Boris Fust
In einer westfälischen Kleinstadt bestimmten in den Achtzigern die Billardkugeln das nächtliche Straßenbild. Nachdem ein Rudel Hools die Wohnung des Neonazi-Führers Michael Kühnen gestürmt und ihm auf das Kopfkissen gepinkelt hatte, kehrte allmählich Ruhe ein.
Die rechte Szene wurde älter, manche bekamen Kinder und heirateten. Die Tattoos auf der Unterlippe blieben, aber die Haare wurden länger. Die lokale Naziband musste ihr riesiges Mischpult loswerden, da sich die Erinnerung an die schlimmen Zeiten nicht so gut in der Doppelhaushälfte machte. Man begann, wieder miteinander zu reden.
Das Mischpult steht jetzt in meiner Wohnung und erinnert mich jeden Tag daran, dass Menschen sich ändern können. Aber nur, wenn man Widerstand leistet. Auch ohne auf anderer Leute Kopfkissen zu strullen.
Lieber Boris,
hat Dir denn noch keiner gesagt, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist? Zigaretten machen ja sooo süchtig. Deshalb habe ich auf Zigarren umgestellt …(r.f.)
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Es wird Zeit das jemand den Begriff “Skinhead” hier mal grundlegend neu definiert .
Liebe Freunde , während ich hier so zwischen den Artikeln über Neonazis und andere rechte Gewalt schmökerte war ich zutief geschockt . Außer dem werten Herrn Kafka der für die Rechten zumindestens das wort NAZI-skin benutzte wird hier schlichtweg der Nazi als SKinhead bezeichnet . Dies ist aber eine Formulierung wie sie falscher garnicht sein könnte. Hier mal ein kurzer Einblick in die Entstehungsgeschicht der Skinheads und somit in das Grundgedankengut eines “echten” Skinheads : Die Uhrbewegung der Skinheads entstand im Jahr 1969 in England. Ausgangspunkt davon war das zusammentreffen von englischen Arbeiter und (oft) jamaikanischen ( oder anderen dunkelfarbigen / afroamerikanischen ) “Rudeboys” auf deren Konzerten , auf denen Ska-Musik-die “Urform” des Reggae- gespielt wurde . Hierzu entwickelten nun die Engländer ihre eigene Kultur . Dominierend war der early oder Skinhead-Reggae und die haare wurden ca. streichholzlang getragen . Das heute typische bild der Skinheads entstand erst nach dem Zusammentreffen mit der Punkkultur in den 80ern und weicht z.T. stark vom Uhrgedanke ab . Die damals rebellischen Skinheads waren jedoch keinesfalls politisch radikal . Gängige Meinung war : der schwarze Fließbandarbeiter neben mir hat mehr mit mir gemein als ein weißer Bankangestellter.
Letztendlich ist das was die Skinheads verband/verbindet ihr Stolz zu seien wer sie sind , ihre Musik und ihr “Smart”-bewusstssein. Ein Nazi der sich als Skinhead bezeichnet ( diesen Blödsinn hat die rechtsradikale Band Skrewdriver erfunden die sowieso jeden Mist mitgemacht haben der ihrgendwie rum eingeheimst hat ) würde also schlichtweg seine Wurzeln und somit das gesammte Skinhead-Dasein verleumden.
Grade ich als anhänger der SKinhead-bewegung muss sagen , dass rechte Gewalt und der Zuwachs in der Naziszene ein enormes Problem darstellt . ICh selbst wurde auch schon Opfer da meine Einstellung denen ihrer gegenübersteht. ICh kann nur alle Menschen bitten dagegen etwas zu unternehmen .
P.S. ich hoffe das nach diesem Eintrag der Begriff “Skinhead” nichtmehr so leichtfertig gebraucht und somit die Szene in ein falsches Licht gerückt wird .
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Lieber Markus.
Das Pochen auf den Ursprung der Skinheads ändert nicht das geringste an der Tatsache, dass der Großteil der Glatzen inzwischen (nicht nur) hierzulande nun mal Nazis sind (obwohl ja viele inzwischen aussehen wie vom schwarzen Block). Und bevor du HIER Öffentlichkeitsarbeit betreibst, solltest du vllt. bei den Kollegen anfangen die genauso aussehen wie du, aber wohl doch ein komplett anderes Weltbild vertreten. Wenn ich abends in der S-Bahn sitze und ne Horde Glatzen kommt rein habe ich kaum die Chance und schon gar keine Lust vorher auszudiskutieren und festzustellen, ob das jetzt Faschos, Reds- oder Sharps sind. Das diese Szene jetzt im rechten Licht steht hat sie nun mal selbst zu verantworten und ich sehe nicht, dass sich das ändert. Falls du also etwas ändern willst, dann vllt. dein Outfit. Schließlich hast du dir diese Szene selbst ausgesucht.
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Es ist halt so, dass Aussehen und Symbole vereinnahmt werden können.
Das Hakenkreuz ist auch keine Erfindung der Nazis sondern ein Symbol für die Sonne.
http://de.wikipedia.org/wiki/Swastika
Es ist so, dass das Aussehen eines Skinheads nunmal für Nazis steht.
Da kann man im Moment nichts mehr dran ändern und jeder gut gemeinte Versuch der Öffentlichkeitsarbeit ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Ich habe auch schon unter Nazis gelitten.
Und die sahen aus wie Skinheads.
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