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Der Pariser Bürgermeister und ein nackter Frauenhintern

 

Aufregung in Paris. Dort geht man mit (halb)nackten Tatsachen ja bekanntlich ein wenig lockerer um.

Nicht jedoch, wenn die Stadt die halbnackten Tatsachen mitfinanziert. Und das kam so: Der Pariser Volleyballverein Paris Volley hat sich neue Glückwunschkarten gegönnt. Das Übliche: Die Spieler in der Kabine, jubelnd, angezogen.

Recht unmotiviert steht dort allerdings auch eine Dame herum, die so aussieht, als ob sie gerade aus der Dusche käme, Olivia del Rio. Heißt nicht nur so, war auch Pornodarstellerin.

Fünf Motive hat der Verein produzieren lassen, die man sich nach dem Genuss dieses Videos wohl ausreichend vorstellen kann:

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Die Presseabteilung des Pariser Bürgermeisters, aus dessen Taschen ein Großteil des Budgets von Paris Volley stammt, zeigte sich nicht erfreut und sprach gegenüber Le Parisien von „schlechtem Geschmack“.

Auf der Homepage des Vereins ist allerdings ein Statement des Präsidenten Michel Rougeyron zu lesen, das mir ein breites Schmunzeln (gibt’s das?) entlockte:

„In den vergangenen zehn Saisonen wurden wir acht Mal französischer Meister, das ist in sportlicher Hinsicht absolut außergewöhnlich. Jedes Mal, wenn wir auf diese Leistung aufmerksam machen wollten, kümmerte sich niemand darum. Heute haben wir eine kleine, unerhebliche Glückwunschkarte herausgebracht und plötzlich interessieren sich alle für uns.“

Punkteabzug also für die einfallslose Idee, eine nackte Frau auf die Karte zu packen. Extrapunkte für den doch wieder sehr französischen Umgang mit den Reaktionen.

Die Frage bleibt allerdings: Hätte der nackte Frauenhintern allein für den Aufruhr genügt, oder brauchte es dafür den Pariser Bürgermeister im Hintergrund?

1 Kommentar

  1.   Mikado48

    Es geht nur mit Bürgermeister im Hintergrund. Denn Sex wird doch erst dann zum richtigen Aufreger, wenn die Politik ins Spiel kommt. Dann erst melden sich auch diejenigen mit Entrüstung und Emphase zu Wort, die das öffentliche Reden über Sex normalerweise meiden, weil sie es nicht der Rede wert erachten. Wenn sich aber wie hier ein Pariser Volleyballverein mit der nackten Haut einer Pornodarstellerin schmückt und sich das Ganze von der Pressestelle des Bürgermeisters bezahlen lässt, liefert er den Sex-Hassern (die nicht selten richtig fasziniert sind davon) eine ordentliche Steilvorlage zum öffentlichen Schimpfen über Steuermittelverschwendung etc.

    Die lautesten Schreihälse würden nur zu gern moralische Urteile schleudern. Das ist heutzutage aber uncool, und so lästern die meisten vorsichtshalber auf der Wie-die-Stadt-unsere-Steuergelder-verprasst-Schiene.

 

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