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Stasi im Westen – warum nicht?

Von 5. November 2012 um 11:53 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) fordert, auch in Westdeutschland die Überprüfungen auf frühere Stasi-Mitarbeit voranzutreiben. Weit weniger als zehn Prozent der 1,75 Millionen Forschungsanträge beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen seit 1992 zeigten, dass es in den Landtagen von Kiel bis München und im öffentlichen Dienst noch Nachholbedarf gebe.

Nun ja, warum nicht? Schließlich ist sogar schon ein Bundeskanzler über einen Stasi-Mitarbeiter im Westen gestürzt (worden). Nicht dass man sich eine Wiederholung wünschen würde. Aber war Günter Guillaume wirklich nur ein bedauerlicher Einzelfall? Ist die Stasi nur ein Ost-Thema?

Beste Grüße aus den durchgeprüften neuen Ländern…

Kategorien: Allgemein
Leser-Kommentare
  1. 1.

    “Ist die Stasi nur ein Ost-Thema?”

    Nein. Aber die Stasi war “Schild uns Schwert der Partei”, die sich SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) und nicht “SEDDR” nannte. Später haben sich die Mitglieder mehrmals umbenannt und sind, demokratisch gewählt, in die Länderparlamente und in den Bundestag eingezogen. Die alleinige Überprüfung auf Stasi-Mitarbeit, so wichtig sie ist, greift schon 22 Jahre zu kurz.

    • 5. November 2012 um 12:55 Uhr
    • Siegfried Wittenburg
  2. 2.

    stasi nur ein ost thema?

    sicherlich nicht. nur das es im westen noch viel perfider gehandhabt wird. mag sein, das die ” westliche stasi” letztendlich sogar zum niedergang der ddr beigetragen hat. möglich ist alles…

    • 7. November 2012 um 16:14 Uhr
    • Hanz
  3. 3.

    die allerchristlichste frau kuder ist schon eine.

    eigentlich hat sie ja recht, es wäre wirklich interessant zu wissen, wer denn so alles im westen von einem mfs-offizier angeleitet wurde. gerade bei der cdu-west dürften da noch überraschungen anstehen. ob frau kuder so weit gedacht hat?

    aber hallo, die überprüfung auf stasi-mitarbeit prüft nur, ob der zu überprüfende als im, als informeller mitarbeiter, als informant tätig war. hauptamtliche mitarbeiter des mfs (es sollen 100.000 gewesen sein) sind von der überprüfung nicht betroffen. genau so wenig wie mitglieder des sed – wir erinnern uns, das mfs bezeichnete sich gern als schild und schwert der partei, gemeint war die sed, als deren vollstrecker, nicht stichwortgeber die tschekisten tätig waren.
    nur mal so, frau kuder, in ihrer partei sollen etliche alte sed-mitglieder nach der wende ein neues politisches unterkommen gefunden und auch das eine oder andere pöstchen erlangt haben, ein umstand, den ihre parteifreunde auch hätten verhindern können.

    haben sie aber nicht, weil sie sich alle noch aus vorwendezeiten kannten, als die blockparteien den führungsanspruch der sed anerkannten, und dafür das eine oder andere pöstchen abfiel. für westleser; die posten, die über wahlen vergeben wurden, wurden nach parteizugehörigkeit besetzt, so das auch für die blockflöten was abfiel, wenn die sed alle besetzt hätte, das wäre doch aufgefallen, oder?
    diese alte bonzen der cdu-ost und der dbp, der demokratischen bauernpartei, die zu dem zweck gegründet wurde, die kollektivierung auf dem lande politisch mit durchzusetzen und die dann immer versuchte, die sed links zu überholen, hat in einer politischen sekunde die wende von der sed zur cdu bewerkstelligt und ist heute der bestimmende teil der politischen klasse neufünflands. daran änderte keine stasi-überprüfung etwas, dass ein ein gewisser tillich, seinerzeit bestenfalls ein mitläufer, heute den ministerpräsidenten des schreistaats sachsen gibt, dass ein gewisser uhlich, der zu ddr-zeiten bürgermeister war (gelernte ddr-bürger wissen, dass der bürgermeister eng mit den organen, wie man die vom mfs auch nannte, zusammenanbeiten musste, wer dass nicht wollte, nahm den posten nicht an, so lief das damals) heute den landrat des landkreises mittelsachsen gibt, dass in mühlau bei chemnitz ein ehemaliger mfs-im den bürgermeister gibt, offiziell parteilos, aber die cdu dort vermag nichts böses daran zu finden. dass der bürgermeister von lunzenau einst im blauhemd paradierte ist keine schande, das tat auch die kanzlerin dieses landes undsoweiter undsofort.

    schön, frau kuder, dass wir darüber gesprochen haben.

    • 14. November 2012 um 19:01 Uhr
    • teilnehmender beobachter
  4. Kommentar zum Thema

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