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Triumph hält (japanische) Frauen für … tja, was eigentlich?

 

Dies hier

ist ein Scherz-BH der Firma Triumph. Der hat eine eingebaute Uhr, die rückwärts zählt (wie in Bond-Filmen die Zünder auf weltzerstörenden Bomben), und die nur gestoppt werden kann, indem man einen Ring in das rosa Ding an der Vorderseite steckt.

Einen Verlobungsring.

Ob der BH einen Verlobungsring von einem Schlüsselring unterscheiden kann, ist nicht bekannt, die Idee dahinter bleibt wohl sogar für japanische Verhältnisse mindestens eigenartig, auf jeden Fall kontraproduktiv.

Die Uhr soll nämlich die ablaufende Zeit der Trägerin bei der Suche nach einem Ehemann wiedergeben. Wenn der dann endlich gefunden ist und sich mit dem rettenden Ring einstellt, spielt der BH immerhin Mendelssohn Bartholdys Hochzeitsmarsch.

Wie, Sie lachen noch nicht? Da ist Triumph jetzt sicher total überrascht …

Mehr darüber bei reuters, gefunden hier.

5 Kommentare

  1.   Lori

    Naja, man muss das eben auch im japanischen Kontext sehen. Hier gibt es wesentlich groesseren Druck auf die Frauen moeglichst bis 30 zu heiraten, die Arbeit aufzugeben und Kinder zu gebaeren / aufzuziehen als in Deutschland.

    Speziell, wenn Frauen 30 werden, gibt es massiven Druck auf sie, den „Richtigen“ zu finden (der „Richtige“ ist vor allem wohlhabend und berechenbar).

    Es gibt demzufolge auch eine regelrechte „Ehemann-Hatz“ in Japan, die in letzter Zeit gerne 婚活 - konkatsu genannt wird. Das ist eine Anspielung auf 就活 – shuukatsu, was den Prozess der Arbeitssuche japanischer Studenten im letzten Studienjahr bezeichnet. (Beide Begriffe sind Abkuerzungen, aber das fuehrt jetzt zu weit :))

  2.   narrentanz

    ich werde NIE WIEDER den satz „that’s it, i’ve seen everything“ gebrauchen….
    lächelt und seid froh, denn es könne schlimmer kommen.. wir lächelten und waren froh – und es kam schlimmer….

  3.   42317

    Ein Symptom des in Ostasien weit verbreiteten Sexismus, dass man als Frau Ende Zwanzig verheiratet sein müsse. In Japan gibt es den Begriff des „vergessenen Weihnachtskuchens“: Das ist ein leckerer Sahnekuchen mit Erdbeeren, den man bis zum 26. Dezember isst… übertragen wird das dann auf das Alter der Frau, et voilà – ein gelungener Macho-Scherz.
    Diesen ungeschriebenen, aber existierenden gesellschaftlichen Zwang gibt es nicht nur in Japan. Eine koreanische Komilitonin, mit der ich befreundet war, wurde im Alter von 28 Jahren per Unterstützungsentzug von ihrer Familie in die Heimat zurückbeordert, weil sie keine Anstalten machte, sich einen Ehemann selbst zu suchen (nachdem sie nach Deutschland gekommen war, um eben solchen Zwängen zu entfliehen). Wir haben seitdem auch nichts mehr von ihr gehört.
    Den Männern dagegen macht man solche Vorschriften weit seltener und weniger dringlich.
    Ich würde allen japanischen Frauen empfehlen, den Countdown ihres BHs mit einem Sprengsatz zu versehen und ihn am Firmengebäude von Triumph anzubringen.

  4.   margot

    … was passiert, wenn kein ring …?

  5.   Lori

    @42317

    Der Weihnachtskuchen ist in Japan mittlerweile veraltet und nur noch Menschen ab 40 ein Begriff. 30 wird mittlerweile als „OK“ angesehen. Deswegen sagen einige jetzt auch „年越しそば“ “toshikoshisoba“ – Neujahrs-nudeln.

    Uebrigens ist es ja nicht so, dass es fuer die Maenner keine Zwaenge gaebe 😉 Arbeitslos als Mann mit 30 in Japan? ^^

 

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