Man muss ja nicht immer reden

Alle Männer sind potenzielle Kinderschänder. Sagen manche Fluglinien

Von 2. Februar 2010 um 15:42 Uhr

Gerade habe ich bei Dr. Marty Klein eine Geschichte gefunden, die mich in ungläubigem Erstaunen zurücklässt. Ein 33jähriger Hedge-Fund-Manager namens Mirko Fischer verklagt British Airways, weil sie ihn auf einem Flug dazu gezwungen haben, den Platz zu wechseln.

Fischer saß nämlich auf einem Mittelsitz, seine im sechsten Monat schwangere Frau rechts von ihm am Fenster und links – und jetzt kommt’s – ein zwölf Jahre alter Junge, mit dem die Fischers weder verwandt noch bekannt sind. British-Airways-Richtlinien sehen nämlich seit mindestens März 2001 vor, dass Kinder nicht neben ihnen unbekannten Männern sitzen dürfen. Selbst wenn die Eltern der Kinder mit derselben Maschine fliegen.

Ähnliche Regeln gibt es bei laut Wikipedia bei Quantas und Air New Zealand.

Ganz abgesehen davon, dass mittlerweile eigentlich bekannt sein sollte, dass die meisten Fälle von Kindesmissbrauch innerhalb der Familie stattfinden und durchaus nicht immer nur von Männern verübt werden, wird diese Richtlinie spätestens dann absurd, wenn das Flugpersonal nicht einmal die vorab logischste aller Fragen stellt: “Sind das Ihre Kinder?” So geschehen Boris Johnson, mittlerweile Londoner Bürgermeister, der Ende 2006 von seinen eigenen Kindern entfernt werden sollte.

British Airways sagte, als die Richtlinie bekannt wurde, man habe auf die Wünsche von Kunden reagiert, die nicht wollten, dass ihre Kinder neben fremden Männern säßen.

Man möchte sich nicht vorstellen, wie es ist, vor den Augen zahlreicher Passagiere als potenzieller Kinderschänder behandelt zu werden. In diesem Sinne kann man Marko Fischer nur das Beste wünschen.

Kategorien: Wundern, heftiges
Leser-Kommentare
  1. 41.

    @ lola

    Sie machen es einem wirklich nicht leicht, bei ruhiger Argumentation zu bleiben … Ich versuch’s einmal gaaanz langsam.

    ad Religion: Möchten Sie vielleicht kurz überlegen, wer diese Religion (und so ziemlich alle anderen) gegründet hat und vor allem derzeit dort die Führungspositionen besetzt? Bzw. können Sie mir schnell mal die Namen von drei weiblichen Ayatollahs aufzählen?

    ad Zahlen: “Nichts kann leichter manipuliert werden.” EBEN!! Aber keinen Deut besser ist es, dann eben einfach erfundene Zahlen in die Runde zu werfen! Dazu gibt es wissenschaftliche Studien bzw. Fakten, um solche Verallgemeinerungen zu verhindern! Mit einer undifferenzierten Argumentation wie der Ihren wurden schon Kriege angezettelt! Woran kann man denn, Ihrer Meinung nach, “potentielle Sexualstraftäter” erkennen? An der Nase? Den abstehenden Ohren? Dass sie unfreundlich zu Ihnen sind? Es BRAUCHT Studien, schon allein, um Menschen wie Sie von Ihrem Irrglauben abzubringen. Oder es zumindest zu versuchen.

    • 5. März 2010 um 13:22 Uhr
    • Sigrid Neudecker
  2. 42.

    [...] Alle Männer sind potenzielle Kinderschänder [...]

  3. 43.

    Das ist ein eindeutiger Verstoß gegen Anti-Diskriminierungsgesetze und wir BA teuer zu stehen kommen.

    • 8. März 2010 um 15:44 Uhr
    • DocKr
  4. 44.

    [...] wir bald so weit wie in England, wo Väter nicht die Fußballspiele ihrer Söhne fotografieren oder im Flugzeug neben Kleinkindern sitzen dürfen? Vielleicht sollten sich einige Journalisten / Politiker mal überlegen, was sie mit der [...]

  5. Kommentare sind geschlossen.