Hamburger Schulreform: Primarschule gescheitert, Vernunft hat gesiegt
Mit einem Volksentscheid haben die Hamburger das Vorhaben des schwarz-grünen Senats (sowie der SPD und der Linkspartei) durchkreuzt, die Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre zu verlängern und die Grundschulen in Primarschulen umzutaufen.
276.416 Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt (endgültiges Ergebnis laut Statistikamt Nord) stimmten für einen dahin gehenden Antrag der Elterninitiative “Wir wollen lernen!”, lediglich 217.969 unterstützten den Reformkurs des Senats und der Bürgerschaft, wie Regierung und Parlament in Hamburg heißen. Für ein Gelingen des Volksentscheids, der in Hamburg verbindlich ist, war die Mehrheit der abgegebenen Stimmen nötig, sowie eine Mindeststimmenzahl von 247.335 (ein Fünftel der Wahlberechtigten). Auch das Recht der Eltern bleibt nun erhalten, zu entscheiden, auf welche Schulform ihr Kind nach der Grundschule wechselt.
Damit haben auch bundesweit die Befürworter des „längeren gemeinsamen Lernens“ einen Dämpfer bekommen. Die neue rot-grüne Landesregierung in Nordrhein-Westfalen etwa, die dreißig Prozent der Schulen bis 2015 in Gemeinschaftsschulen umwandeln will oder die schwarz-gelb-grüne Regierung des Saarlands, die die Grundschulzeit auf fünf Jahre verlängern will.
Keineswegs ist damit jetzt der Weg für weitere mutige Schulreformen versperrt, nur an übermütige Reformen wird sich so schnell keiner wieder heranwagen.
Auch in Hamburg ist nicht die Schulreform gescheitert, sondern nur eine Übertreibung. Der bedeutendste Teil der Schulreform – für den es einen breiten Konsens in der Stadt gibt – kann nun mit Macht in Angriff genommen werden: Die Vereinigung aller Schulformen neben dem Gymnasium zur sogenannten Stadtteilschule. Damit soll dem Trend entgegengewirkt werden, dass sich insbesondere Hauptschulen zu “Restschulen” entwickeln, in denen sich die schwächsten zehn Prozent der Schülerschaft sammeln und an denen die Kinder kaum etwas lernen. An der Stadtteilschule sollen die Schüler alle Schulabschlüsse ablegen können, die leistungsstarken unter ihnen auch das Abitur – nach 13 Schuljahren, statt nach 12 wie am Gymnasium. Damit die Stadtteilschule sich zu einer attraktiven Alternative zum Gymnasium entwickeln kann, müssen Schulpolitik und Schulverwaltung viel Kraft und Ideen in sie investieren. Gut also, dass das kraftzehrende Primarschulabenteuer nun vom Tisch ist.
Auch andere Maßnahmen, mit denen den schwachen Schülern geholfen werden kann, können nun vorangetrieben werden: Die dringend nötige Sprachförderung schon vor der Schule und begleitend während der gesamten Schulzeit, im Unterricht, am Nachmittag, an den Wochenenden, in den Ferien. Zudem muss verstärkt in die frühkindliche Bildung investiert werden. Alle Bildungsforscher sind sich darin einig, dass dort für die Kinder aus bildungsfernen Schichten am meisten erreicht werden kann.
Die Einführung der Primarschule hätte viel Kraft gekostet und Unruhe verbreitet. Vor allem die Gymnasien und ambitionierte weiterführende Schulen hatten um ihre fünften und sechsten Klassen gebangt. Ob die längere gemeinsame Schulzeit von schwächeren und stärkeren Schülern aber mehr Bildungsgerechtigkeit gebracht hätte, wie die Verfechter der Primarschule anführen, wäre vollkommen ungewiss gewesen. Zwar weisen einige Statistiken vage darauf hin. Aber andere Untersuchungen zeigen, dass die Schule gegen die starke Rolle der sozialen Herkunft für den Schulerfolg recht machtlos ist. Auch schaffen Länder wie Holland oder Belgien oder das Bundesland Berlin mit ihren sechsjährigen Grundschulen nicht mehr Gerechtigkeit als Bundesländer mit vierjähriger Grundschulzeit, wie die Pisa-Studie und andere Untersuchungen zeigen.
Aber auch die Schüler, Eltern und Lehrer der Hamburger Gymnasien, die erfolgreich gegen die Primarschule gekämpft haben, sind nun in der Pflicht. Sie müssen sich überlegen, was sie zum sozialen Zusammenhalt der Stadt beitragen können – ganz besonders die humanistischen Gymnasien, wenn Humanismus nicht zu hohlen Phrase verkommen soll. Sie könnten Patenschaften für Schulen in sozial schwächeren Stadtteilen übernehmen, ihre Schüler, Eltern und Lehrer könnten den Schülern in Problemstadtteilen Nachhilfe geben oder ihnen als Mentoren dienen.
Es wäre schön, wenn sich die Elterninitiative “Wir wollen lernen!” in die Initiative “Wir wollen helfen!” umwandelte.
Sie sind aber optimistisch!
Sie wissen doch genau, dass sich die Elterninitiative “Wir wollen lernen!” zunächst ausschließlich um die Interessen der Gymnasien bemüht hat, danach um das Thema Elternwahlrecht und dann erst – als ihnen der Wind entgegen zu blasen drohte – auch sozial lackiert daher spazierte. Was den “kleinen Mann” zur Abstimmung trieb war weniger die Primarschule, als eine generelle Abrechnung mit dem Hamburger Senat. Lesen sie gern mal im Bild-Forum nach, da wird sich fast ausschließlich entsprechend geäußert! Es ging mehr um die Elbphilharmonie, die Schlaglöcher, den schulen Bürgermeister, Frau Goetsch an sich usw …
Man hätte auch über die Elbphilharmonie abstimmen können, das Ergebnis sehe kaum anders aus, evtl. eher noch drastischer.
Die Initiative “Wir wollen lernen!” hat es also erfolgreich geschafft, die Medien und di eVerdrossenheit der Bevölkerung für sich zu nutzen. Ich bezweifle, dass es tatsächlich um das längere gemeinsame Lernen ging.
Die Initiative “Wir wollen lernen!” hat ihr Ziel erreicht, da ist nichts mehr zu erwarten! Ihr Vorschlag in Ehren!
Dass Anhänger humanistischer Gymnasien dem Humanismus im wahrsten Sinne verpflichtet sind, ist leider ein Mythos!
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Schade, Schade. Ein bisßchen Zukunft wäre ja auch zu schön gewesen.
Jetzt wird Hamburg sehen müssen, ob der eingeschlagene Weg funktioniert. Die Rahmenbedingungen zu verbessern, so wie es jetzt in jedem Fall passiert ist das wichtigste: mehr Lehrer, bessere Ausstattung und individuelle Förderung.
Das System wird sich jedoch früher oder später ebenfalls ändern müssen. Andernfalls wird die Entsolidarisierung dieser Gesellschaft nur noch weiter fortschreiten.
Was Pädagogen zum aktuellen System sagen finden Sie hier:
http://www.gew.de/Binaries/Binary34028/weingarten-Stellungnahme%20zum%20Schulsystem.pdf
…es ist völlig klar, das es so nicht weitergehen kann und das andere Lernformen gut funktionieren.
Hamburg hat sich entschieden (oder vielmehr die besorgten Eltern aus der Buldungsnahen Schicht) – hoffentlich machen es NRW und andere Länder klüger.
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Schade, Schade. Ein bißchen Zukunft wäre ja auch zu schön gewesen.
Jetzt wird Hamburg sehen müssen, ob der eingeschlagene Weg funktioniert. Die Rahmenbedingungen zu verbessern, so wie es jetzt in jedem Fall passiert ist das wichtigste: mehr Lehrer, bessere Ausstattung und individuelle Förderung.
Das System wird sich jedoch früher oder später ebenfalls ändern müssen. Andernfalls wird die Endsolidarisierung dieser Gesellschaft nur noch weiter fortschreiten. Ein Hoch auf die Bildungsklassen!
Was Pädagogen zum aktuellen System sagen finden Sie hier:
http://www.gew.de/Binaries/Binary34028/weingarten-Stellungnahme%20zum%20Schulsystem.pdf
…es ist völlig klar, das es so nicht weitergehen kann und das andere Lernformen gut funktionieren.
Hamburg hat sich entschieden (oder vielmehr die besorgten Eltern aus der bildungsnahen Schicht) – hoffentlich machen es NRW und andere Länder klüger.
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Was den “kleinen Mann” zur Abstimmung gegen die Primarschule trieb, war ausschließlich die Primarschule, und keine generelle Abrechnung mit dem Hamburger Senat. Einzig und allein wichtig sind dabei unser wertvollstes: unsere Kinder.
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Ich sehe vor allem eines:
Eltern von betroffenen durften nicht mit abstimmen. 206.000 potenzielle Wähler waren das.
http://www.hamburg.de/volksabstimmungen/2328390/fragen-und-antworten.html#anker_1
Ich denke, dass dort als nächstes angesetzt werden sollte.
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Statt in Steine (umfangreiche Neu- und Umbauten wären die Voraussetzung für das längere “gemeinsame Lernen” gewesen) kann jetzt in Köpfe (weitere Lehrer) und bessere Ausbildung investiert werden. Das längere gemeinsame Lernen ist und bleibt ein ideologischer Popanz, der bislang nachweislich den “bildungsfernen” Schichten noch nichts genützt hat. Diese Erfahrung durfte auch Bremen machen, wo ich vor dreißig Jahren eine nahezu identische Debatte erlebt habe. Schön, dass Hamburg nicht den Bremer Weg gehen wird.
Philipp von Dietze, Hamburg
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Die Ansichten des aktuellen Systems aus pädagogischer Sicht machen zu Recht in einigen Punkten stutzig. Schaut man sich an, dass allein die Anwesenheit leistungsstärkerer Schüler in integrierten Systemen bereits zu durchgehend höheren Lernfortschritten leistungsschwächerer Schüler führen soll, ohne dass dabei ein Nachteil für leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler zu befürchten wäre – dann frage ich mich, was für einen Vorteil nun die leistungsstärkeren Schüler daraus für sich ziehen können. Ehrlich wäre es an dieser Stelle zu sagen: Im Grunde keinen – was aber auch nicht relevant ist, da es um viel höhere Ziele geht als um den einzelnen leistungsstarken Schüler. Ich sage: nein, das ist ein absolut falscher Ansatz.
Weiter wird für den tatsächlichen Lernerfolg leistungsschwacher Schüler durch die schlichte Anwesenheit von leistungsstarken Schüler die Voraussetzung zugrundegelegt, dass eine anregungsreiche Lernumgebung und ein kompetenter Umgang mit Heterogenität gegeben ist. Hier fragt man sich doch zu Recht, ob wirklich jede einzelne Lehrkraft eines solchen Systems in dieser Hinsicht vorurteilsfrei, kompetent und mit viel Fingerspitzengefühl arbeitet – jeden Tag, jede Stunde, in guten Zeiten genauso wie an einem Tag mit Kopfschmerzen. Gibt es auch nur eine Kraft, die hier ihr bestes versucht ohne die Lösung von Schwierigkeiten in Hinblick auf Heterogenität wirklich allumfassend zu beherrschen, bricht das Ganze doch bereits im Ansatz in sich zusammen. Letztlich sind die Lehrkräfte keine vollausgebildeten Psychologen – was auch nicht ihre Aufgabe ist.
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Das sich Sozialdarwinismus durchsetzt, das empfinden Sie als einen Sieg der “Vernunft”? Sie wissen doch das man die Gesamtschule in Hamburg kaputt-gespart hat, sie wissen genau wie schlecht es um die Ausstattung der Stadtteilschule aussieht, sie wissen genau das die Stadtteilschule zur Restschule wird, sie wissen genau wie wichtig die frühen Jahre bei der Bildung sind – wem streuen Sie also Sand in die Augen? Sich selbst, oder uns “Lesern”?
“Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.”
Kant rotiert angesichts ihres Bildungsbürgertums im Grab.
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Ihr Appell an die humanistischen Gymnasien mag Ausfluss reinen Herzens sein. Doch in meinen Ohren klingt das naiv. Oder gar zynisch? Ich war auf einem humanistischem Gymnasium, einem bayerischen. In dieser pseudoelitären Lehranstalt war Humanismus nur in seiner kulturhistorischen Dimension von Bedeutung. Ansonsten galt das Prinzip (zumindest dem Augenschein nach): möglichst viele 1er Abiturienten ausspucken, möglichst wenig sozial Schwache aufnehmen. Und die Talente fördern, die öffentlichkeitswirksame Ergebnisse lieferten. Vielleicht ist das in Hamburg ja alles ganz anders …
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Sozialdarwinismus wirkt man nicht dadurch entgegen, dass man leistungsstarke Schüler dazu verwendet, durch ihre Anwesenheit leistungsschwache zu besserer Leistung zu bewegen.
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Vielleicht ist mein kommentar unangebracht aber ich bin selbst schuelerin, gehe auf ein gymnasium. Meine leistung in der schule hat seit meinem einstieg in das gymnasium stetig verbessert und zwar vor allem durch mein umfeld. Je nach unterrichtsfach konnte ich mich an besseren schuelern orientieren. Was ich damit sagen will : es ist sicherlich gut wenn leistungsschwachere schueler sich an besseren schuelern orientieren koennen. Allerdings bezweifle ich, dass leistungsfaehigere schueler genug gefoerdert wuerden und somit ein nachteil entstuende.
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[...] Hamburger Schulreform: Primarschule gescheitert, Vernunft hat gesiegtZEIT ONLINE (Blog)Von Thomas Kerstan 18. Juli 2010 um 20:31 Uhr Mit einem Volksentscheid haben die Hamburger das Vorhaben des schwarz-grünen Senats (sowie der SPD und der Linkspartei) durchkreuzt, die Grundschulzeit von vier auf sechs Jahre zu verlängern und die …[Hamburg] Das Primarschulmodell ist schon jetzt gescheitert!TeachersNewsHamburg: Primarschule wohl gescheitertBILDGlaubenskrieg um die richtige Bildungspolitik: Schulreform – worüber Hamburg …RP ONLINEAlle 19 Artikel » [...]
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Die Eltern der Kinder, gegen welche abgestimmt wurde, duerften leider nicht mitabstimmen. Ein Skandal!!! Ein typisches Beispiel wie man in Deutschland mit Migranten und deren Kindern umgeht. Wenn sich deren Bildungschancen weiterhin verschlechtert, dann duerfen wir wieder auf sie schimpfen, warum sie es nicht weit bringen. Dann koennen wir uns auf deren Kosten toll finden. Ist das nicht zum Haareraufen??
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Sehr geehrter Herr Kerstan,
Sie dürfen hier immer noch schreiben. Das wundert mich. Sie gehen also davon aus, dass jetzt alles besser wird und mit großem Tamtam eine neue Richtung eingeschlagen wird.
Dann gehen Sie bitte vor – lassen Sie das Politik-machen aus der ZEIT heraus – und werden Sie Vorsitzender von “WIR WOLLEN HELFEN!”. Viel Glück beim Versuch die Politik davon zu überzeugen, dass es sinnvoll ist Bildungspolitik zu machen. Auch wenn wir -emanzipierten, mündigen- Eltern euch das gerne wieder kaputt machen, selbst wenn ihr euch untereinander wenigstens einmal einig seid.
Gute Nacht
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Hallo Hamburg – das hätten wir jetzt nicht gedacht! So vernünftig kennen wir Dich eigentlich nicht mehr. Schlägt da altes pragmatisches Erbe durch? Wir sind seit Jahren in Bayern – wenn Herr Seehofer nicht völlig durchdreht, dann können solche rein dogmatische Versuche von Grün und einer um Macht um allen Preis ringenden CDU nicht passieren. Wie auf der Flucht kommt man sich vor – wenn man die verheerenden Gesamtschulversuche in Hessen in der Jugend selbst erlebt hat -
MA
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Ich lese die ZEIT eigentlich sehr gern und weiß, dass die durchaus gefärbte Meinungen wiedergibt. Auch beim Thema Schulreform wäre aber statt m.E. eine Pro- und Kontrameinung auf der Ersten Seite angebracht gewesen – auch wenn diese Seite 1 das – für mich bedauernswerte – Wahlergebnis nicht entscheidend beeinflusst haben wird. Uns seien wir mal ehrlich:
Bei der Schulreform geht es doch nicht nur um angedachte Lernerfolge (ob statistisch erwiesen oder nicht – den Versuch ist es wert) und zu verteilende Investitionen (Umbauten oder Köpfe) – sondern darum, dass ein zu großer Teil der Hamburger Bürgerschaft seine Kinder schnellstmöglich unter gleichen sehen will statt sie 2 Jahre länger in einem gesellschaftlich heterogeneren Klassenverbund zu belassen. Bloß schnell den Horizont auf das Kuschelig-Bekannte verengen und die Özlems oder Vladimirs ausblenden, schön weiter zuerst an sich selbst denken und den eigenen Vorteil in einer auseinanderdriftenden Gesellschaft.
Das halte ich für tragisch und für ein ganz schlechtes Zeichen für Deutschland: Chancengleichheit, Toleranz, Integrationsgesellschaft adé. Wieder was gelernt heute abend über den Stand des deutschen (einBildungs)Bürgertums.
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Lieber Thomas Kerstan,
nachdem nun in einigen Ausgaben der Zeit schon hinlänglich festzustellen war, dass ihre bildungspolitischen Kenntnisse eher marginal sind, kann ich sie nur zu ihrem aus unverständlichen Gründen auf der Titelseite der ehedem von mir geschätzten Wochenzeitung veröffentlichten Artikel beglückwünschen. Der intensiv vorbereitete Hamburger Weg, der allen Schülerinnen und Schüler genützt hätte, ist nun auf geraume Zeit verbaut. Allgemein bekannt ist, dass international länger gemeinsam gelernt wird, darüber hinaus gilt es zu bedenkenn, dass in einer Stadt wie Hamburg, in der fast 50% der unter Sechsjährigen einen Migrationshintergrund haben, eine andere Form von schulischer Bildung Fuss fassen muss. Nun gibt es ein Ergebniss, welches von konservativen Medien herbeigeschrieben wurde, mit den Folgen wird die Hansestadt leben müssen. Die Einschätzung des Autors, dass wesentliche Aspekte, die mit der Hamburger Schulreform vermacht sind, realisiert werden müssen, sind wohl etwas utopisch. Wo besteht beispielsweise eine Veränderungsnotwendigkeit, wenn die Gymnasien in bisheriger Form erhalten bleiben? Zu Gute zu halten ist, dass es einer intensiven Debatte um die Beibehaltung des Förderalismus in Bildungsfragen bedarf.
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Armutszeugnis!!!
Der Gesellschaft muss hinsichtlich des Umgangs mit dem nachwachsenden Rohstoff “Kinder aka Jugendliche” ein Armutszeugnis ausgestellt werden.
Es wurde wieder Lagerwahlkampf betrieben. Es wurden pädagogische Festungen gebaut, um humanistische Luftschlößer zu schützen.
Die zentralen Fragen interessieren im Endeffekt niemanden.
1) Warum darf in Deutschland jedes Bundesland die Bildungsdebatte versalzen? Inkontinuität, Wahlkampf mit “Schlechte Schule / noch Schlechtere Schule” ohne sichtbare Verbesserung, Ausstattung und Zustand der Schulen, Lehrerausfall, alte Lehrer,… sind Gift für eine wirkungsvolle Bildung, die auf (Selbst-)Vertrauen, Kontinuität und menschlichen Werten fußt
2) Wie schaffen wir es, Kinder, die 14 Stunden am Tag daddeln, zum Lernen zu bringen? (Hat schon mal jemand mit einem heutigen Hauptschüler über dessen Lebensziele und -chancen gesprochen?) – das Thema Chancengleichheit wird aus Unkenntnis und Ablehnung bestimmter Schichten/Lebensentwürfen bewusst ausgeklammert. Nur wer Geld hat, hat auch das Recht auf Nachhilfe…!?!
3) Wie soll Schule auf eine veränderte Kindheit reagieren? Die Zeiten des gemeinsamen (kostenlosen) Treffens z.B. auf dem Bolzplatz sind vorbei. Freizeit ist verplant, kostet und muss effektiv genutzt werden… Welch Perversität!
4) Wie werden die Lehrer weitergebildet? War in Hamburg die Arbeit der Lehrer in den letzten 2 Jahren umsonst? Welche Kosten und welchen Frust beinhalten die heutige Entscheidung?
Last but not least
5) Warum ist sind Inhalte von Bildung noch immer nicht zu einer nationalen Aufgabe geworden? – siehe Punkt 1).
Es gibt keine zuerst öffentliche und anschließend im Konsens auf Kontinuität ausgerichtete Diskussion über Bildungsziele. Die KMK (Kultusministerkonferenz) beschließt Ziele, die unabhängig von Inhalten erreicht werden sollen! Kann mir jemand erzählen, was z.B. “grundlegende Bildung” bedeutet, die ein Hauptschüler erhalten soll.
Klingt gut, z.B. vor der Debatte, dass Jugendliche sich schlecht ernähren, in NRW aber Hauswirtschaft als Fach quasi abgeschafft wird. Oh, Entschuldigung, die Schüler sollen natürlich Mathematik pauken. Leider werden die Grundlagen vernachlässigt! Und niemanden interessiert es und keine Elterninitiative setzt sich für so etwas ein…
Schulpolitik ist Planwirtschaft und wir wissen seit spätestens 20 Jahren, dass…
Ich wünsche unseren Jugendlichen mehr Chupze, wenn es um die Bildung ihrer (künftigen) Kinder geht!
Gute Nacht
(01.11 Uhr)
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Hamburg bleibt intelligent.
Die Nivellierung ist gescheitert. Das ist natürlich schlecht für die Kulturbereicherer.
Ein Abi auf Förderschul Niveu wäre zwar geil, aber es zählt nirgends.
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Dass es zuviel Kraft gekostet hätte, hat Sie wohl auch daran gehindert einen halbwegs guten Artikel zu verfassen.
Und wenn die Leute, die mit Ihnen übereinstimmen, sich damit zufrieden geben, reichts ja auch in dem Zustand.
Warum auch ordentlich begründen was dafür spricht, wenn eh schon dagegen spricht, dass es zuviel Kraft kostet…
Damit wär dann aber wohl auch der aktuelle Politikstillstand in der Bundesregierung erklärt…
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Kurze Korrektur: Die Landesregierung im Saarland ist Schwarz-Gelb-Grün, nicht Schwarz-Grün.
Zum Volksentscheid selbst: Unabhängig vom Ergebnis, das an sich erstmal so hinzunehmen ist, zeigte sich leider, dass Volksentscheide noch überproportional ein Instrument der Eliten sind (was an sich nicht Verwunderlich ist, sind diese doch politisch interessierter als der Durchschnitt und oft auch besser organisiert).
Während gewählte Politiker aber Entscheidungen (zumindest im Idealfall) zum Wohl der gesammten Bevölkerung treffen, müssen Initiativen für Volksentscheide darauf keine Rücksicht nehmen; sie können auch Partikularinteressen zur Abstimmung stellen.
Gemeinsam mit der höheren Beteiligung einiger Bevölkerungsgruppen bekommt man dann schnell ein Problem (wobei man natürlich niemandem vorweren kann, von seinem Wahlrecht gebrauch gemacht zu haben, es ist einfach schade, dass es so wenige der anderen tun).
Das zeigte sich sogar noch verstärkt beim Hamburger Volksentscheid:
Die Politik muss Entscheidungen für alle Hamburger Schüler treffen, aber für den Volksentscheid war die Situation nicht deutscher Schüler nahezu egal – ihre Eltern durften gar nicht erst abstimmen.
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Gerade hat die Politik es geschafft, aus den Idiologiegräben herauszufinden, da kommt das “Bildungsbürgertum” daher und stößt uns zurück in die 50ger Jahre. Zum Glück haben Eltern ja das Wahlrecht. Also nichts wie hin zum Gymnasium, alle wie sie kommen. Bislang war es ja eher so, das die Kooperativen Gesamtschulen mit Orientierungsstufe bis Klasse 6 aus allen Nähten platzten. (z.B: Heinrich Hertz Schule, Schule Benzenbergsweg). Jetzt lernen wir, das es die wahre Bildung nur auf dem Gymnasium gibt. Also, wie gesagt: nichts wie hin!
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“Sie könnten Patenschaften für Schulen in sozial schwächeren Stadtteilen übernehmen, ihre Schüler, Eltern und Lehrer könnten den Schülern in Problemstadtteilen Nachhilfe geben oder ihnen als Mentoren dienen.”
Also die auch so überforderten Lehrer mit noch mehr sinnlosen Aufgaben belasten? Entschuldigung, aber ich glaube, Sie, wie viele andere Journalisten, überschätzen die soziale Spaltung als Ursache von Problemen. Die Schüler würden ihre Nachhilfelehrer nicht als Freunde und Patenonkel aus den besseren Kreisen sehen und dann brav mit Gewalt aufhören und was für die Karriere tun, sondern sie würden sich nur ob der zusätzlichen Aufgaben für die Schule ärgern.
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nach politikverdrossenheit nun auch noch medienverdrossenheit…
zeit auf bildniveau…
es ist doch nicht zu fassen…
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Reformen sind notwenig in Hamburg – das bezweifelt auch niemand. Jahrelang wurde an der Bildung (nicht nur in der Schule, auch an der Uni) kaputtgespart. Einen radikalen Systemumbau braucht man nicht für bessere Bildung – vor allem, wenn seine Sinnhaftigkeit nicht gegeben ist. Und mal ehrlich: Eine “soziale Durchmischung”, wie man sie sich immer ausmalt, würde sowieso unrealistisch bleiben — in Rothebaum wohnen wenig Integrationskinder und in Billstedt wenig Oberschichtkunder.
Gut, dass nun also mehr Lehrer eingestellt werden und kleinere Klassen kommen sollen! Diese Reformen kommen nämlich trotzdem. Damit erzielen wir nachweislich deutlich direktere Resultate. Mehr Geld für mehr Lehrer, mehr Pädagogen, mehr Sozialarbeiter, kleinere Klassen — sollte die Bürgerschaft Wort halten und die Gelder wirklich wie geplant dafür investieren, werden Hamburgs Kinder in allen Stadtteilen davon direkt profitieren. Der richtige Weg, wie ich finde.
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Links oder Rechts, wer hat Recht? Eine Glaubensfrage? Gute Argumente auf beiden Seiten, Reformgegner und -befürworter?
Keineswegs. Eine Meinung ist wie eine Prognose der Zukunft. Wenn die Zukunft eingetreten ist, lässt sich die Qualität einer Meinung evaluieren. Die Schulen in HH, HB und B beweisen Eindrucksvoll wie Recht die Reformgegener haben, und wie menschen- und kinderverachtend die Sozialisten ihre Ideologie verfolgen.
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[...] an und fordert den Hamburger Senat auf, auf die Einführung der Primarschule in jedem …Hamburger Schulreform: Primarschule gescheitert, Vernunft hat gesiegtZEIT ONLINE (Blog)Hamburg: Primarschule wohl gescheitertBILDGlaubenskrieg um die richtige [...]
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“Keineswegs ist damit jetzt der Weg für weitere mutige Schulreformen versperrt, nur an übermütige Reformen wird sich so schnell keiner wieder heranwagen.”
Ein wohlklingender Nullsatz, wie er leider zu oft in der ZEIT zu lesen ist. Wie stellt man denn in der Praxis fest, was mutig und was übermütig ist? Durch ein Volksbegehren?
Übermütig sind wohl auch Finnland, Kanada, Japan, Korea und die Niederlande, deren Schulen in internationalen Vergleichstests die Spitzengruppe bilden. Alle diese Länder haben längere Grundschulzeiten als Deutschland. Woher nehmen Sie eigentlich die Arroganz, die 4jährige Grundschulzeit ein Naturgesetz der Pädagogik hinzustellen?
Meine Skepsis gegenüber Volksentscheiden ist gewachsen. Nicht nur, weil weniger als ein Viertel der Wahlberechtigten in Hamburg dem Rest vorschreibt, was aus der Grundschule wird. Auch, weil Bauch, Gewohnheit und Besitzstandsdenken die Hauptantriebe sind, siehe auch den Volksentscheid Berlin-Brandenburg. Dass die Initiative mit einem juristischen Trick ihre Finanzierung verschleiert, ist ärgerlich. Ich hoffe, dass da juristisch noch was zu machen ist.
Bildungspolitischer Stillstand, Sparen bei der Bildung, Anwohner, die gegen Kindergärten klagen … Verwesungsgeruch breitet sich aus.
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Was technisches
Da stimmt etwas mit eurer HP nicht, ich wurde automatisch als ein fritzpeter eingeloggt. Ich bin das aber nicht ,noch kenn ich die Person dahinter. Problem bitte beheben und anschliessend diesen Post loeschen
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Sehr geehrter Herr Kerstan,
aus der Sicht bestimmter privilegierter Gruppen (zu denen Sie sich anscheinend zählen) scheint es vernünftig zu sein, dass ihre Kinder nun nicht noch länger mit den “Schmuddelkindern” gemeinsam zur Schule gehen müssen. Das ist schade für die priviligierten Schüler, Sie verpassen damit die Chance ihre Kompetenzen zu erweitern und wahrscheinlich sogar ihre Leistungen zu steigern (die bekanntlich nicht herausragen siehe PISA, LAU z.B. “Viele Schülerinnen und
Schüler der Realschulen sowie der R-Kurse der Integrierten Haupt- und Realschulen und der Kurse I der Gesamtschulen haben ebenso hohe Fachleistungen erbracht wie ein großer Anteil der Gymnasiastinnen und Gymnasiasten” LAU 9 Kurzfassung). Hätten Sie etwas mehr und intensiver empirische Forschungsberichte zu Bildung, Schule und Unterricht gelesen hätten Sie unter dem Kriterium der Vernunft eher diesen Schluss ziehen müssen die (soziale) Selektion aufrecht zu erhalten. Nun Vernunft bestimmt nicht die Poltik und schon gar nicht Schule.
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“Die Eltern der betroffenen Kinder durften nicht abstimmen.”
Die Wahlmöglichkeiten von Migranten kann man zwar bedauern, aber dies ist ein verfassungsrechtliche Problem, welches nicht so einfach zu lösen ist, eine Lösung für/vor diesem Entscheid wäre sicherlich auch kaum möglich gewesen.
Laut der Wahlbeteiligungsgrafik des Statistikamtes haben aber auch die Wahlberechtigten aus den sozial schwächeren Bezirken ihr Wahlrecht kaum wahrgenommen (teilweise um die 25% gegenüber Spitzenwerten von 50%). Da müssen sich die Befürworter der Primarschule auch mal an die Nase fassen, wieso sie ihre eigene Klientel nicht einmal mobilisieren konnten. Leider ist es so, dass diejenigen, die die Wahlsieger als “Besserverdienende”, “Pfründesicherer” usw. bezeichnen ja letztlich selber Teil der Besserverdienenden sind. Sie hätten lieber massiv in den Problemvierteln werben sollen anstatt sich mit ihren Nachbarn zu streiten.
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Schade!
Was ergibt fuenf mal sieben? “Feinen Sand oder ersatzweise 42″.
Die Ablehnung dieser Antworten auf die “Spamschutz-Fage”, zeigen, woran es der heutigen maschinengesteuerten Gesellschaft mangelt.
Zum Artikel
Es waere schoen, wenn man sich einmal wieder daran erinnern wuerde, dass zu einem erheblichen Teil das Lernumfeld – Elternhaus und Lehreinrichtung – und das Lehrpersonal fuer den Lernerfolg verantwortlich ist und nicht die Schulform.
Im Uebrigen sollte man nicht so sehr auf die Ausbildungskriterien und -formen im Ausland, vor Allem der USA schauen, um bessere Lehr-/Lernergebnisse zu erziehlen.
Was in Zukunft gebraucht wird sind Koepfe, keine Teams. Koepfe bekommt man nicht in einem sozialisierten Untericht. Die Herausbildung und Ausbildung von eigenstaendig denkenden und handelnden Menschen, keine Schaumschlaeger und heisse Luft Produzenten, wie es das einstufige, zwoelfklassige oeffentliche nordamerikanische System ueberwiegend produziert, muss Ziel eines Schulsystems sein.
Da ist das vorhandene, dreistufige, deutsche System kaum zu schlagen. Nicht umsonst ist Deutschland Exportweltmeister, trotz hoher Lohn- und Lohnnebenkosten. Bezueglich der industriellen Fertigkeiten spielen allerdings auch die Spitzenleistungen, die auf dem deutschen handwerklichen Koennen beruhen, eine wesentliche Rolle. Auch das ist ein nicht unwesentlicher Teil, der auf dem dreistufigen Schulsystem basiert, der in der augenblicklichen Diskusion zu vermissen ist.
Dietmar Tholen
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Scheinheilige Forderung nach (falschem) Paternalismus
ZITAT:
„ … – ganz besonders die humanistischen Gymnasien, wenn Humanismus nicht zu hohlen Phrase verkommen soll. Sie könnten Patenschaften für Schulen in sozial schwächeren Stadtteilen übernehmen, ihre Schüler, Eltern und Lehrer könnten den Schülern in Problemstadtteilen Nachhilfe geben oder ihnen als Mentoren dienen.“
Idealistische deutsche Lehrer, die massenhaft (und dauerhaft) freiwillig Überstunden machen?
Gymnasiasten, die frühzeitig lernen, “Verantwortung zu übernehmen”, indem sie einmal im Monat Nachhilfe geben an der minderausgestatteten Dreckschule?
Sorry, aber verlogener geht´s nicht mehr!
Was Sie einfordern, Kerstan, ist gang und gäbe in Schweden. Nur halt innerhalb einer Klasse. Da wird klug gestalteter Gruppenunterricht praktiziert, wodurch sich die Lehrer verstärkt um Leistungsschwächere sowie Höherbegabte kümmern können. Begleitet wird das Ganze von sog. “Mentoren”, also ausgewählten Schülern, die ihren Klassenkameraden helfen und auch eine konfliktlösende Funktion haben.
Wir reden von INTEGRATION, und die kann man nicht durch EXKLUSION erreichen!
Was Sie an keiner Stelle Ihres Artikels bedacht haben, das ist die soziale Funktion der verlängerten Grundschule, die sehr hilfreich wäre, um Kindern, die von problematischen fremdkulturellen Einflüssen geprägt wurden, ein etwas anderes Weltbild zu vermitteln. Nicht nur bezüglich der Wertigkeit von Bildung, sondern auch bzgl. der Rolle der Mädchen/Frauen oder der konsensualen Umgangsformen, die heutzutage so wichtig sind.
In einer Situation, in der ein erheblicher Anteil der Neugeburten innerhalb der Zuwanderungsgruppe besteht, wirkt sich die weitere Abschottung mit Sicherheit negativ aus, und die Gesellschaft wird dafür noch einen hohen Preis zu zahlen haben.
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[...] Hamburger Schulreform: Primarschule gescheitert, Vernunft shawl … [...]
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“Die Befürworter des ‘längeren gemeinsamen Lernens’ haben einen Dämpfer bekommen. Energie wird frei, um schwachen Schülern zu helfen”
Welche zusätzliche Energie wird denn bitteschön frei, wenn alles so bleibt wie es ist?
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Der Witz ist ganz am Ende versteckt.
In dieser Gesellschaft ist doch Solidarität nur eine hohle Phrase.
Jene, die nun dafür gesorgt haben, daß alles beim Alten bleibt werden einen Teufel tun, den sozialen Zusammenhalt zu befördern. Sie werden die Abgrenzung nur weiter befördern, schließlich haben sie sich nicht umsonst bemüht, die Schwachen auszugrenzen ( Mit Schmuddelkindern spielt man nicht.Warum sollte man sich engagieren, ihnen beim Vorankommen zu helfen? Vielleicht sogar noch umsonst.)
Mich bewegt angesichts dieses Ausgangs nur eines, nämlich die Tatsache, daß sich hier nur ein weiteres Beispiel dafür zeigt, wie unreif diese Gesellschaft für wirkliche Veränderungen ist.
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Es ist schon ein Ding aus dem Tollhaus, dass wirklich alle Regierigen sich gegen das Volk gestellt haben. Die sollten jetzt erkennen, dass es so nicht geht.
Wir wollen nicht, dass unsere Kinder mit den Kindern der Restschule in einer Schule sind. Kinder der Restschule sind häufig aus bildungsfernen Schichten und ziehen unsere Kinder herunter. Ich sehe das jetzt schon im Gymnasium. Man tut diesen anderen Kindern auch keinen Gefallen. Diese Familien verfügen oft über keine Netzwerke. Und dann haben sie ein Kind mit Abitur, ohne Aussicht auf dem Arbeitsmarkt. Dabei wäre eine normale Ausbildung im Büro wesentlich besser geeignet.
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Es ist vollkommen korrekt, daß bei Volksabstimungen dieselben Voraussetzungen für die Teilnahme gelten wie für die Wahl des dafür zuständigen Parlaments (konkret der Hamburger Bürgerschaft).
Wenn Sie mit der konkreten Betroffenheit argumentieren, dürfte ein schwuler, kinderloser Bürgermeister in der Frage überhaupt nichts vertreten.
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Wir wollen hochmoderne Autos fahren und die Technik von übermorgen nutzen, aber unser Bildungssystem darf gerne von vorgestern sein.
Offensichtlich hat in Hamburg eine Mehrheit der Abstimmungsteilnehmer mehr Angst vor Veränderungen als der Teufel vorm Weihwasser.
Welch ein anachronistischer Zustand. Also wird auch in den kommenden Jahren die Zahl der geeigneten Bewerber für die zu besetzenden Stellen weiter zurückgehen. Die Studierfähigkeit der Abiturienten wird weiter abnehmen und bei der Suche nach den Gründen werden wir uns wieder gegenseitig und scheinheilig in die Tasche lügen.
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“Es wäre schön, wenn sich die Elterninitiative “Wir wollen lernen!” in die Initiative “Wir wollen helfen!” umwandelte.”
Ich wette jeden Betrag, dass wir von denen mittelfristig nichts mehr hören werden. Die verabschieden sich still und leise und der übrig gebliebene Rest darf sehen, wo er bleibt. Ich sehe es wie viele auch. Dies war für viele kein Volksentscheid für oder gegen die Schulrefrom, dies war eine Abstimmung gegen den Hamburger Senat. Und deswegen bin ich zunehmend gegen Volksentscheide. Es geht nicht um die Sache, es geht meist gegen die Politik. Ich wette nämlich auch jeden Betrag, dass viele, die abgestimmt haben, gar nicht genau sagen können, um was es eigentlich ging. Leider verkommen Wahlen und Volksentscheide immer mehr zu Denkzettelwahlen. Da wird Frust geschoben. Der Bürger hat überzogene Erwartungen an die Politik und das lässt er bei solchen Gelegenheiten gerne “die da oben” wissen.
Meine Nachbarin ist Lehrerin und sie war gegen die Schulreform. Raten Sie mal warum. Das hätte nämlich für Sie Arbeit bedeutet. Kleinere Klassen, individuellere Betreuung von Schülern, mehr Fortbildung. So bleibt alles beim alten und sie kann ihre Arbeiten aus den Vorjahren durchkopieren und weiter verwenden.
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Doch, auch die Leistunsgstärkeren haben einen Vorteil: Sie sehen nämlich und das hautnah, dass es noch andere Lebensverhältnisse gibt, die sich jenseits von üppigem Taschengeld, Bücherwand, Klavierunterricht, Ballettschule und Tennisplatz bewegen , dass man auch mit Kindern anderer Gesellschaftsschichten spielen und sich gegenseitig helfen kann, ohne dass man Charity-Essen veranstaltet.
Es geht nämlich nicht nur um Wissensvermittlung, sondern auch um Persönlichkeitsentwicklung und soziales Lernen.
Nach dieser Logik müssen auch Behinderte in Sonderschulen unterrichtet werden.
Ein Sieg des Egoismus, mehr nicht!
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Vorteil für die leistungsstarken Schüler: Dabei sollte man an erster Stelle das dahinterstehende Leistungsbild hinterfragen. Denn daraus folgen die Argumente für die Vorteile: Unter anderem lernen sie Wissen vermitteln, eine wesentliche weitere Leistungskomponente. Sie lernen Führen und Leiten, von Kind an. Eine weitere Leistungskomponente.
Genau das war der Vorteil des alten Systems im 19ten und frühen 20ten Jahrhundert, denn aufgrund der Standes- und Klassenunterschiede war der Anteil von leistungsstarken und -schwachen Schülern über alle Schulsysteme gleichverteilt. Heute aber leben wir (ausgenommen Westerwelle) nicht mehr in einer Klassen- und Standesgesellschaft. Das Festhalten an den überholten Schulformen aber gefährdet letztlich auch die Zukunft aller in diesem Land.
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An der “Volks”abstimmung durften nur Deutsche teilnehmen. Diese Tatsache macht die ganze Abstimmung anrüchig… man könnte fast schon von einer “Apartheidsabstimmung” sprechen.
Gerade bei dieser Abstimmung diejenigen auszugrenzen, die besonders stark auf eine Schulform angewiesen sind, die integriert und nicht selektiert ist geradezu grotesk und unfassbar.
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Es kann nur einen geben – und das bin ich, der einzig wahre fritzpeter! Ich habe nur Beitrag Nr. 28 verfasst, den mit dem Verwesungsgeruch. Für die anderen fritzpeters übernehme ich keine Verantwortung
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Aha, die Vernunft hat gesiegt? Also meiner Meinung nach, hat hier mal wieder die Unvernunft über die Vernunft gesiegt. Man könnte den Eindruck gewinnen, der “Stand” hat gesiegt, aber leider nicht der Verstand. So werden immer wieder einige Genies in die Sonderschule landen und so manches Mittelmaß, bis zum “geht nicht mehr”gefördert? Was für ein Sieg und was für eine Vernunft? (A.D.)
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Sehr geehrter Herr Kerstan,
ich stimme selten mit ihren Ausführungen überein, aber hier muss ich ihnen zustimmen. Es wird zu viel Kraft verwendet, ideologiegetriebene Vorstellungen umzusetzen und viel zu wenig Kraft für diejenigen aufgewendet, um die es eigentlich gehen sollte: die Schülerinnen und Schüler.
Wir müssen in unserer Gesellschaft zu dem Konsens kommen, dass alle Schulen aller Schulformen Rechenschaft über ALLE Schülerinnen und Schüler ablegen müssen! Es darf nicht zulässig sein, mit den Erfolgreichen zu werben und diejenigen, die auf der Strecke geblieben sind zu vernachlässigen.
Insofern ist ihr abschließendes “Wunschdenken” also als Forderung zu erheben.
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“Spiel nicht mit den Schmuddelkindern” soll eine vernünftige Entscheidung gewesen sein? … von 55 % von 39 %? – also ca. 20 % derjenigen, die hätten entscheiden dürfen, bestimmen über alle anderen (und die lassen es sich gefallen?) und sollen die Vernunft für sich gepachtet haben? – Das ist zuviel der Ehre und zeigt genau die gezogenen Mauern in den Köpfen. – Schade, Hamburg. -
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“Wir wollen Stillstand” hat gesiegt. Alles bleibt wie es ist, es könnte ja besser werden. Ob nun jemand in den nächsten Jahren das Thema Schulreform anfasst, wage ich zu bewzeifeln…
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Ich schließe mich Frl. Schimanski voll an: gerade der Kommentar von Ihnen, Herr Kerstan, auf S. 1 war erschreckend: Politik machen und das unter Auslassen/Nichtwissen (?) von grundlegendsten Fakten wie z.B. der Tatsache, dass nur in Deutschland eine Selektion nach der 4. Klasse stattfindet. Alles wird und wurde dem Ziel untergeordnet, dass Sophielotte-Marie ihre Stradivari unter ihresgleichen strapaziert. Dass in Bayern das hochgerühmte dreigliedrige Schulsystem gerade durch die normative Kraft des Faktischen zu einem zweigliedrigen zusammenkollabiert, sei nur noch am Rande erwähnt.
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Wo wir gerade beim Thema “Niveu” sind…
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