Udo Voigt (NPD): Keine Solidarität mit Kemna! – Fordert Pastörs nun Rücktritt?
In einer persönlichen Erklärung zum Geständnis von Erwin Kemna legt der NPD-Vorsitzende Udo Voigt dar, dass ihm und seiner „Führungsmannschaft“ die Erfolge der NPD nach 1996 zugeschrieben werden. Dabei habe Erwin Kemna entscheidend mitgewirkt. Nun sei Voigt „zutiefst enttäuscht“ vom ehemaligen Schatzmeister.
Voigt sagt in seiner Erklärung, dass die Erfolge der NPD nur durch gegenseitiges Vertrauen erzielt werden konnten. Kemna habe sich dieses Vertrauen erarbeitet und „finanziell viele persönliche Opfer gebracht“. Für Voigt sei es selbstverständlich gewesen, dass er Kemna vertraut und sich auch nach dessen Verhaftung hinter ihn gestellt habe. Grundsätzlich sei ein „Kamerad“ bis zum Beweis seiner Schuld unschuldig. Dies sei wichtig, da durch die „staatlichen Institutionen“ eine „ständige Bedrohung“ bestünde. Dass Staatsanwälte zum Schutz der NPD ermittelten sei neu für Voigt gewesen, deshalb hätte ihn der Ermittlungsaufwand zunächst nicht beeindruckt.
Nach dem heutigen Geständnis von Erwin Kemna sei Voigt „zutiefst enttäuscht und erschüttert“. „Er kann sich weder auf meine Solidarität, noch auf die der Partei verlassen“, sagt Voigt in seiner Erklärung. Er habe das Vertrauen vom Parteivorsitzenden und das vieler „Kameradinnen und Kameraden, vieler Spender, Darlehensgeber und Unterstützer der NPD“ missbraucht. Kemna hatte heute gestanden, dass, nachdem er der Partei immer „mit ganzer Kraft gedient“ habe, nun die Partei ihm helfen könne. Ihm tue es aufrichtig leid, der NPD geschadet zu haben.
Wenn Kemna die Gelder nicht veruntreut hätte, säße die NPD heute vielleicht schon in einem weiteren Landtag, denn nach Voigt hätten die Wahlkämpfe in Hessen und Niedersachsen ganz anders geführt werden können, wenn die NPD diese Gelder zur Verfügung gehabt hätte. Voigt schildert seine Fassungslosigkeit, da Kemna die Veruntreuung aber selbst eingestanden habe, sei er gezwungen die Veruntreuung als Fakt anzunehmen.
In der kommenden Woche werde eine Sondersitzung des Präsidiums stattfinden, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Dieses gelte vor allem für die Anspruchssicherung von Anteilen der „Deutschen Stimme GmbH“. Voigt erwarte bis dahin eine Erklärung Kemnas, wie dieser gedenke, den Schaden „wieder gut zu machen“. Die Partei werde entsprechen reagieren.
In einem letzten Absatz macht Voigt deutlich, dass er nicht zurücktreten werde, da er dazu keine Veranlassung sehe. „ Ich sehe es als Aufgabe des Parteivorsitzenden wie auch des gesamten Parteivorstandes an, die NPD politisch zu führen und nicht, Kontoauszüge zu durchforsten“. Dafür gebe es Kassen- und vereidigte Wirtschaftsprüfer. Für die künftige Arbeit des Parteivorstandes seien neue Regeln erstellt worden, damit ein Missbrauch nach „dem System Kemna“ ausgeschlossen werden könnte. Abschließend forderte Voigt dazu auf, dem NPD-Parteivorstand unter seiner Führung auch weiterhin „das Vertrauen im Kampf um ein besseres Deutschland“ zu schenken.
Udo Pastörs, NPD-Fraktionsvorsitzender der Landtagsfraktion MV, hatte im Vorfeld der Verhandlung gefordert, wenn Kemna verurteilt werde, müsse Udo Voigt seinen Posten räumen. Wenn in seiner Fraktion Geld weg käme, wäre er selbst auch nicht mehr zu retten und müsste zurücktreten, verkündete Pastörs am 12. August gegenüber der „Berliner Zeitung“. Für den Fall der Neubesetzung der Position des Parteivorsitzenden brachte Pastörs seine eigene Person ins Spiel.

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In Sachen “Ehrlichkeit” gegenüber den Wählern hat die NPD zumindestens schon mal verloren. Aber selbst davon lassen sich leider frustrierte Wähler nicht abhalten, diese demokratiefeindliche “Rattenfängerparolen” -Partei zu wählen und der braune Spuk hört damit leider nicht auf. Um so entsetzter bin ich, dass jetzt die NPD kriminelle, verurteilte Mitglieder auf die Wählerliste setzt, welche schon Hetzjagd auf farbige Ausländer gemacht hat, welche dann auch noch wegen dieser braunen Gesinnung sterben mussten. (Stadt Guben). Auch wenn es immer mehr Initiativen gegen Fremdenfeindlichkeit gibt, lässt sich diese braune Brut nicht zurücktreiben und der Alltagsrassismus ist bei vielen fest verwurzelt. Aber ich lasse mich nicht so schnell mit meiner vietnamesischen Frau und unserem Baby aus dem normalerweise “bunten” Deutschland vertreiben. Und “braun” ist nun mal keine schöne Farbe. Leider wählen noch viel zu viele Menschen aus Überzeugung und Frust diese Partei bzw. schliessen sich Kameradschaften an um Menschen, welche nicht in die eigene Weltanschaưng passen, zu beleidigen, provozieren und zu ermorden. Ein Verbot der NPD ist in der Demokratie schwierig. Eine Demokratie muss sie aushalten und man muss die Gesinnung & Gewaltvorstellungen (Rassismus) dieser Partei entlarven. Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass bei vielzähligen kulturellen, bunten Projekten in der Mitte der Gesellschaft der Alltagsrassismus in der Bevölkerung zurückgedrängt wird. Vor einigen Jahren hatte ich den Eindruck, dass demokratische Politiker, Justiz, Polizei und Bürgermeister auf dem rechten Auge blind sind. Jetzt werden Gewaltstraftaten mit fremdenfeindlichen Hintergrund wenigstens mal erwähnt und (wenn auch oft zu milde)”abgeurteilt” !!! Und trotzdem ist es beunruhigend, wenn man sieht, wie die Menschen diese Partei immer und immer wieder in Landtage und Kreistage wählen, sicherlich auch darin geschuldet, dass die Wahlbeteiligung generell sehr gering ist. Wenigstens ist meine einzelne fremdenfreundliche Stimme eine Nazi-Stimme weniger. Freue mich für Altenburg, dass so viele Menschen friedlich gegen diesen braunen Spuk demonstrieren. Leider hat es auch dieses Jahr schon wieder zu viele Opfer durch rassistische Überfälle gegeben. Das darf unsere demokratische Gesellschaftsform nicht tolerieren und muss präventiv noch viel gegen Rassismus und Gewalt tun, im Kindergarten, in der Schule, in Jugendclubs, Dörfern, Gemeinden. Ich bin selbst in der Jugendarbeit mit behinderten Jugendlichen tätig und auch da vertreten einige eine “rechte/rechtsradikale” Meinung. Behinderung und rechte Ideologie schliessen sich nicht aus. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen habe ich dieses Jahr eine Arbeitsgruppe Toleranz aufgebaut “Gewalt ist keine Lösung!” Es ist zwar ein Tropfen auf dem heissen Stein, aber man muss das “Übel” an den Wurzeln bekämpfen-überall im Land !!!
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Hallo Gerd Willke, wir haben deinen Beitrag gelöscht, weil er gegen die Blogregeln verstoßen hat.// Mod. JT
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