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Picasso im Wunderland

 

Ein weißer Hase mit einem chronischen Pünktlichkeitsproblem und eine Königin, die emsig und mit höchster Entzückung Todesurteile verteilt: Durch seine Figuren in Alice im Wunderland hat Lewis Carroll eine der bekanntesten, verrücktesten Fantasiewelten geschaffen. Für eine solche Fantastik sind neuronale Netze zwar weniger bekannt, doch füttert man ihnen Bilder berühmter Maler und zum Beispiel die Teeparty-Szene aus Disneys Zeichentrickversion, dann entstehen wahre Kunstwerke.

Der Algorithmus wendet die Bildstile verschiedener berühmter Künstler, wie zum Beispiel Vincent van Gogh oder Frida Kahlo, auf die einzelnen Bilder des originalen Filmausschnitts an. Fast scheint es dann so, als hätte der Künstler selbst die Szene gemalt und animiert.

Nebenbei – lohnenswert ist auch der Blick auf die Beziehung von Lewis Carroll zu seiner Geschichte: Carroll litt zum Beispiel an einem seltenen neurologischen Defekt, der Halluzinationen auslöst und die Größe von Objekten beeinflusst. Das kann dazu führen, dass sich der Betroffene größer oder kleiner fühlt, als er wirklich ist – ein Thema, das Carroll in seinem Buch verarbeitet hat.

Mithilfe von neuronalen Netzen, zum Beispiel DeepDream von Google, lassen sich natürlich nicht nur Zeichentrickfilme verfremden, sondern alle möglichen Arten von Bildmaterial und Internetmemes.

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