Wir müssen reden. Über Nazis. Ein Blog

Thomas Hitzlsperger

Als Fußballer begegnet mir das Thema Ausländerfeindlichkeit immer wieder. Obwohl ich selbst von Neonazis verschont geblieben bin, war ich doch sehr überrascht, wie sehr die Neonazis das Image der Deutschen im Ausland prägen. Fünf Jahre lang habe ich im Ausland gelebt und ich musste viel Überzeugungsarbeit leisten; Zudem habe ich erlebt, wie Mitspieler aufgrund Ihrer Hautfarbe beschimpft wurden, und die Aggressivität hat sich unterschieden von den üblichen Beschimpfungen, denen man im Fußballstadion ausgesetzt ist.

Grundsätzlich funktioniert das Zusammenleben und –spielen mit Fußballern aus der ganzen Welt problemlos. Der Ausländeranteil in den europäischen Topligen stieg in den letzten Jahren stetig an und die Fans unterstützen Ihre Mannschaft, egal aus welchen Nationalitäten sie sich zusammensetzt. Es gibt jedoch immer wieder Ausnahmen, die Projekte wie „Stand up Speak up“ und die aktuelle Aktion FARE (Football Against Racism In Europe) notwendig machen.

Das Problem im Fußball scheint sich aber in den unteren Ligen abzuspielen, dort wo die Medienpräsenz nicht so groß ist und Rechte ungehindert Ihre Ansichten verbreiten können.

Ich werde über meine Erfahrungen berichten und möchte dazu beitragen, dass Nazis vor allem im Profifußball, aber auch in allen anderen Bereichen unserer Gesellschaft, kein Bein auf den Boden bekommen.

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Sehr geehrter Herr Hitzlsperger,

    ich, sowie viele andere auch, rechnen Ihnen diesen Beitrag hoch an und möchten Ihnen an dieser Stelle unsere Unterstützung und unseren Respekt für diese Aktion aussprechen und wir erwarten gespannt ihre Beiträge und Meinungen zum Thema.

    Weiter so und Hut ab

    Gruß
    Katja Bollmann

  2. 2.

    Hallo Zusammen!

    Dieses nicht gerade schöne Thema geht mir seit längerem durch meinen Kopf,leider merke ich seit längerem,das soetwas nicht nur auf der “Großen Fußballbühne”passiert,sondern auch bei uns hier in unserer Landesliga,da sind rechte Kommentare an der Tagesordnung und werden in keinster weise hinterfragt,natürlich ist da auch immer Emotion und Alkohol im Spiel,aber diese Ausreden sind mir zu kleingeistig!
    Wer was sagt hat mit pöbeleien zu rechnen,gut das ich ein dickes Fell habe,ich möchte und werde da wohlimmer etwas zu meckern haben,man(n)oder auch Frau sollte immer erst bei sich selber anfangen und selber etwas tun ,als es von anderen zu erwarten.Diese ganze Rechte-Sache,wird oft unterschätzt,viele die ich schon angemeckert habe fühlen sich nicht Rechts und merken nicht was sie so von sich geben,so eine Einstellung ist oft der Anfang vom Ende….
    Zum Schluß noch schnell, ich wohne nicht im Osten,solche Menschen gibt es auch in der schönsten Stadt Deutschlands,in Köln!Womit ich sagen möchte,nicht nur der Osten ist betroffen!
    Sehr gute Sache Herr Hitzelsperger!

    • 12. November 2007 um 17:54 Uhr
    • A.Pütz
  3. 3.

    [...] ihre journalistische Aufklärungsarbeit bekannt sind, bloggen auch Markus Kavka (TV-Moderator), Thomas Hitzlsperger (Fußballer) und viele mehr [...]

  4. 4.

    Hallo Herr Hitzelsperger,
    ich hätte in diesem Zusammenhang eine Frage an Sie. Hielten Sie es nicht auch für in vielerlei Hinsicht dienlicher, wenn in unseren Fußballvereinen der eigene Nachwuchs stärkere Berücksichtigung fände? Zum einen haben viele Jugendliche eine sportliche Perspektive und mit einer Mannschaft die auch aus dem eigenen Nachwuchs zusammengestellt wurde identifizieren sich die Zuschauer viel mehr, als mit Legionären, die für 100 Euro mehr zwischen den Vereinen hin und her wechseln. Könnte man so nicht auch das von Ihnen angesprochene Problem lösen?

    • 13. November 2007 um 12:26 Uhr
    • Jens
  5. 5.

    Lieber Jens.

    Falls du mit dem von Herrn Hitzlsperger angesprochenen Problem meinst, dass ausländische Fußballspieler aufgrund ihrer Hautfarbe beschimpft werden, dann müssen wir sagen: Nein. Das Problem lässz sich nicht damit “lösen”, dass man an ihrer Stelle nur den “eigenen”, sprich deutschen Nachwuchs spielen lässt. Denn das Problem sind nicht ausländische Fußballspieler in deutschen Ligen, sondern diejenigen Fans und anderen Deutschen, die sie aufrgund ihrer Hautfarbe oder Herkunft beschimpfen. Das Problem sind all diejenigen, die einen anderen Menschen aus diesen Gründen anfeinden.

    • 13. November 2007 um 13:00 Uhr
    • Zuender
  6. 6.

    Hallo Jens…

    … lässt sich dein Beitrag so verstehen, das du der Annahme bist, das es auf den Rängen nicht zu rassistischen Äußerungen kommen würde, würden die Vereine ihren eigenen Nachwuchs ( den deutschen, nehme ich an?! ) spielen lassen?! Sollte dem so sein, fehlen mir die Worte und das kommt wirklich selten vor.
    Sicher gibt es auch in großen Vereinen das Problem, rechtsradikale Fans sein eigen zu nennen, aber leider Gottes auch in sehr vielen kleinen Clubs, die nicht im Rampenlicht der Medien stehen.
    Unsere Gesellschaft wird immer multikultureller, was durchaus eine Bereicherung ist, gesetz den Fall, ich habe deinen Beitrag richtig gedeutet – was geschieht deiner Meinung nach, wenn der Nachwuchs nur noch aus “Mischlingen” besteht… Deutsch-Türken, zum Beispiel?! Wird der Verein dann zu Grabe getragen?!…
    Es ist doch vollkommen gleich, welche Nationalität ein Spieler hat und Fremdenfeindlichkeit auszumerzen, in dem man die dt. Jugend fördert und Ausländern keine Chance gibt? Das wäre definitiv der falsche Weg! Nicht die ausländischen Spieler sind das Problem, sondern solche, die daraus ein Problem machen!

    • 13. November 2007 um 21:24 Uhr
    • Katja Bollmann
  7. 7.

    @ Katja Bollmann

    Sie kennen sicher das Prinzip von Ursache und Wirkung. Genau darauf zielt meine Frage.
    Im übrigen plant die FIFA sogar eine solche Regelung, das nur noch eine geringe Anzahl ausländischer Spieler in den Vereinen auflaufen darf! Wollen Sie der FIFA Rechtsextremismus unterstellen. Es geht dabei um eine globale Lösung und die Förderung des eigenen Nachwuchses. Und das unterstütze ich hundertprozentig.

    • 14. November 2007 um 09:01 Uhr
    • Jens
  8. 8.

    Lieber Jens, ich persönlich glaube ja, du willst nur stänkern. Dass es der FIFA um die Förderung des Nachwuchses geht und nicht um Rassismus sagst du sogar selbst. Also warum verdrehst du das so?

    Du könntest in einem Punkt recht haben: Würden die Vereine Geld und Energie in ihre Jugendarbeit stecken, anstatt sich einen fertigen Stürmer zu kaufen wenn sie ihn brauchen, wäre das ein gutes Mittel gegen Rechtsextremismus.

    Hast du das so gemeint?

    • 14. November 2007 um 09:43 Uhr
    • cmp
  9. Kommentar zum Thema

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