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Der Nicht-so-Super-Mario

 

So gut wie jeder, der in den Achtzigern und frühen Neunzigern aufgewachsen ist, kennt das Konsolenspiel Super Mario Bros. Eine kleine, rote Figur mit zwei goldenen Knöpfen, von der man nie erahnen würde, dass sie einen italienischen Klempner darstellen soll, springt darin über braune Klötzchen und grüne Rohre, zerquetscht Gegner und sammelt Münzen.

Eine israelische Künstlergruppe namens Tachles hat ein Retro-Remake in Videoform erschaffen: In einer fiktiven Super Mario Bros-Umgebung muss der Spielheld ebenfalls die bekannten Hindernisse überwinden – allerdings sitzt er dabei im Rollstuhl.

Die erste Sequenz ist dem Nintendo-Spiel fast eins zu eins nachempfunden. Mario holt sich den ersten Pilz und wächst. Doch dann stürzt er unerwartet.

GIF-Screenshot aus dem Video Not So Super Mario ©Tachles

Ein Krankenwagen kommt. Dieser kann jedoch nichts ausrichten: Mario hat sich das Genick gebrochen und muss fortan das Spiel im Rollstuhl bestreiten. Gar nicht so einfach, schließlich ist Super Mario Bros. ein Jump-'n'-Run-Spiel. Rennen oder springen kann Mario aber nun nicht mehr.

GIF-Screenshot aus dem Video Not So Super Mario ©Tachles
GIF-Screenshot aus dem Video Not So Super Mario ©Tachles

Das eigentliche Ziel von Super Mario Bros. – nämlich übermächtige Gegner bekämpfen, um eine Prinzessin zu befreien – bleibt in weiter Ferne. Mario schafft nicht einmal zwei Level. Sein Gegner ist immer der Rollstuhl.

Die Botschaft taucht am Ende auf: "It's not the 80ies anymore. Enable access to everyone. NOW." Ein Aufruf, um rollstuhlgerechte und barrierefreie Umgebungen zu schaffen. Denn seit den Achtzigern ist zwar viel passiert. Aber es gibt nun mal auch noch viel zu tun, vor allem im öffentlichen Raum.

  • Für viele körperlich behinderte Menschen bleibt die Welt der Videospiele verschlossen. Das macht die Community erfinderisch: Bastler tüfteln an neuen Eingabemethoden.
  • Weitere Beiträge zum Thema Barrierefreiheit finden Sie in unserem Blog Stufenlos.

Lust auf mehr Netzfundstücke? Dann hier entlang.
Alle Video-Teilchen finden Sie hier.

 

1 Kommentar

  1.   Moritz Klein

    Dieser Artikel empört mich und macht mich wütend! Meiner Meinung nach hat die Autorin die Botschaft des Videos total missverstanden. Ich finde den Artikel dreist und zeigt was für ein widerliches Bild von Behinderungen die Autorin hat.

    Allein schon der Titel: weil Mario im Rolli sitzt soll er nicht mehr super sein?!

    „Der Krankenwagen kann nichts ausrichten: Mario hat sich das Genick gebrochen und muss fortan das Spiel im Rollstuhl bestreiten “ Ja was denn jetzt? Also wenn man sich das Genick gebrochen hat und danach noch im Rollstuhl unterwegs sein kann, konnte der Krankenwagen ziemlich viel ausrichten würd ich sagen.

    „[Das Ziel]…übermächtige Gegner bekämpfen, um eine Prinzessin zu befreien – bleibt in weiter Ferne.“ Hat die Autorin echt nur die erste Sequenz des Videos gesehen? Nachdem die Rampen und Aufzüge da sind, schafft Mario doch alles super. Marios Gegner ist nicht der Rollstuhl, sondern eine Umwelt voller Barrieren. Ein Rollstuhl ist kein Hindernis, was die Dinge erschschwert, sondern ein Hilfsmittel, was viele Dinge für Menschen mit Einschränkungen erst möglich macht!

    Die Message des, nebenbei gesagt wirklich guten Videos ist, für mehr barrierefreiheit zu sorgen. Mit mehr Aufzügen und Rampen kann Mario genau so super sein, wie vor seinem Unfall auch und danach fordert das Video.

    Ich hoffe sehr, dass dieser Artikel nur im schnell und unbedacht geschrieben wurde und mein negativer Eindruck mich täuscht. Ich bin seit einem Unfall mit 16 selbst Rollstuhlfahrer und täglich ähnlich Haltungen, wie jene die ich der Autorin unterstelle. Gut gemeint ist eben nicht gleich gut.