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„Identitäre Bewegung“ scheitert mit Aufmarsch in Berlin

 
Real IbsterBlockade

Rund 800 Anhänger der „Identitären Bewegung“ (IBD) folgten dem europaweiten Aufruf zu einem Aufmarsch nach Berlin. Nach 600 Metern musste die Demonstration aufgrund einer Blockade stoppen. Schließlich lösten die „Identitären“ ihre Versammlung auf und es kam zu Angriffen auf Polizeibeamte und Journalisten. Mehr als 2000 Gegendemonstranten versperrten die geplante Route.

Von Felix M. Steiner (Bilder und Text) und Michael Trammer (Bilder)

Die Rechtsextremen trafen sich um 14 Uhr am S-Bahnhof Gesundbrunnen im Bezirk Wedding. An einer Gegendemonstration nahmen am Mittag bereits 1.000 Menschen teil und zogen unter dem Motto „Solidarität statt rechter Hetze“ durch Berlin. Später erhöhte sich die Zahl der Gegendemosntranten auf rund 2.000. Neben zahlreichen Funktionären der IB wie Martin Sellner, Daniel Fiß und anderen waren auch Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz aus dem Pegida-Orgateam nach Berlin gekommen, unterstützten die Demonstration  mit einem Lautsprecherwagen.

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Der öffentliche Schulterschluss, der bisher mit der AfD ausblieb, gelang somit mit der extrem rechten IBD. Und auch insgesamt war die Demonstration eine Mischung aus den Kreisen der IBD, Pegida-Klientel und klassischer Neonazi-Szene. Auch die Inszenierung glich in weiten Teilen Pegida-bekannten Abläufen: eher kurze durch Symbolbegriffe gespickte Reden, nach denen gemeinsam Parolen gerufen wurden. Die Themen sind altbekannt – angebliche Massenvergewaltigungen, Überfremdung und sogenannte Identität. Und dazu wurden natürlich zahlreiche Fahnen verteilt. Da ist sie, die einfache aber wirkungsvolle Selbstinszenierung der IB. Was dies ideologisch bedeutet, zeigte sich bereits zum Anfang der Demonstration. Als zwei ältere Damen mit Kopftuch aus ihrem Fenster Protestgesten gegen die Demonstration zeigten, riefen die IBD-Demonstranten „Abschieben, Abschieben“. Nicht das einzige Mal während der Veranstaltung. Doch weit kam die Demonstration nicht, nach nur rund 600 Metern stoppte die Polizei die „Retter des Abendlandes“. Grund war eine Blockade aus rund 80 Gegendemonstranten, die die komplette Straße versperrten. Wenige hundert Meter weiter gabe es zwei weitere Blockaden mit jeweils rund 500 Personen.

Während die Polizei teils brutal die erste Blockade räumte, standen sich die IB-Anhänger die Beine in den Bauch und übten sich im Parolenrufen. Kurz nach dem dann die Blockade geräumt war, löste die IB ihren Aufmarsch auf und versuchte ihren Standort zu verlassen. Hierbei kam es zu erheblichen Zusammenstößen mit der Polizei, die von Demonstrationsteilnehmern attackiert wurde.

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Daraufhin kesselte die Polizei die Demonstration. Selbst in diesem Moment stand bei vielen „Identitären“ vor allem eine Sache im Vordergrund: Selfies für die Selbstinszenierung. Nachdem die Polizei die Lage wieder unter Kontrolle hatte, führte sie die Demonstration zum Ausgangspunkt zurück und setzte die IB-Anhänger in Züge. Damit scheiterten die Rückeroberer Europas bereits an 600 Meter Straße im Wedding und an der ersten funktionierenden Ibster-Blockade.

11 Kommentare

  1.   Schomsky2

    Spricht sehr für Berlin!

  2.   soultransfer

    „Die Polizei löste teils brutal die Blockade auf, Bild: Felix M. Steiner“ – Nachdem die Sitzenden einzeln von Polizisten über ihren Rechtsverstoß informiert wurden und zum freiweilligen Aufstehen aufgefordert wurden, wurden sie eben von jeweils zwei Beamten dazu gebracht, falls sie es nicht von selbst taten.

    Das „brutal“e Vorgehen ergab sich aus dem Widerstand der Demonstranten (hielten aneinander fest).

    Ich finde es sehr bedenklich in diesem Zusammenhang das Wort „brutal“ zu verwenden und damit ganz klar Stimmung gegen die Polizisten und für die lieben Demonstranten zu machen.

    Recht ist recht. Egal, ob man die Meinung der Individuen gut heißt oder nicht.

    Antwort Felix M. Steiner:

    Ich finde das nicht bedenklich. Wenn Menschen die Arme verdreht werden, ihnen die Köpfe nach hinten gezogen werden und auch Schmerzen für den Fall des Nichtbefolgens von Anweisungen angedroht werden, finde ich das brutal. Das ist schlicht meine Wertung, darüber können wir aber gern unterschiedlicher Meinung sein. Und da nicht die gesamte Räumung so war, steht „teils“ im Artikel“. Mit „Stimmung gegen die Polizei“ hat das nichts zu tun, dies ist schlicht meine Wahrnehmung von vor Ort.

  3.   brauner_atze

    Nazi-Hipster, was nen Pack!

  4.   ClausM

    Auch einem Herr Palmer würde man am liebsten das Wort vebieten.

  5.   Demokrat

    Ich wünsche dass der Islam in Deutschland Fuß fasst. Dann wäre dieser linksfaschistische Abschaum als erster weg.

  6.   Trampelschlange

    Wer „Ethnopluralismus“ fordert ist ein Rechtsextremist.

  7.   der_alex1980

    Was ist denn der Unterschied zwischen einem Aufmarsch und einer Demonstration?


  8. […] auch: „Identitäre Bewegung“ scheitert mit Aufmarsch in Berlin. Rund 800 Anhänger der „Identitären Bewegung“ (IBD) folgten dem europaweiten Aufruf zu einem […]


  9. […] Seenotretter im Mittelmeer zu behindern. Und ein Aufmarschversuch der Schnöselnazis in Berlin scheiterte auf ganzer Linie: Trotz europaweiter Mobilisierung erschienen nur einige hundert Teilnehmer, die dann auch nur einen […]


  10. […] – Zeit: Störungsmelder: „Identitäre Bewegung“ scheitert mit Aufmarsch in Berlin – blicknachrechte.de: „Identitäre“ und ihre Fußtruppen – endstation-rechts.de: […]