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Das nicht ganz so ewige Eis

 
Grönland: Das ewige Eis
Die "New York Times "hat Forscher in Grönland begleitet und eine interaktive Reportage daraus gemacht. (Screenshot "Greenland is melting away")

Die Arktis schmilzt, das ist keine Neuigkeit. Doch wer das große Tauen nicht mit eigenen Augen gesehen hat, kann den Wandel und seine Folgen kaum begreifen. Und wer war schon in der Arktis? Vermutlich die wenigsten. Deshalb hat sich die New York Times der Sache multimedial angenommen – und Forscher auf eine Expedition in den hohen Norden begleitet. 

Mit modernster Ausrüstung haben sich vier Journalisten auf den Weg in Grönlands ewiges Eis gemacht. Wobei "ewig" bei diesen Bildern übertrieben scheint. Denn durch die Eiswüste strömen Flüsse voll strahlend blauem Schmelzwasser:

Die Eisflüsse münden direkt ins Meer. Lässt ihr Strom nicht nach, werden sie den Meeresspiegel in den nächsten Jahren bedeutend ansteigen lassen. Schmilzt das gesamte Eis in Grönland, könnte das laut des Artikels in der New York Times ein Plus von sechs Metern bedeuten.

Wie viel Wasser tatsächlich aus dem Norden in die Welt fließen wird, berechnen die Forscher derzeit. Mithilfe der Daten sollen sich Menschen, die in Küstennähe leben, auf den Anstieg des Meeresspiegel vorbereiten können. Eine interaktive Karte verdeutlicht das Ausmaß der Schmelze, die Kreise zeigen wie viel Wasser durch die Flüsse an der jeweiligen Stelle fließt:

Bildschirmfoto 2015-10-30 um 10.11.53
Auf der Karte sind die Größen der Flüsse eingezeichnet. (Screenshot "Greenland is melting away")

Der Klimawandel wirkt sich allerdings nicht nur in der Arktis aus: Kürzlich berechneten Forscher, dass die Menschen im Persischen Golf spätestens im Jahr 2.100 nicht mehr ohne Klimaanlage überleben können. Hinzu kommen weltweit Unwetter, Überschwemmungen und sonstige Naturkatastrophen, sollte der Ausstoß klimaschädlicher Gase nicht bald drastisch sinken. Auf der UN-Klimakonferenz in Paris soll deshalb ein neuer Weltklimavertrag geschlossen werden. Das Ziel: Die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzen.

12 Kommentare

  1.   aaaron

    Hier kann man anhand ausgewerteter Satellitenfotos sehen, wo das Eis der Arktis und Grönlands an Dicke zunimmt, und wo es Dicke abnimmt:
    http://www.science-skeptical.de/blog/eisschild-in-zentralgroenland-und-ostantarktis-waechst/0013927/

    Das Satellitenfoto im Originalartikel ist ganz offensichtlich von der Südspitze Grönlands, wo das Eis an Dicke abnimmt. Es sei hier erwähnt, dass die halbe Wahrheit immer auch eine ganze Lüge ist.

  2.   aaaron

    #1 Sorry, im ersten Satz sind Satellitenmessungen gemeint.

  3.   spatialeffect

    @aaaron:
    – Ich kann nur dazu raten, sich bessere Quellen zu suchen. Ich habe keine Ahnung, was sich der Michael Krüger da zusammenbastelt, aber man kann ja einen Bilck in das Paper werfen aus dem er die Daten haben will.
    http://www.the-cryosphere.net/8/1539/2014/tc-8-1539-2014.pdf
    – Im Abstract ist dann zu lesen, dass die Abnahme des Eisvolumens sich 2011-14 gegenüber dem Referenzzeitraum 2003-9 beschleunigt hat. Für die West-Antarktis um den Faktor 3, für den Osten gab es eine Zunahme des Volumens. In Grönland hat der Verlust des Eisvolumens um den Faktor 2,5 zugenommen. Und insgesamt wird über den Beobachtungszeitraum eine Verringerung des Volumens von −503 ± 107 km3 pro Jahr berichtet.
    Wer lügt nun?

  4.   spatialeffect

    Nachtrag zu #3: “Insgesamt” meint Grönland und Antarktis

  5.   MaryPoppinsky

    Wenn jemand hier Blödsinn von KlimaskeptikerInnen postet, geht das durch. Wenn ich aber auf Seiten mit wissenschaftlich haltbaren Informationen verlinke, wirds nicht freigeschaltet?

    Letzter Versuch:
    @ aaron

    Kleine Nachhilfe -> http://skepticalscience.com/greenland-cooling-gaining-ice-intermediate.htm -> http://skepticalscience.com/Has-Arctic-sea-ice-recovered-intermediate.htm -> http://www.skepticalscience.com/antarctica-gaining-ice-intermediate.htm

  6.   Kowalk

    Da gibt es tatsächlich noch andere Meinungen zu:

    “http://www.thegwpf.com/greenland-blowing-away-all-records-for-ice-gain/”

    Danach nimmt das Eis auf Grönland stärker zu als seit langem. Tatsächlich fallen jährlich 500 Mrd. Tonnen Schnee auf Grönland, und das Wasser muss irgendwie abgeführt werden, da sonst das Eis bis in die Stratosphäre reichen würde. Und das geschieht durch Kalben und Schmelzwasser, welches vorwiegend durch Eisdruck entsteht, also nicht durch Erwärmung. Und solche Eiswasserbäche hat man halt fotografiert. Wie schön! Und was beweist das?
    Vielleicht sollte man bei Der Zeit mal mehr machen als nur Agenturmeldungen abtippen oder aus anderen Zeitungen zitieren. Früher nannte man so was Recherche, aber das gibt es heute bei den Qualitätsmedien wohl nicht mehr.

  7.   Zivilisationswächter

    Zu #1:

    Ahem…ich zitiere mal aus dem genannten “Skeptiker”-Blog, aus dem part “Über uns”.

    Die Gegenseite nennen wir oft „Ökologisten“. Zeitgenossen also, die denken, die Erfüllung menschlicher Bedarfe nach Nahrung und Wasser, nach Energie für Mobilität und Kommunikation und nach einer Vielzahl moderner Produkte, die unser Leben vereinfachen und verbessern, würde unsere natürlichen Lebensgrundlagen zerstören und müsse daher behindert, eingeschränkt oder gar verboten werden. Für uns hingegen ist der Mensch Gestalter seiner Umwelt und nicht Zerstörer, er schafft sich seine Lebensgrundlagen selbst und dies auf immer wieder neue und optimalere Weise.

    Dazu merke ich Folgendes an: Wer glaubt, daß wir Menschen aktuell unsere Lebensgrundlagen nicht zerstören lebt – entgegen der Behauptung der Autoren – wohl nicht auf diesem Planeten.

    Wer glaubt, der Mensch erschaffe sich seine Lebensgrundlagen immer wieder und vor allem optimal(!) selbst, hat nicht alle Latten am Zaun. Das ist etwa so absurd wie die wirtschfts”wissenschaftliche” Sicht des Homo Oeconomicus.

    Wir Menschen haben weder Erdöl erschaffen noch das Erdgas.
    Die Möglichkeit zur Landwirtschaft haben wir auch nicht erschaffen, die war immer da. Man mußte nur die Nutzung als solche entdecken. Der Mensch hat immer wieder Lebensgrundlagen ENTDECKT und sie genutzt, geschaffen hat er die nie.

    In der Literaturliste wird unter “CO2″ die Arbeit von Gerlich/Tscheuschner zitiert, die längst in ihrer ganzen Lächerlichkeit widerlegt ist. Einer ernsthaft wissenschaftlichen Seite würde das nicht passieren. Auch die angeführten Arbeiten über kosmische Strahlung/Wolkenbildung auf der Erde sind alles andere als wissenschaftlich.

    Einige der anderen Argumente sind typische “Skeptiker”Argumente, wie z. B., daß das CO2 der Temperatur folgt. Auch das ist nicht korrekt.
    Ebenso ist das Herumreiten auf der berühmten “Hockeyschlägerkurve” wenig wissenschaftlich, die Sache ist längst geklärt.

    Eine tatsächlich skeptische Seite würde Für und Wider der Dinge abwägen, das findet aber nicht statt. Die Autoren dreschen überall auf die Erkenntnisse mehrerer Dutzend Disziplinen aus diversen Jahrzehnten ein und argumentieren völlig einseitig in Richtung “Wir machen nichts kaputt, Klimawandel ist eine Erfindung und die Lösung für alles ist mehr Fracking und mehr Technologie.”

    Die Autoren scheinen – zumindest teilweise – wissenschaftlichen Hintergrund zu haben. Bei näherer Betrachtung wird da aber nichts über spezifische Veröffentlichungen gesagt. Der eine ist Chemiker aus dem Bereich Materialanalyse.
    Der andere ist Physiker und wohl hauptsächlich Mobilitätsforscher.
    Der nächste wieder “wissenschaftlicher Mitarbeiter” (in welchem Bereich? mit welcher eigenen Qualifikation, also welchem Fach?).

    Mein persönliches Fazit: Nett aufgemacht, sieht stellenweise sehr seriös aus, ist aber eine Lobbyseite von irgendwelchen Typen, die dem Glauben anhängen, daß “Technologie” uns retten wird. Und dabei geht auch nie was kaputt, denn der Mensch gestaltet seinen Lebenaraum optimal selber.

    Diese Herrschaften haben nicht einmal verstanden, daß “Technologie” gar nicht in ihrem Sinne existiert. Das sind keine Skeptiker, sondern Vertreter des “weiter so”, die ihre doch recht begrenzte Lebensanschauung als “Alternative” anbieten wie gewisse politische Parteien.

    Zu Naturgesetzen gibt es aber keine Alternative.

    Auch Doktor-Titel oder eine Ausbildung in Physik verhindern nicht, sich als Klima”skeptiker” einer gewissen Lächerlichkeit preiszugeben. Frau Merkel ist Physikerin, das hindert sie nicht daran, die Energiewende tatsächlich zu verbocken.

    Ich entschuldige mich für off topic, aber im Rahmen der Medienkompetenz mußte das für alle anderen Leser mal sein. Selber prüfen macht schlau!

    Zurück ins Sendestudio…

  8.   Zivilisationswächter

    Früher nannte man so was Recherche, aber das gibt es heute bei den Qualitätsmedien wohl nicht mehr.

    Sodenn recherchiere ich doch mal, was denn die Global Warming Policy Foundation so ist, die Sie da soo nett verlinken:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Global_Warming_Policy_Foundation

    Bereits ein kurzer Blick ins Netz belehrt uns, das es sich hier wohl um eine Kampagnenseite handelt, die weder gemeinnützig noch besonders ausgewogen zu sein scheint.

    Sodann finden wir Namen wie Lord Lawson, ehemaliger Energieminister und Schatzkanzler unter Ms Thatcher. Kein Wissenschaftler.
    Dann Lord Fellowes, ein Finanzmensch mit Verbindungen zum britischen Königshaus. Kein Wissenschaftler.
    Peter Robert Forster, ehemals Bischof von Chester.

    Nennen wir es insgesamt eine Seite, die von doch stark konservativ orientierten Menschen gestützt und gemacht wird, die einer bestimmten Agenda folgen.

    Das ist durchaus legitim, aber trotzdem sollte man das im Rahmen einer wissenschaftlichen Darstellung der grönländischen Eisschmelze mal erwähnen.