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Dresden: Neonazis griffen alternatives Kulturzentrum an

 

Unter den Augen der Polizei haben am Rande des gescheiterten Naziaufmarsches am Samstag in Dresden-Löbtau Rechtsextremisten das Kultur-Zentrum „Die Praxis“ angegriffen. Links im Bild des Anwohnervideos und späterer rechts im Bild sind deutlich Polizeiwagen mit Einsatzkräften zu sehen, die die randalierenden Neonazis lediglich beobachten und nicht eingreifen. Ein Polizeisprecher wollte den Angriff am Sonntagmorgen weder bestätigen noch dementieren und konnte auch nicht sagen, ob Rechtsextremisten aus der Gruppe der Randalierer später festgenommen wurden. Man müsse jetzt in Ruhe alle Geschehnisse des Tages auswerten. Videoaktivisten haben hingegen auf Indymedia schon begonnen die ersten Neonazis aus der Gruppe zu identifizieren. Auf das Kulturprojekt war im vergangenen Jahr bereits ein Brandanschlag von Neonazis verübt worden.

Aus Sicht der Szene gab es am Sonnabend nur einen Lichtblick, den massiven Angriff steinewerfender Rechtsextremisten auf das linke Kulturzentrum „die Praxis“ im Stadtteil Löbtau. „Wenn es überall so läuft, mit entschlossenen Leuten, ohne Querulanten, pseudorevolutionäre Poser und Moralaposteln zur falschen Zeit am falschen Ort, dann hält uns (im) nächsten Jahr keiner auf!“, schreibt jemand unter dem Namen „Out of Control“. Die Polizei hatte den Überfall beobachtet, schritt aber nicht ein.

Teile der Szene scheinen jedoch die Hoffnung aufzugeben, in Dresden wieder so marschieren zu können, wie das bis 2009 möglich war. „Es gibt eine gewisse Enttäuschung, aber das wird mehr oder weniger hingenommen“, sagt der Berliner Verfassungsschutz in einer ersten, vorsichtigen Bewertung. Ein Neonazi schreibt im Internet, „der nationale Widerstand ist keine Alternative für die Menschen, er hat kaum bis gar keinen Erfolg und wird immer wieder vorgeführt und von den Medien mit Dreck beschmissen“. Verstärkt wird die Enttäuschung in der Szene offenbar auch durch die eher geringe Zahl der nach Dresden gekommenen „Kameraden“. Laut Polizei waren 3000 Rechtsextreme angereist, im vergangenen Jahr waren es noch mehr als doppelt so viele. Auch Verfassungsschützer hatten mehr Zulauf erwartet. Vermutlich hat die Blockade der Nazi-Gegner von 2010 viele Rechtsextreme abgeschreckt.

Die Polizei nahm am Sonnabend 23 Neonazis sowie 40 Linke in Gewahrsam. Etwa 12 500 Gegendemonstranten hatten Straßen blockiert, dabei kam es zu Krawallen. Die Polizei wirkte trotz eines enormen Aufgebots zeitweise überfordert. Um Drahtzieher der Randale zu finden, stürmte ein Spezialeinsatzkommando im Stadtteil Pieschen ein Gebäude, in dem ein linker Verein sitzt. Gegen mehrere Personen werde jetzt wegen „Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Organisierung und Koordination von Straftaten“ ermittelt, hieß es am Dienstag bei der Staatsanwaltschaft.

10 Kommentare

  1.   Anfa

    Hinter dem Haus standen weitere Nazis, die ebenfalls das Gebäude und Personen mit Flaschen und Steinen angegriffen haben. Dabei wurden mehrere Fensterscheiben, der Eingangsbereich, Gehwege, und 2 Autos zerstört.

    Hier gibt es Fotos:

    http://dailybooth.com/suerik/page/1

  2.   Harald Leinweber

    Guten Tag!

    Es sollte Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Streifenwagenbesatzung erhoben werden, ferner eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung.

    Ob Begünstigung im Amt infrage kommt, sollte zu klären sein.

    Ferner sollte das Verhalten dieser Pfeifen öffentlich angeprangert werden.

    Ob die wenigstens gefilmt haben? Gab es Kommunikation zur Einsatzleitung in dieser Sache?

    Wir brauchen kene bewaffneten Polizisten, wenn denen angesichts eines faschistischen Mobs die Muffe geht – oder sie sogar noch mit eindeutig als Straftäter zu erkennenden Personen sympathisieren.

    Ein ungeheuerlicher Vorfall! Es wäre grundfalsch, das nach dem Motto „na ja, was will man von denen schon anderes erwarten“ auf sich beruhen zu lassen.

    Die sollen tun, wofür sie bezahlt werden: Bürger vor Verbrechern schützen.

    Schande!

    Pfui!

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

    Harald Leinweber

  3.   Gebinsel

    Bei der Durchsicht einiger Youtube-Clips , die einige Vorfälle und verschiedenen Perspektiven zeigen (und immer noch Neue Auftauchen), kam mir die Idee, dass man doch durchaus die unterschiedlichen Clips oder auch Bilder mit einer Googlemap verknüpfen könnte und nach etwas Recherche mit einem Timeslider auch in einen zeitlichen und inhaltlichen Bezugsrahmen setzen könnte. Mit einer textlichen Zusammenfassung der Ereignisse, könnte das einen besseren Einblick in den Ablauf des Tages ermöglichen. Mit ganz viel Glück könnte man, (sollte es dazu gekommen sein) gar mögliche Infiltration der Gegendemonstrationsbewegung, wie etwa in Heilgendamm oder Ägypten ausmachen. Aber die letzte Äußerung ist natürlich rein spekulativer Natur.

  4.   ötze

    ach, das ist doch reine propaganda!!1 die MOSLEMS sind das problem hier in deutschland!!1 zum glück gibt es noch den springer-verlag, die BILD und die DIE WELT-Zeitung, die uns immer wieder daran erinnert und uns die augen vor dieser linksideologischen propagandamachine öffnet!!1

    ne, im ernst: danke zeit-online. danke störungsmelder. ohne nachrichten wie diese, könnte das land vergessen, dass die störenfriede erstmal in den eigenen reihen gesucht werden sollten, als ständig auf fremde zu zeigen.


  5. […] vollständig verschwiegen werden hingegen gewaltsame Aktionen der Neonazis, wie Angriffe auf ein alternatives Kulturzentrum unter den Augen der Polizei sowie Übergriffe der Polizei gegen friedliche Demonstranten. Doch […]


  6. […] die Nazis ein. Der Angriff wurde gefilmt, hier findet ihr Screenshots der Nazis aus dem Video; Dresden: Neonazis griffen alternatives Kulturzentrum an. Unter den Augen der Polizei haben am Rande des gescheiterten Naziaufmarsches am Samstag in […]


  7. […] “Die Praxis” am Samstag in Dresden attackiert hatten. Der Störungsmelder bei der ZEIT schreibt dazu: Ein Polizeisprecher wollte den Angriff am Sonntagmorgen weder bestätigen noch dementieren und […]


  8. […] i les barricades; tot i així, abans de marxar i sota la mirada i la no actuació de la policia van atacar el centre social autogestionat Die Praxis. Les convocants de l’acció antifeixista parlen d’una […]


  9. […] Empörung sorgt auch ein Online-Video, das in einer minutenlangen Sequenz den Angriff von 200 Neonazis auf ein Jugendprojekt im Dresdner Stadtteil Löbtau zeigt. Beobachtet von Polizeibeamten attackierten Neonazis mit […]


  10. […] des LKA und der Polizei wurde in der deutschlandweiten Presse kritisiert, da ebenfalls an diesem Tag 200 Neonazis ein Jugendhaus in Löbtau angriffen und laut “Wir kriegen euch alle!” riefen. Die Polizei schritt nicht […]