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„Als hätten wir uns gegenseitig vergewaltigt“

 

Die Grauzone der Vergewaltigung

Einige Opfer wollten nicht anonym bleiben. Screenshot:Washingtonpost.com

Sie sagte: "Nein, hör auf." Er sagte: "Nein, du wirst es mögen". Sie sagte: "Nein, hör auf." Dann begann er, sie zu vergewaltigen. Die Washington Post hat die Geschichten von Studenten und Studentinnen, die sexuelle Gewalt an Unis erlebt haben, gesammelt und in einem großen Dossier aufbereitet.

Eine Umfrage der Washington Post unter 1.000 Studenten ergab, dass 20 Prozent der befragten Frauen und fünf Prozent der Männer angaben, schon einmal sexuellen Missbrauch erlebt zu haben. Das Ergebnis fällt in eine Zeit, in der die Vereinigten Staaten wieder einmal diskutieren: Gibt es am Campus überhaupt eine rape culture?

Seit einigen Monaten kratzen zwei Geschichten an der Glaubwürdigkeit der Opfer. Da ist Emma, die mit ihrer Matratze über den Campus läuft, auf der sie angeblich von einem Deutschen vergewaltigt wurde. An der Darstellung gibt es mittlerweile Zweifel. Und der Rolling Stone erzählte die Geschichte von Jackie, die angeblich von Verbindungsmitgliedern vergewaltigt wurde. Mittlerweile ist klar, dass diese Geschichte so nicht passiert ist.

Die von der Washington Post beschriebenen Fälle sind meist nicht jene von brutalen Massenvergewaltigungen, sondern jene, die nicht unter Anwendung von Gewalt geschahen. Vielmehr kam es meist unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen zu den Vorfällen, sodass sich die Opfer nicht wehren konnten. Einige von ihnen sagen selber, dass sie nicht sicher seien: Ist das jetzt eine Vergewaltigung? Ist es eine Grauzone?

Dazu kommen die selten erzählten Geschichten von Männern, die von Frauen bedrängt wurden. Ein Student berichtet, wie er von seiner Ex-Freundin zum Sex gezwungen wurde und sich danach aus Angst nur seinem Mitbewohner anvertraute. Und eine Studentin berichtet von einer Nacht, in der beide so betrunken waren, dass sie bezweifelt, dass einer von beiden in der Lage war, dem Sex zuzustimmen. "Es war, als hätten wir uns gegenseitig vergewaltigt."

Weitere Teilchen finden Sie hier.

59 Kommentare


  1. Herrlich wie das moralisch bankrotte Amerika versucht im wirrwarr ihrer völlig sedierten Jugend so etwas wie Gerechtigkeit zu finden. Hört auf euch bewusstlos zu saufen (vor allem die Frauen) und man sieht etwas klarer wer einen da begrabscht.


  2. Mich würde ja mal die Kategorisierung von Tätern und Opfern nach religiösem Hintergrund und entsprechender Aufklärungsarbeit im Elternhaus interessieren. An dieser Stelle befürchte ich eine Offenbarung.


  3. Es ist sicher alles viel differenzierter zu sehen und längst nicht so schwarz weiß, wie von vielen Medien und Aktivisten dargestellt, als dass viele Männer potentielle Vergewaltiger wären und Frauen ausnahmslos wehrlose Opfer. Man muss m.E. gut aufpassen, dass man Männer nicht extrem in Generalverdacht stellt und es ist schade, dass da so eine extreme Front mit tiefen Gräben des Mißtrauens zwischen den Geschlechtern aufgemacht wird. Das Leben, die Liebe und Beziehungen sind eben sehr differenziert und nuancenreich. Und nach den Definitionen von Vergewaltigung, die in dieser US- Campus Diskussion von mancher Seite aus als „Vergewaltigung“ gesehen werden, wären tatsächlich schon viele Männer „vergewaltigt“ worden, auch ich von meiner Frau. Die Diskussion und die Medienberichte dazu nehmen skurile bis lächerliche Züge an und schaden tatsächlich wirklichen Opfern.

    Diese überzogene Schlagzeilen-Hysterie gebärt regelrecht Opfer, teils mit der Sucht nach Aufmerksamkeit. Aber eines hat die Diskussion gezeigt, (auch) Frauen können lügen und wie! Zur Debatte von Sulkowizc mit der Maratze sollte man alle Fakten bewerten, auch Ihre veröffentlichten Mails an ihren Ex im zeitlichen Kontext mit den anderen Ereignissen. Dort mach Sie! z.B. u.a. recht klare sexuelle Avancen und scheint der aktivere Part zu sein. Außerdem gibt es in den USA Meinungen, dass Emma Sulkowic (eigenen?) Schilderungen zufolge genaugenommen mal einen Ex-Freund „vergewaltigte“ (er war wohl ziemlich betrunken- Sie nicht).

  4.   Berthel

    Moderne Zeiten: Leute, die sich die Hucke vollsaufen oder sich sonst zudröhnen, machen nun mal Sachen, die sie nüchtern ausgelassen haben. Das ist eigentlich der Witz dabei. Das man mit jemand im Bett landet, über den man sich hinterher nur wundern kann, gehört zu den harmloseren Schäden.

    Das war früher ganz genauso, aber man hat nicht sein halbes Leben dem hintergeweint. Wer den Kontrollverlust beweint, sollte besser bei 0,5 Promille bleiben

  5.   hmnuja

    @andrerae#1
    Sie raten: „Hört auf euch bewusstlos zu saufen (vor allem die Frauen)“
    Alkoholisierte Frauen sind also Ihrer Meinung nach auffallend häufig Täter oder
    alkoholisierte Frauen (kurze Röcke etc.) sind Ihrer Meinung nach selbst schuld, wenn sie vergewaltigt werden. Glückwunsch zu diesem Statement^^

    @ChristianBW #3
    Es hätte geholfen, das Dossier der Wasghington Post wenigstens zu überfliegen. Dort kommen etliche Männer vor, die von sexualisierten Übergriffen von Frauen und Männern auf sie berichten.

    Mir scheint, nicht nur in den USA hapert’s – weniger zwischen den Beinen als zwischen den Ohren.

  6.   Charly

    @5 naja, wenn alkoholisierte unerfahrene Männer auf alkoholisierte unerfahrene Frauen treffen, dann passieren Dinge, die beide später bereuen.
    Ist so.
    Und wenn man so besoffen ist, dass man es nicht mehr schafft, zu artikulieren, dass man das jetzt nicht will oder einfach aufzustehen und zu gehen…
    Bei zwei Besoffenen fällt es mir schwer in Täter- Opfer- Kategorien zu denken, insbesondere wenn keine körperliche Gewalt im Spiel ist.


  7. Die Früchte des Feminismus sind reif und können jetzt geerntet werden, wie dieser Fall aus den USA zeigt:

    „An Amherst College student blacked out, accompanied a fellow student back to her dorm room after drinking in February 2012. While he was blacked out, she performed oral sex on him.

    Nearly two years later, she would accuse him of sexual assault. And under Amherst’s guilty-until-proven-innocent (and even then, as we’ll see, still guilty) hearing standards, the accused student was expelled.“

    http://www.washingtonexaminer.com/man-receives-sex-act-while-blacked-out-gets-accused-of-sexual-assault/article/2565978

    Und ich denke, genau das wollen Feministinnen erreichen – die Verbannung von Männern von Universitäten und Schulen. In diese Zeit passt es auch, daß man als weibliche, feministische Diversity-Beauftragte (an einer britischen Uni) der Meinung sein kann, daß alle weißen Männer getötet werden müßten. Im Gegensatz zu Tim Hunt darf diese Frau ihren Job sogar behalten:

    http://www.huffingtonpost.co.uk/2015/05/27/goldsmiths-student-diversity-officer-bahar-mustafa-keep-job_n_7452322.html

    Und wenn man Beweise für eine rape culture verlangt, bekommt man von feministischen Professorinnen soetwas zu hören:

    „Feminist Professor Lyndsay Kirkham Says People Who Ask For Proof of Rape Culture Aren’t Human“

    http://socawlege.com/feminist-professor-lyndsay-kirkham-says-people-who-ask-for-proof-of-rape-culture-arent-human/

    Es wird endlich Zeit, gegen Feminismus und PC aufzustehen!

  8.   Plor

    @3

    „Es ist sicher alles viel differenzierter zu sehen und längst nicht so schwarz weiß, wie von vielen Medien und Aktivisten dargestellt, als dass viele Männer potentielle Vergewaltiger wären und Frauen ausnahmslos wehrlose Opfer.“

    Ich empfinde dieses Argument nach wie vor als ziemlichen Pappdrachen von antifeministischer Seite. Kein Magazin, keine große Zeitschrift, kein Blog, sprich kein Medium, das ich kenne (…und sei es noch so ein „feministisches Kampfblatt“) kolportiert das schwarzweiße Narrativ, dass viele Männer potentielle Vergewaltiger wären und Frauen ausnahmslos wehrlose Opfer. Diese Polemik wird mMn. in den Diskurs hineingelesen und führt teilweise, im schlimmsten Fall dazu, dass feministische Beiträge in der Debatte komplett ignoriert bzw. nur noch durch zweite Hand (meistens die Gegenseite) rezipiert werden.


  9. Es ist m. E. grundsätzlich falsch, sich so zu besaufen, dass man sich selbst nicht mehr unter Kontrolle hat und nicht mehr beurteilen kann, ob eine Situation gefährlich ist. Es gibt kein Recht auf Rausch ohne Nebenwirkungen.

    Eigentlich sollte ein Rausch bei Straftaten strafverstärkend wirken und nicht strafmindernd, man hat sich schließlich selbst in die Situation des Kontrollverlusts gebracht.

    Jeder muss selbst wissen, wo beim Alkoholgenuss seine Grenzen liegen.


  10. @3

    Das Problem, was Sie beschreiben, wird am deutlichsten in diesem aktuellen Fall sichbar:

    “An Amherst College student blacked out, accompanied a fellow student back to her dorm room after drinking in February 2012. While he was blacked out, she performed oral sex on him.

    Nearly two years later, she would accuse him of sexual assault. And under Amherst’s guilty-until-proven-innocent (and even then, as we’ll see, still guilty) hearing standards, the accused student was expelled.”

    http://www.washingtonexaminer.com/man-receives-sex-act-while-blacked-out-gets-accused-of-sexual-assault/article/2565978

    Man geht also gar nicht mehr davon aus, daß Männer auch Opfer werden können, sondern reserviert den Opferstatus allein für Frauen.