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Die deutsche Wirtschaft 1918-1990

Von 24. Januar 2014 um 18:24 Uhr

Überblick: Am Ende des Deutschen Kaiserreichs (1871 – 1918) entwickelte sich Deutschland im Zuge der Industriellen Revolution von einem landwirtschaftlich geprägten Staat zu einer industrialisierten Wirtschaftsnation. Das Deutsche Reich war neben Großbritannien und den USA zu einer führenden Wirtschaftsmacht aufgestiegen. Erst durch die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) geriet das Wirtschaftswachstum ins Stocken.

Deutsche Kinder spielen mit den wertlos gewordenen Geldscheinen während der Hyperinflation 1923 © Three Lions/Getty Images

Demokratische Parteien übernahmen jetzt die Macht und gründeten die Weimarer Republik (1918/19 – 1933). Die Wirtschaft der jungen Republik durchlebte zwischen 1919 und 1923 eine Krise, die durch die schweren ökonomischen Lasten des Versailler Vertrages und von einer Hyperinflation bestimmt wurde.

In den folgenden fünf Jahren erlebte die Republik einen starken Aufschwung – das Zeitalter der “Goldenen Zwanziger“. Die Feierlaune fand jedoch 1929 durch die Weltwirtschaftskrise erneut ein jähes Ende.

Während des Nationalsozialismus (1933 – 1945) bestimmte zunehmend die Kriegswirtschaft die deutsche Produktion, Adolf Hitler rüstete Deutschland auf – und führte Deutschland in das Grauen des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Kriegsende 1945 waren große Teile der deutschen Wirtschaft zerstört, Deutschland wurde von den Alliierten Mächten in vier Zonen geteilt. 1948 beschlossen die USA, Frankreich und Großbritannien eine Währungsreform in ihren Zonen. Die Sowjetunion schloss sich den Westmächten nicht an und führte eine eigene Währung ein – dies war der Beginn der späteren deutschen Teilung in die Bundesrepublik und die Deutsche Demokratische Republik.

Erst nach der Wiedervereinigung 1990 wurden die beiden deutschen Wirtschaftssysteme zu einer Wirtschafts- und Währungsunion wieder zusammengeführt.

Ausgewählte Artikel und Materialien zum Thema:

Weimarer Republik und Weltwirtschaftskrise:

Sturz ins Bodenlose (ZEIT Geschichte 03/08)
Die Hyperinflation von 1923 vernichtete die Sparguthaben der kleinen Leute und unterhöhlte das Vertrauen in die junge Weimarer Republik. Die Geschichte einer Fehlkalkulation.

Die halbe Revolution (ZEIT Geschichte 03/08)
Warum der demokratische Aufbruch von 1918 sein Scheitern bereits in sich barg.

Der schwarze Freitag – Beginn der Weltwirtschaftskrise (Dokumentarfilm YouTube, Phoenix)
New York, 25. Oktober: Leute, die gestern noch Millionäre waren, verhökern verzweifelt den Schmuck ihrer Frauen. Der Grund: Die Kurse an der Börse fallen ins Bodenlose, Panik greift um sich. Eine Dokumentation über die Weltwirtschaftskrise.

Deutschland in der Weltwirtschaftskrise (Radiowissen, Bayern 2)
Dramatisch schrumpfende Wirtschaftsleistung, Massenarbeitslosigkeit, Armut, Hunger, Selbstmorde: Deutschland litt wohl am stärksten unter der Weltwirtschaftskrise in den Jahren um 1930.

So fern und doch so möglich (DIE ZEIT Nr 44/2001)
Die Weltwirtschaftskrise von 1929 soll sich nie wiederholen, geloben Notenbanken und Regierungen. Aber die Gefahren von damals sind heute keineswegs gebannt.

Der Feind stand nicht nur rechts (Geo Epoche Nr. 27 08/07 )
Geo Epoche hat den Spezialisten für die Wirtschaftsgeschichte der Weimarer Republik Carl-Ludwig Holtfrerich zu den Auswirkungen des „Schwarzen Freitags“ 1929 auf die erste deutsche Demokratie befragt.

Die Währungsreform von 1948:

Der Tag X (DIE ZEIT Nr. 26/1998)
Mit der D-Mark begann der wirtschaftliche Aufschwung – eine Chronologie der Währungsreform.

„Plötzlich war alles da” (DIE ZEIT Nr. 25/1988)
Im Rahmen der Währungsreform bekam jeder Bürger der drei Westzonen genau 40 Deutsche Mark – Kapital für den Start ins Wirtschaftswunder.

Das kleine Erleben um ein großes Geschehen (DIE ZEIT Nr. 25/1958)
Der ehemalige Bundeskanzler und Wirtschaftsminister Ludwig Erhard schrieb anlässlich des zehnten Jahrestages der Währungsunion in der ZEIT über Einführung der D-Mark.

Chronik der Ereignisse (DIE ZEIT Nr. 8/2006)
Zwanzig Jahre deutsche Geschichte: Die Zeitleiste skizziert, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, die großen Entwicklungslinien der Jahre 1946 bis 1966 – unter anderem auch die Währungsreform von 1948.

Währungsreform 1948 (Deutsche Bundesbank)
Am Sonntag, dem 20. Juni 1948, trat die damals lang erwartete Währungsreform in Kraft, mit der die neue Deutsche Mark die alte inflationäre Reichsmark-Währung ablöste – Eine Übersicht der Deutschen Bundesbank.

Wirtschafts- und Währungsunion 1990:

Der offizielle Start der Wirtschafts- und Währungsunion – Ausschnitt der Tagesschau vom 1. Juli 1990 (ARD, YouTube)

Immer Ärger mit den Preisen (DIE ZEIT Nr. 45/1991)
Wie die Anpassung der west- und ostdeutschen Wirtschaft in der Praxis aussah, zeigt eine ZEIT-Reportage kurz nach der Wiedervereinigung. Am Beispiel einer Berliner Familie berichtete die Wochenzeitung über die Erfahrungen und Erwartungen der neuen Bundesbürger an die neue Wirtschaftsform.

Mark, Markt und Macht (DIE ZEIT Nr. 39/1995)
Eine kritische Analyse der Wirtschafts- und Währungsunion fünf Jahre nach der Wiedervereinigung.

Als die Westmark zu uns kam (ZEIT ONLINE, 1.7.2010)
1990 wurde in der DDR die D-Mark eingeführt, die “Ost-Mark” war Geschichte. Drei Autoren aus Ostdeutschland erzählen, wie sie die Währungsunion erlebten.

Wiedervereinigung: Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion (Haus der Geschichte)
Ein Überblick des Hauses Geschichte mit Links zu den Originaldokumenten.

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Leser-Kommentare
  1. 1.

    Lieber Herr Bognanni,
    sie sollten berücksichtigen, dass es nach dem ersten Weltkrieg keine internationale Wirtschaftsordnung wie davor gab. Aufgrund der vergifteten politischen Verhältnisse zwischen den Siegermächten und dem besiegten Deutschland bzw. Österreich gab es keine international freien Märkte mehr. Frankreich und England werteten in der Weltwirtschaftskrise ihre Währungen ab oder errichteten Zollschranken. Dem deutschen Reich war dies untersagt, gleichwohl musste es die Reparationszahlungen in Devisen leisten. Es war aufgrund der protektionistischen Politik aber gar nicht möglich, einen Handelsbilanzüberschuss zu erzielen, so dass nur eine massive Lohnkürzungspolitik (durch Brüning) für Abhilfe sorgen konnte. Das aber belastete die Demokratie erheblich.
    Ein wesentliches Element der Nachkriegsordnung nach dem 2. Weltkrieg war die Errichtung einer internationalen Wirtschaftsordnung, in die auch Deutschland integriert war. Das geschah auch in Europa, nachdem Frankreich ursprüngliche Pläne einer Zollunion, die sich gegen Deutschland richten sollte, fallen gelassen hatte. Damit waren die Weichen für eine internationale Arbeitsteilung der westlichen Länder gestellt, auch wenn der Weg dorthin noch lang war.

  2. Kommentar zum Thema

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