Hardcore immer noch gegen Nazis
Seit April ist das Wort „Hardcore“ für Kleidung offiziell als Marke auf den Neonazi und Schlagzeuger der Rechtsrock-Band “Agitator”, Timo Schubert, eingetragen. Eine Musikrichtung, die eindeutig linke und antirassistische Wurzeln hat, wird von Nazis gezielt vereinnahmt, um noch stärker jugendkulturelle Szenen zu besetzen.
Nachdem antifaschistische Initiativen leider erfolglos Markenlöschanträge beim Deutschen Markenamt gestellt haben, wird es nun zum Rechtsstreit kommen…


Die Initiative “Kein Bock auf Nazis” (KBAN) versucht den Widerstand gegen diesen absurden Fall, dass eine Musikrichtung als Nazimode-Label patentiert wird, zu bündeln. Die Aktivisten argumentieren, dass man Hardcore nicht als Marke eintragen könne, denn Jazz oder Schlager seien schließlich auch keine Marken.
Das Wort „Streetball“ – um ein anderes Beispiel zu nennen – kann man beispielsweise nicht schützen lassen, dafür ging die Behörde sogar vor Gericht. Wenn es aber darum geht zu verhindern, dass die Nazi-Szene sich einen linken Musikstil schützen lässt, drückt das Markenamt anscheinend ein Auge zu, so die KBAN-Aktivisten.
Störungsmelder-Autor Johannes Radke schreibt in einem taz-Artikel zur Entstehung des Hardcore als Musikstils treffend:
“Hardcore-Musik hat ihren Ursprung eigentlich in der linken Szene. Sie entstand Ende der 1970er-Jahre in den USA als schnelle und brachiale Weiterentwicklung von Punkrock und hatte eine eindeutig antirassistische Ausrichtung. Kultbands wie Minor Threat oder Black Flag haben bis heute ganze Generationen von Punk- und Hardcore-Bands geprägt. Seit ein paar Jahren gibt es jedoch auch Neonazi-Bands, die diese Musik spielen, hinterlegt mit rassistischen und antisemitischen Hasstexten.”
Nun gibt es jedoch das Problem, dass für das Markenamt das Wort »Hardcore« zunächst ein Aufdruck auf einem T-Shirt ist. Es gilt also, das Amt davon zu überzeugen, dass Hardcore schon lange eine eigenständige Musikrichtung ist – und genau das ist das Ziel der “Hardcore-Retter”-Aktivisten von KBAN, die dazu aufrufen, die Zeit bis zum Beginn des Prozesses zu nutzen:
“Dafür brauchen wir Eure Hilfe. Falls ihr irgendwo alte Kataloge, Poster oder Fotos habt, die beweisen, dass das Wort Hardcore schon lange vor 2008 für Merchandise-Artikel (T-Shirts, Tassen, Mützen, einfach alles) benutzt wurde:
Scannt die Sachen oder macht Fotos und mailt sie an info@keinbockaufnazis.de”
Also, alle, die irgendwann in Bands, Konzertgruppen oder einfach nur als Hardcore-Musikfans im ursprünglichen Sinne aktiv waren oder sind, schnappt Euch Kameras oder Scanner, dokumentiert die antirassistische und antifaschistische Geschichte des Hardcore und mailt die Ergebnisse an KBAN. Den Nazis darf kein Millimeter Spielraum überlassen werden…

Muss dazu mal eins sagen und zwar das ich es Schade finde das es hier uninformierte Leute gibt, die immer meinen wenn sie in Bezug auf Hardcore etwas lesen und das Wort Skinhead hören, der Meinung sind es gleich mit “Rechts in Verbindung” zu setzen, da die eigentliche Skinhead Bewegung auch aus dem linken Bereich kommt. Was die Nazis sich also auch ganz gezielt an sich genommen haben. (Zählt zum Beitrag oben)
Finde es aber auch eine Schande das Hardcore von einem Rechtspublizisten als Marke eingetragen werden durfte.
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Kommentar von Regor war gemeint…
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Wie alt ist dieser Artikel bitte? “Hardcore” bezeichnen Neo-Nazis heutzutage eine Musikrichtung die auch “Gabber” genannt wird. Sie ist eine Form des Technos.
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