Wir müssen reden. Über Nazis.
Kategorie:
bundesweit
Die Wochenzeitung Kontext hat einen lesenswerten Artikel über Verbindungen militanter Neonazis zu ausgewanderten “Kameraden” in Südafrika veröffentlicht. Auch nach dem Ende der Apartheid sind am Kap der Guten Hoffnung weiterhin Neonazis aktiv. Vor allem solche aus Deutschland. Ein früherer Panzergrenadier der Bundeswehr zum Beispiel, nach dem man gar nicht lange suchen muss. Er hinterlässt ganz offen Spuren bis nach Baden-Württemberg.

Mit einer fragwürdigen These machte am Mittwoch die Vertriebenen-Funktionärin und CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach auf sich aufmerksam. Über ihren Twitter-Account belehrte sie zwei User, dass die NSDAP eine “linke Partei” gewesen sei. Was folgte, war eine hitzige Diskussion und eine Welle der Empörung in sozialen Netzwerken. Die meisten User werfen Steinbach eine “unsägliche Verharmlosung” der NS-Diktatur vor, andere fordern gleich ihren Rücktritt. [weiter...]
Dessau hat binnen kurzer Zeit verstörende Gewaltakte erlebt. Die lokalen Eliten sind ratlos, während Neonazis versuchen, sich als Friedensstifter anzudienen. ZEIT ONLINE-Autor Christian Bangel war vor Ort und hat einen eindrücklichen Bericht verfasst.

Kutlu Yurtseven gehört zur zweiten Generation türkischer Einwanderer in Deutschland und ist von Beginn an Mitglied der Microphone Mafia, einer Kölner Rap-Gruppe, die seit Ende der 1980er Jahre Musik macht. Weit entfernt von den üblichen Klischees macht die Gruppe politisch geprägten Rap, der sich mit Themen wie Rassismus, Neonazis und der Situation von Migranten in Deutschland beschäftigt. 2009 entstand gemeinsam mit der Auschwitzüberlebenden Esther Bejarano die Platte Per la Vita, auf der alle Beteiligten ihre sehr unterschiedlichen Hintergründe in einem gemeinsamen Musik-Projekt verbanden. [weiter...]
Am Donnerstag kommt “Kriegerin” in die Kinos, ein Film über junge Nazi-Frauen. ZEIT ONLINE-Autor Martin Schwickert hat den Regisseur David Wnendt interviewt. Frauen in der rechten Szene müssen mit vielen Widersprüchen leben, sagt Wnendt. Er kritisiert außerdem das “Ausmaß der Ignoranz” gegenüber Rechtsextremismus: “Länder und Gemeinden haben Angst vor der Stigmatisierung. Niemand will das neue Hoyerswerda sein.”

Der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl steht nach seinem Auftritt bei einer Podiumsdiskussion in der Kritik. In Bezug auf die Neonazi-Mordserie soll er unter anderem gesagt haben: “Eine gute und vernünftige Einwanderungspolitik muss zum Ziel haben, dass keine Kampfgruppen am rechten Rand entstehen. [...] Der soziale Frieden dürfe nicht gefährdet werden”. Es nütze nichts, wenn man die ganze Welt umarme, dabei aber die eigenen Bürger aus den Augen verliere. Die Seite “Migazin” griff die Meldung auf und fragte provozierend: “Sind die Neonazi-Opfer selbst Schuld an ihrem Tod, Herr Uhl?” Seither läuft im Netz eine hitzige Diskussion um Uhls Aussagen. Das Deutschlandradio-Wissen hat dazu ebenfalls einen lesenswerten Artikel veröffentlicht.Das Büro von Uhl verschickte am Dienstag eine eigene Erklärung zu den Vorwürfen, die wir an dieser Stelle dokumentieren: [weiter...]

Das zerstörte Versteck der Rechtsterroristen in Zwickau © Peter Endig/dpa
Zeitgleich zur parlamentarischen Diskussion über die Einrichtung eines Untersuchungsausschusses des Deutschen Bundestags trafen sich am Freitag in Berlin mehr als 30 Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher und antifaschistischer Organisationen zum Thema NSU. [weiter...]
Während zurzeit in Deutschland das Bild rassistischer und faschistischer Gewalt von den Taten der NSU geprägt ist, geht der Blick auf den Massenmord eines Rechtsextremen in Norwegen im Juli dieses Jahres verloren. Dabei steht diese Tat für eine bedeutende Zäsur in der europäischen Rechten. Ein gerade erschienenes Buch liefert eine europaweite Momentaufnahme des politischen Milieus, auf welches sich der Täter von Oslo und der Fjordinsel Utoeya bezieht. [weiter...]
Die Winterausgabe des Antifaschistischen Infoblatts (AIB) ist erschienen. Schwerpunkt der AIB Ausgabe 93 ist der Rechtsterrorismus. Gerade dieser zeigt die Notwenigkeit von ehrenamtlich geführten und weder staatlich alimentierten noch von großen Verlagen unterstützen unabhängigen Fachzeitungen. [weiter...]

2010 erhielten viele Berliner Politiker, die sich an den Protesten in Dresden beteiligt hatten, Drohbriefe aus der rechten Szene
Ein Droh-Schreiben eines Rechtsextremen erreichte die niedersächsische Sozialministerin Aygül Özkan. Nicht nur Berlin werden Politiker mit türkischen Wurzeln Opfer von Beleidigungen und Drohungen. [weiter...]