Man muss ja nicht immer reden

Was ich nicht seh, gibt’s nicht

Von 29. August 2006 um 21:50 Uhr

Wenn die Folgen für die einzelnen Mädchen nicht so gravierend wären, müsste man über die folgende Geschichte eigentlich lachen: Eine Highschool in Canton im US-Bundesstaat Ohio hat sich nun doch entschlossen, wenigstens eine grundlegende Version von Sexualerziehung in ihren Lehrplan aufzunehmen. Der Grund? Im vergangenen Jahr wurden 65 von 490 Schülerinnen schwanger.

In den USA wird ja in einigen Städten/Bundesstaaten/Schulen seit Jahren versucht, Jugendliche durch Propagierung von Enthaltsamkeit vor sexuell übertragbaren Krankheiten, ungewollten Schwangerschaften sowie vermutlich dem Fegefeuer zu schützen. “Just Say No” oder auch “True Love Waits” heißt das dann. Laut einigen Studien brechen allerdings zwischen 60 und 80 Prozent derjenigen, die einen Enthaltsamkeitsschwur geleistet haben, diesen wieder – und verwenden dann im Vergleich seltener Verhütungsmittel als ihre nichtschwörenden Kollegen. (Einen etwas älteren Artikel darüber gibt es bei BBC online.)

In der Timken High School in Canton werde laut neuestem Beschluss zwar nach wie vor Abstinenz gepredigt, aber immerhin auch jenen Schülern, die trotzdem Sex haben wollen, das mit den Verhütungsmitteln erklärt.

Ein bisschen erinnert mich diese “Kein Sex!”-Haltung an jene streng gläubige Hamburger Familie, die ihre Kinder nicht mehr in die Schule schickt, weil sie Gewalt auf dem Schulhof erleben mussten sowie der Gesellschaft von Scheidungskindern ausgesetzt waren.

Das Problem ist: Nur, weil man die Augen vor etwas verschließt, ist es trotzdem immer noch da. Sex und Gewalt (und Scheidungen) gehören zu unserem Alltag – und am besten kommen jene damit zurecht, die entspannt, zwangfrei und eigenverantwortlich damit umzugehen lernen.

Vermutlich werden sich das 130 frisch gebackene Großelternpaare in Ohio auch gerade denken …

Leser-Kommentare
  1. 9.

    Vielleicht sollte man der Kommentarfunktion einen kleinen IQ-Test vorschalten, das würde uns manches ersparen.

    • 31. August 2006 um 12:50 Uhr
    • Peter
  2. 10.

    65 Großelternpaare von Mamas Seite und 65 Großelternpaare von Papas Seite. Macht bei 65 Mamas und 65 Papas zusammen 130 Großelternpaare. Aber kann ja sein, ich hab’s rechnen verlernt.

    • 31. August 2006 um 13:32 Uhr
    • Barbara
  3. 11.

    Hier haben ja doch einige Schwierigkeiten mit dem Zaehlen, deshalb mal ganz langsam:
    Jeder Mensch hat zwei Eltern, die ihrerseits jeweils zwei Eltern haben. Das macht vaeterlicher- und muetterlicherseits je zwei Grosseltern, sprich zwei Grosselternpaare. Bei 65 Maedchen also 130 Grosselternpaare.
    Peters Kommentar ging wohl eher dahin, dass nicht alle Maedchen Ihre Kinder zur Welt bringen werden. Da duerfte er allerdings eher falsch liegen. In Bundesstatten, in denen sexuelle Enthaltsamkeit gepredigt wird, sind auch Abtreibungen nicht gerade populaer.
    Viel wahrscheinlicher ist, dass sich die jungen Muetter auch in einer anderen Statistik ganz oben finden werden, naemlich unter den Jugendlichen, die von Ihren Eltern regelmaessig Pruegel beziehen. Ich habe dazu leider keine Quelle, kenne das aber aus einem Gespraech mit einer Dame, die beruflich mit der Betreuung minderjaehriger Muetter befasst ist.

    • 31. August 2006 um 13:50 Uhr
    • CLT
  4. 12.

    So viel Gerechne :)
    Aber das mit den Großeltern stimmt trotzdem immer noch nicht. Sagen wir, jedes Mädchen wurde von einem anderen Jungen geschwängert, so sind es also 130 frisch gebackene eltern. jeder hat wieder ein Elternpaar, also sind es 130 Großelternpaare.
    Nur halte ich es wirklich für unwahrscheinlich, das sich die Jungs darauf beschränkt haben, eine frau zu schwängern :)

    • 31. August 2006 um 15:11 Uhr
    • Olga
  5. 13.

    maaahn. so schwer isset doch nich.
    65 schwangere mädchen haben 65 elternpaare.
    die mädchen sind aber nicht von selbst schwanger geworden,
    also kommen noch die 65 elternpaare der jungs dazu.
    macht zusammen 130 großelternpaare, also 260 großeltern.
    und für den, der’s immer noch nicht kapiert hat:
    du hast 2 eltern, die haben beide auch 2 eltern, also hast du 4 großeltern. 8 urgroßeltern, und so weiter.

    (es sei denn, frau neudeckers “großelternpaare” bedeuten 4 individuen, dann sind’s nur 65)

    • 31. August 2006 um 15:38 Uhr
    • schlaue frau
  6. 14.

    Peter Giesecke meinte wohl, daß schon einige Großelternpaare geschieden sind. Blöd, wenn man Witze erklären muß, aber anders hören die Rechenversuche wohl nicht auf. Der Rest darf sich überlegen, wie viele Großelternpaare er/sie (rein biologisch) hat, und diese Zahl dann mit 65 multiplizieren. Ich helfe immer gern.

    • 31. August 2006 um 19:11 Uhr
    • Peter
  7. 15.

    Hallo Peter, meintes du meinen IQ?

    Mach dir keine Sorgen der ist bestimmt nur bei 60. Komisch das ich dann aber die Zeit kenne? Kommt wohl daher, das ich mich, bei dem Versuch die Bildzeitung zu kaufen, vergriffen habe.

    • 1. September 2006 um 10:37 Uhr
    • LeBon
  8. 16.

    ich würde ja tippen, Peter meinte mit weniger als 130 Großelternpaare eher die Wahrscheinlichkeit der Inzucht in diesen Käffern des mittleren Westens, wodurch man eben wieder auf eine Zahl kleiner 130 kommen würde…

    • 1. September 2006 um 12:39 Uhr
    • BigBB
  9. Kommentare sind geschlossen.