Markus Kavka
Ich hätte mir damals ein schnelleres Auto gewünscht. Ein Renault R5, Baujahr 81, mit 35 PS war nicht die richtige Karre, um sich mit den Faschos heiße Verfolgungsjagden durch Schwabach zu liefern. Wir sind da fast jedes Wochenende von Ingolstadt aus hingefahren, weil es dort eine legendäre Gruftie-Disco gab. In die durften die Nazi-Skins nicht rein, deswegen warteten sie davor, bis wir rauskamen. Durch den Hinterausgang gelangte man direkt in die Tiefgarage. Nachdem sich das Rolltor nach der Ausfahrt hinter einem schloss, wurde es spannend. Sie waren nicht jedes Mal da, wenn sie allerdings da waren, hieß es: Vollgas Richtung Autobahn. Sie erwischten uns kein einziges Mal, nur einmal schafften sie es an einer roten Ampel, mit ihren Stahlkappen-Doc-Martens ein paar Beulen ins Auto zu treten.
Da war ich gerade 18 und geriet das erste Mal mit Faschos aneinander. Und weil ich irgendwie immer so aussah, wie es ihnen nicht gefiel, sollte der Ärger auch nie so richtig abreißen. Vor etwa zehn Jahren bekam ich mal Morddrohungen aus der rechten Szene, weil ich “linke Zecke” es gewagt hatte, im Fernsehen ein Fred Perry-Poloshirt zu tragen.
Je mehr sie mich bedrohten, desto stärker reifte der Wunsch, etwas gegen sie zu machen. Weglaufen galt nicht mehr, ich wurde aktiv bei der Antifa und sah spätestens dort, welche Ausmaße die rechte Katastrophe hatte. Wahlerfolge rechter Parteien, “national befreite Zonen”, Übergriffe auf Menschen mit anderer Hautfarbe sowie die Bestrebungen der NPD, die bürgerliche Mitte zu unterwandern, indem zunehmend soziale Themen besetzt werden, sind nur einige von viel zu vielen Gründen, warum aktiv etwas getan werden muss.
Ich will/wir wollen dabei ganz bewusst bei den Jüngeren ansetzen. Mit ihnen reden, bevor es die Rechten tun. Ihnen Respekt entgegen bringen und für sie nachhaltig da sein.
Wäre schön, wenn ihr mit uns seid.
Es ist einfach erschreckend was alltaeglich passiert, und man bekommt es nicht mit. Kavka und ich sind etwa im gleichen Alter, auch ich bin gerne nach Muenchen gefahren, wegen der Gothik-Szene.
Ich selber bin/war Auslaender,war von Natur aus potitisch eher links anzutreffen, habe mich Ehrenamtlich fuer Integration und Verstaendigung eingesaetzt, trotzdem hatte ich von solchen Zustaenden in Muenchen keine Ahnung. Ich fuehle mich beschaemt.
Inzwischen wohnen ich in London. Trotz einem Auslaenderanteil, der seines Gleichen in Deutschland sucht, dreht sich hier schon laengst keiner mehr nach Andersfarbigen um. Das ist noch viel beschaemender.
Wir haben noch einen weiten Weg vor uns.
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Wovon sprichst du?
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Auch ich habe die Nase voll vom zusehen.
Es ist traurig, wie sich die Situation hier immer noch darstellt.
Da sind Schüler, die es lustig finden über einen jüdischen Mitschüler “Juif, juif” (das französische Wort für Jude) zu rufen und ihn dann frech auszulachen. Und Lehrer die dabei zusehen.
An gleicher Schule wurde der Schuldirektor gerufen, weil auf irgendeiner Bank ein Schüler als Streber “denunziert” wurde. Das “Juden raus” daneben wurde ignoriert.
Und das ist keine Schule in den neuen Bundesländern von der ich hier rede, sondern ein Gymnasium im Saarland.
Was denken sich die Schüler, die Lehrer?
Ist das Überzeugung?
Ich glaube, die Schüler finden sowas lustig.
Natürlich bis auf die Betroffenen.
Und gerade hier zeigt sich, dass man in den Schulen mit der Aufklärung ansetzen muss.
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[...] und Patrick Gensing, die für ihre journalistische Aufklärungsarbeit bekannt sind, bloggen auch Markus Kavka (TV-Moderator), Thomas Hitzlsperger (Fußballer) und viele mehr [...]
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Also ich bin farbig und hatte nie pro mit Nazis, die waren eigentlich immer cool zu mir und ich zu ihnen, denke hier wird viel übertrieben, ist ja meistens so… ps meine Leute finden die Antifa leute übrigens genauso bescheuert wie die Skins, nur das die antifas sich nicht wirklich wehren wenn wir mal ärger haben^^
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..fürs Foto :0)
ich lebe an der Lichtenberger Stadtgrenze, früher mittendrin und bin auch schon um mein Leben gebottet, ich kam S-Bahnhof Nöldnerplatz hoch, sah ne Horde braver Burschen aussteigen, einer mit Waldmeisterbrille (Himmlermodell) zeigte nur mit dem Finger auf mich – der isses – und alle hinterher, ich die Treppe runter ohne mich umzusehen meine absolute Bestzeit bis zur Pfarrstraße gelaufen, bei nem Kumpel geklingelt, der noch wach war, die Woche darauf umgezogen.
Mit den Nahverkehrsmitteln fahr ich auch nicht mehr, weil mich erstens die langen Wartezeiten ankotzen, zweitens gerade am Wochenende haufenweise Kotzbrocken mitfahren und drittens nur Looser dieses miese Beförderungseisen benutzen.
Sowas wie französische Transferromantik kann sich die Bahn in den Arsch schieben, gibs nicht.
Da ich nur noch Rad fahre bekomme ich wenig mit von Gewalttaten in Lichtenberg, gut, die B1 runterradeln und zurück lässt nicht viel blicken, aber um mit taboris Mutti courage im übertragenen Sinne zu sprechen- sollte mir doch irgendwann noch mal einer von denen unter die Augen kommen stell ich ihn an die Wand und warte bis er sich einscheißt.
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Also ich habe wortwörtlich das selbe erlebt, immer und immer wieder, Herr Kavka. Leider kam die Aggression aber nicht von Neonazis oder Skinheads, sondern von einer Gang bestehend aus Migrantenkinder. Meiner Meinung nach sind die Zeiten, in denen Neonazis sinnlos ihre Gewaltexzesse ausleben seit zehn oder mehr Jahren vorbei; Ausnahmen bestätigen die Regel. Im Gegenteil dazu nehmen Gewalttaten von linksautonomen Jugendlichen zu, die der Migranten steigen explosionsartig. Laut Satistiken des Justizministeriums wird dies bestätigt. Ich weiß nicht warum dies immer weiter in den Hintergrund rutscht. Bei Delikten von rechter Seite wird immer von Gewalt gesprochen, dies ist aber schlichtweg falsch. Die meisten Straftaten beziehen sich auf den Paragraphen 86a. Vielleicht sollte man sich darüber mal Gedanken machen!!
Mit freundlichen Grüßen
Student_XY
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Meine güte, die Argumentationsmuster sind doch immer die gleichen. erst darauf hinweisen dass es auch noch andere Gewalttäter gibt, um dann den Bogen über Propagandadelikte (§ 86a) dahin zu schlagen, das es rechtsextreme Gewalt gar nicht gibt.
Aber es gibt Fakten die du nicht wegdiskutieren kannst, Student_XY
Die Chronik rechter Übergriffe in 2007, und zwar nur die Fälle, die es in die Medien geschafft haben: hier
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