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Kaninchenkeulen mit weißen Bohnen

Von 7. Februar 2013 um 23:27 Uhr

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Geschmorte Hasenfüße sind nicht nur geschmacklich dem Hühnerbein vorzuziehen, sie machen bei Gästen auch viel mehr Eindruck.

 
Für zwei Personen:
2 Kaninchenkeulen
1 Dose weiße Bohnen
3 reife Tomaten (oder ganze Tomaten aus der Dose)
100 g Frühstücksspeck
2 oder 3 Knoblauchzehen
1 Chilischote
150 ml Geflügelbrühe
50 ml Weißwein
Rosmarin und
Salbei, beides frisch
Olivenöl
Salz
Pfeffer

010213Wer frische Tomaten verkocht, muss sie oben diagonal eingeritzt kurz in kochendem Wasser blanchieren, dann kann man die Haut besser abziehen; bei Dosenware entfällt dieser Arbeitsschritt, die sind ja meist schon nackt. Zwei oder drei Knoblauchzehen schälen und grob zerteilen. Die Chilischote waschen, längs halbieren, die Kerne und alles Weiße entfernen und den Rest in Streifen schneiden.

Den Ofen auf 200 Grad Oberunterhitze vorheizen. Ordentlich Olivenöl in einem Schmortopf oder Bräter auf mittlere Hitze bringen und darin dann die zwei Kaninchenkeulen beidseitig braun anbraten. Nur nichts überstürzen, wir brauchen viel hell- bis mittelbraun wegen den Röststoffen.
Dann das Fleisch rausnehmen, auf beiden Seiten salzen, pfeffern und beiseite stellen.

Im mittelheißen Bratöl anschließend den Frühstücksspeck kross braten, natürlich ebenfalls auf beiden Seiten. Diesen dann zum geparkten Kaninchen legen und stattdessen noch den Knoblauch und die Chili kurz anschwitzen, nach etwa einer Minute alles mit 50 ml Weißwein und 150 ml Geflügelfond ablöschen.
Die Röststoffe vom Topfboden in die Sauce kratzen, einmal kurz aufkochen lassen. Abseits der Hitze das Kaninchen wieder in den Topf geben, genau wie die Hälfte des Frühstücksspecks, drei Tomaten, ein Zweig Rosmarin und ein paar Salbeiblätter.
Deckel drauf und ab in den Ofen, und zwar im unteren Drittel bei 180 Grad für ca. 60 Minuten.

Nach einer Dreiviertelstunde die Bohnendose öffnen, die Einweichflüssigkeit ableeren und die Bohnen um die Kaninchenkeulen schütten. Umrühren und noch mal zugedeckt die restlichen 15 Minuten fertig garen. Fünf Minuten vor Schluss den restlichen Frühstücksspeck im Ofen wieder warm werden lassen.

Wenn für viele gekocht wird, kann man alles auf einer großen, flachen Schüssel auftischen, die anderen richten auf vorgewärmten Tellern an: Die Kaninchenkeulen auf ein Bohnenbett setzen, je eine Tomate dazulegen. Den krossen Frühstücksspeck drauf drapieren und mit zwei, drei Salbeiblättern garnieren.

Dazu passt frisches Baguette oder Ciabatta und Weißwein.

Alle unsere anderen Rezepte von a-z und übersichtlich gibt’s hier.

Kategorien: Flirt-Rezepte
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Eine Kaninchenkeule pro Person erscheint mir etwas wenig, aber dafür gibt es ja pro Kopf auch eine halbe Dose Bohnen, das sättigt dann schon. Wenn man die etwas deplazierten Tomaten weglässt und eine ordentliche Sättigungsbeilage (klassisch wäre Polenta oder Kartoffelpüree) dazugibt, dann wird doch noch ein ordentliches Gericht daraus.

    • 11. Februar 2013 um 21:02 Uhr
    • Tiroler
  2. 2.

    Ich will ja nicht klugscheißen …… aber Hase und Kaninchen unterscheiden sich dermaßen im Geschmack voneinander (übrigens auch in der Lebensweise – es sind einfach unterschiedliche Tiere die nur zufällig beide lange Ohren haben), daß die Kaninchenkeule im Einleitungstext doch lieber nicht als Hasenfuß bezeichnet werden sollte

    • 11. Februar 2013 um 21:12 Uhr
    • sauce
  3. 3.

    … ups zu schnell die Entertaste gedrückt, also Nachtrag: ansonsten ein sehr schönes Rezept!

    • 11. Februar 2013 um 21:14 Uhr
    • sauce
  4. 4.

    Bitte keine (in Worten: KEINE) Kaninchen oder deren Teile im Supermarkt kaufen; dagegen, wie diese Viecher gehalten werden, leben Masthähnchen im Paradies.

  5. 5.

    Statt Bohnen lieber Schwarzwurzeln. Die schmecken besser und blähen nicht so. Und wer kennt heute noch Schwarzwurzeln? Das wäre dann schon fast Sterneniveau ;-)

  6. 6.

    Ich kann mit Sir John Falstaff nur anschließen. Die Haltungsbedingungen der Mastkaninchen ist unglaublich qualvoll und tierunwürdig und sollte in einem nächsten Artikel der Zeit ruhig näher erläutert werden, damit klar gestellt wird, welche Qualen für einen kurzen Gaumenschmaus wochenlang ertragen werden mussten.

    • 12. Februar 2013 um 09:33 Uhr
    • Zwirleh
  7. 7.

    @5: Schwarzwurzeln gibt’s bei uns auf dem Markt bei fast allen Anbietern; meistens aus Eigenbau. Nix Exotik, ganz gewöhnlich. Hier würde ich trotzdem bei Bohnen bleiben.

  8. 8.

    … eine Keule je Person finde ich schon ganz ordentlich … es kommt auch darauf an, was für ein Tier geschlachtet wurde. Im Herbst hatten wir einen “Belgischen Riesen” … das war schon ganz ordentlich.

    Ein abgewandelter Tip noch zm Anbraten : vorher ein Stück Sobrassada – das ist eine majorcinische “Paprikastreichwurst” – in der Pfanne auslassen und das Fleisch darin anbbraten … dann wirds etwas mediteran …

    Und noch eine Anmerkung an den Autor ist der Hinweis, wo das Tier herkommt. Wir besorgen es uns die Tiere in der bäuerlichen Nachbarschaft. Ein Kaninchen aus einem Discounter, das vielleicht aus einer südeuropäischen Massentierhaltung großgezogen wurde, kommt bei uns z.B. nicht auf den Tisch. Das sollte ein NO GO sein, wenn man einmal gesehen hat wie es dort abgeht!
    Allerdings ist in der nachhaltigen Landwirtsschaft oder Zucht ein Kaninchen – auf Grund der intensiven Pflege – kaum zu bekommen.

    • 12. Februar 2013 um 11:53 Uhr
    • guegro
  9. Kommentar zum Thema

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