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Der durstige Smoothie

 

© Mother Jones, Screenshot: ZEIT ONLINE
© Mother Jones, Screenshot: ZEIT ONLINE

Diesen Sommer werden wir sie wieder alle zuzzeln, die Smoothies, die Longdrinks. An was man allerdings in der Regel dabei nicht denkt: Wie viel Wasser steckt eigentlich in unseren Getränken?

Die Konsumaktivisten von Mother Jones haben in ihrer Infografik einmal aufbereitet, welche Mengen so beliebte Sommergetränke wie Bier, Wein und Smoothie verbrauchen. Alleine für den Erdbeer-Banane-Smoothie sind es 43 Gallonen Wasser, also umgerechnet knapp 163 Liter. Für eine Flasche Bier sind es knapp 55 Liter.

Keine Frage, die Zahlen sind eine extrem grobe Schätzung. Denn sie spiegeln nur die Wassermenge wieder, die für den Anbau der Zutaten, also vor allem für die Bewässerung, anfallen. Und dann sogar nur die Zutaten aus Kalifornien. Mother Jones hat gerade diesen Bundesstaat gewählt, weil er seit Monaten von einer schweren Trockenheit betroffen ist. Und vor allem die Landwirtschaft muss sich bislang kaum einschränken.

Was auch fehlt: Wie viel Wasser wird für Produktion und Verpackung verbraucht? Die Ergebnisse sind also kaum auf Deutschland übertragbar. Trotzdem finden wir die Grafik der Kollegen empfehlenswert, zeigt sie doch: So ein leichter Sommerdrink mag unseren Durst schnell löschen. Aber noch viel durstiger ist die Landwirtschaft im Hintergrund.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

23 Kommentare


  1. Wieder einmal fällt der Wasserkreislauf komplett unter den Tisch die 43 gallons für den Smoothies sind nicht weg, sondern allerhöchstens verunreinigt und werden gerade bei landwirtschaftlichen Produkten schnell wieder in den Kreislauf eingegliedert.

  2.   gthm

    „Die Ergebnisse sind also kaum auf Deutschland übertragbar.“

    Man fragt sich als geneigter Leser schon, was er mit solcherlei Informationen anfangen soll? Immerhin leben wir nicht in der kalifornischen Wüste und in Deutschland herrscht auch kein Wassermangel.

    Vielleicht sollen wir zukünftig keinen kalifornischen Apfelsaft und besser nur deutsches Bier trinken??

  3.   wat

    @ Deutschland 1848

    Ach was?!! Des Wasser ist gar nicht weg? Ich hätte jetzt gedacht, dass das Wasser für den Smoothie atomar gespalten wird o.ä..

    Jetzt bin ich echt enttäuscht. Ich dachte immer so ein Smoothie bestünde aus 43 Gallonen gespaltener und gepanschter Elementarteilchen.
    Wie klappt das denn sonst mit dem Geschmack? Wie kommt den der Geschmack in den Smoothie und in den Appelsaft???


  4. Durch die Photosynthese speichern Planzen das Wasser in Form von Glukose. Dieses gespeicherte Wasser wird beim Abbau („Verdauung“) der pflanzlichen Bestandteile wieder freigesetzt. Das kann man Speicherung oder Transformation nennen, ist aber kein Verbrauch im Sinne von „das Wasser ist weg“.

    Im Übrigen ist dieser Wasser“verbrauch“ die einzige Sauerstoffquelle, die wir auf diesem Planten besitzen und Bestandteil des wirksamsten C02-Speichersystems. Daher sollte gelten „mehr= besser“.


  5. Nicht zu vergessen, die Wassermengen, die ich brauche, um mein Smoothie-Glas abzuwaschen und ganz wichtig das Wasser für die Klospülung, wenn der Smoothie dann später durchgelaufen ist. Und vielleicht auch das Wasser für’s Händewaschen danach.

    Diese ganze Wasserverbrauchsrechnerei erinnert stark an Überlegungen wie: „Wieviele Jahre im Fegefeuer bringt es mir ein, wenn ich am Karfreitag an ein Leberwurstbrot denke?“


  6. zu 1…

    Das heisst, wenn ich 1000 Liter Wasser in eine Wüste transportiere, und dort es schaffe, damit 50 Gramm Erdbeeren heranzuziehen – dann ist dieses Wasser auch nicht verloren, oder? Endet ja wieder im Kreislauf, oder?

    Alles Wasser endet ja schliesslich mal in der Natur, sprich, es verdunstet wieder, worauf es als Regen wieder runterfällt.

    Eine eklatante Verschwendung ist es trotzdem: Mit demselben Wasser könnte ich an einem halbtrockenen Standort viele Kilo Gemüse ziehen, wenn ich mit den 1000 Liter nur Trockenperioden überbrücken muss.

  7.   welll

    Wieviel Wasser wird eigentlich für 1 Liter Wasser verbraucht ?


  8. Natürlich ist das Wasser nicht weg, im Sinne von verschwunden. Global ist es nicht verschwunden, aber lokal sehr wohl! Das Wasser wird örtlich umverteilt.
    Da es in Kalifornien gerade sehr selten regnet, fehlt das entnommene Wasser dort, da das Wasser anderswo wieder in den Kreislauf eingespeist wird.
    Wenn das Wasser, dass hier verbraucht wird, z.B. im Meer landet, ist es zwar nicht weg, aber es ist für den Menschen erstmal unbrauchbar!
    Das ist mit dem Verbrauch gemeint.

  9.   qualia

    Ob man das ganze püriert oder als ganze Frucht zu sich nimmt, ist doch völlig unerheblich. Deswegen ist nicht der Smoothie das Problem, sondern die Auswahl der Früchte. Dann eben keine Erdbeeren und Bananen, sondern ein Grapefruit-Tomaten-Smoothie (wenn ich mir die Vergleichsfrüchte im Link ansehe), wenn ich Wasserprobleme im Anbaugebiet reduzieren will.

  10.   Berliner

    „Grundwasser steigt bedrohlich“ „Grundwasser gefährdet Häuser – 200.000 Berliner betroffen“

    So sind hier in Berlin eher die Schlagzeilen. Es ist also jeweils von den lokalen Gegebenheiten abhängig ob es Wassermangel gibt oder nicht. Und in Deutschland müssen wir uns da wenig Gedanken machen. Problematisch ist eher, dass die Kanalisation wegen des Wasserparens der Haushalte nicht mehr durchgespült wird und dies von den Wasserbetrieben erledigt werden muss.