Man muss ja nicht immer reden

Wer im Glashaus sitzt, sollte seine Koffer selber tragen

Von 12. Mai 2010 um 12:36 Uhr

George Rekers ist ein Mann, der seinen Mitmenschen helfen will. Vor allem den schwulen. Er ist Mitbegründer des konservativen Family Research Council, sitzt im Vorstand der National Association for Research & Therapy of Homosexuality (NARTH), die Menschen von ihren unerwünschten homosexuellen Neigungen mittels Therapie befreien will, und ist Baptistenprediger.

Darüberhinaus ist er Berater von Mitgliedern des US-Kongress, des Weißen Hauses und hat mitgeholfen, dass Homosexuelle in Florida keine Kinder adoptieren dürfen. Die würden schließlich überdurchschnittlich oft Selbstmord begehen.

Wer errät als erster, wen Rekers vor kurzem auf eine Reise nach Europa mitnahm?

Bingo! “Lucien”, einen 20jährigen Callboy, der seine Dienste auf der Webseite rentboy.com (NSFW!) anbietet.

Rekers, der steif und fest schwört, nicht homosexuell zu sein, sagt, er habe Lucien engagiert, um seine Koffer zu tragen. Und er habe ihn nicht über rentboy.com gefunden, sondern im Freundeskreis herumgefragt, wer ihm helfen könnte. (Hier sparen wir uns kurz jeden Kommentar.)

Dass Lucien ein Callboy ist, habe Rekers erst im Laufe der Reise erfahren, aber bei der Gelegenheit habe er dann wenigstens auch gleich versuchen können, “die Seele eines verlorenen Sünders” zu retten.

Dies tat er offensichtlich, indem er sich von Lucien täglich eine Stunde lang Ganzkörpermassagen verpassen ließ. Vor allem den “Long Stroke” (der geht so) hat er anscheinend für besonders wirkungsvoll erachtet.

Was würde Kevin Kuranyi machen, wenn er ganz allein mit dem Ball vor einem leeren Tor stünde?

Das hier:

The Colbert Report Mon – Thurs 11:30pm / 10:30c
Alpha Dog of the Week – George Rekers
www.colbertnation.com
Colbert Report Full Episodes Political Humor Fox News

.
Rekers muss einem, nicht nur wegen Colbert, leid tun. Sein Leben lang gegen seine tiefsten Neigungen zu predigen, muss unerträglich sein.

Und zwar nicht nur für ihn. Angeblich hat Rekers selbst vor vier Jahren einen 16-jährigen Jungen adoptiert.

Kategorien: Wundern, heftiges
Leser-Kommentare
  1. 1.

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von König Ingo, Sam Vimes erwähnt. Sam Vimes sagte: Wer im Glashaus sitzt, sollte seine Koffer selber tragen: George Rekers ist ein Mann, der seinen Mitmenschen helfe… http://bit.ly/d8OF8R [...]

  2. 2.

    Mit solchen Leuten wie Rekers kann ich wirklich kein Mitleid empfinden. Jahrelang machen sie anderen Menschen das Leben schwer, tun so, als seien sie damit besonders gute Christen, und belügen ihre Familien. Ja, Rekers hat sicher darunter gelitten, dass er selbst nicht seinem Idealbild eines guten Konservativen entsprach, aber wenn ich an all diejenigen denken, die unter seinen Ansichten (gepaart mit offenbar großem Einfluss) leiden – vielleicht ja sogar seine eigene Familie -, kann ich nur sagen: Es geschieht im recht.

    • 12. Mai 2010 um 16:08 Uhr
    • Pandora
  3. 3.

    Ich empfehle, der Spur zu Colbert und seinem Kollegen Stewart (The Daily Show) auf ComedyCentral zu folgen. Die Jungs sind unglaublich gut. Sowas gibt es im deutschen TV leider nicht!

    • 12. Mai 2010 um 19:09 Uhr
    • Fan
  4. 4.

    Stimme zu:
    Spacken gibt es überall – Colbert und Stewart nur in U.S.A.!
    (Ich bin dankbar, da mal wieder gelandet worden zu sein… Danke, Danke, Danke!)

    • 12. Mai 2010 um 22:14 Uhr
    • Kommentator
  5. 5.

    ach Gott, das ist ja nix neues. Vielleicht sollten Sie oder einer Ihrer Kollegen ja mal einen Artikel über den verbreiteten Verdrängungsmechanismus schreiben, über die eigene Sexualität in der Öffentlichkeit besonders derbe herzuziehen. Beispiele bietet alleine die amerikanische Öffentlichkeit in den vergangenen zehn Jahren noch und nöcher, insbesondere auch Politiker. Der prominenteste Fall dürfte aber ebenfalls ein evangelikaler Geistlicher sein:
    > http://en.wikipedia.org/wiki/Ted_Haggard

    In Deutschland haben wir in Altersbischof Mixer ja zumindest einen aktuellen prominenten Verdachtsfall.

    • 14. Mai 2010 um 14:59 Uhr
    • Dingo
  6. 6.

    Wer im Glashaus sitzt,
    sollte im Dunkeln vögeln.

    • 14. Mai 2010 um 18:30 Uhr
    • Melja
  7. Kommentare sind geschlossen.