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„Nette Lampe, Lust auf ein Date?“

 

Kann man heute noch jemanden kennenlernen, ohne online zu sein? Der britische Regisseur Samuel Abrahams hat seinen Freund Tom Greaves auf der Suche nach einem analogen Date begleitet.

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Es macht ja auch vieles leichter, nicht nur die Kommunikation. Der Beziehungsstatus der oder des Angebeteten kann beispielsweise vor einer blutigen Nase schützen. Aber sind es nicht genau diese Geschichten, die später eine gute Hochzeitsrede ausmachen? Samuel Abrahams Kurzdokumentation Offline zeigt die schönen Seiten analogen Kennenlernens, fernab der kalten Server von WhatsApp und Tinder. Er zeigt Seiten wie das Scheitern. Jemanden einfach zu ignorieren, wenn er hoffnungsvoll vor einem steht, ist deutlich schwerer als mit dem Zeigefinger nach links über den Bildschirm zu wischen.

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23 Kommentare


  1. Ich bin jetzt 27 und habe in „diesen Zeiten“ so einiges an Dating erlebt. Das einzige, was ich nicht erlebt habe, war ein gutes Date mit einer Online-Bekanntschaft.
    Deshalb habe ich so meine Zweifel, dass das heute wirklich die „Norm“ sein soll. Wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Es gibt Gründe, aus denen analoges Dating einfach besser funktioniert als Online-Dating, und diese Gründe verschwinden nicht dadurch, dass letzteres immer mehr Leute machen. Eher im Gegenteil.

  2.   Sensei

    „Kann man heute noch jemanden kennenlernen, ohne online zu sein?“

    Die Frage sollte sein: Kann man heute noch jemanden kennenlernen wenn man sich wie ein Honk aufführt?

    Und die antwort ist: Man muss sich dafür zumindest, so wie früher auch, ziemlich anstrengen.

  3.   simlei

    Ich denke nachdem das Stigma des Onlinedatings nun viel schwächer ist als vor einigen Jahren (gute Sache), bleibt immer noch der Unterschied, wie es zum ersten Kontakt überhaupt kommt. Danach ist der Unterschied weitestgehend verschwunden.

    Doch der erste Kontakt ist eben wichtig, und die Art und Weise. Beim Onlinedating hat man viel mehr Kontrolle was das Gegenüber wahrnimmt, und diesen „Skill“ zu trainieren ist viel einfacher online, da es hier kaum unkontrollierbare Parameter gibt. Somit nimmt man einen ersten sehr positiven Eindruck nicht als so glücklich wahr wie offline, da das ja im Endeffekt auch Ergebnis von viel Handarbeit und Narzissmus sein kann und so wird es mMn auch unterstellt. Eine eher unromantische Prämisse, und auch der Zufall wird nicht mehr als großes Glück empfunden. Klappen tut es natürlich trotzdem. Ich denke sogar dass Onlinedating für viele Typen von Menschen eine gute Idee ist, nämlich kontrollierte Menschen, da sie sich durch die Prämisse erst mal wohler fühlen.

    Aus meinen eigenen Erfahrungen und aus dem Bekanntenkreis wünschen sich nur dummerweise kontrollierte Menschen ein Gegenüber, auf den Offlinedating eher passen würde — und geraten damit zu oft an Leute die die Onlinevariante aus zweifelhaften Motiven wählen…

  4.   Max Stätter

    Ich liebe Offline. Ich liebe Online. Ich liebe Spotted.

  5.   Paul

    Für mich ist das Kennenlernen online immer mit fehlendem Vertrauen verbunden. Die meisten, oder wahrschenlich Alle Menschen stellen ihre Persönlichkeit geschönt dar, was ja nur hinderlich debei ist einen authentischen ersten Eindruck zu gewinnen. Sitzt mir jemand gegenüber und bringt Aspekte seiner Persönlichkeit rüber bin ich gefragt zu entscheiden ob ich das für Glaubwürdig halte oder nicht. Das geht online viel schwerer und ist für viele die von grundauf ein ehrliches miteinander anstreben irgendwie hinderlich.
    Wäre es einfach nur so, dass man sich auf dem Bild anziehend findet und sich daraufhin direkt trifft um mehr herszufinden wäre es eine gute Möglichkeit, so läuft das jedoch nicht. Nie.

  6.   on_off

    Man sollte es nicht übertreiben mit dem „moderne neue Zeit“-Abgesang. Es lernen sich noch genug junge und auch mittelalte Menschen offline und altmodisch über Freunde/Bekannte, sportliche Unternehmungen in Vereinen oder Gruppen oder schlicht Königin Zufall kennen.
    Eine Freundin von mir wurde im Supermarkt angesprochen und ist mit diesem Mann inzwischen seit 7 Jahren verheiratet, ein Bekannter verliebte sich wie schon seine Oma beim Tanzen und setzt somit eine Familientradition fort und das sind nur zwei von vielen anderen Offlinen-Paaren aus meiner näheren Umgebung.

    Ich selbst habe im Internet eher die Erfahrung von Schaumschlägerei und grobem Unernst gemacht, wobei das natürlich auch nie für alle gilt, aber doch für einen nicht unwesentlichen Anteil. Da geht es eher darum Fotos zu sammeln oder seitenlang zu schwadronieren, aber es ist nichts dahinter. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

  7.   J_R

    Der große Unterschied ist eigentlich die klare Ausrichtung des Kennenlernens bzw. der ersten „Offline“-Begegnung. Alles steht dann unter dem direkten Ziel der Beziehungsanbahnung bzw. des Abprüfens seines Gegenübers. Das ist bei den Offline-Paaren meiner Meinung nach anders gewesen, da entscheiden zuerst einmal gemeinsame Situationen oder Interessen über den Kontakt aus dem sich dann vielleicht etwas entwickelt.
    Was im Netz auch noch hinzukommt, ist die klare Ausrichtung der eigenen Suche. Man hat dort ja die Möglichkeiten, potentielle Partner anhand verschiedener Kriterien zu filtern und ich bin sicher, dass das auch viel genutzt wird. Z.B. nach dem Bildungsabschluss oder auch anderen Kriterien, die bei einer realen ersten Begegnung erstmal keine Rolle spielen oder nur sehr indirekt eine Wirkung entfalten z.B. durch den Ort oder die Veranstaltung oder den Freundeskreis. Ob das nun gut ist oder nicht, ist eine ganz andere Frage…

  8.   Antonia

    Ich glaube, dass es völlig und gänzlich egal ist, auf welchem Wege das erste Kennenlernen stattfindet, solange mensch es wirklich nur als allererstes „anstupsen“ ansieht. Was toller daran sein soll, wenn zwei Menschen sich betrunken in einem lauten Club oder auf ihrer langweiligen Arbeit kennenlernen, kann ich nicht sehen (so wirklich süße „Wir haben uns ganz romantisch so-und-so-kennengelernt“-Geschichten gibt es doch nur in Hollywood-Filmen). Auch finde ich so ein wahlloses anquatschen auf der Straße, wie in dem Film, alles andere als romantisch. „Ich versuch’s jetzt mal bei Jeder, die halbwegs attraktiv und geschätzt nicht älter als 30 ist; irgend Eine wird schon Ja sagen – egal welche!“. ‚Wow, so much sexier than online dating!‘ Na ich weiß ja nich…

    Das wahre Problem bei Online-Bekanntschaften ist doch eher, dass Viele da total herumeiern und sich ewig nicht treffen wollen. Mein jetziger Freund (seit immerhin vier Jahren – meine Offline-Beziehungen hielten nie auch nur annähernd so lange) schrieb mich seinerzeit auf eben jener Plattform, auf der ich nun auch endlich mal das Online-Dating ausprobieren wollte, kurz an. Ich schrieb kurz zurück, stellte ihm ein paar Fragen. Er antwortete ausführlich, plänkelte und witzelte und stellte mir Fragen. Ich antwortete ausführlich, plänkelte und witzelte zurück und schlug noch für den selben Abend ein Treffen (an einem neutralen Ort) vor. Er stimmte zu. Und das Ding war im Kasten! Keine Zauberei dabei.

    Es ist aber auch die Frage, wo genau man da im Web unterwegs ist, glaube ich. Für mich war z.B. gleich klar, dass ich es nicht einsehe, Geld für sowas auszugeben. Auch sind mir so bierernste Ehe-Anbahnungs-Seiten (wie z.B. die, die dafür wirbt, Akademiker und Singles mit Niveau im Angebot zu haben) zu albern, wo alle bei ihrem Alter schummeln oder bei ihrem Job/Gehalt, ihre Fotos bearbeiten etc. Klar sollte auch nicht tindern, wer mehr als einen ONS sucht, aber es kann auch nicht die Lösung sein, dass mensch mit Leuten parshipt, die tun, als suchten sie Liebe, aber eigentlich geht es doch nur um Oberflächlichkeiten (Aussehen/Körpergröße/Gewicht/Alter/mein-Haus-mein-Auto-mein-Boot).

    Allerdings kann einem das ja im wahren Leben ja nun wohl ganz genau so passieren!

  9.   Paul

    >>> Auch finde ich so ein wahlloses anquatschen auf der Straße, wie in dem Film, alles andere als romantisch. “Ich versuch’s jetzt mal bei Jeder, die halbwegs attraktiv und geschätzt nicht älter als 30 ist; irgend Eine wird schon Ja sagen – egal welche!”. ‘Wow, so much sexier than online dating!’ Na ich weiß ja nich…

    Das ist letztlich ein hausgemachtes Problem: Frauen stellen oft Ansprüche, die nur die wenigsten Männer erfüllen können, wollen sich nicht auf unverfängliche Dates einlassen und sprechen die wenigen Männer, die sie dann doch interessieren dann nicht einmal selbst an. Es bleibt einem als Mann nichts anderes übrig als auf jede attraktive Frauen zuzugehen :)

  10.   Traumflug

    Das mit dem Online einfach eine deutliche Horizonterweiterung. Die halbe Menschheit wohnt auf dem Land, da ist es völlig normal, Freundschaften in 20, 50, vielleicht sogar 100 km Entfernung zu haben. Ohne Online käme man da nicht einmal ansatzweise in Kontakt.