Man muss ja nicht immer reden

Sexszenen: And the Oscar goes to …

Von 5. März 2010 um 11:12 Uhr

Am Sonntag werden die Oscars verliehen (wieso eigentlich verliehen? Die Gewinner dürfen sie doch behalten? Egal). Ein willkommener Anlass, einmal ein paar der denkwürdigsten Sex-Szenen in nicht-einschlägigen Filmen zu erwähnen und zu honorieren.

Einschlägige Filme haben ja auch meistens keine denkwürdigen Sex-Szenen.

Dies ist eine sehr subjektive Vorauswahl, die im Laufe der nächsten Tage erweitert werden soll. Manche Szenen, die in ähnlichen Listen (teilweise NSFW) Standardeinträge sind (beispielsweise die Treppenszene aus A History of Violence oder die Sexszene aus 8 Mile).

Ich finde die folgenden irgendwie … raffinierter, dezenter, komplexer, teilweise mehr der Fantasie überlassender. Das Interessanteste daran: In den meisten ist kaum Haut zu sehen. Und Kollegin C. und ich sind uns einig, dass es schon lange keinen Film mehr gegeben hat, der sich für diese Auswahl qualifizieren konnte.

Dies soll aber ein Posting-in-Progress werden. Welches sind Ihre Lieblingsszenen? Und vor allem wieso?

The nominees are …

Bitte nur klicken, wenn über 18 Jahre:

The Big Easy von Jim McBride

Ich habe leider keinen Ausschnitt gefunden, aber der erste (abgebrochene) Versuch von Dennis Quaid und Ellen Barkin, ins Bett zu kommen, ist von so humorvoller Erotik, dass es herzerfrischend ist. Und zumindest als Frau hat man das Gefühl, dass Quaid genau weiß, was er da unter Barkins Rock tut. Wir lernen: Es muss nicht immer heftiges Gerammel sein.

Damage (Verhängnis) von Louis Malle
Jeremy Irons und Juliette Binoche als Quasi-Schwiegervater und Quasi-Schwiegertochter, die nicht voneinander lassen können. Selten wurde pure körperliche Anziehung so nachvollziehbar dargestellt. Und selten blieben die Beteiligten so angezogen.

Ein Fisch namens Wanda von Charles Crichton
Bester Höhepunkt – und absolut bester Gegenschnitt mit dem genauen Gegenteil. Man beachte Jamie Lee Curtis’ Zehen!

Na gut, und jene von John Cleese.

Secretary von Steven Shainberg
Ich finde, der gesamte Film ist eine einzige Sexszene – und eine der wunderbarsten Liebesgeschichten seit Susi & Strolch. Maggie Gyllenhaal! James Spader! Hach!

Einen Ausschnitt gibt es hier.

9 1/2 Wochen von Adrian Lyne
Als Fixstarter (österr. f.: eh klar, dass der dabei sein muss) gilt eigentlich auch immer “9 1/2 Wochen”, wobei ich persönlich bezüglich des erotischen Potenzials dieser Szene nicht so sicher bin …

Und weil wir gerade bei Essen sind:
Wenn der Postmann zweimal klingelt von Bob Rafelson

Harry und Sally von Rob Reiner
Ehrenvolle Erwähnung, weil die Szene in einer solchen Auflistung nicht fehlen darf. Sie wissen schon, die Szene, bei der ich immer Hunger bekomme.

Also: Was fehlt in dieser Liste? Los geht’s!

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5.3., 13.30 Uhr: “Panama” nominiert
Delicatessen von Marc Caro und Jean-Pierre Jeunet

Die Sexszene, quasi ohne Sex.

14.40 Uhr: “Vileda” nominiert
Hot Shots von Jim Abrahams

Ich brauch jetzt echt was zu essen …

EDIT: Das Bauchgefühl hat gesiegt, und Der letzte Tango in Paris ist doch wieder rausgeflogen.

Kategorien: Richtig erotisch
Leser-Kommentare
  1. 9.

    Für mich: Der Name der Rose!

  2. 10.

    Ein guter Regisseur weiß, wann er eine Sex-Szene braucht, um etwas mitzuteilen.

    Die erwähnte Szene auf der Treppe von “History of Violence” ist geradezu essentiell, um die Figur zu erklären. Und zwar im Kontext mit der “Blümchen-Sex-Szene” am Anfang des Films. Die zwei Menschen in Viggo Mortensens Kopf machen auch völlig unterschiedlichen Sex. Das spiegelt sich dann noch mal in Edies Verhalten, die eben auch den Killer in ihm unbewusst liebt.

    Einfach genial gemacht.

  3. 11.

    Mein Beitrag #9 ist eine Antwort auf Beitrag #7

  4. 12.

    Die Sexszene aus Breaking The Waves? (und der erste der jetzt Antichrist sagt, wird gesteinigt)

    • 5. März 2010 um 14:02 Uhr
    • Thorben
  5. 13.

    und die kongeniale Hommage an diese Szene findet sich bei “Out of Sight” von Steven Soderbergh

    • 5. März 2010 um 14:08 Uhr
    • charalampos
  6. 14.

    Natürlich darf dann die “Sexszene” aus Hot Shots nicht fehlen (mit dem Speck braten auf dem Bauch)

    • 5. März 2010 um 14:37 Uhr
    • Vileda
  7. 15.

    Mein absoluter Spitzenreiter seit 20 Jahren und mit wenig Hoffnung oder Anlass dass sich das je noch einmal ändern wird: Tampopo von Jūzō Itami (Japan 1985). (http://de.wikipedia.org/wiki/Tampopo)

    • 5. März 2010 um 15:52 Uhr
    • Beat Mathea
  8. 16.

    Ähäm, “gute Sex-Szene”. Beinhaltet das auch Humor? Dann ist es auf jeden Fall die Zombie-Sex-Szene im Keller (ja, zwei Zombies haben Spass (wobei der Frau immer der Kopf nach hinten klappt, wenn ich mich recht erinnere)und zeugen ein Baby) im Film “Brain Dead”.

    • 5. März 2010 um 17:35 Uhr
    • Punainen
  9. Kommentare sind geschlossen.