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UEFA-Cup

Werder Bremen-Schachtjor Donezk 1:2

Von 20. Mai 2009 um 16:04 Uhr

20:20 Moin. (Moin moin darf man abends nicht sagen, hab ich mir sagen lassen.)

Live Blog auch auf Meine Saison. Wer noch?

Rinat Achmetov, der Schachtjor-Besitzer, dessen Namen Franz Beckenbauer gerade nicht eingefallen ist, hat das Charisma eines Steuerprüfers. Andererseits sieht er aus wie der junge Bruder von Peer Augustinski. Ein Mann mit viel Geld – und mit vielen Talenten, so hört man. Kleiner Tipp an Werder: Wie man ihn entwaffnen kann, sieht man hier.

Aufstellungen

Bremen: Wiese – Boenisch, Naldo, Prödl, Fritz – Niemeyer, Baumann, Frings, Özil – Roseberg, Pizarro

Donezk: Pyatov – Srna, Kucher, Chygrynskyy, Rat – Jadson, Lewandowski, Fernandinho, Willian, Ilsinho – Luiz Adriano

Heißt es eigentlich Schachtjor, Schachtjar oder Schachtar? Die FAZ liefert wichtige Erkenntnisse.

15 Kilogramm soll der Pott schwer sein, mir gefällt er ja ganz gut. Aber es gibt welche, die das anders sehen und Kurt Tucholsky in Anspruch nehmen, der “den Sportpreisen klassische Scheußlichkeit” attestiert. Den Uefa-Pokal speziell dürfte er jedoch nicht gemeint haben.

5′ An die Werder-Abwehr! Modus umstellen! Heute ist nicht Bundesliga, heute hat es Konsequenzen, wenn Ihr verliert. Erste Großchance für Schachtjor durch Luiz Adriano, nachdem Prödl aus der Abwehr herausrückte und die anderen drei der Kette rumstehen.

12′ Kommentator Laaser: “Ich glaube, Boenisch ist nervös.” Fritsch: “Ich glaube, Boenisch kanns nicht besser.” Zweiter Ballverlust schon am eigenen Strafraum.

20′ Ist der Ball zu fest aufgepumpt? Ist er nicht rund? Technisch sind wir gerade auf Kreisliganiveau: schlampige Ballannahmen, Pässe zum Gegner. Besonders die Bremer, aber Schachtjor hält sich derzeit auch höflich zurück.

25′ Tor für Schachtjor Donezk 0:1 Luiz Adriano Zwei Steilpässe, der Ball findet eher zufällig den Weg zu Adriano, Prödl steht aufm Schlauch, Wiese duckt sich beim Heber.

Die Bremer Abwehr scheint dem nicht gewachsen. HSV-Fans reiben sich schon die Händchen.

35′ Tor für Werder Bremen 1:1 Naldo Entschuldigung, was sehen wir hier? Ein europäisches Finale? Pyatov patscht einen unplatzierten 30-Meter-Freistoß Naldos ins Tor. Entweder die Jungs in der Kneipe nebenan sind drei Sekunden hinter meinem TV-Signal. Oder sie haben so lange mit dem Torjubel gebraucht, weil sie es nicht glauben konnten, dass der Ball drin ist.

Halbzeit 1:1 Ein Spiel mit Niveau – man weiß nicht, wohin man kucken soll vor Scham. Werder spielt, Verzeihung, sauschlecht. Die Abwehr, außer Naldo, kommt nicht klar. Wiese hat einen Fernschuss gut pariert, aber eine Mitverantwotung am Gegentor lasse ich mir auch nicht ausreden. Einfach wegducken – wer macht denn sowas? Und das Spiel nach vorne? Özil ist unsichtbar, die Spielzüge fallen heute aus. Es scheint, dass die Spieler erkannt haben, dass die beste Strategie ist: den Fehlpass so spielen, dass der Ball zwischen zwei oder drei Gegenspieler runter fällt. Sodass die uneinig sind, wer den Ball nehmen soll. Diesen Moment der Unsicherheit dann nutzen und drauf gehen! Sowas nenn ich Realismus.

Aber wenn man mit einer solchen Leistung mit 1:1 in die Pause geht, kann man eigentlich nur gewinnen.

47′ Boenisch und Niemeyer kombinieren – sorry, da muss ich die Augen schließen.

Die 11 Freunde bloggen auch live.

62′ Werder hat jetzt meist den Ball, aber sie spielen in etwa so präzise ab, als hätten sie 2 Dioptrien zu viel. Oder zu wenig. Trotzdem wird es sich für Schachtjor wohl rächen, dass sie die Schwächephase des Gegners nicht genutzt haben. Jedenfalls lassen sich die Bremer Fans die Laune nicht verderben.

74′ Werder wäre fast zu seiner ersten Torchance gekommen, doch der Pass auf Özil gerät einen Tick zu lange.

78′ Fast die Führung für Werder: Pizarro berührt einen Freistoß mit dem Kopf, aber Keeper Pyatov ist doch kein Stümper. Ist schnell unten in der Ecke. Mit Flanken sollten es die Bremer weiterhin versuchen.

Hunt ist für Rosenberg eingewechselt worden, harmloser kann er den Job auch nicht verrichten. Inzwischen sind acht Deutsche auf dem Feld. Wie viele wären es, wenn es der HSV statt Werder geschafft hätte?

88′ Naldo schießt aus 45 (!) Metern. Übermut? Nein, ein Signal an die Stürmer: Bewegt Euch!

Zwischenstand nach 90 Minuten 1:1 Ab in die Verlängerung! Die zweite Halbzeit war ausgeglichener, die Bremer haben den Gegner nun besser im Griff. Gerade im defensiven Mittelfeld. Und Naldo köpft alles raus. Aber es ist nach wie vor ein schwaches Finale. Vielleicht knüpft Hunt an eine Aktion kurz vor Abpfiff an, dem besten Spielzug Bremens, die zum Tor führte. Leider Abseits.

97′ Tor für Schachtjor Donezk 1:2 Jadson Eine halbe Minute, bevor ich weggenickt wäre oder umgeschaltet hätte, fällt der erneute Führungstreffer. Auf der rechten Seite ist Srna blank, seinen Pass verwertet Jadson. Wiese ist mit der Hand noch am Ball, doch der überlegt nur kurz – und kullert ins Netz.

Im Gegenzug macht Pizarro fast den Ausgleich, doch die Abwehr wehrt auf der Linie irgendwie ab.

108′ Jetzt hat Boenisch mal viel Raum auf links, und was macht Boenisch? Er schießt ohne Gegnerdruck aus 30 Metern. Schießt einen Gegenspieler an. Falsche Entscheidung, würd ich mal sagen.

Endstand Werder Bremen-Schachtjor Donezk 1:2 nach Verlängerung Ein schwacher Auftritt der Bremer im Finale, sie konnten Diego und Mertesacker nicht ersetzen. Almeida hätte sicher auch besser gespielt als Rosenberg. Nach vorne klappte lange überhaupt nichts, große technische Schwächen machten sich im Passspiel und in der Ballannahme bemerkbar. Null Spielfluss, keine herauskombinierte Torchance. Und Torwart Wiese hatte auch schon bessere Tage. Kurz vor Abpfiff fiel zwar der vermeintliche Ausgleich, doch der Schiedsrichter sah ein Foul Pizarros.

Donezk war die bessere Elf, vor allem in der ersten Halbzeit. Angesichts des Spielverlaufs schon kurios, dass Werder überhaupt so lange ein Unentschieden hielt. Damit bleibt die Bundesliga seit acht Jahren, seit dem Champions-League-Sieg der Bayern, ohne internationalen Titel. Und muss mit der Diagnose leben, von Europas Spitze abgehängt zu sein. Dennoch ist es eine gute Uefa-Pokal-Saison für Werder: den AC Milan geschlagen, eine weitere italienische Mannschaft (Udinese) ausgeschaltet, das Highlight in Hamburg. Immerhin mal wieder eine Finalteilnahme. Bloß für den letzten Schritt haben Qualität und vielleicht auch Kraft nicht genügt.

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Vorbericht

Erstmals seit 2002 steht eine deutsche Mannschaft im Finale des Uefa-Pokals, erstmals seit 1997 könnte es einen deutschen Titelgewinn geben. Vor zwölf Jahren gewannen die “Eurofighter” aus Schalke dank der Die-Null-muss-stehen-Strategie ihres holländischen Trainers Huub Stevens im Elfmeterschießen gegen Inter Mailand; damals wurden die Finals noch in zwei Runden ausgetragen. Vor sieben Jahren scheiterte Borussia Dortmund gegen Feyenoord Rotterdam mit 2:3. Dass es bis heute die letzte Endspielteilnahme eines deutschen Klubs im Europapokal blieb, damit konnte man damals nicht rechnen, zumal Bayer Leverkusen eine Woche später erst im Glasgower Finale der Champions League an Real Madrid scheiterte. Dabei war der Uefa-Pokal, der in der nächsten Saison umbenannt und reformiert wird, mal ein deutscher Wettbewerb.

Insofern hat Bremen heute einen nationalen Auftrag. Bei einem Sieg bliebe man vermutlich für einige Zeit von den dämlichen Ausreden deutscher Fußballvertreter verschont, von wegen das Kartellamt sei an der Misere schuld. Oder das Bosman-Urteil. Oder die SPD.Werder muss jedoch ohne Diego, Per Mertesacker und Hugo Almeida auskommen. Mertesacker hat sich im Hamburger Halbfinale verletzt, Diego und Almeida sind gelbgesperrt. Bei der Gelegenheit sollten die Verbände mal über den Zweck von Gelbsperren nachdenken. Fußballer zu sperren wegen Gelben Karten, also wegen Verwarnungen, ist in Pokalwettbewerben äußerst fraglich. Nun fehlen im Finale wichtige Spieler, das ist doch in niemandem Sinne. Michael Ballack hat 2002 das WM-Finale, also seinen Karrierehöhepunkt verpasst, auch weil er im Achtelfinale gegen Paraguay in der Nachspielzeit ungerechterweise Gelb gesehen hatte. In der Liga ist das Prinzip in Ordnung. Aber in K.o-Wettbewerben, also mit Finals, schadet sich der Fußball nur selbst. Eine solche Regel ist mir aus einer anderen Sportart nicht bekannt. Entspringt sie dem Willen zur Maßregelung von ungezogenen Fußballprofis?

Aber zurück zum Sportlichen: Gegner ist Schachtjor Donezk, das Spielzeug des reichen Ukrainers Rinat Achmetov. Bestückt mit starken Brasilianern in der Offensive, mit europäischen Haudegen in der Abwehr und erprobt in der Champions League – die Mannschaft ist stärker als ihr Name. Im Halbfinale schaltete sie ihre Landsleute aus Kiew aus, vorher wurde Olympique Marseille rasiert. Und im Dezember gewann Schachtjor 3:2 in Barcelona, wenn auch gegen ein B-Team. Torsten Frings soll gewarnt haben, man solle den Gegner nicht unterschätzen. Öhm, Herr Frings. Wie soll ich es Ihnen beibringen? Bremen ist heute keinesfalls Favorit.

Werders Trumpf soll heute Mesut Özil sein. Er ist einer der wenigen Gewinner der Saison: vom Ersatzmann und Diego-Backup zum Nationalspieler. Zum Vorteil soll ihm gereichen, dass das Spiel in Istanbul stattfindet, also dort, wo er Freunde und Verwandte hat.

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HSV revanchiert sich an und in Bremen

Von 30. April 2009 um 16:19 Uhr

0:29 Moin. Hier, in den Straßen von Pauli, lassen sie gerade schon wieder Tim Wiese hochleben (sofern sie noch singen können, stehen können muss man dazu ja nicht). Moin dogfood, ich schreib bei Dir mal die Aufstellungen ab.

Werder

Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo, Bönisch – Tziolis, Frings, Diego, Özil – Pizarro, Almeida

HSV

Rost – Demel, Gravgaard, Mathijsen, Aogo – Jarolim, Silva, Trochowski, Pitroipa  – Guerrero, Olic

20:42 Gerade vorhin auf dem Fußweg nach Hause über darüber aufgeregt, dass Waldemar Hartmann Fernsehwerbung macht (Bier). Ohne Anlass, einfach so. Aber nicht ohne Grund, nicht ohne Gründe, zwei, um genau zu sein: Erstens macht ein Journalist keine Werbung. Zweites nicht mit jemandem (Hoeneß), über den er berichtet. Und drittens schon gar nicht, wenn er von der ARD bezahlt wird. Das muss ein Ende haben! Auch wenn es müßig scheint und man es schon hundert Mal gesagt hat – das darf man nicht hinnehmen.

Ich schaue übrigens Sat.1, Moderator ist Erich Laaser. Laaser ist Präsident des Verbandes Deutscher Sportjournalisten. Was sagt er eigentlich zu dem Thema Journalisten und Werbung?

2′ Geht ja gut los: Olic taucht vor Wiese auf, weil Pitroipa ihn per Hacke freigespielt hat. Aber Wiese hält. Im Gegenzug (die Ecke hat die Weltregie nicht gezeigt, stattdessen Zeitlupen), muss Rost bei einem Diego-Schuss nachfassen.

12′ Der HSV geht mutig ran, ist die aktivere Mannschaft. Bislang nichts von Verunsicherung zu spüren. Sieht ganz anders aus als vor einer Woche im Pokalhalbfinale.

17′ Gravgaard, das anatomische Wunder, hat nur ein Gelenk, irgendwo um die Hüftgegend. Hat sich auch das Copyright auf den Titel “Mein Feind, der Ball” für seine Autobiographie gesichert. Aber er steht meist richtig. Außer bei langen, hohen Bällen. Remember Dortmund: Sahin auf Kehl – 1:0.

22′ HSV bekommt mehrere Schuss-Chancen während eines Angriffs. Den von Guerrero wehrt Wiese spektakulär zur Ecke. Wieder Wiese! Immerhin, liebe Hamburger, Elfmeterschießen bleibt Euch heute erspart.

28′ Tor für Hamburg 0:1 Trochowski Gute, wenn auch gemächliche Kombination des HSV. Die Flanke Demels vom rechten Flügel zielt auf den langen Pfosten, wo Trochwoski sich im Rücken von Fritz gelöst hat. Kopfball gegen die Laufrichtung des Torwarts. Viele Kopfballtore wird der kleine Trochowski nicht mehr machen und gemacht haben. Aber wie fahrlässig die Bremer linke Seite (Özil und Bönisch) beim Gegentor verteidigt hat! Unterzahl auf dem Flügel bei einem eher langsamen HSV-Angriff.

34′ Dass Bönisch Bundesliga spielt, finde ich erstaunlich. Null Ballgefühl.

Halbzeit 0:1 HSV legt im Vergleich zu voriger Woche klar zu und die gefährlicheren Szenen, daher ist das Ergebnis gerecht. Bremen fast ohne Torchance, Diego hat nur weit entfernt vom Tor gute Szenen, Özil hingegen ist sehr beweglich, doch die Spitzen sind isoliert. Beim HSV hat Guerrero offensichtlich nicht verwunden, dass Olic ihn bei der ersten Aktion des Spiels übersehen hat. Seitdem spielt er den Ball zu spät oder gar nicht ab. Insgesamt auf jeden Fall ein anderes Seherlebnis, zwei Bundesligisten zuzuschauen als (gestern) zwei Premier-League-Klubs.

48′ Die Hamburger beginnen die zweite Halbzeit mit einer ihrer kurzen Ecken, die sie immer wieder einstreuen. Aogo schießt ans Außennetz, ans Außennetz. Die Hamburger Spieler, wohlgemerkt. Die Hamburger Fans beginnen die zweite Halbzeit mit einer Rauchbombe.

51′ Rost mit einer geradezu hilflosen Flankenabwehr. Den abtropfenden und tickenden Ball kann Almeida mit dem Kopf nicht mehr genug beschleunigen, Rost kann fangen.

55′ Bremen im Glück! Naldo fällt im Zweikampf mit Olic im eigenen Strafraum und bekommt den Freistoß. Wäre ein sicheres Tor geworden. Ich hab da nichts gesehen, im Gegensatz zu Laaser.

Dafür hat der HSV in der ersten Halbzeit von einer falschen Abseitsentscheidung profitiert. Wäre auch ein sicheres Tor geworden.

60′ Jetzt hat sich Bönisch gerade mit dem Ausgleich per Fernschuss versucht. Da hätt ich mich aber entschuldigen müssen. Man sieht übrigens aber nicht, ob er Links- oder Rechtsfuß ist.

64′ Der HSV hat schon einige ordentliche Fouls gesammelt. Jetzt sieht Guerrero Gelb und wird im Rückspiel gesperrt fehlen. Hab ich schon mal gesagt, dass ich Gelbsperren schlecht finde? In der Liga lasse ich es mir noch gefallen, aber in K.o.-Systemen ist es überflüssig. Man stelle sich vor, man verpasst ein WM-Finale wegen einer Gelbsperre. #Überregulierung

65′ Wieder siegt Wiese gegen Olic, der alleine schräg auf ihn zuläuft. Olic versuchts mit einem Heber. Kurz später macht Pitroipa fast das 0:2.

71′ Größte Chance für Werder im ganzen Spiel. Der eingewechselte Rosenberg kommt im 16er frei zum Schuss. Doch statt zu schieben , schickt er den Ball knapp drüber. Keeper Rost zeigt seinen Mitspielern Zähne.

78′ Es wird langsam brenzliger für den HSV. Nur noch Werder greift an und kommt zu Schüssen um die Strafraumgrenze und Ecken. Eben zwei Aktionen im Hamburger 16er, die Schiedsrichter außerhalb schon mal ahnden.

90′ 4 Minuten Nachspielzeit. HSV hängt in den Seilen, Werder drängt und packt die Brechstange aus.

Endstand 0:1 Der HSV überrascht mit einer klaren Steigerung gegenüber der Vorwoche. Mit einem Sieg in Bremen haben die Experten nicht gerechnet. Die erste Halbzeit ging an die Gäste, Mitte der zweiten Halbzeit war der HSV zwei drei Mal dem 0:2 nahe. In der Schlussphase musste er wieder mal in den roten Bereich. Da hat nicht viel zum Ausgleich gefehlt, auch ging er am Rande eines Elfmeters spazieren. Aber davon bekam der HSV in jüngster Zeit ja genug.

Bremen verteidigte nachlässig, besonders beim Tor. “Begleitschutz” nennt das Thomas Schaaf. Offenbar hatte sich der Schlendrian wieder in die Mannschaft geschlichen. Der Sturmlauf kam zu spät und war zu ungenau. Zur Not rettete Frank Rost.

Der HSV mag nächsten Donnerstag Favorit sein, aber allenfalls leicht. Zumal Martin Jol auf Guerrero verzichten müssen wird, der gelbgesperrt ist. Weil Petric wohl noch verletzt ist, bleibt nur noch Olic als einzige Spitze. Aber vielleicht zaubert er ja noch eine aus seinem holländischen Hut.

Gute Nacht, einen schönen 1. Mai, nachher gibts noch die schönsten Bilder, und nächsten Donnerstag werde ich im Stadion sein.

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Vorbericht

Nordderby Teil 2/4: Werder Bremen gegen den Hamburger SV, Uefa-Cup-Hinspiel. Die Hamburger haben in diesen entscheidenden Saisonwochen doppeltes zu fürchten: Erstens könnten sie am Ende trotz dreier Chancen wie immer in den vergangenen rund zwanzig Jahren ohne Titel dastehen, zweitens die Bremer die Hauptverantwortung dafür tragen. Ausgerechnet die Bremer also, die ja „alle stinken, weil sie aus der Weser trinken“, wie der Hamburger Fußballvolksmund behauptet. Vor einer Woche versperrte Werder dem HSV den Weg ins Pokalfinale. Dass es der Solar-Tim im Werder-Tor war, der im Volkspark seine drei Paraden im Elfmeterschießen wie vor wilden Pferden flüchtend feiern durfte, schmerzt die Hamburger sehr. David Jarolim, der die Rote Karte sah, aber dennoch heute spielen und fallen darf, gibt zu: „Wenn ich daran denke, tut es immer noch weh. So etwas erlebt keiner gerne.“ Mit Wut aber auch der Last von zwei Niederlagen reist das HSV-Ensemble um Trainer Martin Jol, Sportchef Dietmar Beiersdorfer, Kapitän Jarolim und Fan-Vorsänger Jojo Liebnau rund 120 Kilometer westlich. Um Revanche zu nehmen.

Hinter der Bremer Mittelmäßigkeit in der Bundesliga könnte man fast eine List vermuten: Lange ließen sie einen glauben, ihre Saison wäre verpfuscht, selbst Trainer Thomas Schaaf stand (zumindest außerhalb des Klubs) in Frage. Lange glaubte man in Hamburg, die Bremer endlich mal wieder sportlich überholt zu haben. Kommt jetzt der große Pustekuchen? In der Bundesliga jedenfalls schlampen die Bremer, wie zuletzt gegen Bochum, und schonen ihre Kräfte. Der HSV hingegen, für den in der Liga zwischen Meisterschaft und Platz 7 noch alles drin ist, fährt auf Reserve. Doch unken gilt nicht im Fußball, um 20.45 Uhr geht es bei Null wieder los. Und hier wird live gebloggt.

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