Man muss ja nicht immer reden

Kleiner Gedanke zum Nacktscanner

Von 30. Dezember 2009 um 11:59 Uhr

Ist all den “Nacktscanner”-Gegnern eigentlich tatsächlich lieber, mit einem Flugzeug in die Luft gesprengt zu werden*), als für ein paar Sekunden von einem Menschen, den sie wahrscheinlich nie persönlich kennenlernen werden, auf dessen Bildschirm bereits mehrere andere hundert Personen vorbeigeblitzt sind und der zu diesem Zeitpunkt einen Busen vermutlich nicht mehr von einem Penis unterscheiden kann, als also auf dem Schirm dieses Menschen kurz mehr oder weniger nackt zu erscheinen?

*) Vorausgesetzt, mittels dieses Scanners können tatsächlich Sprengstoffe entdeckt werden.

Leser-Kommentare
  1. 9.

    Ich hab nix zu verbergen, also können sie mich scannen, meine Daten speichern, meinen Rechner überwachen, mich im öffentlichen Raum filmen…
    Ne klar, schon ok.
    Schade um das schöne Blog

    • 5. Januar 2010 um 16:42 Uhr
    • ich
  2. 10.

    Also hier hätte ich wirklich mehr erwartet, als dass Sie auf die reflexartigen Forderungen nach mehr Überwachung nach jedem neuen Anschlag hereinfallen. Wenn dieser Fall doch eines gezeigt hat, dann das es überhaupt keines Nacktscanners bedurft hätte, um diesen Anschlag zu vereiteln. Hier haben schlichtweg die Geheimdienste gepennt.

    Aber nur um die Gedankenkette mal fortzuspinnen: In London sind U-Bahnen und Busse in die Luft geflogen – sicherlich werden Sie doch nichts dagegen haben, dass wir auch dort Nacktscanner an den Türen installieren? Bomben in deutschen und spanischen Zügen? Auch hier sollte man schleunigst Nacktscanner installieren! Bomben in Kirchen und Moscheen? Nacktacanner! Bomben auf öffentlichen Plätzen? Hier wirds langsam schwierig… hey, die Terroristen wohnen doch auch irgendwo – Nacktscanner in alle Wohnungen!
    Ist Ihnen doch lieber als in die Luft gesprengt zu werden, liebe Frau Neudecker. Und Sie haben doch nichts zu verbergen, nicht wahr?

    Matze

    • 5. Januar 2010 um 17:10 Uhr
    • Matze
  3. 11.

    Es haben sich schon Leute mit im Körper eingenähtem Sprengstoff in die Luft gejagt, diese würden durch die Nacktscanner auch nicht entdeckt werden. Die finden auch so einen Weg, Nacktscanner scheinen nur mehr Sicherheit zu bringen, sie bringen aber effektiv nichts (ähnlich Kameraüberwachung).

    • 5. Januar 2010 um 17:18 Uhr
    • holli
  4. 12.

    Und ein Nachtrag, zu Ihrer Ungewissheit, ob man mittels eines Nacktscanners die Bombe überhaupt hätte entdecken können: Laut der Aussage eines Mitarbeiters des Herstellers der Scanner: wahrscheinlich nicht (http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/8439285.stm).

    • 5. Januar 2010 um 17:32 Uhr
    • Matze
  5. 13.

    @Uwe: Aber die hier gestellte Frage ist doch genau die, um die es sich im Ergebnis dreht. Die Sicherheitsphilosophie aus Israel mag sicherer sein als der Scanner, für Deutschland ist sie aber schon allein wegen der unvorstellbaren Personalkosten keine Alternative. Ganz abgesehen von der Frage, ob andere Methoden (v.a. das Abtasten, aber auch die intensive Befragung wie in Tel Aviv) wirklich schonender für die Persönlichkeitsrechte sind.

    Ich geh lieber durch den Scanner, als mir von einem Zollbeamten in den Schritt fassen zu lassen….

    • 5. Januar 2010 um 17:54 Uhr
    • Heinz
  6. 14.

    Eine terroristische Vereinigung, die einen Sprengstoffanschlag auf ein Flugzeug plant lässt sich garantiert nicht von Nacktscannern im Terminal (innen) davon abhalten!

    Solange man noch von aussen auf das Rollfeld gelangen kann um Sprengstoff an Bord zu bringen, halten ich die Nackscanner für das, was hier auch schon viele gesagt haben. Unsinniger Aktionismus, der dazu dient, die Bürgerrechte zu unterminieren.

    Es ist ja nicht so, dass es nicht auch andere Orte gäbe, an denen man ein Blutbad mittels Sprengstoffs anrichten kann. Wollen wir bald Nacktscanner an Bahn und Bus und vor Karnevalsumzügen?

    Was das jetzt aber alles mit Sex zu tun haben soll, muss man mir bitte nochmal erklären… (nee, kommense mir jetzt bitte nicht mit: NACKTscanner = nackt = huihui sexuell!!)

    • 5. Januar 2010 um 18:03 Uhr
    • Punainen
  7. 15.

    @ Frau Neudecker : … eine Lanze für Sie :
    In diesen Monaten nehmen wir ab, um eine ideale Bikini-Figur für den Sommer zu bekommen, gehen ins Fitness-Studio, um aus dem Waschbär-Bauch einen Waschbrett-Bauch für zwei Wochen des Jahres zu machen, buchen -im Endeffekt dann doch- teure Reisen, um einmal im Jahr unser Fleisch zur Schau stellen zu können ( wobei wir dann keinen Datenschutz-gesicherten Zugriff darauf haben, wen wir hingucken lassen wollen oder nicht ) … und empören uns dann, dass wir “digitalisiert” werden ( dazu noch schlecht )?
    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich beruflich bei mir keine Assoziationen wecken, wenn ich einen weiblichen Körper “im Dienst” betrachte – da interessiert mich nur das Problem, der den mit sich bringt. Das ändert sich schlagartig im Privatleben, da reagiert mein männliches Gehirn vollkommen normal – mit entsprechender Reaktion meines Genitale. Ich glaube, den Sicherheitsbeamten geht es da nicht anders … ( Joke aus der Szene : Was sagt ein Gynäkologe abends ? “Ahh, endlich wieder Gesichter.” )
    In einer Welt, in der wir uns selbst “gläsern” machen ( auch hier ! ), stört das mich wirklich wenig ( besser, als von den Flughafen-Personal auch noch taktil “unter die Lupe genommen zu werden”). Traurig sitze ich hier vor meinem alten Reisepass, auf dem ich mich noch selbst erkennen konnte; schaue ich heute mein “biometrisches” Bild in dem Neuen an, denke ich mir : “Das bist doch nicht Du !” – Naja, wie man früher den Führerschein durch die Runde gingen ließ, überlege ich mir heute mit dem Reisepass schon …

    • 5. Januar 2010 um 19:00 Uhr
    • Eckardt
  8. 16.

    Nun, mir persönlich ist es egal, ob mich ein fremder Mensch nackt sieht. Eine Seniorin, die mit dem Flugzeug zur Papstmesse will, wird diese Frage anders beantworten- und jeder Mensch hat das Recht, seine persönlichen Grenzen anders zu ziehen.

    Davon einmal abgesehen: kaum jemand spricht über das gesundheitliche Risiko durch die Röndgenstrahlung. Mir persönlich ist auch das egal, denn ich fliege vielleicht 3 Mal in Jahr. Ein Vielflieger wird darüber anders denken. Und ich weiß nicht, ob das Glück, garantiert keinem Terroranschlag zum Opfer gefallen zu sein, den ein halbes Jahr später ausbrechenden Hodenkrebs überwiegt- faktisch werden mehr Menschen an den Folgen der röndgenstrahlung sterben, als an einem Terroranschlag.

    • 5. Januar 2010 um 19:02 Uhr
    • Melanie
  9. Kommentare sind geschlossen.