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NRW: Neonazis wollen gegen Gewalt demonstrieren

 

Neonazis aus NRW wollen am 29. Januar 2011 in Wuppertal gegen “linke Gewalt” demonstrieren. Angemeldet ist die Demonstration von dem Kölner Neonazi-Kader Axel Reitz, unterstützt wird er von Freien Kameradschaften und der NPD Düsseldorf/Mettmann. Bereits Anfang Januar war Reitz (in Begleitung von Kevin Koch) bei der Polizei Wuppertal – zu “Kooperationsgesprächen”.

In einem Mobilisierungsvideo schwadronieren die Neonazis dann von “antideutscher Hetze” und “antifaschistischem Terror”. Reitz fabuliert über “linksextreme Nachrichtenagenturen”, “Nationale” werden angeblich zum Freiwild, lamentieren die Kameraden – und schlendern dabei durch eine Parkanlage. Weiterhin wird behauptet, “der” Antifaschismus sei eine “Ausgeburt des Kommunismus”, welcher wiederum für 100 Millionen Tote verantwortlich sei. Und dies sei der wahre geschichtliche Hintergrund dieser “heuchlerischen Gutmenschen”. Die Neonazis fordern die “Zerschlagung von antifaschistischen Gruppen” und fordern Aufklärung über deren “Hintermänner” und staatlichen Geldgeber.

Gegen diese verschwörungstheoretische Nazi-Propaganda mobilisieren DGB und antifaschistische Gruppen. Das Wuppertaler Bündnis gegen Rechts ruft auf: WUPPERTAL HAT KEINEN PLATZ FÜR NAZIS ! Um der menschenverachtenden Propaganda der Nazis den öffentlichen Raum nicht unwidersprochen zu überlassen, ruft das Bündnis zu Protesten gegen die angekündigte Demo auf. Wuppertal sei eine weltoffene und tolerante Stadt, heißt es auf den Seiten des DGB dazu, und Wuppertal habe Platz für das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen. Wuppertal habe aber keinen Platz für Nazis! Den Aufruf zu der Demo gibt es hier. Auf den Seiten von Wuppertal gegen Rechts können sich zudem Unterstützer eintragen.

Der Neonazi Axel Reitz ist ein langjähriger Weggefährte von Thomas Brehl, der kürzlich verstorben ist. Er war gemeinsam mit Brehl im “Kampfbund Deutscher Sozialisten” (KDS) aktiv. Dieser wurde allerdings im Sommer 2008 aufgelöst; dabei räumten Brehl und Reitz eine dürftige Bilanz ein. Reitz sollte 2010 für die NPD kandidieren, die Partei zog den Kandidaten aber wieder zurück, Gründe wurden nicht genannt. Beobachter vermuteten, es habe nicht ausreichend Unterstützerunterschriften gegeben, zudem gilt Reitz als umstritten in der Szene.

Siehe auch: Neonazi Reitz kandidiert für die NPD in Siegen-Wittgenstein, Auflösung des KDS – dürftige Bilanz

7 Kommentare

  1.   Fred

    Auch wenn ich grundsätzlich gegen Nazis bin, finde ich, dass der Aufruf gegen die Nazis in einem neutraleren Ton gefasst werden sollte.

  2.   NoNazis

    @Fred: Meiner Meinung nach darf man gegen Nazis gar nicht unneutral genug sein!!!

  3.   Sunny

    Jepp, seh ich auch so, denn „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“!!!!!

  4.   Eagle

    Es ist wichtig, gegen Nazis mit einer gewissen Neutralität zu treten. Gewalt ist hier fehl am Platz, genauso große Hetzen, deren Wortlaut sich oft nur minimal von dem der Gegenseite unterscheidet. Hier wird Angriffsfläche geboten, und die Grüppchenbildung der AntiFa bleibt, wenngleich ein großes Grüppchen – ein Grüppchen eben. Grüppchen sind angreifbar. Gegen Grüppchen kann man wieder hetzen. Und die Munition für das nächste Pamphlet findet sich nicht selten in den Schriften der Gegenseite.

    Eins ist klar: Nazis sind unerwünscht. Und zwar nicht nur von der AntiFa, sondern von der breiten Masse. Als breite Masse sollten wir uns auch gegen sie wenden. Als erwachsene Menschen, ohne mit Sandförmchen zu werfen. Wir sind NICHT diejenigen, die mit Fäusten versuchen, eine längst überholte Denkweise in den Staat zu prügeln. Bitte denkt daran.

    Was ich aber absolut unangebracht finde, ist von Seiten der Polizei staatsfeindliche Gruppen zu unterstützen. Es kann nicht angehen, dass Nazis unter dem Schutz unseres Staates verfassungswidrig handeln. Das muss aufhören – das wollen wir nicht.

  5.   Fett

    Man kann diese Verbrecher gar nicht offen genug an den Pranger stellen. Das geforderte Samtpfotentum ist doch zum Teil schuld, daß sich so ein asoziales Gesindel breit macht.


  6. […] den 29. Januar riefen Junge Nationaldemokraten zu einer Demonstration nach Wuppertal, mit der sie ihren Unmut zum […]


  7. […] den 29. Januar riefen Junge Nationaldemokraten zu einer Demonstration nach Wuppertal, mit der sie ihren Unmut zum […]