Wolfgang Nacken
Ich war lange mit der Evangelischen Jugend verbandelt. Ich finde es wichtig klar zu machen, dass dieser Jugendverband, der aus der Mitte der Gesellschaft kommt, selbstverständlicher Teil einer Bewegung gegen Nazis ist. Das ist einfach eine Sache des guten Stils. Und der Moral.
Eigentlich komme ich aus Oberbayern. Aber halt – bevor sich in euren Köpfen Vorurteile zu Bildern von Bergpanoramen und selbstgefälligen Reaktionären zusammenbrauen… . Groß geworden bin ich nämlich in einem tristen Münchner Vorort, zwischen Industrieanlagen und Autobahnzubringer. Ich wuchs mit den Kindern italienischer, griechischer, jugoslawischer und türkischer Einwanderer auf. In dieser Ortschaft hatten die Rechten eigentlich nie eine Chance, weil eben alle miteinander in den Kindergarten, zur Schule, in die Kneipe oder später in die Ausbildung gingen, ungeachtet der Herkunft ihrer Eltern. Darauf bin ich noch heute stolz.
Mittlerweile lebe ich in Norddeutschland, in einem multikulturellen (in mehrerlei Hinsicht) Stadtviertel. Mein Sohn geht mit den Enkeln türkischer, portugiesischer und polnischer Einwanderer in die Schule. Ich finde es prima – denn derjenige, der hier neu zugewandert ist, bin ich; von den Alteingesessenen werde ich freundlich und interessiert aufgenommen, egal, wie lange sie hier schon wohnen. Und ich hoffe sehr, dass das so bleibt.
[...] Wolfgang Nacken hat im Störungsmelder ein zentrales Thema bei der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus aufgegriffen. Dabei geht es um die Meinungsfreiheit, auf welche sich Rechtsextremisten gerne beziehen, wenn sie gegen Bevölkerungsgruppen hetzen wollen. Auszüge aus Nackens Artikel: Das Konstrukt der freien Meinungsäußerung durch Rechtsextreme ist dabei folgendes: Wohl wissend, dass ihre Ansichten im öffentlichen Diskurs weder Anerkennung, noch Aufmerksamkeit finden, treten sie auf öffentlichen Veranstaltungen in der Verkleidung der bürgerlich-konservativen Diskussionsteilnehmer_innen auf, die sich mal zu Wort melden wollen. Man weißt es empört von sich, als „Nazi“ zu gelten und nimmt die Haltung eines politisch unbeeinflussten Mitbürgers mit (scheinbar) gesundem Menschenverstand auf – halt weder rechts noch links- , eine_r, der/die sagt, was (vermeintlich) alle denken. [...]
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In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass in vielen rechtsextremen Kreisen das Wort “Nazi” als Abkürzung für “Nationalzionist” angesehen wird.
Und mit “Nationalzionisten” will man nun in diesen Kreisen wirklich nichts zu tun haben.
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[...] Wolfgang Nacken hat im Störungsmelder ein zentrales Thema bei der Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus aufgegriffen. Dabei geht es um die Meinungsfreiheit, auf welche sich Rechtsextremisten gerne beziehen, wenn sie gegen Bevölkerungsgruppen hetzen wollen. Auszüge aus Nackens Artikel: Das Konstrukt der freien Meinungsäußerung durch Rechtsextreme ist dabei folgendes: Wohl wissend, dass ihre Ansichten im öffentlichen Diskurs weder Anerkennung, noch Aufmerksamkeit finden, treten sie auf öffentlichen Veranstaltungen in der Verkleidung der bürgerlich-konservativen Diskussionsteilnehmer_innen auf, die sich mal zu Wort melden wollen. Man weißt es empört von sich, als „Nazi“ zu gelten und nimmt die Haltung eines politisch unbeeinflussten Mitbürgers mit (scheinbar) gesundem Menschenverstand auf – halt weder rechts noch links- , eine_r, der/die sagt, was (vermeintlich) alle denken. [...]
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