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Fahrradhölle Berlin

 

Es ist nicht einfach mit dem Fahrradfahren in Berlin. Diese fiesen, engen Radwege. Diese Baustellen (gerne auf der Fahrradspur). Autos, mit denen Radler zu kämpfen haben. Puh. Dabei hat die Stadt Berlin eigentlich eine offizielle "Radverkehrsstrategie". Auf 48 Seiten sind Ziele und Ideen notiert, die den Fahrradverkehr in der Hauptstadt besser machen sollen. Was ist davon Realität und was nicht mehr als ein frommer Wunsch? Das hat eine Radlerin nun getestet.

Claudia Brückner hat ein gut sechsminütiges Video ins Netz gestellt, das eine verheerende Bilanz der Berliner Fahrradpolitik zieht. Also doch: Ankündigungsweltmeister Berlin?

Vor zwei Jahren noch hat die Stadt die Radler dazu aufgerufen, die für Radfahrer gefährlichsten Stellen in der Stadt zu nennen und die Kritikpunkte aufzulisten. Die Ergebnisse sind im Netz nachzulesen.

Aber hat sich etwas getan? Brückner hat sich die schlimmsten Orte genau angeschaut (Schönhauser Allee, Kottbusser Tor, Hermannplatz). An keiner der Stellen sind die Gefahrenstellen entschärft. Liegt das am Geld? Brückner glaubt das nicht. Denn das Budget für die Fahrradpolitik steigt jedes Jahr, allerdings gehen die Investitionen zurück. Warum? Spart Berlin etwa für das Projekt Radbahn Berlin?

Und noch etwas kritisiert die Berlinerin: die von der Stadt eingeführte Fahrradpolizei. Anstatt den Radlern das Fahren zu vereinfachen, verteilen die Polizisten vor allem Knöllchen. An Fahrradfahrer, die bei Rot über die Ampel oder auf dem Radweg gegen die Fahrtrichtung fahren.

Sie interessieren Sich für alles rund ums Radeln? Dann empfehlen wir unseren Velophil-Blog.

Weitere Teilchen finden Sie hier.

36 Kommentare

  1.   Zahlen und Zeit

    2017 ist es 200 Jahre her, dass Drais einen der Vorläufer des heutigen Fahrrades erfunden hat.

    Ein guter Anlass sich solcher Missstände wie im Artikel genannt anzunehmen.

  2.   CarlitoJ

    Schöne, professionell gemachte Doku. In HH ist’s eher noch schwieriger mit dem Rad als in B.

    Verkehrsplanern in beiden Städten sollte man einen Ausflug nach Kopenhagen nahelegen. Sie könnten ja einen gemeinsamen Betriebsausflug machen, um zu lernen, wie man das Rad seriös (und nicht als Feigenlattunternehmung) in die Verkehrsplanung integriert.

  3.   Fritz IV

    Liebe Autofahrer:
    Ein Auto ist kein (innerstädtisches) Verkehrsmittel, sondern ein Verkehrshindernis.
    Hat ihr noch nie so gesehen? Versucht es mal!
    Ohne Autos gäbs keinen Stau.

  4.   AllIn

    Außerdem förtert Radfahren die Gesundheit (es sei den man lebt in Berlin :) ) und schont den Geldbeutel

  5.   Elblette

    CarlitoJ hat Recht, hier in HH ist es mindestens genauso schlimm. Und selbst, wo der Wille da ist, sieht es manchmal aus, als habe ein betrunkener Riese die Radfahrstreifen aufgemalt (ich sach nur: Neuer Pferdemarkt).

  6.   Martin Wunderkorn

    @Elblette
    Rechtlich gesehen sind das Seitenstreifen und keine Radfahrstreifen am neuen Pferdemarkt. Da darf man sogar drauf parken.

    @Zeit
    Warum kann man hier nicht normal auf Kommentare antworten wie beim Rest der Zeit?

  7.   Carmen

    Gut gemachte doku. Aber warum in Englisch? Die Kritik richtet sich doch an die Stadt Berlin, oder? Schade.

  8.   Gotrek

    Super gemachte Reportage !

    Bei uns in Köln ist das mit der Theorie und Praxis genauso wie in in Berlin.
    Große Fahrradkonzepte, größere Maßnahmentabellen und riesige bunte Karten mit kurzfristig oder mittelfristig auszubauenden Fahrradwegen. (was auch immer kurzfristig in der Bürokratensprache bedeutet)

  9.   tsabo

    hm .. hm .. hm

    Berlin ist ein „Fahrrad-Abenteuer“.
    Hat seine Vor- und Nachteile.

    Die im Video aufgeführten Hotspots finde ich nicht so relevant.
    Warum sollten Fahrradwege unbedingt auf die Strasse ?
    In der Schönhauser Allee klappt das ganz gut – so wie es ist.

    Das größte Manko, das ich kenne, sind die fehlenden Radwege in Westberlin.
    Schon mal Brunnenstrasse in Wedding gefahren ?
    Oder Sonnenallee in Neukölln ?
    Oder Kuhdamm ??

  10.   Peerchen

    Warum englisch? Weil sich ihr You-TRube-Kanal an Expats, also Ausländer (insb. Engländer und Amerikaner) in Berlin richtet vielleicht?