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Sexszenen: And the Oscar goes to …

 

Am Sonntag werden die Oscars verliehen (wieso eigentlich verliehen? Die Gewinner dürfen sie doch behalten? Egal). Ein willkommener Anlass, einmal ein paar der denkwürdigsten Sex-Szenen in nicht-einschlägigen Filmen zu erwähnen und zu honorieren.

Einschlägige Filme haben ja auch meistens keine denkwürdigen Sex-Szenen.

Dies ist eine sehr subjektive Vorauswahl, die im Laufe der nächsten Tage erweitert werden soll. Manche Szenen, die in ähnlichen Listen (teilweise NSFW) Standardeinträge sind (beispielsweise die Treppenszene aus A History of Violence oder die Sexszene aus 8 Mile).

Ich finde die folgenden irgendwie … raffinierter, dezenter, komplexer, teilweise mehr der Fantasie überlassender. Das Interessanteste daran: In den meisten ist kaum Haut zu sehen. Und Kollegin C. und ich sind uns einig, dass es schon lange keinen Film mehr gegeben hat, der sich für diese Auswahl qualifizieren konnte.

Dies soll aber ein Posting-in-Progress werden. Welches sind Ihre Lieblingsszenen? Und vor allem wieso?

The nominees are …

Bitte nur klicken, wenn über 18 Jahre:

The Big Easy von Jim McBride

Ich habe leider keinen Ausschnitt gefunden, aber der erste (abgebrochene) Versuch von Dennis Quaid und Ellen Barkin, ins Bett zu kommen, ist von so humorvoller Erotik, dass es herzerfrischend ist. Und zumindest als Frau hat man das Gefühl, dass Quaid genau weiß, was er da unter Barkins Rock tut. Wir lernen: Es muss nicht immer heftiges Gerammel sein.

Damage (Verhängnis) von Louis Malle
Jeremy Irons und Juliette Binoche als Quasi-Schwiegervater und Quasi-Schwiegertochter, die nicht voneinander lassen können. Selten wurde pure körperliche Anziehung so nachvollziehbar dargestellt. Und selten blieben die Beteiligten so angezogen.

Ein Fisch namens Wanda von Charles Crichton
Bester Höhepunkt – und absolut bester Gegenschnitt mit dem genauen Gegenteil. Man beachte Jamie Lee Curtis‘ Zehen!

Na gut, und jene von John Cleese.

Secretary von Steven Shainberg
Ich finde, der gesamte Film ist eine einzige Sexszene – und eine der wunderbarsten Liebesgeschichten seit Susi & Strolch. Maggie Gyllenhaal! James Spader! Hach!

Einen Ausschnitt gibt es hier.

9 1/2 Wochen von Adrian Lyne
Als Fixstarter (österr. f.: eh klar, dass der dabei sein muss) gilt eigentlich auch immer „9 1/2 Wochen“, wobei ich persönlich bezüglich des erotischen Potenzials dieser Szene nicht so sicher bin …

Und weil wir gerade bei Essen sind:
Wenn der Postmann zweimal klingelt von Bob Rafelson

Harry und Sally von Rob Reiner
Ehrenvolle Erwähnung, weil die Szene in einer solchen Auflistung nicht fehlen darf. Sie wissen schon, die Szene, bei der ich immer Hunger bekomme.

Also: Was fehlt in dieser Liste? Los geht’s!

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5.3., 13.30 Uhr: „Panama“ nominiert
Delicatessen von Marc Caro und Jean-Pierre Jeunet

Die Sexszene, quasi ohne Sex.

14.40 Uhr: „Vileda“ nominiert
Hot Shots von Jim Abrahams

Ich brauch jetzt echt was zu essen …

EDIT: Das Bauchgefühl hat gesiegt, und Der letzte Tango in Paris ist doch wieder rausgeflogen.

42 Kommentare


  1. Unbedingt: „Don’t look now“ (Wenn die Gondeln Trauer tragen) von Nicolas Roeg. Donald Sutherland + Julie Christie, genial geschnitten. Julie Christie macht sich zum Ausgehen bereit und erinnert sich währenddessen, wie sie kurz vorher mit Sutherland geschlafen hat.


  2. „(beispielsweise die Treppenszene aus A History of Violence oder die Sexszene aus Eight Miles)“

    Der Film heißt „8 Mile“. Vielleicht könnten Sie das noch korrigieren.

    Herzlich

    DT

  3.   Sigrid Neudecker

    Das kommt davon, wenn man jeden Titel nur fünf Mal überprüft. Danke!

  4.   Le Hubertus

    Wobei man den Ausschnitt von Tango in Paris durchaus als Vergewaltigung bezeichnen könnte.

  5.   Panama

    Und natürlich „Delicatessen“ von Jean-Pierre Jeunet und Marc Caro. Da gibt der Metzger nicht nur beim Schlachten den Ton fürs ganze Haus an: http://www.youtube.com/watch?v=QZPykJJ2l_g

  6.   Sigrid Neudecker

    Der ist zugegeben grenzwertig. Da waren wir intern auch nicht ganz einer Meinung. Ich gehe noch einmal in mich …

  7.   Filmkritiker

    Wenn ich Sex-Szenen sehen will, sehe ich mir P-Seiten im Internet an. Sex im Kino ist immer irgendwie langweilig und tödlich für den Film. So als ob man zwanghaft eine Dosis Sex hineinmischen muss, weil das ja heutzutage so ist und weil wir alle so herrlich frei sind (sein müssen). Vielleicht war das früher anders, Beispiel Hildegard Knef. Vor mir aus kann man im Film ähnlich wie eine Werbung ein Schild davor hängen: UND JETZT DAS ÜBLICHE…) und dann die „Action“ bringen, egal wie aufbereitet. Dann kann man sich nämlich in Ruhe ein Bier holen oder aufs WC verschwinden. Versäumt hat man nichts…

  8.   freith

    Zu 4: „Denkwürdig“ muss nicht heißen das es für beide guter Sex war.

    Deshalb auch:

    Spiel mir das Lied vom Tod, Claudia Cardinale und Henry Fonda.
    und
    die „Prügelei“ aus Brokeback Mountain


  9. Für mich: Der Name der Rose!


  10. Ein guter Regisseur weiß, wann er eine Sex-Szene braucht, um etwas mitzuteilen.

    Die erwähnte Szene auf der Treppe von „History of Violence“ ist geradezu essentiell, um die Figur zu erklären. Und zwar im Kontext mit der „Blümchen-Sex-Szene“ am Anfang des Films. Die zwei Menschen in Viggo Mortensens Kopf machen auch völlig unterschiedlichen Sex. Das spiegelt sich dann noch mal in Edies Verhalten, die eben auch den Killer in ihm unbewusst liebt.

    Einfach genial gemacht.

 

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