Wir müssen reden. Über Nazis.

Es darf keine antisemitische Filmzensur in Hamburg geben!

Von 1. Dezember 2009 um 22:27 Uhr

Was sich am Sonntag den 25.10.2009 zwischen 14 und 16 Uhr in der Hamburger Brigittenstraße ereignete, ist schier unfassbar. Das dort ansässige Kino B-Movie wollte in Kooperation mit einer linken Initiative den Film “Warum Israel” von Claude Lanzmann vorführen. Dies hat eine Gruppe von Antiimperialisten und Israelhassern aus dem, im Vorderhaus des Kinos gelegenen, »Internationalistischen Zentrums B5« mit Drohung, Beleidigung und Gewaltanwendung verhindert.

In dem vor Ort verteilten Flugblatt wurde die Dokumentation außerdem als “zionistischer Propaganda-Film” diffamiert. Bei »Warum Israel« handelt es sich um einen Film des in Frankreich lebenden Juden Lanzmann, der mit dem Monumentalwerk »Shoah« einen immens wichtigen Beitrag zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust geleistet hat. Der Regisseur kämpfte darüber hinaus in der Résistance aktiv gegen den Nationalsozialismus. Über »Warum Israel« von 1973 sagte Lanzmann »Dieser Film hat einen roten Faden, nämlich: Was ist das: Normalität? (…) Ich zeige in ‚Warum Israel‘, dass die Normalität das eigentlich Anormale ist.« Dies empfinden einige Hamburger »Linke« im Jahr 2009 also als Provokation!

Den Betreibern des B-Movie wurde das Betreten und Öffnen ihres eigenen Kinos untersagt, jedes Gespräch verweigert und statt dessen mit Gewalt gedroht. Das B-Movie war deshalb gezwungen, die Vorstellung abzusagen. Doch selbst nach der Absage wurde das noch vor dem verschlossenen Kino verbliebene Publikum beschimpft (in einem Fall bezeichnenderweise als »Judenschweine«). Überdies wurden Kinobesucher körperlich angegriffen und mindestens drei Gäste durch Faustschläge verletzt.

So etwas darf nicht geschehen! Nicht nur, dass in die Programmfreiheit Hamburger Kulturschaffender durch Filmzensoren eingegriffen wurde. Es ist unerträglich, dass gerade die Vorführungen einer Dokumentation von Claude Lanzmann und ein Gespräch über sein Werk solchem Treiben zum Opfer fiel.

Wir stellen uns hinter das betroffene Kino und seine Absicht, »Warum Israel« auch in seinen Räumlichkeiten zu zeigen. Die Unterzeichnenden unterstützen die Veranstalter bei der Ausweichvorstellung von »Warum Israel« am 13.12.2009 um 16 Uhr.

Wir verurteilen solche Formen von Kulturzensur, jeden Antisemitismus und Israelhass!

Erstunterzeichner (01.12.2009): Claude Lanzmann, Filmemacher, Paris • Dr. Christine Achinger, University of Warwick • Sharon Adler, Herausgeberin AVIVA-Berlin • Jan Philipp Albrecht, MdEP, Grüner Europaabgeordneter für Hamburg • Arachne • Arbeitsgemeinschaft Neuengamme – Deutsche Vereinigung der Überlebenden des KZ Neuengamme • Mickey Aron, Berlin • Arbeitskreis Distomo • Associazione Delle Talpe, Bremen • Audiolith Records • B_Books, Berlin • BAK Shalom der Linksjugend [‘solid] • Dr. Ralf Balke, Historiker und Publizist • Beatpunk Webzine • Volker Beck, MdB, Bündnis 90/Die Grünen • Roger Behrens, Autor • Prof. Dr. Russell Berman, Stanford University • Anat Bleiberg, Leiterin der Sozialabteilung, Jüdische Gemeinde zu Berlin • Prof. Dr. Gabriel Brahm, Central European University, Budapest • Prof. Dr. Micha Brumlik, Universität Frankfurt/M. • Sebastian Brux, Journalist • Byte.FM • Prof. Dr. Detlef Claussen, Universität Hannover • Margit Czenki, Filmemacherin • Karl-Heinz Dellwo, Filmemacher • Arnaud Desplechin, Regisseur, Paris • Prof. Diedrich Diederichsen, Akademie der Bildenden Künste, Wien • Franziska Drohsel, Bundesvorsitzende der Jusos • Christian Duncker, Assistent für Kommunikation und Organisation • Thomas Ebermann, Publizist • Prof. em. Dr. Wolfgang Eismann, Universität Graz • Almut Engelien, Hörfunkjournalistin • Gabriela Fenyes, Journalistin • Johanna Fischle • Freie ArbeiterInnen Union (FAU) Hamburg • Freies Sender Kombinat (FSK) • Thierry Frémaux, Künstlerischer Leiter der Filmfestspiele in Cannes • Fluten • Stefanie Galla • Nicola Galliner, Festivalleiterin, Jewish Film Festival Berlin • Patrick Gensing, Journalist • Ralph Giordano, Schriftsteller, Köln • Shelly Gottlieb, Frankfurt • Romain Goupil • Eva-Deborah und Uwe Granzow • Prof. Dr. Michael Th. Greven, Universität Hamburg • Dr. Elvira Grözinger, Universität Potsdam • Prof. em. Dr. Karl E. Grözinger, Universität Potsdam • Halle für Kunst Lüneburg • Hate Mag • Shimrit Härtl, Vorsitzende der DIG München • Friedrich Hansen, Gabriel Riesser Stiftung, London • Stefan Hensel, Vizepräsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft • Prof. Dr. Jeffrey Herf, University of Maryland • Ruben Herzberg, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg • Brigitte Jaques, Regisseurin, Paris • Jan Jetter, Bildungsreferent der Arbeitsgemeinschaft freier Jugendverbände / Störungsmelder • Pascal Jurt • Anetta Kahane, Vorsitzende der Antonio-Amadeu-Stiftung • Sven-Christian Kindler, MdB, Bündnis 90/Die Grünen • Serge und Beate Klarsfeld, Les Fils et Filles des Deportés Juifs de France, Paris • Dr. Martin Kloke, Berlin • Andreas Koch, Vorstand Yad Achat • Konkret – Magazin für Politik und Kultur • Dr. Karin König, Hamburger Institut für Sozialforschung • Jan Korte, MdB, Die Linke • Hans-Jürgen Köster, Buchladen Männerschwarm • Regine und Hinrich Krahnstöver • Dr. Wolfgang Kraushaar, Hamburger Institut für Sozialforschung • Prof. Dr. Sven Kramer, Universität Lüneburg • Mary Kreuzer, Autorin • Matthias Küntzel, Politikwissenschaftler • Werner Labisch, Verbrecher Verlag • Sergey Lagodinsky, Sprecher des Arbeitskreises Jüdischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten • LAK Shalom der Linksjugend [‘solid], Hamburg • Dr. Klaus Lederer, Die Linke-Landesvorsitzender, Berlin • Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg • Bernard Henry Lévy, Philosoph, Paris • LIGNA, Künstlergruppe • Ulrike Litschel • Dr. Bella Luirik, Wissenschaftliche Gesellschaft bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin • Christoph Lütgert, Chefreporter Fernsehen, NDR • Prof. Dr. Viktor Mairanowski, Wissenschaftliche Gesellschaft bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin • Prof. Dr. Andrei S. Markovits, University of Michigan • Dr. Heinz Maaß, Karlsruhe • Meerwert Platten • Adelheid Meyner • Missy Magazine • Dr. Sonja Mönkedieck, Catholic Charities, New York • NPD-Blog.info • Cem Özdemir, Bundesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen • Opak Magazin • Thomas von der Osten-Sacken, Publizist, Frankfurt a.M. • Diethard Pallaschke, Scholars for Peace in the Middle East (Deutschland) • Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Die Linke • Peggy Parnass, Publizistin • Prof. Dr. Anton Pelinka, Central European University, Budapest • Rosa Perutz, Antinationale Künstlergruppe • Lilia Rosenstock Alfaro • Teile des Plenums der Roten Flora • Maximilian Pichl, Mitglied im Bundesvorstand der Grünen Jugend • Polittbüro • Prof. Dr. Moishe Postone, University of Chicago • re[h]tro-frauentag bei FSK • Angela Richter, Theaterregiesseurin • Nicolas Saada, Journalist und Filmemacher, Paris • Levi Salomon, Beauftragter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin für die Bekämpfung des Antisemitismus • Hans Martin Schäfer • Winfried Schebesch, Vorsitzender der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg • Helmut Schert • Thomas Schmidinger, Vorsitzender der IG externe LektorInnen und freie WissenschafterInnen, Wien • Schroeter und Berger, Büro für Lösungen • Prof. Dr. Stefanie Schüler-Springorum, Direktorin des Instituts für Geschichte der deutschen Juden • Julia Seeliger, taz online • Wolfgang Seibert, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Pinneberg • Spex – Magazin für Popkultur • Prof. Dr. Gerhard Stapelfeldt, Universität Hamburg • Sibylle Stoler • Jörg Sundermeier, Verbrecher Verlag • Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin • Prof. Dr. Valery Tatarsky, Wissenschaftliche Gesellschaft bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin • Testcard • Tocotronic • Serge Toubiana, Direktor der Cinémathèque française • Prof. Dr. Christoph Türcke, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig • Übel&Gefährlich • Prof. em. Dr. Barbara Vogel, Universität Hamburg • Michael Vogel, Richter i.R. • Prof. Dr. Gerard Wajcman, Autor, Psychoanalytiker, Professor, Université Paris 8, Paris • Florian Waldvogel, Direktor des Kunstvereins in Hamburg • Dr. Jeff Weintraub, Political Sociologist, University of Pennsylvania • Dalia Wissgott-Moneta • Elke Wittich, Journalistin, Berlin • Daniella Wutz und Familie • Prof. Dr. Svetlana Zhukowa, Wissenschaftliche Gesellschaft bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin •

Kategorien: bundesweit, Hamburg
Leser-Kommentare
  1. 1.

    [...] Störungsmelder » Es darf keine antisemitische Filmzensur in Hamburg geben! blog.zeit.de/stoerungsmelder/2009/12/01/es-darf-keine-antisemitische-filmzensur-in-hamburg-geben_2053 – view page – cached Willkommen bei Störungsmelder. Hier geht es um Neonazis. Wo sie auftreten, was sie dabei sagen und vor allem: Was man gegen sie unternehmen sollte. [...]

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  2. 2.

    Warum bekämpen wir uns gegenseitig.Unser Gegner ist doch Rechts. Man kann zu Israel stehen wie man will. Aber unser Problem ist nicht Israel unser Problem ist der Rassismus hier. Lasst Euch doch nicht durch so einen Mist trennen. Unser Problem ist doch der Zuwachs von Nazis in Europa.

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    • 3. Dezember 2009 um 00:17 Uhr
    • Nadja
  3. 3.

    @ Nadja

    Ich gebe dir Recht, dass wir die Rechten bekämpfen müssen, das sind sicherlich unsere Gegner, keine Frage.
    Wenn aber Leute, die sich selbst als links bezeichnen, genauso antisemitisch sind wie die Rechten, sie also von der Ideologie an diesem Punkt in keiner Weise zu unterscheiden sind, dann sind auch diese Leute unsere Gegner.

    Antisemitismus ist ebenso wie Rassismus unser Feind, egal ob von rechts oder links.

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    • 3. Dezember 2009 um 12:26 Uhr
    • Jello Biafra
  4. 4.

    Der Film wurde an verschiedenen Orten gezeigt, die linken Antisemiten haben sich erneut resistent gegen jede Art von Kritik gemacht und am Tag der Vorführung ihrem Steinzeit-Antiimperialismus à la “Intifada bis zum Sieg” gefrönt.

    Bitter zwar, aber zum Glück meiner Einschätzung nach in der Hamburger Linken ein ziemlich isolierter Club.

    Hier steht noch ein wenig mehr zum 13.12.:
    http://jungle-world.com/artikel/2009/51/40016.html

    Antworten

    • 18. Dezember 2009 um 11:18 Uhr
    • Jello Biafra
  5. 5.

    @Jello Biafra
    Selbstverständlich sollten wir uns prinzipiell gegen Rassismus und Menschenverachtung wenden.
    Das sollten wir aber auch dann tun, wenn die
    Opfer des Rassismus Palästinenser und die Täter israelische Politiker sind.
    Und wir sollten auch Filme, die die Rechte der Palästinenser ignorieren bzw. in der
    üblichen zionistischen Meinungswelt für
    “irrelevant” halten, nicht bejubeln.
    Die Verwirklichung des zionistischen Projekts “Israel” ging und geht nun einmal
    Hand in Hand mit Vertreibung und Entrechtung
    der Palästinenser.
    Den Hinweis auf a) diese Entrechtung und Vertreibung sowie b) das völlige Fehlen des
    palästinensichen Erlebens (der Folgen der
    Einwanderung jüdischer Menschen nach Palästina) in diesem Film als “antisemitisch” darzustellen, halte ich für völlig verfehlt.
    Ein Film jedenfalls, der sich mit der Geschichte des Staates Israel auseinandersetzt und das palästinensische
    Erleben völlig ausblendet, sollte durchaus
    hinterfragt werden.

    Antworten

    • 20. Dezember 2009 um 13:31 Uhr
    • Guenter
  6. 6.

    @ Guenter

    Vorab:
    Da macht jemand einen Film über Holocaust-Überlebende, die in eben diesem Film dann reflektieren, welchen hohen und wichtigen Stellenwert Israel als Ort, Schutzraum und Perspektive in diesem Kontext für sie hat. Ein wichtiger, guter und selbstverständlicher Film.

    Hätte der Film beispielsweise das Thema “Entstehungsgeschichte Israels” etc., müsste sicherlich genauso die palästinensische Sicht Platz finden. In einem Film über Holocaust-Überlebende, die ihre Sicht und ihre Situation reflektieren, muss das hingegen in keinster Weise.

    Ich habe angesichts deiner Wortwahl von einer halluzinierten “zionistischen Meinungswelt” (oder meinst du vielleicht eher den angeblichen “jüdischen Einfluss” auf die Presse?) und einem “zionistischen Projekt Israel” (nur mal nebenbei: “nächste Projekte” findest du vielleicht bei dir in deinen antiisraelischen Grüppchen – Israel ist kein Projekt, sondern ein Staat, der seit 60 Jahren besteht und auch von Leuten wie dir nicht so schnell weggeredet werden kann) eher den Eindruck, dass du selbst knallevoll bist von antisemitischen Stereotypen, die dann so vermeintlich aufgeklärt antizionistisch verkaufst.

    Licht ins Dunkel bringt in diesem Zusammenhang da ein Zitat von Moishe Postone:

    “Der Gegenstand besteht nicht in der Frage, ob israelische Politik kritisiert werden darf. Israelische Maßnahmen sollten kritisiert werden, insbesondere wenn sie darauf zielen, jede Möglichkeit eines existenzfähigen palästinensischen Staates in der West Bank und Gaza zu unterminieren. Aber die vorherrschende Kritik am „Zionismus“ aus vielen antiimperialistischen Zirkeln zielt auf etwas jenseits einer Kritik an israelischen politischen Maßnahmen. Israel und den „Zionisten“ wird eine einmalige Bosheit und weltumspannende verschwörerische Macht zugeschrieben. Israel wird nicht kritisiert wie andere Staaten auch, sondern als Verkörperung von etwas wesentlich Bösem. Kurz gesagt: Das Bild dieser Antiimperialisten von Israel und den Zionisten ist in Wirklichkeit das gleiche wie das von den Juden in jenem virulenten Antisemitismus, der seinen reinsten Ausdruck im Nationalsozialismus fand. Die „Lösung“ ist in beiden Fällen die gleiche: Vernichtung im Namen von Befreiung.”

    Antworten

    • 21. Dezember 2009 um 12:12 Uhr
    • Jello Biafra
  7. 7.

    Ich kann es durchaus nachvollziehen, das Holocaust-Überlebende und andere jüdische Menschen Israel als sichere Heimstatt für Juden gesehen haben und sich gewünscht haben, dort zu leben.
    Diese Sicht auf den Staat Israel ist doch mehr als verständlich.
    Leider ist es aber auch so, das die sichere Heimstatt Israel auf den Ruinen des arabischen Palästinas aufgebaut wurde. Die Palästinenser bezahlten die Gründung und Entwicklung Israels mit ihrer Vertreibung und Entrechtung.
    Dieser traurigen historischen Wahrheit sollte man sich nicht verschließen. Israelische Historiker haben die Entstehungsgeschichte Israels erforscht und beschrieben (Ilan Pappe, Tom Segev,
    Benny Morris, u.a.).
    Und es ist ebenfalls eine historische Tatsache, dass für die führenden Vertreter der zionistischen Bewegung die Rechte der Palästinenser nie (bis heute nicht) eine Rolle spielten (das meinte ich mit „zionistischer Meinungswelt“).
    Diese historischen Tatsachen nicht zur Kenntnis zu nehmen und jemand, der diese nennt, als „Antisemiten“ zu diffamieren, ist schon recht merkwürdig.
    Im übrigen möchte ich den Staat Israel nicht „wegreden“ oder sonst wie „weghaben“, und ich bin auch kein Mitglied einer „antiisraelischen“ Gruppe.
    Deine diesbezüglichen Behauptungen sind einfach nur Diffamierungen und Unterstellungen.
    Wie man mit solchen obskuren, undemokratischen Methoden Antisemitismus und Rassismus bekämpfen will, ist nicht nachzuvollziehen. Da kann man eigentlich nur darauf schließen, das das Argument „Antisemitismus“ nur benutzt wird, um unliebsame Meinungen und Kritik an der israelischen Politik zu diskreditieren.
    .
    Zitate kann ich auch gern liefern, z.B.Norman Finkelstein: „Israel und seine Unterstützer versuchen, Israels völkerrechtswidrige Politik gegen die Palästinenser mit postwendenden Antisemitismus-Vorwürfen gegen jede Kritik zu immunisieren.“

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    • 22. Dezember 2009 um 17:23 Uhr
    • Guenter
  8. 8.

    @ Guenter

    Dass du hier Norman Finkelstein sozusagen als Kronzeugen anführst, ist bezeichnend. Finden Finkelsteins Äußerungen zur sogenannten “Holocaustindustrie” doch insbesondere in der politischen Rechten, auch in der Extremen Rechten, viel Anklang. Insbesondere die “Junge Freiheit” ist ja großer Fan. Ob Finkelstein dann in diesem Kontext irgendeine zitierbare (oder besser: glaubwürdige) Quelle ist, ist ja wohl mehr als zweifelhaft.

    Und: Ich bin für eine Zwei-Staaten-Lösung, finde Menschenrechtsverletzungen an palästinensischen Menschen durch die israelische Armee unbedingt zu kritisieren, denke auch, dass sich Israel und ein zu gründender Staat Palästina über Entschädigungen bezüglich der Vertreibungen einigen müssen etc. Ohne Zweifel.

    Nur: Das hat alles nichts mit dem Film zu tun. Dort geht es um ein völlig anderes Thema (siehe mein Kommentar 6).

    Guenter: Mir gehen diese Leute gehörig auf den Keks, die jedesmal, wenn das Wort Israel fällt, reflexartig zubeißen und laut vom (vorhandenen) Leid der Palästinser klagen.

    Es verlangt ja auch niemand, dass in einem Film, in dem über die beschissene Wassersituation im Gaza-Streifen berichtet wird, dass ausführlichst über die Selbstmordanschläge palästinensischer Terrorgruppen wie Hamas (ohne diese auch nur im Entferntesten mit z.B. der israelischen Armee vergleichen zu wollen) berichtet wird, da das Thema in diesem Falle ja die real existierende, u.a. von israelischer Politik beeinflusste Wasserknappheit wäre und eben nicht der ebenfalls vorhandene islamistische Terror.

    Also: Reflexartiges Zubeißen und “Seeing Red” bei der Erwähnung Israels hat für mich durchaus was mit Antisemitismus zu tun.

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    • 23. Dezember 2009 um 12:45 Uhr
    • Jello Biafra
  9. Kommentar zum Thema

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