Immer wieder leugnete Horst Mahler die systematische, industrielle Massenvernichtung der europäischen Juden durch die Nazis und bezeichnete den Holocaust gar als „größte Lüge der Weltgeschichte“. Doch die antisemitische Hetze blieb nicht ohne Folgen: Der ehemalige NPD-Anwalt ist am Mittwoch in München wegen Volksverhetzung erfreulicherweise zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
Offenbar plant die NPD für den 1. Mai eine Demonstration mit bis zu 1000 Teilnehmern in Berlin-Köpenick. „Freie Kräfte“ und einige NPD- Verbände mobilisieren für diesen Tag aber auch nach Hannover. Dort soll ein gleichgroßer Aufmarsch stattfinden. In beiden Städten formiert sich bereits der Protest. Weiter„1. Mai: Nazi-Demos in Berlin und Hannover“
Vor 79 Jahren kam SA-Sturmführer Horst Ludwig Wessel unter bisher ungeklärten Umständen ums Leben. Seinen Tod nutzte die NSDAP zu Propagandazwecken: Plätze, Straßen, ein Krankenhaus, eine Schule und sogar ein Segelschulschiff wurden nach dem Pfarrerssohn benannt. Auch heutzutage wird der Mythos Horst Wessel von Neonazis für ihre Zwecke vereinnahmt. Unter dem Motto „Ermordet durch rote Hand! Am 23. Februar 1930 hörte ein starkes Herz auf zu schlagen“ wird ihm alljährlich gedacht. Weiter„Horst Wessel: „Märtyrer der Bewegung“ kopflos im Grab?“
Das, was in vielen Orten Deutschlands leider viel zu häufig passiert, wird momentan in den Medien breit diskutiert: Brutale Nazi-Gewalt gegen Andersdenkende und Minderheiten.
Nachdem die Nazis sich während ihres Aufmarsches in Dresden noch zurückgehalten hatten, waren sie auf der Abreise wieder ganz in ihrem Element. Sie prügelten völlig enthemmt bei einer Autobahnraststätte bei Jena auf Gewerkschafter ein, die gegen den Naziaufmarsch protestiert hatten. Neben weiteren Verletzten liegt ein hessischer Gewerkschafter mit einem Schädelbruch im Krankenhaus. Weiter„Nazi-Gewalt: Tatort Autobahnraststätte“
Gedenken und denken gehen, das hat Dresden am Samstag geschafft. 8000 engagierte Bürger stellten sich 6000 Rechtsextremisten entgegen. Damit richtete sich alle Aufmerksamkeit auf die friedlichen Kundgebungen und nicht auf den Propagandamarsch der Nazis. Von Steffi Hentschke und Hannah EitelWeiter„Bunte Stimmung gegen die „braune Soße““
Am kommenden Wochenende werden Tausende von Nazis zum Jahrestag der Alliierten Bombenangriffe auf Dresden erneut versuchen, sich dort zum größten Naziaufmarsch Europas zu versammeln. Ein breites, gut aufgestelltes Bündnis und eine bundesweite antifaschistische Mobilisierung könnten den Nazis und Geschichtsverdrehern in Dresden jedoch kräftig die Suppe versalzen.
Ab sofort gibt es eine neue, komplett überarbeitete DVD der Kampagne „Kein Bock auf Nazis!“ kostenlos zu bestellen. Mit dabei sind neben den alten Hasen (Die Ärzte, Die Toten Hosen, Muff Potter usw.) etliche neue Künstlerinnen und Künstler: Fettes Brot, Wir sind Helden und auch Störungsmelder-Autor Markus Kavka. Dazu gibt es eine neue TV-Dokumentation über Neonazis vom Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb).
In längeren Interviews mit aktiven oder ehemaligen Rechtsextremist_innen fallen häufig Aussagen, die viel über deren persönliche Motivation mitteilen und darüber, wie die Szene jenseits der politischen Statements funktioniert. Oft geht es dabei um die Überhöhung der Kameradschaft, um die Einbindung beinahe aller Lebensbereiche in die rechtsextreme Gemeinschaft, um das Gefühl der Bedrohung durch alles Äußere und Fremde – und die vermeintliche Gewissheit, dass eben nur die Kameraden, die Anführer und schließlich die nationalistische Umwälzung Erlösung bringt.
Hier läuten dem/der aufmerksamen Zuhörer_in die Alarmglocken – zumal wenn er oder sie psychologische und religionswissenschaftliche Erfahrung hat. Zwischen der Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Gruppierung und der Zugehörigkeit zu einer religiösen Sekte gibt es nämlich eine Reihe von Parallelen. Weiter„Rechtsextremismus als Religionsersatz“