Seit Jahren wird Dominik Zerbin von einem Neonazi bedroht. Immer wieder lauert der rechtsextreme Lokalpolitiker ihm auf. Von den Behörden fühlt er sich im Stich gelassen.
Von Dennis Pesch

„Jetzt zittere ich immer noch“, sagt Dominik Zerbin am Telefon gegenüber ZEIT ONLINE. Vor wenigen Minuten stand plötzlich der Neonazi Henry Schwind vor der Supermarktkasse, an der Zerbin gerade einen Kunden bediente. Schwind richtete seinen Blick auf Zerbin, warf ihm ein leichtes Kopfnicken zu und verließ den Laden. Das Nicken – eine Botschaft: Ich weiß, dass du hier arbeitest. Zerbin flüchtete von seinem Arbeitsplatz, einem Biomarkt im Gelsenkirchener Stadtteil Buer. Eine Kollegin übernahm für ihn. Es ist nicht die erste Heimsuchung: Immer wieder soll Schwind in den vergangenen Jahren im Geschäft aufgetaucht sein, berichteten Zerbins Arbeitskollegen. Nach Lebensmitteln suchte er nicht. Nach dem jüngsten Vorfall im Januar rief Zerbin seine Anwältin Sabrina Kimmeskamp an, dann den Reporter von ZEIT ONLINE – und gar nicht erst die Polizei.








