebergartenkolonie sein. „Unser Volk“. Wir gehören uns also selbst. Einwandern und Auswandern ist unmöglich.

    Es ist meine Heimat. Ich kann kommen und gehen, wie es mir gefällt. Und ich kann Besuch empfangen, wie ich möchte.

    Wenn es „unsere“ Heimat ist, ein anderes aus Volk aus „seiner“ Heimat kommt und in „unserer“ Heimat leben möchte, bedeutet es Krieg.

    • 15. November 2012 um 11:56 Uhr
    • Siegfried Wittenburg
  100. 100.

    Es ist meiner Meinung nach ein schönes und zeitloses Lied. Auch wenn im zweiten Teil der Personenkreis vieleicht etwas eingeschränkt wirkt.
    Vor allem diesen Teil sollten sich all die täglich anhören, die der Meinung sind und sich das Recht anmaßen, die Umwelt zur privaten Gewinnmaximierung zu belasten und auszubeuten.

    • 28. Juli 2013 um 20:16 Uhr
    • Jens Schmidt
  101. 101.

    Es ist schade , dass es so gekommen ist , wie es jetzt ist.!!!!!

    • 22. Juni 2014 um 22:32 Uhr
    • Isa Sonne
  102. 102.

    Ja oder was?

    • 22. Juni 2014 um 22:33 Uhr
    • Isa Sonne
  103. 103.

    Ein wunderschönes Kindern und Volkslied. Das Original, gesungen vom Kinderchor, ist ein „Meisterwerk“! Mit wenigen Worten wird der Begriff „Heimat“ besungen. Das Lied ist zeitlos und nicht gesellschaftspolitisch. Wer hier versucht SED – Propaganda hinein zu interpretieren, dem fehlen die berühmten Tassen im Schrank. Es sollte im Fach Musik zur Pflicht gehören. Ein frommer Wunsch – es sei denn, es würde nicht aus dem Land kommen, in dem es entstanden ist. Ich höre es jedenfalls immer wieder gern. Es ist einfach wunderbar. Werner Müller

    • 3. August 2014 um 16:14 Uhr
    • Werner Müller
  104. 104.

    Ist doch ein tolles Lied, egal wie man zu der DDR Führung steht. Heimatliebe war ein hohes Gut und diese wurde gefördert. Ich wünschte mir die Liebe zur Heimat hätte heute noch den gleichen Stellenwert. Das sind Werte die über Konsum und Geld stehen.

    • 6. Mai 2015 um 13:22 Uhr
    • Daniel
  105. Kommentar zum Thema

    (erforderlich)

    (wird nicht veröffentlicht) (erforderlich)

    (erforderlich)